Tag-Archiv für 'solidarität'

no lager soli.

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Fr | 15. November | 21:00 | VL | Ludwigstraße 37 | Halle

Benefizmodenschau & Versteigerung

BAND 1000 (Popfunk – Halle/D)
https://soundcloud.com/band-1000

PAPA DULA BAND (Reggae – Halle/D)
https://soundcloud.com/papa-dula-band

DJ JIMMY BONDANO aka SCHULLE (Berlin/D)

soliparty für opfer von polizeigewalt.

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Samstag | 17. August | 19:00 | Reilstraße 78 | Halle

TAPETE & WÖLF (last action heroes tour)
Robosaurus (https://soundcloud.com/robosaurus/)
tathandlung (https://www.facebook.com/tathandlung?fref=ts)
kritikrave (https://www.facebook.com/kritikrave?fref=ts)

die einnahmen dieser soliparty gehen an eine von polizeigewalt betroffene person, um im falle einer einstellung des prozesses gegen den polizeibeamten einen teil der anwaltskosten decken zu können.

Am 07. August 2012 hatte die NPD in Halle im Rahmen ihrer Propaganda Tour eine Kundgebung in Halle angemeldet.

Die zivilgesellschaftliche Initiative Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage (HgR) hatte zu Protesten am Kundgebungsort der Neonazis aufgerufen. Im Innenstadtgebiet waren mehrere HgR-Informationsstände besetzt, um Passant_innen für die Proteste zu sensibilisieren und über rechte Ideologeme aufzuklären.

Gegen Nachmittag wurden schließlich mehrere Neonazis durch Beamte der zweiten Magdeburger Polizeihundertschaft zum rechten Kundgebungsplatz durch das historisch jüdische Viertel eskortiert. Bereits hier zeigt sich die Ignoranz der politischen und polizeilichen Entscheidungsträger_innen.

Engagierte Menschen versuchten sich diesem provokativen Akt in den Weg zu stellen. Doch noch bevor die Demonstrant_innen die Straßenkreuzung erreicht hatten, erfolgte gegenüber den gewaltfrei Protestierenden der Befehl: „Schlagstock frei“.

Die Konsequenz: zwei verletzte Demonstranten*. Der Schlag eines Polizisten gegenüber einem jungen Menschen hatte so schwerwiegende Folgen, dass dieser Mensch noch am selben Tag notoperiert werden musst. Wenige Tage später folgte die zweite Operation; zum jetzigen Zeitpunkt ist sicher, dass der Betroffene irreparable Schäden durch den Akt der unverhältnismäßigen Polizeigewalt davon getragen hat.

soliparty für opfer von polizieigewalt.

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Samstag, 10. August 2013 | 22:00 | VL Ludwigstrasse | Ludwigstr. 37 | Halle

AMEWU (Rap – Berlin/D) | SAYES (Hip Hop – Leipzig/D) | SPIEGELUNG (MC LATENT + DEVI DANU – Rap – Halle/D) | DJ PARTIGIANO (Cumbia, Rap – Halle/D) | KRITIKRAVE (Dubstep, Grime – Halle/D).

https://www.facebook.com/Amewumusic
https://www.facebook.com/SAYESmusic
https://www.facebook.com/kritikrave

Am 7. August 2012 wurden bei den gewaltfreien Protesten gegen die Kundgebung der NPD im Rahmen ihrer „Deutschland-Fahrt“ mehrere Menschen in Halle durch unverhältnismäßige Polizeimaßnahmen verletzt. Einer der Betroffenen wurde so schwer verletzt, dass er trotz mehrerer Notoperationen bleibende Schäden davontrug.

Noch am selben Tag wurde Strafanzeige erstattet. Trotz mehrerer Augenzeug_innen, die bei der Polizei aussagten, wurde das Verfahren im März eingestellt. Diese Party ist dafür da die betroffene Person zu unterstützen, um einen Teil der Anwaltskosten decken zu können.

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Radio CORAX nimmt teil am Wettbewerb „Call for Members – 100 € drauf gepackt“ der Kulturstiftung des Bundes. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wird Vereinen die Möglichkeit eingeräumt finanzielle Unterstützung zu beziehen, wenn sie es schaffen neue Mitglieder für ihr Projekt zu begeistern. Pro neugewonnenem Mitglied bekommet der Verein 100 Taler für die Vereinskasse ausgezahlt.

Für uns, also für Radio CORAX, ist das eine gute Möglichkeit sich mal umzuschauen: nach Menschen, denen vielleicht bis jetzt der konkrete Anstoß gefehlt hat im Corax e.V. Mitglied zu werden.

Eine solche Mitgliedschaft könnte für Sie verschiedenes bedeuten:

Es kann heißen, dass Sie HörerIn sind und Radio CORAX durch den Jahresbeitrag von 60 € (ermäßigt 36 €) und die zusätzlichen 100 € von der Kulturstiftung des Bundes finanziell unterstützen möchten.

Es kann heißen, dass Sie aktiv werden. Durch eine Mitgliedschaft werden Sie im Verein stimmberechtigt und haben damit die Möglichkeit sich in Diskussionen bei Redaktionssitzungen, Vollversammlungen u.a. einzumischen.

Es kann natürlich auch heißen, dass Sie perspektivisch selber hinter dem Mikrophon stehen und eine Sendung gestalten oder sich im Rahmen der tagesaktuellen Redaktion mit Inhalten in und außerhalb des Studios auseinandersetzen.

Der Wettbewerb läuft noch bis Ende August. In diesem Zeitraum werden Ihnen auch im Programm hin und wieder Geschichten von Menschen begegnen, die über Ihren Anstoß zur CORAX-Mitgliedschaft erzählen.

Um Mitglied im Corax e.V. zu werden, müssen Sie folgendes Beitrittsformular ausgefüllen und dieses unterzeichnet an Radio CORAX, Unterberg 11, 06108 Halle/S. senden. Für die Wertung Ihres Beitritts im Wettbewerb benötigen wir zudem ein ausgefülltes Formular, dass wir bei der Bundeskulturstiftung einreichen.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen bei Radio CORAX!

Die schlechte Aktualität des Immergleichen.

Kaum wird auch hier die Frage danach gestellt, wem die Stadt gehört, was in ihr getan werden kann oder auch nicht, schon folgt die Denunziation dieser Fragestellung. Das war nicht anders zu erwarten, da sich dieses Szenario in ähnlicher Form anderswo schon vor längerer Zeit abgespielt hat. Die zugrundeliegende Diskussion um das Verhältnis von Praxis und Ideologie/Kritik/Theorie begleitet die an Marx anschießende Gesellschaftskritik praktisch seit Anbeginn.
Auf Marx Grab stehen seine Worte: „The philosophers have only interpreted the world, in various ways; the point is to change it.“, auf der Gedenktafel für Adorno an seinem ehemaligen Wohnhaus in Frankfurt finden sich dessen Worte: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“. In der Gegenüberstellung dieser beiden Sätze wird der Widerspruch offensichtlich. Daraus ergeben sich eine Menge unbeantworteter Fragen, z.B. die nach der Relevanz von unterschiedlichen Lebensumständen im falschen, d.h. danach ob es ein besseres und ein schlechteres Leben im falschen geben kann und welche Bedeutung einer solchen Unterscheidung zukommen kann.
Die ist ein Einsatzpunkt der Frage danach, wem die Stadt gehört bzw. danach, ob sie überhaupt jemandem gehört. Durchaus sinnvoll scheint es zu sein, den Ursprung dieser Frage zu betrachten. Diese geht auf die Konzeption „Recht auf eine Stadt“ von Henri Lefebvre zurück. Levebvre geht dabei nicht von einem Recht im juristischem Sinne aus, sondern meint damit etwas wie eine Forderung und einen Anspruch. Beim lesen von Texten Lefebvres erscheint die Kritik am Konzept „Recht auf Stadt“ als verkürzte Kapitalismuskritik etwas befremdend, wobei dieses sich natürlich von der Konzeption Lefebvres unterscheidet. Lefebvre jedenfalls hat ein äußerst präzises und weitreichendes Verständnis vom Kapitalverhältnis und dessen Reproduktion. Als Ort der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsverhältnisse sieht er die Stadt an, die sich in Form der Verstädterung zum allgemeinen, räumlichen Prinzip kapitalistischer Vergesellschaftung entwickelt. Lefebvre geht es damit, und nicht nur damit, um die Veränderung des falschen Ganzen, wobei eben die Stadt der zentrale Ort und damit für ihn ein entscheidender Ansatzpunkt ist. Er geht damit davon aus, dass es einen Unterschied macht, wie die städtischen Lebens- und Produktionsverhältnisse, und damit die gesellschaftlichen Verhältnisse, gestaltet werden. Er hält sich mit dieser Sichtweise eng an das dialektisch-materialistische Verständnis von Marx und einen historischen Materialismus.
Wenn Proteste gegen Ordnungsämter nach dem Verbot von Open-Air-Partys in Halle und Leipzig nun als eine Rebellion der Angepassten kritisiert wird, ist dies zwar einerseits richtig, aber andererseits ebenso falsch, weil in der gegenwärtigen Gesellschaft kaum jemandem etwas anderes übrig bleibt, als sich mehr oder weniger anzupassen. Ähnlich verhält es sich mit der Kritik des Hedonismus als Verlängerung des Leistungsprinzip in die Freizeit. So richtig diese Kritik an vielen Stellen sein mag, so falsch ist sie, wenn damit das Glücksversprechen und der „schöpferische Überschuß“, wie Lefebvre es nennt, des Urbanen eingeebnet wird. Was bei solchen Kritiken fehlt, ist ein dialektisches Verständnis von Gesellschaft und gesellschaftlicher Entwicklung, wie es u.a. bei Marx vorhanden ist. Bei Marx wird sehr ausführlich die Entstehung des Kapitalismus aus feudalen Verhältnissen heraus dargestellt. Dieser Prozess verlief eben auch in einer historisch-dialektischen Entfaltung der Beziehungen zwischen verschiedenen Momenten. Nicht anders scheint eine Überwindung kapitalistischer Verhältnisse vorstellbar. Wie kapitalistische Strukturen innerhalb feudaler Herrschaftssysteme entwickelt wurden und sich diesem zunächst notwendig anpassen mussten, können kommunistische Strukturen nur unter den kapitalistischen Verhältnissen entwickelt werden. Es muss also irgendwie doch zuerst einmal etwas besseres oder richtiges im falschen geben. Dazu können u.a. auch Hedonismus, „Recht auf Stadt“, Urban Gardening, Punk und DIY gehören, der Kapitalismus fing schließlich auch einmal mit so etwas wie Heimwerken an. Die feudalen Verhältnisse, die auf direkter Herrschaft beruhten, sind natürlich nicht vergleichbar mit den kapitalistischen Verhältnissen, die auf gesellschaftlicher Vermittlung beruhen, aber dennoch kann eine Überwindung nur innerhalb dieser Verhältnisse ihren Anfang nehmen, was u.a. der Ansatzpunkt von Lefebvre ist.

Adrian Lauchengrund

(Radio Corax Programmheft September 2011)

[Der Anlass des Textes war neben dem Schwerpunkt „Wem gehört die Stadt?“ des Programmheftes die folgende Veranstaltungsankündigung: http://nokrauts.org/2011/08/der-grose-hedonismus-schwindel-uber-die-rebellion-der-angepassten/]

nazis wegbassen soliparty

nazis wegbassen

GRÜNDONNERSTAG 21.04.2011, REILSTRAßE 78, 22:00

NAZIS WEGBASSEN SOLIPARTY

line up:

BASSFLOOR:

-CAPTAIN ILLY NOIZE
-CASIMIR VON OETINGEN
-CLYDE YOUNG
-PAUL REH.WIND
-ALAN D.

BALKANTRASHELEKTRODUBSTEPDISKO:

AROUND THE TABLE
VS.
ALL NIGHT LONG

OBITS & DRAMAMINE & THEY WANT A FLUGHAFEN @ Zoro

Zoro und das SchubladenKonsortium laden ein:

Sa. 16.10. Zoro, 22.00

OBITS (us/Sub Pop)

was soll ich da schreiben? bis ueber beide ohren befangen… Rick Froberg hat mit HOT SNAKES und DRIVE LIKE JEHU nicht mehr und nicht weniger als einige der fuer mich wichtigsten punk platten geschrieben und aufgenommen, hat sich darauf finger blutig gespielt und innereien von ganz unten uebers mikro rausgekotzt ohne dabei in clicheefallen zu tappen und macht nun mit OBITS quasi genau da weiter. etwas eingaengiger, melodioeser geworden, vielleicht bluesiger. nichts aber zu spueren von kompromissen – ich kann nicht anders als mit inbrunst eine band mit HITS.HITS.HITS in tiefster eindringlichkeit zu proklamieren!

DRAMAMINE (d/sabotage)

melancholisch, psychedelischer wave-punk schriebt die kiez-gazette… geile typen!

THEYWANTAFLUGHAFEN (d)

jeden tag ein kind, jeden tag ein kind, bis es sechsundneunzig sind!

außerdem:

soli party

beat beat beat

Sa.16.10., 21:00 Uhr, Objekt 5

Beat!Beat!Beat! (d)

Britischer klang selten eine deutsche Indie-Band. Beat!BeatBeat! sind die Foals aus Viersen! Denn sie spielen eben jenen rhythmuslastigen Disco-Rock, der ihre Idole groß gemacht hat. Wobei man aber auch an The Whitest Boy Alive oder die Klaxons denken könnte. Jene Bands, die so erfolgreich die Mauer zwischen Rock- und Tanzmusik eingerissen haben. Und nicht nur Intro und Visions sind begeistert – auch der NME leckt sich schon die… Finger. So spielten sich Beat!Beat!Beat! bereits mit ausverkauften Konzerten in die Herzen der Kritiker und Fans. Kein Wunder. Sie sind eine großartige Live-Band!

Elster Club (le)

Zum Anheizen geben sich Elster Club die Ehre. Die drei Leipziger Herren gehen gern auf Zeitreise, wenn die Play-Taste auf der Heimanlage gedrückt wird. Was jedoch entsteht, wenn sich das Trio in den Proberaum begibt, ist weit entfernt von plumpem Retro. Elster Club sind Indie, Pop und New Wave zugleich und bringen den Club garantiert zum kochen. Irgendwo zwischen Franz Ferdinand, den Yeah Yeah Yeahs und Daft Punk!

Solidarität mit Israel! – Gegen Islamismus und Antisemitismus

Solidaritaet mit Israel

Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen Al-Quds-Tages, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt. In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten.

Al-Quds-Tag

Al Quds ist der arabische Name Jerusalems. Nach der iranischen Revolution 1979 erklärte der Kleriker und „Revolutionsführer“ Ayatollah Khomeini den letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan zum internationalen Al-Quds-Tag. Seither werden weltweit Kundgebungen und Demonstrationen gegen Israel organisiert. Von Teheran bis London, von Jakarta bis Toronto, von Manila bis Beirut und auch in Berlin tragen die Fans der palästinensischen Intifada und eines islamischen „Heiligen Krieges“ ihre Vernichtungsdrohung gegen Israel auf die Straße. Sympathien gelten den Terrorgruppen Hizbullah und Hamas, die mit iranischem Geld und iranischen Waffen jeden politischen Friedensprozess im Nahen Osten sabotieren. Auf iranischen Al-Quds-Demonstrationen ruft die Staatsführung offen zur „Vernichtung des zionistischen Gebildes“ auf und bezeichnet den Holocaust als „Lüge“ und „Vorwand für die Gründung Israels“. In Deutschland, wo solche Propaganda verboten ist, demonstriert man augenzwinkernd „gegen Antisemitismus und Zionismus“.

Iran: Antisemitismus als staatstragende Ideologie

Als gesetzlicher Feiertag der Islamischen Republik Iran ist der Al-Quds-Tag zentrale Manifestation eines staatstragenden Antisemitismus. Die fanatische Massenmobilisierung gegen den vermeintlichen „Fremdkörper“ Israel offenbart ein totalitäres Gemeinschaftsideal, in dem Religion, Politik und Kultur ununterscheidbar zusammenfallen. „Der Zionismus“ wird als übermächtiger und verschlagener Feind dämonisiert, von dessen Vernichtung das Schicksal der Welt abhänge. Das Zerrbild einer solchen endzeitlichen Schlacht von Gut gegen Böse ist eine wesentliche Stütze des theokratischen Regimes. Es lässt jede politische Opposition als Hochverrat erscheinen, und deckt so die Verbrechen der iranischen Staatsmacht: Homosexuelle werden gehängt, zahllose Frauen als „Ehebrecherinnen“ gesteinigt, Liberale und Kommunist_innen zu Tode gefoltert.

Doch das islamistische Programm einer „Wiederherstellung“ des goldenen Zeitalters des Propheten ist kein Ausfluss einer vermeintlich „vormodernen“ islamischen Welt, sondern ein spezifisch modernes Phänomen. Zentrale Taktik des politischen Islam ist es, sich als Opfer einer „zerstörerischen westlichen Kultur“ darzustellen und sich dabei als Reaktion auf selbige zu inszenieren. Die strukturellen, in letzter Instanz unpersönlichen Zwänge kapitalistischer Verwertung werden verschwörungstheoretisch als absichtsvolle Zersetzungsstrategie „der Zionisten“ gedeutet, also in klassisch antisemitischer Manier „den Juden“ angekreidet. Im Staat Israel findet dieser reaktionäre Antikapitalismus eine konkrete Projektionsfläche. Hinter diesem „kleinen Satan“ aber stünden als „großer Satan“ die USA, die – wen wundert’s – wiederum von „den Zionisten“ ferngesteuert seien.

Die religiös verbrämte Rhetorik eines vom „Westen“, von Israel und den Juden „gedemütigten“ Islam, der sich nur in der Vernichtung Israels „befreien“ könne, befriedigt vielfältige ideologische Bedürfnisse, und wird deshalb auch von gemäßigten Moslems und weltlichen Nationalisten angenommen. Das greifbare Feindbild eines wehrhaften jüdischen Staates bestätigt wieder und wieder die eigene Opferstilisierung, und schreibt gesellschaftliche Konflikte einem äußeren Feind zu. Mit seiner aggressiven antiisraelischen Propaganda tritt der Iran als Verteidiger der Entrechteten auf, und untermauert gerade damit seinen Führungsanspruch in der islamischen Welt. Sie lenkt von den innenpolitischen Problemen des Mullahregimes ab, das längst nicht mehr so stabil ist, wie es sich gerne gibt. Umso bedrohlicher ist das iranische Atomwaffenprogramm, durch das die Vernichtung Israels zur realen Gefahr wird.

Die Linke und Israel

Ihre Feindschaft zu Israel ist es, die Teile der globalen Linken mit den Islamist_innen verbindet. So bewegt sich auch die iranische Propaganda in den Bahnen eines vulgären Antiimperialismus, der die Welt in entrechtete Völker und raffgierige Ausbeuter sortiert. Von Anfang an sollte der Al-Quds-Tag die „Basis zur Gründung einer Partei aller Unterdrückten der Welt sein“ (Khomeini). Ziel ist freilich nicht die Emanzipation des Individuums aus gesellschaftlicher Herrschaft, sondern eine befriedete Gemeinschaft unter Allahs weisem Diktat. Es wirft ein Schlaglicht auf die ideologische Verfassung weiter Teile der globalen Linken, nämlich dass sie kaum jemals gegen die autoritäre Theokratie des Iran protestieren, aber bei jeder Gelegenheit gemeinsam mit dieser auf Israel eindreschen. Im Namen von Frieden und Humanismus wird die Existenz Israels in Frage gestellt, und der palästinensische Terrorismus als revolutionäre Avantgarde gefeiert.

Jüngstes Beispiel dieser antiisraelischen Querfront ist der medienwirksame Versuch einer internationalen Propagandaflottille, Israels Seeblockade des islamistischen Hamas-Regimes zu durchbrechen. Die Teilnahme prominenter Vertreter_innen der deutschen Linkspartei wird nicht erst dadurch zum Skandal, dass auch türkische Faschist_innen und arabische Jihadist_innen mit an Bord waren. Skandal ist bereits ihr israelfeindliches Anliegen selbst, ihr Angriff auf den Versuch des jüdischen Staates, iranischen Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen zu verhindern. Dass Israel dabei nur auf sich selbst vertrauen kann, beweist die pompös inszenierte, aber völlig wirkungslose UN-Aufsicht der Hisbollah im Südlibanon, wo längst wieder tausende iranische oder vom Iran finanzierte Raketen gegen Israel in Stellung gebracht wurden. Ohne solche Fakten überhaupt zu erwägen, demonstrierten auch in Berlin Linkspartei und Teile der Antifa gemeinsam mit Islamist_innen und türkischen Faschist_innen gegen das Abfangmanöver des israelischen Militärs. Wochenlang verbreiteten sie Lügenmärchen über die Friedfertigkeit einer gewalttätigen Propagandatruppe, die den Kampf gegen Israel als „Heiligen Krieg“ begreift.

Rechte Israelsolidarität und antimuslimischer Rassismus

In Abgrenzung zum antisemitischen Weltbild traditioneller Neonazis haben sich in den letzten Jahren in Europa und nicht zuletzt in Deutschland extrem rechte Gruppen herausgebildet, die den Islam als Hauptfeind ausmachen. Die westlichen Gesellschaften werden als gewachsene und fortschrittliche Kulturen eines „jüdisch-christlichen Abendlandes“ idealisiert. Israel erscheint in diesem Weltbild als Vorposten im Kampf gegen den Islam.

Auch diese Freund-Feind-Sortierung ist durchschaubare Ideologie. Soziale Konflikte werden zu Kulturkämpfen mystifiziert, in denen sich moderne Chauvinist_innen und Rassist_innen unverfänglicher austoben können. Der inszenierte Schulterschluss mit Israel soll an die offizielle proisraelische Staatsräson der Berliner Republik anknüpfen, und die Frontstellung gegen „den Islam“ provokant untermauern. In Wahrheit liegt diesen sich betont israelsolidarisch gebenden Rechten weder an Israel noch an einer kritischen Reflexion antisemitischer Ideologien. Ihre Berufung auf eine vermeintlich vorpolitische „Kultur“ als Quelle kollektiver Identität fordert Homogenisierung und Konformismus.

Deutschlands Rolle

Der nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland entstandene „Neue Antisemitismus“, der durch Relativierung bzw. Leugnung der Shoah deutsche Schuld abzuwehren sucht, ist auch heute noch im Denken weiter Teile der Bevölkerung vorhanden. Zugleich ist auf der anderen Seite die Anerkennung deutscher Schuld ein zentraler Faktor der Staatsräson der Berliner Republik geworden. Dies wurde spätestens 1999 deutlich, als deutsche Flugzeuge mit der moralischen Legitimation eines „nicht trotz, sondern wegen Ausschwitz“ Belgrad bombardierten. Aus eben selbiger leitet sich eine besondere Verantwortung für Israel ab.
Obwohl Deutschland erst kürzlich seine Wirtschaftsbeziehungen eingeschränkt hat, ist es noch immer zweitgrößte Exporteur in den Iran – unter anderem für dessen kriegswichtige Industrien – und hat jahrzehntelang offen antisemitischen Staaten politische Treue gehalten.

*Warum Israel*
In einer kapitalistisch verfassten Welt, die ihren Antisemitismus stetig reproduziert, ist die staatliche Souveränität der Jüdinnen und Juden die einzig angemessene Möglichkeit, dem mörderischen Antisemitismus dauerhaft Schranken zu setzen. Die Notwendigkeit eines jüdischen Staates wird täglich aufs Neue bestätigt durch einen grassierenden Antisemitismus, der sich nicht zuletzt auch beim so genannten Al-Quds-Tag manifestiert.

Für den 4. September rufen wir zu einer Demonstration in Berlin auf. Anlässlich der Al-Quds-Demonstration wollen wir unsere Solidarität mit Israel ausdrücken, und ein Zeichen gegen jeden Antisemitismus setzen.

Samstag, 04. September // 12:00 // Nollendorfplatz – Demonstration „Solidarität mit Israel – Gegen Islamismus und Antisemitismus“

Samstag, 04. September // 14:00 // Joachimstaler Platz – Kundgebung „Solidarität mit Israel und der iranischen Freiheitsbewegung!“ (www.no-alquds-tag.de)

Solidarität mit Israel – Gegen Islamismus und Antisemitismus

Solidaritaet mit Israel

Mittwoch, 25.08.2010, 19:00 Uhr, Conne Island

Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_Innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen „Al-Quds-Tages“, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt.
In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten. Mit einer Demonstraton am 4. September wollen wir gegen jeden Antisemitismus, auch gegen den islamistischen, Einspruch erheben.

Die Mobilisierungsveranstaltung wird sich inhaltlich mit dem „Al-Quds-Tag“, dem Iran und dessen Antisemitismus als staatstragende Ideologie auseinandersetzen. Als Abschluß soll die Situation in Berlin getrachtet und Gegenaktionen vorgestellt werden.

Weitere Infos auf: http://noalquds.blogsport.de/

LeA (Leipziger Antifa)

Free Gaza from Hamas! Gegen die Auslandseinsätze der Linkspartei

free gaza from hamas

Kundgebung am 17. Juni von 17 bis 21 Uhr auf dem Leipziger Augustusplatz

»Israel ist schuld!« krakeelt es aus allen Ecken. Denn Israel, heißt es, agiere »verbrecherisch«, »ermorde« wahllos »Zivilisten« und betreibe »Staatsterrorismus«. Israel, Israel, immer wieder Israel! Die Verteidigung der israelischen Seeblockade am 31. Mai wird aus dem Kontext gerissen und die üblichen anti-israelischen Ressentiments abgespult.

Denn nicht nur in Deutschland stand a priori fest, wer für die Toten im Mittelmeer verantwortlich war. Dass jedes Jahr tausende Menschen auf der Flucht vor Armut, Verfolgung und Krieg vor den Küsten Europas jämmerlich ertrinken, juckt niemanden. Wenn aber selbsternannte »Friedensaktivisten« auf angeblich »humanitärer Mission« sterben, ist der Aufschrei groß und Israel wird als »Piratenstaat« dämonisiert. In dubio contra reum – Im Zweifel gegen den Angeklagten. Und an vorderster Front die FriedensfreundInnen der Linkspartei.

Israelhass in Leipzig

Auch in Leipzig sollte sich der geballte Israelhass entladen. Am 2. Juni fand in der Leipziger Innenstadt eine Demonstration unter dem Motto »Free-Gaza-Blockade durchbrechen« statt. Neben der Gesellschaft für Völkerverständigung nahmen verschiedene linke Gruppen, wie die SAV und die Studierendenorganisation Linke.SDS, an der Demonstration teil. Auch der sächsische Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Leipziger Stadtverbandes der Linkspartei Volker Külow beteiligte sich an den Protesten.

Während der Demo kam es zu gewalttätigen Übergriffen. Dabei wurden Menschen, die sich am Rand der Demo-Route befanden, von mehreren Demonstrationsteilnehmern tätlich angegriffen und verletzt. Ziel des Angriffs waren Menschen, die sich durch das Zeigen der israelischen Fahne mit Israel solidarisch erklärten. Die Linke samt Volker Külow ließen eine klare Distanzierung von den Gewalttaten vermissen.

Anstatt die israelsolidarische Gruppe vor den Angreifern zu schützen, ging die anwesende Polizei mit körperlicher Gewalt und Pfefferspray gegen diejenigen vor, die zuvor Opfer des Angriffs geworden waren. Von wem die Gewalt ausging, schien die Staatsdiener nicht zu interessieren. Dass vor ihren Augen eine Israelfahne gewaltsam entwendet, zerrissen und zertrampelt wurde, ist nicht zu entschuldigen. Die gewaltsame Eskalation blieb für den Großteil der Angreifer folgenlos. Dies ist ebenso scharf zu verurteilen, wie die Tatsache, dass es die Mehrheit der Demo-TeilnehmerInnen, die sich ja offiziell zu Frieden und Menschenrechten bekennen, offensichtlich nicht zu stören schien, dass antisemitische Schläger in ihren Reihen mitmarschierten.

Die Freiheit, die sie meinen

Dass es den Leipziger FriedensfreundInnen und den TeilnehmerInnen der Gaza-Flotte tatsächlich um Menschlichkeit, Frieden und Freiheit ging, und letztere den notleidenden PalästinenserInnen in Gaza wirklich helfen wollten, ist ein ekelerregender Mythos.

Israel hatte mehrfach und noch bevor der Pseudo-Hilfskonvoi in See stach, angeboten, die Güter nach gründlicher Prüfung auf dem Landweg in den Gazastreifen zu transportieren. Israel hat ein berechtigtes Interesse daran, durch Kontrolle der Schiffsladungen eine militärische Aufrüstung der antisemitischen Hamas – welche nicht müde wird, Israel zu verteufeln und mit Raketen zu beschießen – zu verhindern und ist dazu auch völkerrechtlich verpflichtet. Dies wurde und wird bewusst ignoriert. Statt also Israels Angebot anzunehmen, setzten die FlottenteilnehmerInnen auf Konfrontation und nahmen damit eine gewaltsame Eskalation und die Gefährdung von Menschenleben bewusst in Kauf.

Den »Free-Gaza«-AktivistInnen, unter denen sich auch Bundestagsabgeordnete der Linken befanden, ging es nicht um »humanitäre Hilfe«, sondern darum, durch ihre »politische Aktion« eine militärische Reaktion Israels zu provozieren und damit den Gewalthabern in Gaza propagandistische Schützenhilfe zu leisten.

Auch Freiheit und Menschenrechte sind den Israelhassern herzlich egal. Denn, wie kann man ernsthaft vorgeben, sich für Menschenrechte einzusetzen und gleichzeitig ein repressives, islamistisches Regime unterstützen, das den Gazastreifen besetzt hält, nicht nur israelische Zivilisten, sondern auch seine eigene Bevölkerung terrorisiert und ZivilistInnen als menschliche Schutzschilde missbraucht? Ein freies Gaza kann es unter der Terrorherrschaft der Hamas nicht geben.

Gegen die Auslandseinsätze der Linkspartei!

Auch von friedlichen, unbewaffneten MenschenrechtsaktivistInnen, die Opfer israelischer Aggression wurden, kann keine Rede sein. Sicherlich, nicht alle Passagiere, des von der islamistischen Organisation IHH gecharterten Schiffes »Mavi Marmara«, waren auf Gewalt aus. Es stellte für sie aber offensichtlich kein Problem dar, mit AntisemitInnen, opferbereiten IslamistInnen und IsraelhasserInnen in einem Boot zu sitzen. Besonders die Teilnahme linker Bundestagsabgeordneter und deren fadenscheinige Rechtfertigungsversuche sind in diesem Zusammenhang in aller Deutlichkeit zu verurteilen. Verschiedene Videoaufnahmen zeigen, wie ein mit Messern und Eisenstangen bewaffneter Lynchmob an Bord versuchte, die israelischen Soldaten zu töten. Ex-Abgeordneter Norman Paech aber, der einst die Raketen der Hamas mit »Feuerwerkskörpern« verglich, rationalisiert diesen Gewaltexzess als legitime Verteidigung. Die Abgeordneten Inge Höger und Annette Groth hatten kein Problem damit, sich der Geschlechtertrennung an Bord entsprechend auf einem gesonderten »Frauendeck« einsperren zu lassen. Und letztere schwärmt auch noch im Nachhinein von der »unglaublich guten Atmosphäre« an Bord, die auch die antisemitischen Gesänge (»Oh ihr Juden, (…) die Armee des Propheten Mohammed wird zurückkommen (…) Intifada bis zum Sieg«) beim Auslaufen des türkischen Friedensdampfers nicht trüben konnten. Und auch die Bemerkungen der Parteivorsitzenden der Linkspartei Gesine Lötzsch, dass sie und ihre Fraktion »stolz&öaquo; sind auf den »mutigen« Auslandseinsatz ihrer ParteikollegInnen sind, verdeutlichen einmal mehr, dass sich Menschenrechtsrhetorik und Israelfeindschaft prima vertragen.

Es ist absurd, dass aufklärungsresistente Israelhasser und Verharmloser des djihadistischen Antisemitismus nun eine unabhängige Aufklärung der Vorfälle fordern, obwohl ihr vernichtendes anti-israelisches Urteil unverrückbar feststeht.

Free Gaza from Hamas! – Solidarität mit Israel!

Dass Israelhass, antizionistische und antisemitische Positionen in einem Leipziger Bündnis toleriert werden, dass sich den Kampf für Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat; dass die Leipziger Polizei gewaltsame Übergriffe gegen friedliche israelsolidarische DemokritikerInnen nicht unterbindet und die Fahne des israelischen Staates für »Gutmenschen« eine Provokation darstellt, welche offenbar gewaltsames Vorgehen rechtfertigt, ist nicht hinnehmbar. Das Verhalten Volker Külows, dass eine klare Verurteilung der antisemitischen Vorfälle vermissen lässt, ist dabei, wie das Verhalten der Linkspartei auf Bundesebene, unter aller Kritik.

Wer für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse in Gaza und eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts eintreten will, sollte sich für die Befreiung des Gazastreifens von der Herrschaft der Hamas einsetzen. Denn solange Islamisten die Bevölkerung Gazas und Israels terrorisieren, wird es keinen Frieden in der Region geben. Die Forderung muss also »Free Gaza from Hamas!« lauten.

Wir rufen alle, die dem friedensbewegten Antizionismus und antisemitischer Gewalt entgegentreten wollen, dazu auf, sich mit Israel zu solidarisieren und sich an der Kundgebung am Donnerstag, den 17. Juni um 17 Uhr auf dem Leipziger Augustusplatz zu beteiligen.

(via bündnis gegen antisemitismus)