Tag-Archiv für 'shoah'

tsahal.

Mo | 14.07. | 20 Uhr | linXXnet, Bornaische Straße 3d | Leipzig

Tsahal (Claude Lanzmann)

Filmabend und Diskussionsveranstaltung

Nach “Warum Israel” und “Shoah” drehte Claude Lanzmann 1994 den Film “Tsahal” und entfaltet darin einen komplexen Blick auf die israelische Armee (Tsava Haganah LeIsrael = Armee zur Verteidigung Israels). Lanzmann versucht den Zugang zur Geschichte und Gegenwart über die Worte der Protagonisten zu vermitteln. Er befragt israelische Militärs, Politiker, Siedler, Palästinenser und Intellektuelle aus der israelischen Friedensbewegung und zeichnet dadurch ein facettenreiches Bild der damaligen Situation. Gerade mit dem Verweis auf die Geschichte der Juden welche von Verfolgung und Vernichtung geprägt ist, beantwortet Lanzmann die Frage nach der Notwendigkeit einer bewaffneten Verteidigungsmöglichkeit Israels in einer Welt des Antisemitismus.

Eine Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten antifaschistischen Kampagne „Schall & Wahn. Den Kampftag der antisemitischen Internationale verunmöglichen.

[Initiative Emanzipation und Antifaschismus]

zeitzeuginnengespräch mit henriette kretz.

Do | 26. Juni 2014 | 18:00 Uhr | Interkulturelles Konversationscafé | Emilienstr. 17 | Leipzig

Zeitzeuginnengespräch mit Henriette Kretz

Henriette Kretz wurde am 26. Oktober 1934 in einer jüdischen Familie in der damals polnischen Stadt Stanisawów (heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) geboren.
Nach dem Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die Familie vor den heranrückenden Deutschen. 1941 wurden sie eingeholt, erlebten Verfolgung und Internierung im Ghetto. Henriettes Eltern wurden schließlich vor ihren Augen erschossen. Sie selbst konnte sich verstecken und überlebte die Zeit des NS-Terrors.

Nach dem Krieg kam sie auf Umwegen nach Antwerpen, studierte Kunstgeschichte und wurde Lehrerin für Französisch in Israel. 1969 kehrt sie nach Antwerpen zurück.
Henriette Kretz ist verheiratet, hat zwei Söhne und drei Enkel. Sie interessiert sich für Politik, Literatur, Pädagogik, Malerei und Musik. Sie ist Mitglied des polnischen Vereins „Kinder des Holocaust“, dem Juden angehören, die als Kinder den NS-Terror meist in Verstecken überlebt haben.

Um ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben, hat sie ihre Geschichte in einem Buch festgehalten.

Kretz, Henriette: Willst du meine Mutter sein? Eine Kindheit im Schatten der Schoah. 2013

schnee von gestern. farewell, herr schwarz.

null

Mo | 26. Mai 2014 | 20:00 Uhr | Cinémathèque in der naTo | Karl-Liebknecht-Straße 46 | Leipzig

Schnee von gestern – Farewell, Herr Schwarz (Deutschland/Israel 2014, OmU, Dok, 96 min, Regie: Yael Reuveny)

Michla und Feiv‘ke Schwarz, Bruder und Schwester, hätten sich 1945 in Lodz treffen können. Aber das haben sie nicht. Sie immigrierte nach Israel und gründete dort ihre Familie, während er nach Deutschland an den Ort zurückkehrte, wo er einst im KZ war. Er änderte seinen Namen zu Peter, heiratete eine deutsche Frau und gründete eine deutsche Familie. Den Kindern und Enkelkindern in Israel und Deutschland lässt das verpatzte Treffen auch Jahre später nicht in Ruhe. Sie machen sich unabhängig voneinander auf die Suche nach dem anderen und der Verdacht wächst, dass Michla und Feivke sich zwar für das Leben, aber trotzdem jeden Tag aufs Neue dafür entschieden, sich nicht zu treffen. Der Film zeigt, wie eine Entscheidung im Jahre 1945 das Leben von Generationen beeinflussen kann, im Hier und Jetzt: Deren Kinder, die mit dem Schweigen der Eltern kämpfen und ihren Fragen, die sie nie gestellt haben. Deren Enkelkinder, die getrieben von den Familiengesheimnissen auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind.

Der Dokumentarfilm von Yael Reuveny wurde vom HAIFA International Film Festival als bester Dokumentarfilm 2013 ausgezeichnet.

„die banalität des bösen“. das ende einer legende.

Mittwoch | 30. April 2014 | 17:00 Uhr | Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig | Goldschmidtstr. 28 | Leipzig

Gastvortrag am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V. an der Universität Leipzig

„Die Banalität des Bösen“ – Das Ende einer Legende

Richard Wolin (New York)

Richard Wolin ist Distinguished Professor of History and Political Science am Graduate Center der City University of New York (CUNY). In seinen Schriften beschäftigt er sich mit der modernen europäischen Geistesgeschichte. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem „The Wind from the East: French Intellectuals, the Cultural Revolution, and the Legacy of the 1960s”(2010); „The Seduction of Unreason: The Intellectual Romance with Fascism from Nietzsche to Postmodernism” (2004) und „Heidegger’s Children: Philosophy, Anti-Semitism, and German-Jewish Identity” (2001).

schauplatz der erinnerung. zur theatralen darstellung von lager und ghetto.

Do | 10. April | 17:00 | Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur | Goldschmidtstraße 28 | Leipzig

„Schauplatz der Erinnerung: Zur theatralen Darstellung von Lager und Ghetto“

Vortrag von Michael Bachmann (Mainz)

Im Rahmen des Forschungskolloquiums im Sommersemester 2014 „Geschichte choreographieren. Zur Theatralisierung der Gedächtnisse nach 1945″ (Prof. Dr. Dan Diner, PD Dr. Jörg Deventer, Stefan Hofmann) spricht Michael Bachmann (Mainz) zum Thema „Schauplatz der Erinnerung: Zur theatralen Darstellung von Lager und Ghetto“

Das Forschungskolloquium im Sommersemester 2014 widmet sich der dokumentarischen und fiktionalen Darstellung von Geschichte nach dem Holocaust. Forschungen zur Film- und Theatergeschichte haben sich in den letzten Jahren vermehrt der Abbildung historischer und politischer Ereignisse in Theater und Film angenommen. Gleichermaßen haben die Geschichtswissenschaften begonnen, die historische Betrachtung von Kunst sowie ästhetische Perspektiven auf historische Prozesse in ihre Untersuchungen zur Erforschung der Nachkriegsgeschichte mit einzubeziehen. Auch im Bereich der jüdischen Geschichte und Kultur hat die Beschäftigung mit darstellenden Kunstformen wichtige neue Erkenntnisse hervorgebracht. Anknüpfend an diese Entwicklungen sollen im Forschungskolloquium Ansätze der Gedächtnisgeschichte mit Themen der Theater- und Mediengeschichte verbunden werden. Die Vorträge widmen sich Darstellungsweisen von Geschichte in Film und Theater ebenso, wie der Wirkung von darstellenden Künsten auf gesellschaftliche Diskussionen um Geschichte. Darüber hinaus wird nach der Symbolik von Erinnerung und den mit ihr verbundenen Figuren gefragt. Damit sollen neue Perspektiven auf die Rolle von Theater und Film in Bezug auf die Wahrnehmungsgeschichte des Holocaust eröffnet werden.

Weitere Termine:

Donnerstag, 8. Mai 2014

Sabine Schülting (Berlin)
Shylock-Figurationen: Zur Problematik von Shakespeares Kaufmann von Venedig nach 1945

Donnerstag, 15. Mai 2014

Ulrike Weckel (Gießen)
Theater des Schreckens: Alliierte Filme über befreite Lager und ihre Wiederkehr im Spielfilm

Donnerstag, 19. Juni 2014

Joshua Sobol (Tel Aviv)
Staging Memory: On Theatre and Historical Remembrance

Donnerstag, 26. Juni 2014

Günther Heeg (Leipzig)
Reenacting History: Das Theater der Wiederholung

shoah.

null

sonntag | 2. februar | 15:00 | reil78 | halle

Dokumentation

„Es gibt in dem Film keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so würde ich ihn nicht nur nicht gezeigt haben, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.“ Claude Lanzmann

„Der Film dokumentiert Geschichte und – kaum weniger intensiv und schmerzhaft – das Sprechen über Geschichte. Ihre Verlängerung in die Gegenwart und das, was sie aus den Menschen gemacht hat. Die Überlebenden, die der Regisseur in Israel, in Polen, in den USA, in Deutschland aufgesucht hat, sind gleichermaßen Zeugen unfaßlicher Verbrechen wie der nicht minder unfaßlichen Tatsache, daß nach diesen Verbrechen das Leben weitergegangen ist. Alle „Verarbeitung“ stockt bei diesem unüberbrückbaren Widerspruch, der jeder Mitteilung eine abgründige Dimension hinzufügt – als liege unter den gesprochenen Worten eine geisterhafte Schicht, die das Unaussprechbare und wirklich Gemeinte für immer verschließt. Nicht nur das Zögern mitten im Satz, das Stammeln, das Schweigen, die im Schluchzen erstickende Stimme und der seelische Zusammenbruch vor der Kamera sind Abwehraktionen gegen Erfahrungen, die den Überlebenden überfordern- vielmehr bekunden gerade die Gesten der Rhetorik und selbst das für uns „unverständliche“ Lächeln jenes Mannes, der mit größter Präzision das Scheitern der Lagerrevolte in Auschwitz analysiert, ein Verstummen vor der Geschichte: einen Widerstand, der viele Masken anlegt, um zu verbergen, daß ein Weiterleben nur um den Preis der Abtötung von Erlittenem möglich wurde.

Sprechen über Geschichte: Die Mahnmale und Gedenksteine, die Grundmauern und Verbrennungsstätten, das Meer von Findlingen in Treblinka, die überwachsene Selektionsrampe am Bahnhof von Sobibor – all dies ist nicht Geschichte selbst. Es sind allenfalls ihre Spuren. Und es ist eine zweite „ecriture“, die der Mensch nach dem Inferno über die Landschaft gezogen hat: eine ästhetische Zeichenwelt, die – gleich, ob sie das Vorgefundene im Rohzustand belassen oder ihm Signaturen und Symbole hinzugefügt hat – über Geschichte redet, Erinnerung oder Verdrängung, Beschwören oder Schweigen „darstellt“. Über den Todeszonen breitet sich eine zweite Landschaft aus: unser Verhältnis zur Geschichte. Keine ästhetische Bearbeitung dieser Geographie holt ihre historische Realität ein – umgekehrt tritt uns gerade aus der Alltäglichkeit des Bahngeländes im heutigen Treblinka, aus einer eintönigen Winterlandschaft jenseits der Lagertore, aus der abendlichen Stille an den Ufern der Weichsel bei Chelmno, aus den Bildern einer Kleinstadtidylle, die Auschwitz heißt, ein Erschrecken entgegen: als könne keine Gegenwart sein, solange es eine Erinnerung an diese Vergangenheit gibt. Die Kamera zeigt, halb verdeckt vom Grün der Bäume am Bahndamm, ein Stationsschild: Treblinka. Wir blicken es ungläubig an: Es ist wirklich nur ein Stationsschild.“

1. Teil, 26. Januar 2014, ca. 260 min.
2. Teil, 2. Februar 2014, ca. 280 min.

hunderte solcher helden. der aufstand jüdischer gefangener im ns-vernichtungslager sobibór.

Freitag | 31. Januar 2014 | 19:00 h | Meuterei | Zollschuppenstr. 1 | Leipzig

Hunderte solcher Helden – Der Aufstand jüdischer Gefangener im NS-Vernichtungslager Sobibór

Buchvorstellung und Diskussion

In Sobibór wurden zwischen 1942 und 1943 etwa 170.000 Menschen ermordet, in der überwältigenden Mehrheit europäische Juden, vorallem aus Polen, Holland, Belarus, Russland, der Ukraine und der Slowakei. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Menschen wurden nach ihrer Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550-600 Juden wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert. Die Berliner Historikerin Franziska Bruder geht in ihrem Buch der Frage nach, wer die Akteure des Aufstandes waren und dokumentiert Überlebensberichte von Beteiligten. An diesem Abend wird aus den Berichten zentraler Akteure des Aufstands gelesen und Interviewsequenzen von Claude Lanzmann mit Jehuda Lerner, vom dem ebenfalls ein Bericht im Buch ist, gezeigt. Dabei spielt neben dem Organisieren des Aufstands ihre Geschichte vor und auch nach dem Krieg eine Rolle, beispielsweise ihre Aussagen in Kriegsverbrecherprozessen in der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland.

shoah.

null

Sonntag | 26. Januar 2014 | 15:00 | Reil78 | Halle

Dokumentation

„Es gibt in dem Film keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so würde ich ihn nicht nur nicht gezeigt haben, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.“ Claude Lanzmann

„Der Film dokumentiert Geschichte und – kaum weniger intensiv und schmerzhaft – das Sprechen über Geschichte. Ihre Verlängerung in die Gegenwart und das, was sie aus den Menschen gemacht hat. Die Überlebenden, die der Regisseur in Israel, in Polen, in den USA, in Deutschland aufgesucht hat, sind gleichermaßen Zeugen unfaßlicher Verbrechen wie der nicht minder unfaßlichen Tatsache, daß nach diesen Verbrechen das Leben weitergegangen ist. Alle „Verarbeitung“ stockt bei diesem unüberbrückbaren Widerspruch, der jeder Mitteilung eine abgründige Dimension hinzufügt – als liege unter den gesprochenen Worten eine geisterhafte Schicht, die das Unaussprechbare und wirklich Gemeinte für immer verschließt. Nicht nur das Zögern mitten im Satz, das Stammeln, das Schweigen, die im Schluchzen erstickende Stimme und der seelische Zusammenbruch vor der Kamera sind Abwehraktionen gegen Erfahrungen, die den Überlebenden überfordern- vielmehr bekunden gerade die Gesten der Rhetorik und selbst das für uns „unverständliche“ Lächeln jenes Mannes, der mit größter Präzision das Scheitern der Lagerrevolte in Auschwitz analysiert, ein Verstummen vor der Geschichte: einen Widerstand, der viele Masken anlegt, um zu verbergen, daß ein Weiterleben nur um den Preis der Abtötung von Erlittenem möglich wurde.

Sprechen über Geschichte: Die Mahnmale und Gedenksteine, die Grundmauern und Verbrennungsstätten, das Meer von Findlingen in Treblinka, die überwachsene Selektionsrampe am Bahnhof von Sobibor – all dies ist nicht Geschichte selbst. Es sind allenfalls ihre Spuren. Und es ist eine zweite „ecriture“, die der Mensch nach dem Inferno über die Landschaft gezogen hat: eine ästhetische Zeichenwelt, die – gleich, ob sie das Vorgefundene im Rohzustand belassen oder ihm Signaturen und Symbole hinzugefügt hat – über Geschichte redet, Erinnerung oder Verdrängung, Beschwören oder Schweigen „darstellt“. Über den Todeszonen breitet sich eine zweite Landschaft aus: unser Verhältnis zur Geschichte. Keine ästhetische Bearbeitung dieser Geographie holt ihre historische Realität ein – umgekehrt tritt uns gerade aus der Alltäglichkeit des Bahngeländes im heutigen Treblinka, aus einer eintönigen Winterlandschaft jenseits der Lagertore, aus der abendlichen Stille an den Ufern der Weichsel bei Chelmno, aus den Bildern einer Kleinstadtidylle, die Auschwitz heißt, ein Erschrecken entgegen: als könne keine Gegenwart sein, solange es eine Erinnerung an diese Vergangenheit gibt. Die Kamera zeigt, halb verdeckt vom Grün der Bäume am Bahndamm, ein Stationsschild: Treblinka. Wir blicken es ungläubig an: Es ist wirklich nur ein Stationsschild.“

1. Teil, 26. Januar 2014, ca. 260 min.
2. Teil, 2. Februar 2014, ca. 280 min.

cectra – schwester. ein dokumentarfilm über eva vater, soldatin der roten armee, ärztin und schriftstellerin.

null

Dienstag | 21. Januar | 20:00 Uhr | Cineding Leipzig | Karl-Heine-Str. 83 | Leipzig

CECTPA – SCHWESTER. Ein Dokumentarfilm über Eva Vater, Soldatin der Roten Armee, Ärztin und Schriftstellerin

anschließend Gespräch mit den Filmemacher_innen

Der Dokumentarfilm CECTPA – russisch für Schwester – ist das Porträt einer junggebliebenen, lebenslangen Kämpferin. Eva Vater ist eine von mehr als 5.000 lettischen Juden und Jüdinnen, die von 1941 bis 1945 in den Reihen der sowjetischen Roten Armee gegen die deutsche Wehrmacht kämpfen. Sie wird danach zu einer der wenigen Chronistinnen der Erfahrungen sehr junger Frauen in diesem Krieg. Überzeugt tritt sie als Veteranin in den 1950er und 1960er Jahren öffentlich auf, kämpft für die Erinnerung an ihren ebenfalls im Kampf gegen die Deutschen gefallenen Bruder und an andere jüdische KommunistInnen. Gleichzeitig erfährt sie den Antisemitismus der lettischen Bevölkerung auch nach 1945 und bekommt die Angstherrschaft stalinistischer Funktionäre, die sich in Windeseile gegen ideologische GegnerInnen richten kann, selbst zu spüren. Als pensionierte Ärztin widmet sie sich mit Leidenschaft dem Schreiben. Im Jahr 1997 beschließt sie, ihrem Sohn Juri zu folgen, der Anfang der 1990er Jahre nach Israel ausgewandert ist. Im Tel Aviv des Jahres 2011 spricht Eva Vater vom Krieg und vom Tod, von der Liebe und vom Überleben nach und mit der Shoah. In Bildern, die den Weg des klassischen Interviewfilms immer wieder verlassen, entsteht im Spiegel der lauten und schnellen Großstadt Tel Aviv eine nie gänzlich verklingende Vergangenheit, in der liebevolle und zärtliche Momente, Ruhe, Nachdenklichkeit und viel Freundschaft zu finden sind.

Mit englischen Untertiteln.
CECTPA © 2012 Markus Bauer, Claudia Krieg, Frank Olias

http://www.evavaterfilm.com/

Präsentiert von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit, dem Cineding und der Buchhandlung drift.

klasse und empire. labour und die absenz des holocaust.

Donnerstag | 9. Januar | 17:15 Uhr | Simon-Dubnow-Institut | Goldschmidtstr. 28 | Leipzig

Holger Nehring (Stirling)Klasse und Empire. Labour und die Absenz des Holocaust.