Tag-Archiv für 'queer'

wer sind ‚wir‘ kritiker_innen des subjekts – und was können ‚wir‘ wollen?

Donnerstag | 30. Januar 2014 | 19 Uhr | Audimax | Hörsaal XXII | Universität Halle

Wer sind ‚wir‘ Kritiker_innen des Subjekts – und was können ‚wir‘ wollen?

Hanna Meißner (ZIFG, Berlin)

Das autonome, vernunftbegabte, selbst-identische Subjekt, das als Garant von Erkenntnis fungiert und selbstbestimmt über sein Handeln verfügt, befindet sich in einer anhaltenden Krise. Nicht zuletzt von feministischer (und) poststrukturalistischer Seite wurde dieser emphatische Subjektbegriff in Frage gestellt und als euro- und ethnozentrisches Phantasma kritisiert.
Was bedeutet aber eine solche Subjektkritik? Zielt sie darauf, dass es ein autonomes Subjekt nie gegeben hat? War es ein Irrtum oder eine ideologische Verblendung? Oder geht es darum, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse derart verändert haben, dass es nun (in der ‚Postmoderne’) kein autonomes Subjekt mehr gibt?
Und welche Konsequenzen hat die fundamentale Infragestellung des autonomen Subjekts für (queere) Politik?
Wie lassen sich Kritik- und Handlungsfähigkeit, wie lässt sich Verantwortung denken, ohne dass ein vorgängiges, intentionales Subjekt vorausgesetzt wird? Wer kritisiert dieses Subjekt eigentlich überhaupt – und von welcher Position aus?
Um diese Fragenkomplexe anzugehen, erscheint es sinnvoll, Judith Butlers Hinweis aufzunehmen, dass etwas (fundamental) in Frage zu stellen nicht heißen muss es als Irrtum oder als unwirklich zu verwerfen: Das (autonome) Subjekt ist zugleich phantasmatische Gestalt und wirkmächtige Realität.
Anhand der Arbeiten von Butler, Foucault und Marx werden zunächst die Bedingungen einer historischen Konstellation skizziert und in der Autonomie (als Verleugnung fundamentaler Abhängigkeiten) eine Bedingung subjektiver Handlungsfähigkeit dargestellt. Anschließend soll darauf eingegangen werden, inwiefern eine Kritik, die an der Gewaltsamkeit dieser Verleugnung ansetzt, eine immanente Kritik ist; eine Kritik, die konstitutiv in die Bedingungen verhaftet ist, gegen die sie sich richtet.
Gayatri Spivak und Donna Haraway aufgreifend ließe sich sagen, dass die Figur des Subjekts etwas ist, was ‚wir’ nicht begehren können – und dennoch kritisieren müssen.

Hanna Meißner ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiter_in am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der TU Berlin. Sie hat an der FU Berlin Soziologie, Politikwissenschaften, Psychologie und Niederlandistik studiert und wurde an der HU Berlin promoviert.

Meißner, Hanna (2012): Jenseits des autonomen Subjekts. Zur gesellschaftlichen Konstitution von Handlungsfähigkeit im Anschluss an Butler, Foucault und Marx. Bielefeld: transcript

Meißner, Hanna (2012): Butler: Grundwissen Philosophie. Stuttgart: Reclam

Bath, Corinna/Meißner, Hanna/Trinkaus, Stephan und Völker, Susanne (2013): Geschlechter Interferenzen: Wissensformen – Subjektivierungsweisen – Materialisierungen. Münster: LIT

[queer einsteigen]

alltäglicher sexismus, street harassment und die hollaback!-bewegung.

Donnerstag | 9. Januar | 19:00 | Audimax | Hörsaal XXII | Uniplatz Halle

Alltäglicher Sexismus, Street Harassment und die HollaBack!-Bewegung

Julia Brilling (HollaBack!, Berlin)

Der Begriff Street Harassment umfasst sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum, das heißt auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Uni, im Café, in der Disko, in der Bibliothek – schlicht überall. Dazu zählen aufdringliche Blicke, ungewollte sexualisierte und/oder beleidigende Kommentare, Hinterherpfeifen, Hupen bis hin zum Bedrängen oder Grapschen.
Der Vortrag untersucht das Phänomen alltäglicher Belästigungen in öffentlichen Räumen anhand einiger Beispiele aus den Medien und verknüpft Formen alltäglicher Belästigungen mit Fragen von Körpernormen, Geschlechter-Stereotypen sowie Machtfragen und stellt die weltweite HollaBack!-Bewegung vor. Wir stellen auch einige Protagonist_innen der Bewegungen vor, die Strategien entwickelt haben, um sich gegen Street Harassment zur Wehr zur setzen.

Julia Brilling hat 2011 gemeinsam mit Claudia Johann die erste deutsche HollaBack!-Seite gegründet. Sie hat einen Abschluss in Gender Studies von der Humboldt Universität Berlin und arbeitet bei einer politischen Stiftung als Referentin. Sie forscht und arbeitet zu veschiedenen Ismen, insbesondere Rassismus, Sexismus, Weißsein, Interdependenzen, Diversität und Post- kolonialismus.
HollaBack! Berlin ist Teil der weltweiten HollaBack!-Familie, einer feministischen Bewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alltägliche Belästigungen, sexuelle und sexualisierte Gewalt und Street Harassment zu bekämpfen. Hollaback! bietet eine Austausch- und Informationsplattform, auf der Erfahrungen mit und gegen alltäglichen Sexismus in all seinen Ausprägungen bekannt gemacht werden können. Im Fokus stehen dabei Empowerment, Vernetzung und die Möglichkeit, der eigenen Stimme im Kampf gegen Sexismus Gehör zu verschaffen. Mehr Informationen unter berlin.ihollaback.org.

lumière bleue.

null

Samstag | 4. Januar 2014 | Alte Damenhandschuhfabrik | Klingenstraße 20 | Leipzig

Lumière Bleue

▪▪▪▪ Perfect Accident ▪▪▪▪

Queers & Freaks, Ab-artschinder*innen, Weltenkinder, Uferlose und Transgender – allesamt seid willkommen zu einem weiteren Knockout der alternativen Art bei der Lumière Bleue am 4. Januar 2014 in der alten Damenhandschuhfabrik!

Normal oder nicht, perfekt oder fehlerhaft, gesellschaftskonform oder anders-geraten – Gruppierungen, wie Compact, zeigen uns, dass es nach wie vor Menschen gibt, die glauben solche Unterteilungen machen zu dürfen. Wir zeigen, dass nichts ungewollt geschehen und somit nicht-perfekt sein kann. In der Vielfalt und Variation steckt das Leben. Im progressiven Gedankengut steckt die Zukunft. Im Glauben an das alles steckt die Kraft.

Als perfektes Vorzeige-Trio zeigen Black Cracker (NYC/Berlin), Mrs Pepstein (Radio Blau / Leipzig) und Cast (XL/ Leipzig), wie aufregend Vielfalt sein kann und packen das volle Programm von Hip Hop bis hin zu Electro geballt auf den Dancefloor. Als kleinen Vorgeschmack gibt es von Mrs Pepstein ein Repertoire ihres Musikkatalogs auf Radio Blau zu hören.

Auf dem Underground-Floor finden sich drei Meisterinnen der tiefen und harten Rythmen zusammen. Erstmalig zu Gast ist Lower Order Ethics – die DJane aus Budapest verbrachte einige Zeit damit, Berliner Venen mit düsteren Industrial und hypnotischem Techno zu durchströmen – und Solaris vom Institut für Zukunft – der Name spricht für sich. Mit Lumière Bleue – Resident Margo fügen sie sich perfekt zu einem dröhnen-knallenden, pulsierend-starken Kern.

Das Ebenbild der Perfektion wollen wir euch nicht vorenthalten und so zeigt sich Anklepants aka Reecard Farché aus den Tiefen der australischen Übergründe mit seinem „Mechanical faced sound“ als das perfekte Musterobjekt.
„His eyes nose face and mouth are perfect. Anklepants is a live electronic music machine, voice and input from many custom controllers and sensors tailored within his suit.“

Zeigt auch ihr euch so perfekt, wie ihr seid! Bringt auch ihr eure perfekteste Seite zum Vorschein!
Die Mühe wird belohnt von unserer HostESs Shiv-ah Schizophrena mit dem Perfect Cocktail des Abends – „Green Witch“!

▪▪▪▪ LIVE ▪▪▪▪
ANKLEPANTS

▪▪▪▪ UPSTAIRS ▪▪▪▪
BLACK CRACKER – NYC/Berlin
MRS. PEPSTEIN – RADIO BLAU ▪ PROPELLAS /Leipzig
CAST – XL /Leipzig

▪▪▪▪ DOWNSTAIRS ▪▪▪▪
LOWER ORDER ETHICS – CONTORT /Berlin
SOLARIS – INSTITUT FUER ZUKUNFT /Leipzig
MARGO – LUMIÈRE BLEUE /Leipzig

::: http://anklepants.bandcamp.com/
::: http://reecardfarche.tumblr.com/
::: https://soundcloud.com/blackcracker
::: http://blackcracker.tumblr.com/music
::: http://www.mrspepstein.blogspot.com/
::: http://soundcloud.com/mrs-7
::: http://www.mixcloud.com/lowerorderethics/
::: http://lowerorderethics.tumblr.com/
::: https://soundcloud.com/solaris-7

q.

null

30.9. bis 13.10. | täglich ab 14 Uhr | Unterberg 13 | Halle

Q. [kju_point]

Programm:

mo 30.09. 19 Uhr
Eröffnung des Q. und der Ausstellung Q.[art]- what the ar t?!

di 1.10. 15-19 Uhr
queer::sprach::widerstand – eine experimentierwerkstätte
Workshop zu gendergerechter Sprache mit Persson Perry Baumgartinger (Berlin)

mi 2.10. 20 Uhr
Drag-Workshop – Schminken, Performen, Ausprobieren
Ein Abend mit Patsy l’Amour laLove und Luxuria Rosenburg (Berlin)

do 3.10. 18 Uhr
Queer_Feminismus – Label & Lebensrealität
Buchvorstellung mit Nadine Lantzsch und Leah Bretz (Berlin)

fr 4.10. 20 Uhr
“Wüten in Zeiten des Zuckergusses”
Ein Kabarettabend mit Politik und Poesie von Sunna Huygen (Küsten)

sa 5.10. ab 14 Uhr
D.I.Y.bastelRunde … let’s queer up the town!
gemütlich gemeinsam kreativ sein

sa 5.10. 20 Uhr
Begegnungen auf der Trans*fläche
Lesung und Diskussion mit kollektiv sternchen und steine

so 6.10. 11-19 Uhr
Antisexistischer Schreibworkshop
mit Berenike Klapper (Frankfurt) und Lisa Bendiek (Halle)

mo 7.10. ab 19 Uhr
Q. goes Queer-Bar im VL
Kneipenbetrieb ab 19 Uhr, offen für alle Geschlechter

Queer-Bar-Special:
Noize, booze and revolution: Geschlechterverhältnisse in der DIY-Punkszene
Vortrag und Diskussion mit Hans (Halle)

di 8.10. 20 Uhr
Shonar Meye – Vortrag und Gesprächsrunde über die Frauenrechte in Indien
mit Sima Ganguly (Kalkutta)

mi 9.10. 20 Uhr
Filmnacht
randgeschichten. ein Kurzfilm von Katja Sommer & Nadine Voigt (2011)
Between the Lines. Indiens drittes Geschlecht. Dokumentation von Thomas Wartmann (2005, Indien, Deutschland)

do 10.10. 20 Uhr
Queerfeministisches Landleben: Die Quecke stellt sich vor.
mit Jascha und Janiene (Land Brandenburg)

fr 11.10. 15-18 Uhr und
sa 12.10. 15-18 Uhr
Workshop “Holla Back” – Street Harassment
mit Cynthia und Ro (Aktionstheatergruppe Halle)

fr 11.10. 20 Uhr
Open Mic Nacht zum Thema Alltagssexismus

sa 12.10. 19.30 Uhr
Knöpfe aus Perlmutt. Frauen auf der Walz.
Dokumentation von Anke Schwarz (D, 2011, 72 Min.)
zu Gast ist eine der Protagonistinnen, Gesine Leyk, Schmiedemeisterin aus Berlin

sa 12.10. 21.30 Uhr
Spoken-Word-Performance
Deer Eyes and Friends (Berlin)

so 13.10. 11-18 Uhr
Zine-Workshop
mit Maria (Leipzig)

[http://kjupoint.wordpress.com]

sex ist nur ein konstrukt. eine kritik an der „überwindung“ von geschlecht, subjekt und geschichte im poststrukturalismus und gender studies.

Fr | 19. Juli | 19:00 Uhr | linXXnet | Bornaische Str. 3d | Leipzig

Sex ist nur ein Konstrukt. Eine Kritik an der „Überwindung“ von Geschlecht, Subjekt und Geschichte im Poststrukturalismus und Gender Studies

Martin Dornis

Dass Geschlecht und Sexualität „Konstrukte“ seien, die es aufzulösen gelte, ist in weiten Teilen der radikalen Linken heute ein Gemeinplatz. Zusammen mit der Sexualität gelten derartigem „Antisexismus“ Geschichte, Subjekt und Metaphysik als zu überwindende Gewaltherrschaften über die „Vielfalt der Lüste und Körper“. Der Vortrag will den Grundlagen derartigen Denkens nachspüren und dabei auch ihren (negativen) Wahrheitsgehalt aufzeigen. Dazu stellt er sich die Frage, welche gesellschaftlichen Verhältnisse dafür sorgen, dass die Rede von der Dekonstruktion des Subjekts und des Geschlechts heute den Nerv nicht nur vieler Linker, sondern den vieler Subjekte unter spätkapitalistischen und postnazistischen Zuständen trifft. Welches Subjekt soll da dekonstruiert werden und wer oder was soll an seine Stelle treten? Es wird dabei um nicht weniger als um die Bedeutung des Geschlechts in der kapitalistischen Vergesellschaftungsform gehen.

lumiere bleue.

null

Samstag | 6. Juli | 22:00 | Alte Damenhandschuhfabrik | Klingenstraße 20 | Leipzig

LUMIÈRE BLEUE

[ ATOMIC SHOWER ]

Queers & Freaks, Ab-artschinder*innen, Weltenkinder, Uferlose und Transgender – allesamt seid willkommen zu einem weiteren Knockout der alternativen Art bei der Lumière bleue am 6. Juli 2013 in der alten Damenhandschuhfabrik!

Atome sind die kleinsten Bausteine der Materie und damit unseres Körpers. Zwei, oder mehrere, zusammen bilden elektrisch neutrale Teilchen, die Moleküle. Ein Molekül ist kein starres Gebilde. Unter Energiezufuhr werden sie in unterschiedlichste Molekülschwingungen versetzt. So bauen wir uns auf, schwingen uns heiß und heißer, und verbinden uns zu den skurrilsten Gebilden dieser Welt.

Für die Sommer-Edition, und gleichzeitig als kleines WarmUp der diesjährigen CSD-Woche, beehren uns besondere Gäste aus Berlin und fernab der Grenze. Mit dabei auf dem Mainfloor: HALF GIRL/HALF SICK, Mitglied des Berliner Duos Sick Girls. Gegründet im Jahre 2004 setzten sie sich zum Ziel, das Berliner Partyleben mit ihrer Mischung aus Hip Hop und Bass auf ein besseres Level zu lenken. Auch erstmalig zu Gast REVEREND ESSER, Veranstalterin der Queer-Party „THE LICK“ in Utrecht, sowie STFN KRTCHV, dessen Extravaganz und Leidenschaft zu Mode und Musik auf eine gute Mischung aus Glam und Rhythmus warten lässt.

Liebhaber der dunklen, herben Klänge kommen auch dieses Mal im Downfloor auf ihre Kosten. Zur Unterstützung vom Resident MARGO, begleiten sie CAST, von Institut für Zukunft / Leipzig, und der Spezialist für besonders schräge Rhythmen, BLACKBLACKGOLD von PURGE/Berlin.

Auf der Bühne heißen wir willkommen KNOTHOLE – als Solo-Projekt des Frontsängers der Band SCHWEFELGELB. Mit einer Mischung aus ElectroPunk und Rave, gepaart mit spacigen Arrangement, bringt er ohne Zweifel Bewegung in die Beine.

Seid wieder ein Teil davon! Schmeißt euch zum Motto in die Kluft und werdet von unserer HostESs Shiv-ah Schizophrena mit einem Cocktail-Gutschein belohnt!

~~~~~~~~~~~~~~~~[ LINE UP ]~~~~~~~~~~~~~~~~~

[ LIVE ] – KNOTHOLE – [ BERLIN ]

[ UPSTAIRS ]
HALF GIRL/HALF SICK – [ SICK GIRLS/BERLIN ]
REVEREND ESSER – [ THE LICK/UTRECHT ]
STFN KRTCHV – [ GRADIENTCOLLECTIVE/SOFIA/ANTWERP]

[ DOWNSTAIRS ]
BLACKBLACKGOLD – [ PURGE/BERLIN ]
CAST – [ INSTITUT FÜR ZUKUNFT/LEIPZIG ]
MARGO – [ LUMIÈRE BLEUE/LEIPZIG ]

[ HOSTED BY ]
SHIV-AH SCHIZOPHRENA

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

[ INFOS ]
https://soundcloud.com/knothole
https://soundcloud.com/sick-girls
https://soundcloud.com/goldecahedron

lassen sich gesellschaftliche verhältnisse dekonstruieren? feministische rückfragen an die queer-theorie.

Mittwoch | 3. Juli | 18:00 | Carl-Zeiß-Str.3 (Campus) | HS 4 | Jena

Lassen sich gesellschaftliche Verhältnisse dekonstruieren? Feministische Rückfragen an die queer-Theorie

Tove Soiland

Seit Beginn der 1990er Jahre existiert sowohl in der Geschlechtertheorie wie in unterschiedlichsten subkulturellen Lebenszusammenhängen die Vorstellung, dass der Veruneindeutigung der Geschlechtergrenzen resp. der Pluralisierung geschlechtlicher Identitäten ein subversives Potential innewohnt. Geschlechterverhältnisse lassen sich aber ebenso wenig „dekonstruieren“ wie Produktionsverhältnisse. Mit dieser These tritt der Vortrag einer Vorstellung von politischer Veränderbarkeit entgegen, wie sie sich im Umfeld der US-amerikanischen Cultural Studies entwickelt hat, in deren Tradition auch die Queer-Theorie steht.
Im Fokus queerer Kritik stehen sogenannte „Identitätsfestschreibungen“. Gesellschaftliche Verhältnisse erscheinen somit primär als durch „Bedeutung“ konstituiert. Es geht heute aber nicht länger um Bedeutungsfestschreibungen. Was uns auf ideologischer Ebene geschieht, muss vielmehr als De-thematisierung von Geschlecht bei einer gleichzeitig stillschweigenden Feminisierung der Lasten bezeichnet werden.

Tove Soiland ist Feministische Theoretikerin und Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten.

Eine Veranstaltung der Falken Jena in Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Uni Jena und Falken Thüringen.

positive irritation.

null

Mo | 17. Juni 2013

16 Uhr | Goldene Rose | Rannische Str. 19 | Workshop mit Sookee zu „Männlichkeitsbilder im Rap“

21 Uhr | Hühnermanhattan | Hordorfer Str. 4 | Sayes, Sookee und DJ Kai Kani

Wir alle konstruieren Welt. Wir alle assoziieren, haben Bilder und Rahmungen von verschiedenen Rollen im Kopf. Stell dir vor: Beim Spaziergang über die Peißnitz werden Menschen unterteilt in „die schwarze Frau da drüben“ oder „der weiße Junge dort“. Du kennst das vielleicht, wenn Du an „Mann“ denkst und Dir dann gleich ein ganzes Bündel an Zuschreibungen einfällt Vielleicht hast Du auch schon bemerkt, dass der Mensch Dir gegenüber irgendwie aus dem Bild „rausfällt“.
Es gibt verschiedene Ursachen, warum wir diese Bilder im Kopf tragen, aber eines steht fest: Sie sind gemacht und nicht „natürlich“.Also musst Du nicht diesen Bildern entsprechen und diese Einteilung in Welt muss so auch nicht bleiben. Wir können sie verändern. Die Vorstellung des „ewigen“ oder „natürlichen“ ist nichts anderes als sexistische und/oder rassistische Kackscheiße.
Wir wollen mit dir aus dem Rahmen fallen und Musik als ein Medium der Realitätskonstruktion näher betrachten und anhören. Deshalb wollen wir mit Sookee über „Männlichkeitsbilder im Rap“ diskutieren und am Abend gemeinsam mit Sayes, Sookee und DJ Kai Kani den Versuch wagen zu feiern und das so, dass jede*r sich wohl fühlt. Der Abend soll dabei Raum schaffen um gemeinsam zu zuhören, zu diskutieren und zu feiern.

Die Einnahmen des Abends werden für die antirassistische Arbeit der SJD–die Falken und No Lager verwendet.

glitter + trauma.

null

Sa | 18. Mai | 23.00 | Westwerk | Karl-Heine-Strasse 85-93 | Leipzig

GLITTER+TRAUMA | queer wave party

OUR BLOOD BEATS BLACK TONIGHT.

Es ist schon fast eine kleine Tradition, wenn am Pfingstwochenende auf der GLITTER+TRAUMA die queere Subkultur ihre musikalischen Helden feiert. Auch Pfingsten 2013 heißt es WE GLITTER, YOU POGO!

Hier schlägt das Herz für die ‘alten‘ Meister wie Joy Division, Siouxsie and the Banshees, Depeche Mode und Einstürzende Neubauten – aber auch für die neueren, dicht-düsteren Sounds von The Knife, Crystal Castles, Zola Jesus und Patrick Wolf. Hier tanzen homo/hetero/nonono Indie-Bouys, Gothic-Gerhls und Sissy-Punks gemeinsam durch die Nacht – zu Gitarren-Wave, Synth-Pop, Indietronics und Post-Punk.

In Zusammenarbeit mit der Schaubühne Lindenfels zeigen wir vor der Party einen Film: THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE ist eine Dokumentation über den Ausnahmekünstler GENESIS P-ORRIDGE – exzentrischer und grenzgängerischer Sänger/Performer von Throbbing Gristle und Psychic TV – und seine Frau und Muse Lady Jaye.

+++++++

GLITTER+TRAUMA | queer wave party
Samstag, 18. Mai 2013, 23 h
Westwerk Pferdehaus, Karl-Heine-Straße 93, 04229 Leipzig
www.glitter-trauma.de
www.facebook.de/glittertrauma

DJs: Mrs. Pinkeyes [Wien], Timo [Pop&Trash, Berlin], Rainbyrd [Berlin], Herr Auth [Frankfurt/Main], Zacker [Leipzig]

SOUND: Post Punk, Grave Wave, Indie, Flexi Pop, Sub 80s, Goth Classics, Dirty Elektro, Heartbeats, NoNoNo

SPECIAL: limitierte Buttons für die ersten Gäste

+++++++

FILM VOR DER PARTY:

THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE
Frankreich/USA 2011 | Marie Losier | 75 min | Dokumentation

Samstag, 18.05.2013 _ 22.30 uhr (direkt vor der Party)
Schaubühne Lindenfels
Kino direkt gegenüber dem Westwerk

+++++++

sookee. refpolk. pyro one. männlichkeitsentwürfe und (hetero-)seximus im deutschsprachigen rap.

null

samstag | 20-04-13 | reil78 | halle

[19:00 vortrag]

‚Männlichkeitsentwürfe und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap‘ [sookee & refpolk/berlin]

Vor dem Konzert in der Reil78 hat que(e)r_einsteigen einen Vortrag von Sookee und Refpolk zum Thema „Männlichkeitsentwürfe und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap“ organisiert. Kommt zahlreich und holt euch Input vorm gemeinsamen Durchtanzen der Nacht! Der Eintritt zum Vortrag ist frei!


[20.00 live]

Sookee [queer|feminist|rap/berlin]

Refpolk & DJ KaiKani [schlagzeiln|rap/berlin]

Pyro One [zeckenrap|grime|dubstep/berlin]

Es gibt veganes Chilli zum selber schärfen und im Anschluss 90´er Trash-Disko.