Tag-Archiv für 'praxis'

no al quds.

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Fr | 25. Juli | 13:00 Uhr | Adenauerplatz | Berlin

Kein Al Quds-Tag 2014.
Gemeinsam gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands.

Am 25. Juli 2014 soll der diesjährige größte antisemitische Aufmarsch Deutschlands in Berlin stattfinden. Anlass ist der internationale Al Quds-Tag, der im Jahr 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufen wurde. Der Al Quds-Tag (Al Quds ist der arabische Name für Jerusalem) wurde als politischer Kampftag eingeführt, um für die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels aufzumarschieren. Seit 1996 zieht der Al Quds-Tags-Aufmarsch jedes Jahr durch die Berliner Innenstadt. Organisiert wird das Ganze von der Hisbollah-nahen „Unabhängigen Al Quds-AG“. Anmelder und Hauptorganisator ist der Berliner Jürgen Grassmann, der in einem Video anlässlich des Al Quds-Tags 2013 davon spricht, dass die weltweiten Ereignisse „nicht zufällig und auch nicht unabhängig voneinander“ geschehen würden, sondern „Verbrechen der Zionisten und ihrer Handlanger“ seien. Auf ihrer Internetseite spricht die Al Quds-AG zudem davon, dass die „öffentliche Meinung durch die zionistisch beeinflussten Massenmedien gezielt und trickreich manipuliert“ würde. Das antisemitische Stereotyp der jüdischen Weltverschwörung wird in diesen und in noch vielen anderen geäußerten Sätzen nur allzu offensichtlich.

Die Teilnehmenden treten für ein menschenverachtendes Weltbild ein und tragen seit Jahren auf dem islamistischen Al Quds-Tags-Aufmarsch neben dem antisemitischen Vernichtungswillen auch frauenverachtende und trans- und homosexuellenfeindliche Hetze auf die Straße. Zudem propagieren sie Hass gegen religiöse und ethnische Minderheiten.

So erklärt es sich auch, dass auf den Berliner Al Quds-Tags-Aufmärschen in den letzten Jahren wiederholt Neonazis mitgelaufen sind. Obwohl es auf den ersten Blick, aufgrund der Internationalität der Veranstaltung, verwunderlich klingen mag, so ergibt es im Ergebnis doch einen Sinn: Der Hass auf einen gemeinsamen Feind vereint unterschiedliche Akteure. Dies trifft auch auf andere auf dem Aufmarsch teilnehmende politische und religiöse Gruppen zu, die sich sonst feindlich gegenüberstehen.

Das gleiche Muster findet man bei den verschwörungstheoretischen rechten Berliner Montagsdemos „für den Frieden“ der letzten Wochen vor, deren Organisator*innen eine Querfront-Strategie verfolgen. Die Inhalte dieser Montagsdemos decken sich größtenteils mit denen des Al Quds-Tags-Aufmarsches. Die dortigen Teilnehmenden vereint der Kampf gegen die sogenannte jüdische Weltherrschaft, die „die Fäden hinter den Kriegen in allen Teilen der Welt ziehen“. Neben vielen deutschen Nationalist*innen, „Reichsbürgern“, der Führungsspitze der Berliner Neonaziszene und anderen Verschwörungstheoretiker*innen nahmen an den rechten Montagsdemos auch Jürgen Grassmann und weitere Organisator*innen des Berliner Al Quds-Tags-Aufmarsches teil. Es ist zu befürchten, dass sich aus diesem Umfeld ein Mobilisierungsschub für den 26. Juli ergeben könnte.

Wie die Vorstellung von Neonazis und anderen Menschenfeinden von „Frieden“ aussieht, hat die Geschichte ausführlich gezeigt. Dennoch gelingt es antisemitischen Gruppen in letzter Zeit mit dem Kampf für ihren „Frieden“ viele Anhänger*innen für ihre Ideologie zu gewinnen. Erfolgreichstes gegenwärtiges Beispiel dafür ist die internationale antisemitische Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions). Unter dem Deckmantel, für Menschenrechte eintreten zu wollen, rufen die Organisator*innen zu einem Boykott und einer Isolierung des jüdischen Staates Israel auf. Ihr Ziel ist es, über diese Mittel den Bewohner*innen Israels höchstmöglichen Schaden zuzufügen und auf das Ende des jüdischen Staates hinzuarbeiten. Die Wahl ihrer Mittel offenbart dies: So begannen Aktivist*innen Ende letzten Jahres, israelische Produkte in irischen Supermärkten mit gelben Aufklebern zu kennzeichnen. Die historische Analogie zum „Judenstern“ während des Nationalsozialismus ist offensichtlich und nicht zufällig.
Dass sich die BDS-Aktivist*innen für Menschenrechte einen Dreck interessieren, wird sofort deutlich, wenn man sieht, dass sie zu allen großen internationalen Konflikten, in denen tausende Menschen sterben, schweigen. Stattdessen bedienen sie sich in Bezug auf Israel der Dämonisierung, doppelter Standards und der Delegitimierung.

Antisemitismus wird in Europa immer salonfähiger. Immer mehr jüdische Gemeinden fühlen sich akut bedroht. Die antisemitische Bedrohung äußert sich vielseitig, nicht nur durch unzählige Hass-Kommentare im Internet. Immer wieder kommt es auch zu körperlichen Angriffen, zum Beispiel Ende April in Berlin, als sechs Täter einen Mann angriffen und niederschlugen, weil er Israeli ist. Das Opfer kam mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. Der Anschlag mit vier Toten gegen das Jüdische Museum, Ende Mai in Brüssel, ist also nur die Spitze des Eisbergs.

Wir treten entschieden gegen Antisemitismus ein. Deswegen wollen wir auch nicht zulassen, dass am 25. Juli mehrere hundert Antisemit*innen ungestört durch die Berliner Innenstadt ziehen können und dort offen ihre Vernichtungsvorstellungen propagieren. Es sollte für Antifaschist*innen eine Selbstverständlichkeit sein, sich an den antifaschistischen Gegenprotesten zu beteiligen und gemeinsam gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands vorzugehen.

Wir fordern:

Solidarität mit den Opfern von antisemitischer, rassistischer, islamistischer, frauenverachtender und trans- und homosexuellenfeindlicher Politik.
Gegen jegliche Vernichtungsdrohungen! Solidarität mit Israel und seinen Bewohner*innen.
Solidarität mit allen nach Freiheit strebenden emanzipatorischen Kämpfer*innen.
Kein Al Quds-Tag am 25. Juli in Berlin und anderswo.

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English Version:

No Quds Day 2014.
United against the biggest antisemitic demonstration in Germany.

On the occasion of Quds Day, the biggest antisemitic demonstration this year will be held in Berlin on June 25th. This day was proclaimed in 1979 by the Iranian revolution leader Ayatollah Khomeini to rally support for the conquest of Jerusalem (Quds is the City’s Arab name) and the destruction of the Jewish state Israel. Since 1996 the Quds demonstration has taken place in Berlin’s city centre. It is organised by the „Independent Quds Working Group“ (German: „Unabhängige Al Quds-AG“), which is affiliated with the Lebanese terror organisation Hezbollah. Jürger Grassmann functions as the main organiser and applicant of the demonstration. On a video on the occasion of last year’s Quds Day demonstration, Grassmann proclaimed that the global developments and the worldwide events „do not occur coincidently“ but are „crimes committed by Zionists and their dogsbodies“. On their homepage, the Quds working group propagates that „public opinion is manipulated deviously by Zionist mass media“. The antisemitic stereotype of the Jewish world conspiracy becomes obvious in this and many other statements.

The demonstration participants rally support for an inhuman and misanthropic view of the world. Besides their antisemitic will to annihilate the Jews, these demonstrators have been spreading misogynist hate as well as transphobia and homophobia on Berlin’s streets for many years. Additionally, they propagate hatred against other religious and ethnic minorities.

This is why neo-Nazis have attended the Quds Day demonstrations several times in recent years. Although this Nazi attendance may be surprising at first glance due to the international character of Quds demonstrations, the hatred against the common enemy – the Jews – unites the diverse participants. This also applies to other antagonistic religious and political groups who attend the Quds demonstration.

The same features can be found at the right-wing conspiracist Monday demonstrations under the motto „For peace“ which have been held in the last weeks. The political content and aims of these Monday demonstrations are congruent in large parts with the Quds demonstration. The participants are united in the struggle against the so-called Jewish world domination that „stands behind all wars in all parts of the world“. Jürgen Grassmann and other organisers of the Quds demonstration in Berlin have attended the right-wing Monday demonstrations together with many German nationalists, „Reichsbürgern“ (English: followers of the Government-in-exile of the German Reich), leading members of the Berlin Nazi scene and other conspiracists. There is reason to worry that this may led to a stronger mobilisation for the Quds demonstration.

History has shown how the idea of „peace“ looks like for neo-Nazis and other misanthropic people. However, in their struggle for „peace“, antisemitic groups have become increasingly successful in gaining more followers who believe in their ideologies. The most successful contemporary example is the international antisemitic BDS campaign (boycott, divestment and sanctions). Pretending to foster human rights, the BDS organisers call for the boycott and isolation of the Jewish state Israel. With these instruments, they try to achieve the highest damage possible against the citizens of Israel and the end of the Jewish state’s existence in the long term. This becomes obvious in their choice of means: at the end of last year, activists tagged Israeli products in Irish supermarkets with yellow stickers. The analogy to the yellow badge (German: „Judenstern“) from the Nazi period is evident and intended. That BDS activists only pretend to foster human rights becomes evident due to their silence towards other major international conflicts where people are dying in thousands. They instead demonise and delegitimize Israel. Israel is judged under double standards that no other country has to face.

Antisemitism in Europe has become increasingly accepted in the mainstream. More and more Jewish communities feel seriously threatened. Antisemitic threats occur far and wide, not only as countless hate speeches on the internet. Physical attacks happen regularly. At the end of April for example, six perpetrators attacked and knocked down a man in Berlin just because he was Israeli. The victim was admitted to hospital with serious head injuries. This is why the terror attack at the end of May at the Jewish museum in Brussels, which ended in four deaths, can be understood to be just the tip of the iceberg.

We strongly stand up against antisemitism. This is why we don‘t tolerate an undisturbed march of hundreds of antisemites in Berlin’s city centre on June 25th, where they can propagate their extermination wishes openly. Anti-fascists should take the participation in counter protests for granted to act against the biggest antisemitic demonstration in Germany.

We demand:
Solidarity with all victims of antisemitic, racist, Islamist, misogynist,transphobic and homophobic policy.
Unity against all extermination threats! Solidarity with Israel and its citizens.
Solidarity with all emancipatory freedom seeking people in the Middle East.
No Quds Day on July 25 in Berlin and elsewhere.

Antifascist rally
25 July 2014 | 1pm | Adenauerplatz (U7, Berlin)

[http://noalquds.blogsport.de]

solidarität mit israel. gegen antisemitische terrorbanden.

Dienstag | 22. Juli 2014, 15:00 | Johannistor | Jena

Solidarität mit Israel – Gegen antisemitische Terrorbanden

Der Volksmob tobt mal wieder in Deutschland. Diesmal sind es jedoch keine rechtsoffenen Bürger, die gegen Asylbewerber protestieren. Nein! Diesmal sind es linke Antiimperialisten, Islamisten und Neonazis, die gemeinsam gegen die israelische Militärintervention im Gazastreifen, die derzeit als Reaktion auf die andauernden Raketenbeschüsse aus Gaza durchgeführt wird, demonstrieren. Unter dem Motto „Frieden für Gaza“ gingen in den letzten Wochen Tausende scheinbar gegen die Militärpolitik des Staates Israel auf die Straße. Dabei ging es aber weniger um Israel, als vielmehr um die Juden an sich.

Friedlich blieben dabei wenige. Fast bei jeder Demonstration kam es zu Übergriffen auf Journalisten, pro-israelische Demonstrierende oder Polizisten. Viele der Attackierten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Die Eskalation der sogenannten Friedensfreunde geht aber noch viel weiter. So wurden am vergangenen Freitag vierzehn Personen festgenommen, weil sie einen Anschlag auf die alte Synagoge in Essen geplant hatten. Ähnliches geschah auch in Frankreich, als Antisemiten zwei Synagogen angriffen und rund 100 Juden in einer Synagoge eingeschlossen waren.

Die sogenannte Israelkritik, die immer wieder als legitime Form der Kritik angebracht wird, zeigt sich hier endgültig als Farce. „Hamas, Hamas! Juden ins Gas!“ oder „Kindermörder Israel“ stellen dabei nur die Spitze der antisemitischen Agitation dar. Die Querfront aus patriarchalen Palästinafreunden und antisemitischen Linken und Rechten zeigt eindeutig, wie sich die Stimmung in Deutschland, aber auch in Europa im Allgemeinen wendet. Dagegen sind die Ermordungen von Menschen in Syrien oder die Errichtung eines Kalifats in Teilen des Iraks und Syriens diesen Friedensfreunden keine Demo – ja nicht einma ein Wort – wert. Denn nur Israel vs. Palästina bietet einen Bonus, den andere Konflikte – auch weitaus blutigere in exakt derselben Region – nicht zu bieten haben: Antisemitismus als Welterklärung, als Exit aus der Moderne, als Fluchtpunkt allen Übels einer ungerechten Welt.

So sieht es aus, das postmoderne “Nie wieder” auf paneuropäisch: Statt sich mit dem brachialsten, gewalttätigsten Ausbruch von Antisemitismus und antisemitischer Gewalt auf dem Kontinent seit 1945 zu beschäftigen, pflegt man hierzulande lieber “Israelkritik” und inszeniert sich als Opfer der USA. Nach den jüngsten Ausbrüchen sollte allerdings endgültig klar sein: Eine Linke, die mit dieser Art von “Antiimperialismus” nicht endgültig Schluss macht, hat jeden, aber wirklich jeden emanzipatorischen Anspruch aufgegeben oder nie besessen.

[http://gruppeodysseus.wordpress.com/]

gegen den antijüdischen krieg und seine unterstützer.

solidarität mit israel

Donnerstag | 17. Juli | 17:00 | Willy-Brandt-Platz | Leipzig

Gegen den antijüdischen Krieg und seine Unterstützer

Nichts kümmert die „Friedensmacht Deutschland“ (Gerhard Schröder) weniger als die Palästinenser. Wäre es anders, ginge längst ein Aufschrei durchs Land, da abertausende Palästinenser abgeschlachtet und systematisch ihrer elementaren Rechte beraubt werden. Tatsächlich hat sich die deutsche Öffentlichkeit aber längst von der katastrophalen Lage in Syrien abgewendet, wo diese Zustände seit Jahrzehnten herrschen und sich derzeit dramatisch verschärfen.

Ohrenbetäubend wird der Aufschrei in Deutschland und der Welt erst, wenn diejenigen, die Millionen Palästinenser unter dem Joch einer barbarischen Willkürherrschaft halten, geschwächt werden sollen. Eben dieses Ziel verfolgen die israelischen Streitkräfte, wenn sie den Waffenschmuggel in Richtung Libanon und Gaza unterbinden und die terroristische Infrastruktur der Hamas und ihrer Verbündeten zerstören. Israel hat es nicht in der Hand, den Frieden im Nahen Osten herbeizuführen, solange das erklärte Kriegsziel der palästinensischen Hamas, der iranisch gelenkten Hisbollah und etlicher anderer Staaten und Terrorgruppen ist, die Juden zu vertreiben und zu töten. Als einzige demokratische Republik der Region leistet Israel die Sisyphusarbeit, antisemitische Terrorgruppen periodisch zu entwaffnen und abzuschrecken, um ihre Bürger zu schützen. Der in Deutschland mehrheitsfähige Irrwitz will aber, dass allein der jüdische Staat die Macht über Krieg und Frieden in der Region hat, während den Palästinensern jede Verantwortung für ihr Tun und Unterlassen abgesprochen wird. Dabei hat der antijüdische Krieg lange vor der Gründung Israels begonnen und lässt sich nicht aus dessen politischen Maßnahmen erklären. Der erste Höhepunkt dieses Krieges war die Vernichtung der europäischen Juden, woraufhin die Gründung des Staates Israel notwendig geworden ist. Die nächste große Etappe soll die nukleare Vernichtung Israels durch das iranische Regime sein. Der antijüdische Krieg wird erst enden, wenn alle Juden ermordet sein werden – oder der Judenhass endlich auf den Müllhaufen der Geschichte befördert worden ist.

Gegen letzteres arbeitet eine derzeit wiederauflebende deutsche „Friedensbewegung“. Ihre Solidarität gilt keineswegs dem Gros der Leidtragenden des radikalen Islam: den Muslimen selbst, von den Christen und Juden ganz zu schweigen. An der jahrzehntelangen Rechtlosigkeit und brutalen Unterdrückung der Palästinenser durch Syrien und andere arabische Staaten sind die friedensbewegten „Israelkritiker“ gänzlich uninteressiert. Denn deren ganze Energie ist auf die vergleichsweise seltenen Fälle gerichtet, bei denen Palästinenser durch jüdische Einwirkung umkommen. Nur Palästinenser, deren Tod den Israelis angelastet werden kann, werfen in der weltpolitischen Empörungsökonomie etwas für die Diskreditierung des Zionismus und folglich für die Machterhaltung von Hamas und Konsorten ab. Die palästinensischen Machthaber verstärken diesen Effekt, indem sie immer wieder „menschliche Schutzschilde“ installieren und etliche getötete Kombattanten zu Zivilisten umwidmen – und bisweilen sogar die Opfer ihrer politischen Rachefeldzüge den Israelis zuschreiben. Die deutsche „Friedensbewegung“ trägt ihr Scherflein dazu bei, indem sie über solche Kriegsverbrechen, die grassierende Misswirtschaft und den religiösen Terror im Gaza-Streifen schweigt und pflichtschuldig „Kindermörder Israel“ brüllt.

Solch judenfeindlicher Irrsinn ist (nicht nur) im Nahen Osten das größte Hindernis für ein friedliches und solidarisches Leben in Freiheit. In den arabischen Staaten wird jede soziale und politische Emanzipation solange vereitelt, wie antisemitische Kriegshetze die Herrschenden und Beherrschten vereint. Als die iranische Freiheitsbewegung im Jahr 2009 antrat, die treibende Kraft des eliminatorischen Antizionismus zu beseitigen, glänzte die „Friedensmacht Deutschland“ samt ihrer Linken durch Solidaritätsverweigerung und Desinteresse. Es darf also niemanden wundern, wenn die „Friedenspartei“ Die Linke und ihr studentischer Ableger Linke.SDS anlässlich der „Operation Protective Edge“ ihren Beitrag zur Delegitimierung der israelischen Selbstverteidigung und also zur Rettung der angeschlagenen islamistischen Despotie in Gaza liefern.

Zu den aktiven Gegnern einer solidarischen und friedlichen Weltgesellschaft gehört nicht nur der islamistische Wahn gegen Juden und Abweichler selbst, sondern auch eine links daher kommende „Friedensbewegung“, deren Analyse des Weltgeschehens sich in der willkürlichen Personalisierung von überpersönlichen Herrschafts- und Ausbeutungsstrukturen ergeht. Hinzu treten Antiimperialisten rechter und linker Couleur, die den volkstümlichen Verschwörungswahn bedienen, eine herrschsüchtige Ideologie, die ihre antisemitische Stoßrichtung kaum verleugnen kann. Zu den Gegnern der sozialen und politischen Befreiung gehört nicht zuletzt eine Linke samt gleichnamiger Partei, so sie – wie jüngst bei den antisemitischen Ausschreitungen in Frankfurt am Main – neben Islamisten und Faschisten leidenschaftlich für einen „Frieden für Gaza“ streitet. Ein „Frieden“, der einschließt, im Namen der „Selbstbestimmung der Völker“ Juden, Christen, Frauen, Nicht-Heterosexuelle, Oppositionelle und „Ungläubige“ weiterhin unbehelligt unterdrücken und ermorden zu können.

Die Kundgebung richtet sich an alle, die für die Beendigung des antijüdischen Krieges eintreten und davon überzeugt sind, dass Antisemitismus und Antizionismus zu den größten Hindernissen einer solidarischen, friedlichen Weltgesellschaft zählen.

Solidarität mit Israel!
Für die Befreiung Gazas von der Hamas und anderen islamistischen Terrorgruppen!
Für einen atomwaffenfreien Iran!
Für eine solidarische Weltgesellschaft ohne jeden Antisemitismus!

Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Leipzig

kritik und organisation. diskussion über die „scherbentheorie“.

Freitag | 28. Februar 2014 | 19 Uhr | translib | Goetzstraße 7 | Leipzig

Kritik und Organisation. Diskussion über die „Scherbentheorie“

Mit anschließender Kneipe

Dem Siegeszug der klassenlosen Klassengesellschaft steht das hiesige subversive Milieu als ohnmächtiger Trümmerhaufen gegenüber. Ohne Aussicht auf eine bewußte Bewegung, die den bestehenden Zustand aufhebt, und weit davon entfernt selbst ein antagonistischer Faktor zu sein, bleibt die Praxis der verschiedenen Szenen und Subzenen, Gruppen und Grüppchen auf sich selbst bezogen: Man trifft sich regelmäßig bei Vorträgen, gerne in der Rolle der passiven Zuschauer_innen von Szenestars, organisiert Seminare und Demos, engagiert sich in der Antifa oder Antira, hängt auf Voküs, Queer Parties oder Kneipenabenden rum. Im besten Fall hat man mal eine gute Diskussion, schafft eine Publikation, die sich verbreitet oder erprobt hier und da ansatzweise neue Formen der Kollektivität. Meistens jedoch weisen Theorie und Praxis nicht über den eigenen Bekanntenkreis hinaus. Schließlich kommt der Punkt, wo die eigene Zeit zu schade wird, um sie auf Plena und den immergleichen abendlichen Vorträgen zu verbringen.
Gegen diese Tendenzen richtet sich die 2012 erschienene Scherbentheorie des ehemaligen Club für sich. Sie rückt dem behaglichen Szeneleben auf den Leib und denunziert dessen Beschränktheit. Auf Grundlage dieses Textes möchten wir den gegenwärtigen Zustand der Organisation revolutionärer Theorie und Praxis diskutieren und insbesondere deren oftmals völlig unbewusst reproduzierten Formen zum Gegenstand der Kritik machen. Dabei geht es uns um die Frage, welche neuen Formen und Orte der Auseinandersetzung und Assoziierung es geben kann, auf deren Basis eine communistische Organisation und Selbstbildung möglich werden könnte.

Text: http://magazinredaktion.tk/Scherbentheorie.php

[translib]

kri­tik der mar­xis­tisch-le­ni­nis­ti­schen or­ga­ni­sie­rung.

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Diens­tag | 7. Januar | 18:30 Uhr | linxx­net | Bor­nai­scher Stra­ße 3d | Leip­zig

Kri­tik der mar­xis­tisch-le­ni­nis­ti­schen Or­ga­ni­sie­rung

Re­fe­rent: Harry Wai­b­el, ver­an­stal­tet von der Links­ju­gend Leip­zig im Rahmen von Rosa & Karl

Die Suche nach einer ra­di­ka­len und pro­gres­si­ven lin­ken Pra­xis muss auch die Kri­tik lin­ker Ge­schich­te mit­den­ken und eine Aus­ein­an­der­set­zung mit Or­ga­ni­sie­rungs­kon­zep­ten der his­to­ri­scher Be­we­gun­gen er­mög­li­chen. Der Vor­trag soll eine Ein­füh­rung in die his­to­risch be­grün­de­te Kri­tik der mar­xis­tisch-le­ni­nis­ti­schen Ideo­lo­gie lie­fern und deren Aus­wir­kun­gen auf das Mo­dell einer Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei un­ter­su­chen, wie es von Lenin und Trotz­ki ent­wi­ckelt und durch­ge­setzt wurde. Er be­trach­tet die Er­eig­nis­se im Nach­gang der Ok­to­ber­re­vo­lu­ti­on, unter An­de­rem die Zer­schla­gung des Kron­städ­ter Auf­stands sowie die ver­schie­de­nen „Säu­be­run­gen“ – und stellt dem die Kri­tik Rosa Lu­xem­burgs am ‚dik­ta­to­ri­schen So­zia­lis­mus‘ Le­n­ins ent­ge­gen.

die gesellschaft des spektakels.

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Freitag | 6. Dezember | 18:00 Uhr bis Sonntag | 8. Dezember | 20:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Kritischer Lektürekurs: „Die Gesellschaft des Spektakels“ und die situationistische kritische Theorie (Kapitel 8 + 9): Kunstaufhebung, Detournement und Plagiat. Communistische Kommunikation gegen akademische und „revolutionäre“ Ideologie.

Mit diesem Lektürekurs findet eine kritische Aneignung der Spektakeltheorie ihren vorläufigen Abschluss. Betrieben wurde sie seit 2010 wechselweise in Leipzig, Weimar und Frankfurt am Main entlang den Kapiteln von Guy Debord’s
Spektakelbuch. Ein Vorteil und Gebrauchswert, wie er sich aus der Konstruktion dieses Buches ergibt, liegt darin, dass die übergreifende Idee vom Spektakulären „als ein Moment im Entwicklungsprozess der Warenproduktion“ — so der Autor – „sich in allen anderen bespiegelt“, und „gerade das halten wir für das Kennzeichen eines dialektischen Buches.“ So dass jedes einzelne Kapitel einen neuen Zugang oder auch „Einstieg“ in die Spektakelkritik ermöglicht.
Diesmal ist es die situationistische Theorie von der Verwirklichung der Kunst und Kultur vermittels ihrer Aufhebung, was zur Entwicklung der modernen und situationistischen Stil-Techniken des subversiven „Detournement“ (Entwendung / Zweckentfremdung) und des erklärten und offenen Plagiats führt.
Im letzten Teil des Buches ist der Zugang zur Spektakelkritik das Terrain der Theorie selbst: als totale materialistische Kritik der Ideologie, vor allem auch der „revolutionären“; als kritische Theorie gegen die universitären Wissenschaften und ihre Anhängsel in den „revolutionären Trümmerhaufen“ der Linken könne und müsse das moderne Proletariat sich zur „Klasse des historischen Bewusstseins“, zum „bewaffneten Dialog“, zur selbständigen Theorie der Praxis organisieren.

Eine Anmeldung sollte bitte per E-Mail an translib ät gmx.de erfolgen, als Textgrundlage dienen die Thesen 180 – 221 im frz. Original sowie deren dt. Übersetzungsvarianten (werden bei Anmeldung als Reader per E-Mail verschickt).

Weitere Infos zum Projekt der translib und Hinweise auf kommende Veranstaltungen findet ihr unter:
http://translibleipzig.wordpress.com

petition für die abschaffung der sanktionen nach dem sozialgesetzbuch II und XII.

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„Wer also unter den obwaltenden Bedingungen unmittelbare Veränderungen bewirken will und sich daher realpolitisch engagiert, wird die gewünschten Erfolge kaum herbeiführen können; er muss sie sich schon einreden. All die hilflosen Kampagnen, Unterschriftenlisten und Petitionen sind Ausdruck von Verzweiflung und intellektueller Selbstaufgabe.“

Trotzdem: Petitionen sind zwar hilfloser Ausdruck von Verzweiflung und bieten kaum die Aussicht auf irgendeine reale Chance, aber die Verzweiflung ist nun mal auch real vorhanden und auch die Angst vor der Androhung eben dieser Sanktionen, die hierdurch abgeschafft werden sollen.

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.html

http://altonabloggt.wordpress.com/2013/11/20/petition-fur-die-abschaffung-der-sanktionen-nach-dem-sozialgesetzbuch-ii-und-xii/

https://www.facebook.com/events/219953338178742/?ref=22

no lager soli.

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Fr | 15. November | 21:00 | VL | Ludwigstraße 37 | Halle

Benefizmodenschau & Versteigerung

BAND 1000 (Popfunk – Halle/D)
https://soundcloud.com/band-1000

PAPA DULA BAND (Reggae – Halle/D)
https://soundcloud.com/papa-dula-band

DJ JIMMY BONDANO aka SCHULLE (Berlin/D)

den naziaufmarsch am 6. juli verhindern.

http://nonazis.tk/

Halle | 06. Juli | 12 Uhr | Riebeckplatz

Aufruf des Zusammenschlusses antifaschistischer Gruppen in Halle

Am 06. Juli 2013 wollen Neonazis aus der Region in Halle demonstrieren. Warum und weshalb spielt dabei genau genommen keine Rolle. Denn dass Nazis nicht durch die Gegend laufen sollten, ohne Probleme zu bekommen, hat nichts mit ihren meist an den Haaren herbeigezogenen Themen zu tun. Es ist vielmehr ihre nationalsozialistische Ideologie, die nicht unwidersprochen bleiben soll. Und weil noch der dümmste Nazi aufgrund der mit dieser Ideologie notwendig einhergehenden Gewaltbereitschaft eine unmittelbare Gefahr für jeden ist, der in sein ausgeprägtes Feindbild passt, ist es notwendig, ihm den öffentlichen Raum zu nehmen, ihm offensiv entgegenzutreten.

Zuletzt wollten Nazis am 01. Mai 2011 in Halle „den Volkszorn auf die Straße tragen“. Damals scheiterten sie glorreich, und beschritten aufgrund mehrerer entschlossener Blockaden tausender Gegendemonstranten und zahlreicher direkter Aktionen hunderter Antifas einen nur sehr kurzen Leidensweg rund um den Riebeckplatz. Auch am 06. Juli 2013 wollen sie sich wieder am halleschen Hauptbahnhof zusammenrotten – offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes unbelehrbar. Doch ob lernresistent oder nicht, es gilt, den Nazis auch dieses Mal wieder eine ordentliche Lektion zu erteilen.

Ein Naziaufmarsch hat dabei sogar einiges mit der sogenannten Jahrtausendflut gemein. Beim Hochwasser sollte man als halbwegs vernünftiger Mensch nämlich nicht aus irgendeinem Patriotismus für „unser Land“ oder „unsere bedrohte Stadt“ als „ein Volk“ aktiv werden, sondern schlicht, weil es menschlich und richtig ist, einzelnen Menschen zu helfen, wenn sie Not leiden. Auch gegen einen Naziaufmarsch sollte man nicht deshalb protestieren, weil Halle so zeigen kann, dass es „bunt statt braun“ ist, oder weil Nazis in „unserer Stadt“ oder gar „unserem Land“ nichts zu suchen hätten. Auf die Straße gehen sollte man einfach, um die aggressiven Schläger und Hetzer daran zu hindern, andere Menschen einzuschüchtern oder anzugreifen. Gegen Nazis vorzugehen ist so notwendig, wie Blumengießen und alten Omas über die Straße helfen, und kein Grund, sich darauf etwas einzubilden oder zu glauben, man hätte damit irgendetwas verändert. Denn Halle ist nicht bunt. Nazis gehören zu Deutschland, wie die Schmeißfliege zum Scheißhaufen. Und es ist eigentlich unmöglich, Rassismus, Sozialdarwinismus und Antisemitismus zu kritisieren, ohne über die kapitalistischen Verhältnisse zu sprechen, und Nazis zu bekämpfen, ohne sich Gedanken über die deutschen Zustände zu machen.

Im Juni 2009, als die Nazis schon einmal nach knapp 1000 Metern entnervt umdrehen mussten, und im Mai 2011, als sie einen etwa gleichlangen Spießrutenlauf absolvierten, haben wir im Vorfeld festgestellt: Man muss den Nazis einfach ihre Auftritte versauen, um sich danach wieder ungestört der Kritik der Verhältnisse widmen oder einfach nur in Ruhe in die Kneipe gehen zu können. Daran hat sich nichts geändert, weshalb es am 06. Juli 2013 um 12 Uhr heißen muss: Halle/Saale Hauptbahnhof, Endstation! Eine „gute Heimreise“ wünschen kann schließlich nicht nur die NPD.

Antifaschistische Gruppen Halle (Juni 2013)

[nonazis.tk]

ergriffen vom strudel der arbeiterbewegung.

Donnerstag | 23. Mai | 20.00 | Lasallestraße 15 | Erfurt

»Ergriffen vom Strudel der Arbeiterbewegung«

Vortrag von Bernd Löffler (BiKo) und Lukas Holfeld (BiKo)

Über Johann Most, sein Verhältnis zu Sozialdemokratie und Marxismus, sowie seine Stellung innerhalb der anarchistischen Bewegung

Johann Most (1846 – 1906) stieß früh zur revolutionären Arbeiterbewegung, saß für die Sozialdemokratie im Reichstag und für seine Überzeugung in den Knästen Österreichs, Deutschlands, Großbritanniens und der USA. Während der Zeit des Sozialistengesetzes kam es zum offenen Konflikt mit der sozialdemokratischen Parteiführung und Most entwickelte sich zum anarchistischen Agitator. Zeit seines Lebens hat Most eine unermüdliche Energie für den Kampf um politische und soziale Emanzipation der Arbeiter an den Tag gelegt, was ihm gleichermaßen Freunde und Feinde schuf, für ihn oft aber auch bedeutete, auf einem einsamen Posten zu stehen. Im Vortrag soll seine Biografie skizziert und dabei insbesondere ein Fokus auf sein Verhältnis zur Sozialdemokratie und Marxismus sowie seine Stellung innerhalb der anarchistischen Bewegung gelegt werden.

Ein Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dissidenten der Arbeiterbewegung“.