Tag-Archiv für 'politik'

armut in deutschland. die tafeln und das almosenregime der scham.

Fr | 6. Juni 2014 | 19 Uhr | Melanchthonianum | Uniplatz | Halle

Armut in Deutschland. Die Tafeln und das Almosenregime der Scham

Stefan Selke

„Die Tafeln“ sind mittlerweile eine feste Größe im Alltag vieler Menschen. Entstanden als Nothilfe für Obdachlose sind die Tafeln zu einem System im System geworden. Sie sichern in nicht wenigen Fällen die tägliche Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die MitarbeiterInnen arbeiten vorzugsweise ehrenamtlich und verteilen Waren, die aus dem Wirtschaftskreislauf fallen.
Stefan Selke wird in seinem Vortrag einen kritischen Blick auf die Tafelbewegung werfen, an die in den letzten Jahren zunehmend Elemente des Sozialstaats outgesourced wurden – aus dem Anrecht auf Versorgung wurde der Bittgang um Almosen. Von Jobcenter und ARGE oder später mit niedriger Rente an die Tafeln verwiesen, werden die Menschen vom Staat abgestoßen – die Pfeiler des Tafel-Systems sind „Ehrenamt“ und unternehmerisches Kalkül von Firmen, garantierte Leistungen werden ersetzt durch zufälliges privates Engagement.
Ein solches Angebot einer „Armutsökonomie“ wird laut Selke inzwischen auch von Politikkonzepten vereinnahmt, die offensichtlich nicht die Armutsüberwindung und die Stärkung sozialer Gerechtigkeit im Sinn hätten. Und Wirtschaftsunternehmen betrieben mit ihrem Engagement eine Art Social Washing, indem sie durch die Unterstützung der Tafeln ihr soziales Image aufmöbelten.
Die gleichzeitige mehrheitsgesellschaftliche Stigmatisierung von Armut forciere Angst und Scham derjenigen, die auf die Tafeln angewiesen seien, sie fühlten sich „wie Dreck“, wie in der „untersten Schublade“ und schämten sich, Essen von den Tafeln zu holen. Die Scham verhindere dabei ein selbstbewusstes Agieren, ein Einfordern dessen, was einem zusteht, und die solidarische Organisierung mit anderen Betroffenen.

[alv halle]

carl schmitts faschistischer begriff des politischen und seine nachwirkung in der gegenwart.

Die | 3. Juni | 19 Uhr | Universität Leipzig | Hörsaalgebäude | Hörsaal 8 | Leipzig

Carl Schmitts faschistischer Begriff des Politischen und seine Nachwirkung in der Gegenwart

Vortrag und Diskussion mit Ingo Elbe

Carl Schmitt (1888-1985) gilt heute nicht nur der Neuen Rechten als Meisterdenker, auch einige Linke sehen in ihm den Begründer einer wegweisenden Theorie ‚des Politischen‘. Der Vortrag skizziert dagegen kritisch den faschistischen Gehalt von Schmitts Politik- und Rechtsbegriff. Schmitt formulierte eine Kritik an bürgerlichen Rechtsprinzipien von rechts, die auf die Legitimation von autoritären Regierungsformen abzielte. Außerdem vertrat er einen auf Feindschaft und Krieg und letztlich in der Feier des möglichen Opfers des Individuums resultierenden Begriff des Politischen, mit welchem unter anderem die systematische Entrechtung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus gerechtfertigt wurde. Der Vortrag soll weitergehend zeigen, in welcher Form dieses Denken in den heutigen Debatten über die ‚Selbstbehauptung des Rechtsstaats‘ und über den ‚Kampf gegen Kosmopolitismus und Universalismus‘ aufgegriffen und fortgeschrieben wird.

Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. Er ist Mitherausgeber des Bandes „Anonyme Herrschaft. Zur Struktur moderner Machtverhältnisse“ (Münster 2012). 2014 erscheint die von ihm mit herausgegebene „Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie“ im de Gruyter-Verlag.

[http://akgesellschaftskritik.wordpress.com/]

alles neu mit rohani? das iranische regime und die bedrohung israels.

Mi | 28. Mai | 19 Uhr | Hörsaal 8 | HSG | Universitätsstraße 3 | Universität Leipzig

Alles neu mit Rohani? Das iranische Regime und die Bedrohung Israels.

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat

Hätte das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa, Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten, und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht mehr existieren. Als eines der maßgeblichen Schwellenländer und eine regionale Großmacht wurde der „Islamischen Republik Iran“ in den letzten 30 Jahren von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet. Mit dem Genfer Abkommen, das im November 2013 zwischen dem Iran und den permanenten UN-Sicherheitsratsmitgliedern plus Deutschland abgeschlossen wurde, hat das Ayatollah-Regime, nach Jahren der internationalen Isolierung, einen ungeheuren diplomatischen Erfolg erzielt. Im Austausch für ein paar kosmetische Zugeständnisse wurden die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen erheblich gelockert.

Ist es durch den neuen Präsidenten des iranischen Regimes zu einem Strategiewechsel gekommen oder steht Hassan Rohani nur für eine neue Taktik der Teheraner Machthaber? Ist Rohani ein „Hoffnungsträger“ oder lediglich das „freundliche Gesicht des Terrors“? Was bedeuten Rohani und sein Kabinett für die iranische Opposition und die Machtkämpfe innerhalb des Regimes? Wie kann Israel und wie soll der Westen auf die veränderte Situation reagieren? Und wie ist der Atomdeal einzuschätzen, der in Genf mit dem iranischen Regime geschlossen wurde, und der derzeit in Wien weiterverhandelt wird?

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Mitbegründer des Bündnisses STOP THE BOMB, Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer.“ sowie von „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung.“. Ein ausführlicher Beitrag von ihm zum Thema ist im Heft 3 der Zeitschrift „sans phrase“ erschienen.

[Arbeitskreis Gesellschaftskritik | Studentische Initiative an der Universität Leipzig]

kontroversen über gesellschaftstheorie.

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Do | 24. April 2014 | 18:30 Uhr | Conne Island | Koburger Str. 3 | Leipzig

Kontroversen über Gesellschaftstheorie
Diskussionsveranstaltung der Zeitschrift »PROKLA«

Am 24. April stellt die PROKLA zwei ihrer aktuellen Hefte vor. AutorInnen und Redakteure diskutieren gesellschaftstheoretische Kontroversen: Was bedeutet (kritische) Gesellschaftstheorie? Was sind zentrale Kontroversen und wo liegt ihre aktuelle Relevanz? Wie lässt sich der Zusammenhang verschiedener Herrschaftsverhältnisse gesellschaftstheoretisch denken – und welche Rolle spielen dabei gesellschaftstheoretische Überlegungen im Anschluss an Marx und den materialistischen Feminismus? Aktualitätsbezogen wird es dabei auch um die Frage gehen, welche Konsequenzen sich hieraus für das Verständnis der Krise, den Zusammenhang verschiedener Krisentendenzen zusammen und für politische Strategien ergeben.

Es diskutieren:

Julia Dück (Berlin)
Etienne Schneider (Wien)
Alex Demirovic (Frankfurt/Main)

Moderation: Christian Schmidt (Leipzig)

Die PROKLA publiziert seit 1971 zu Themen aus den Bereichen der Politischen Ökonomie, der Politik, Sozialgeschichte und Soziologie. Mehr Info zur PROKLA im Internet unter www.prokla.de

keine hoffnung, nirgends? die syrische tragödie.

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Mittwoch | 19. Februar 2014 | 19:00 Uhr | Hallescher Saal | Universitätsring 5 | Halle (Saale)

Keine Hoffnung, nirgends? Die syrische Tragödie

Was im Frühjahr 2011 als friedlicher Protest der Zivilgesellschaft und “Syrischer Frühling” begann, ist aufgrund der gewaltsamen Zerschlagung durch das syrische Regime unter Baschar Al-Assad zu einem unübersichtlichen Bürgerkrieg eskaliert. Dieser geht mittlerweile ins vierte Jahr und seine Bilanz ist furchtbar: Der Krieg hat bisher weit über 100.000 Tote gefordert, Zehntausende wurden vom Regime verhaftet, gefoltert und verschleppt und mehr als 2,3 Millionen Menschen sind aus dem Land geflüchtet. Die zunehmende Radikalisierung durch eine Konfessionalisierung des Bürgerkrieges und eine Vielzahl externer Akteure, die entweder das syrische Regime oder die Oppositionellen unterstützen, machen eine Lösung des Konflikts schwierig. Zudem droht durch diesen Stellvertreterkrieg auf syrischem Boden die Destablisierung der gesamten Region.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion geht es daher zunächst um eine grundlegende Betrachtung und Einordnung der Situation vor Ort, bevor diskutiert wird, welche Rolle die Weltgemeinschaft vor dem Hintergrund der humanitären Katastrophe spielt. Welche Perspektiven gibt es für Syrien und welche Zukunftsszenarien sind denkbar? Und was kann und muss Deutschland tun, um der Zivilbevölkerung in Syrien und außerhalb Syriens zu helfen?

Wir diskutieren mit:

Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik, MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Mayada Al-Khalil, Aktivistin bei „Adopt a Revolution“, Mitglied des Syrian Women’s Network
Muriel Asseburg, Stiftung Wissenschaft und Politik

Moderation:

Antonie Nord, Heinrich-Böll-Stiftung

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, des Friedenskreis Halle e.V. und der muslimischen Hochschulgemeinde Halle (MHG).

leben und werk thomas harlans.

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Dienstag | 18. Februar 2014 | 19:00 Uhr | B12 | Braustrasse 20 | Leipzig

Leben und Werk Thomas Harlans

Vortrag und Film

VORTRAG AB 19 Uhr // FILM »NOTRE NAZI« AB 20 UHR

Thomas Harlans Herkunft als Sohn von Veit Harlan, des Jud Süß Regisseurs, war ihm in mancher Hinsicht Anlass für sein Schaffen. In den 1960er-Jahren recherchierte er NS-Verbrechen in polnischen Archiven, die zu etwa 2000 Anzeigen führten, arbeitete eng mit dem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zusammen, später unterstützte er Widerstandsbewegungen und Umstürze in der ganzen Welt (etwa in Chile, Portugal, Mocambique). Thomas Harlan ist Autor und Regisseur von zahlreichen Filmen, Theaterstücken, Erzählungen und Romanen.

Robert Kramer drehte seinen eigenen Film über Harlans provokatives Projekt: Notre Nazi dokumentiert die Dreharbeiten zu Wundkanal, einem sozialen Experiments, in dem Kinder von Opfern und Täter auf einen wirklichen Täter treffen und das über den fiktiven Prozess in Wundkanal hinausweist.

Chris W. Wilpert gibt eine Einführung und Einordnung in Thomas Harlans Werk und Person. Die beiden Filme Wundkanal und Notre Nazi können nicht ohne einander stehen und es wird empfohlen, sich beide Filme anzusehen. Nach dem Film soll es Raum für eine Diskussion geben.

Chris W. Wilpert ist Mitherausgeber der testcard und promoviert an der Universität Bamberg zur Geschichtsphilosophie in Thomas Harlans Prosawerken.

protest & projektion. der weltweite aufstand.

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Samstag | 18. Januar 2014 | Dachritzstraße 6 (Institut für Musik) | Halle an der Saale

Protest & Projektion – Der weltweite Aufstand
Konferenz der AG Antifa

Es ist noch nicht lange her, da konnte teils kritisch, teils beruhigt erklärt werden, dass sich die Menschen ihrem Schicksal willfährig ergeben und nicht daran denken, geschichtsmächtig zu werden. So blieb nicht nur der Kampf um Befreiung aus. Auch die Apokalypse, die als Kollektiv losgelassene Einzelne ohne weiteres auszulösen imstande sind, ließ glücklicherweise auf sich warten. Inzwischen ist die Zeit, in der von den lethargischen Massen geschrieben werden konnte, jedoch vorbei. An allen Ecken und Enden der Welt kracht es. Von Rio bis Kairo, von Göteborg bis Athen und von Stuttgart bis Istanbul: Als hätten sie die Parole vom „kommenden Aufstand“, die eine französische Situationistengruppe vor einigen Jahren ausgab, als Aufforderung begriffen, ziehen die Menschen überall auf die Straße. Mal bringen sie ihre Isomatten und Zelte mit und besetzen den öffentlichen Raum, mal zerlegen sie die Innenstädte. Taz, Zeit, Spiegel und Co. behaupten, einen weltweiten Kampf für Demokratisierung und mehr Bürgerbeteiligung zu erkennen; die radikale Restlinke will in den Krawallen, Kämpfen und Platzbesetzungen die Vorboten der Weltrevolution sehen: So setzten sich die schlechter verdienenden Genossen schon bald nach dem Beginn der Proteste in Busse und fuhren als Krawalltouristen nach Griechenland; die besser Betuchten flogen nach Kairo oder Tunis.

Zumindest einige Nachrichten vom weltweiten Aufstand wollen allerdings nicht so recht mit der euphorischen Deutung von einem „neuen 1968“ zusammenpassen, von dem einige Beobachter sprechen. In einigen Ländern haben sich Islamisten an die Spitze der Proteste gestellt; auf dem Peloponnes und den griechischen Inseln mischen Neonazis kräftig mit, während ein Teil der Linken die Juden für die Übel der Welt verantwortlich macht. Auch im Syrischen Bürgerkrieg ist die Unterscheidung zwischen den good und den bad guys nicht mehr möglich. Wer gegen Despoten, Tyrannen und elende Verhältnisse anrennt, tut das nicht immer mit den richtigen Mitteln, Begründungen und Zielen.

Das heißt: Entweder hat die Rede vom „neuen 68“ weniger mit der Situation in Ägypten, Griechenland, Spanien, Syrien usw. zu tun als mit den Wünschen und Sehnsüchten der hiesigen Öffentlichkeit. Oder aber die landläufigen Vorstellungen von 1968 als dem Jahr von Liberalisierung, Demokratisierung und dem Ausbruchsversuch aus den versteinerten Verhältnissen müssen revidiert werden. Auch hierfür spricht einiges. Zumindest mit Blick auf Ägypten und Syrien hat sich dementsprechend schon längst jene Verlaufsform abgezeichnet, die den Internationalismus hierzulande stets prägte: Der blinden Begeisterung folgt blinde Ignoranz; ohne Fehleranalyse und ohne das vorherige Paradies von Revolte und Demokratisierung auch nur noch eines Blickes zu würdigen, werden die revolutionären Sehnsüchte kurzerhand in andere Gegenden des Erdballs verlagert.

Es stellt sich damit sowohl die Frage nach den Hintergründen der hiesigen Reaktionen auf die weltweiten Aufstände als auch nach dem Charakter der Proteste: Was ist von den Riots und Kämpfen in Ägypten, Griechenland, Brasilien, Spanien usw. zu halten? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es? Warum brechen die Proteste gerade jetzt aus? Und: Welche Zukunft haben die weltweiten Aufwallungen vor sich?

Podium 1: Campen und kämpfen (12.15 – 13.45 Uhr)
Referenten: Magnus Klaue & Philipp Lenhard

Wer einen genauen Blick auf die weltweiten Aufwallungen wirft, erkennt zwei Protestformen: Die einen schnappen sich ihre Schlafsäcke und campieren auf öffentlichen Plätzen, die anderen binden sich Taschentücher vors Gesicht und ziehen mehr zerstörend als plündernd durch die Städte. Diese beiden Varianten der Erhebung scheinen für eine jeweils unterschiedliche Klientel zu stehen: In der Besetzung des öffentlichen Raums spiegeln sich die Abstiegsängste der Mittelschichten. Hier ziehen diejenigen auf die Straße, die noch etwas zu verlieren haben. Sie signalisieren durch ihre Protestform, dass sie zu bleiben gedenken. Auf der anderen Seite stehen jene, die nicht mehr absteigen können. Da sie nichts mehr zu verlieren haben, zerstören sie blindwütig alles, was ihnen in den Weg kommt: sowohl das, was sie selbst nicht mehr ertragen, als auch das, was unerreichbar für sie ist.
Magnus Klaue ist freier Autor und schreibt regelmäßig für Bahamas, Jungle World und Konkret. Philipp Lenhard ist freier Autor und Redakteur der Zeitschrift Prodomo.

Podium 2: Projektion und Praxis (14.30 – 16.00 Uhr)
Referenten: Harald Jürgen Funke & Anja Finow

Abgesehen von den Protesten gegen Stuttgart 21 und ähnliche Projekte ist der weltweite Aufstand in zweifacher Weise in Deutschland angekommen. Auf der einen Seite legt die linke und linksliberale Öffentlichkeit eine Begeisterung für die Demonstrationen in Kairo, Istanbul oder Athen an den Tag, als würde dort für die originären Interessen des hiesigen wutbürgerlichen Mittelstands auf die Straße gegangen. Auf der anderen Seite scheinen die Krise und die Aufstände dafür zu sorgen, dass vermehrt Asylbewerber und Arbeitsmigranten den Weg nach Deutschland finden. Gegen diesen Zuzug finden insbesondere im Osten der Republik längst Mini-Aufstände statt, die sich in vielerlei Hinsicht von den Ereignissen der 1990er Jahre unterscheiden und es genau aus diesem Grund ratsam erscheinen lassen, den Zustand der Republik noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Harald Jürgen Funke ist Redakteur der Zeitschrift Bonjour Tristesse. Anja Finow spricht als Vertreterin der AG „No Tears for Krauts“.

Podium 3: Gestern und Morgen (16.30 – 18.00 Uhr)
Referenten: Jan-Georg Gerber & Justus Wertmüller

Die Gegenwart verändert nicht allein die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit: Der Anfang ist immer über das Resultat vermittelt. So geben die derzeitigen Proteste nicht nur einen Vorgeschmack darauf, was hierzulande droht, wenn sich die Krise ausweitet: ein wildes Hauen und Stechen, der Rückwurf auf Clanstrukturen, die sowohl familiär als auch regional oder beruflich sein können, und eine Elendsselbstverwaltung wie sie etwa auf dem Tahrir-Platz beobachtet werden konnte, wo Fußballhooligans über Ordnung, Sauberkeit und die korrekte Entsorgung der Fäkalien wachten. Zugleich legen die stetigen Vergleiche mit der Revolte von 1968 nahe, dass sich auch damals ganz andere historische Triebkräfte Geltung verschafften als von den Parolen der Protestbewegung nahegelegt wurde: Triebkräfte, die möglicherweise denen ähneln, welche die Menschen heute weltweit auf die Straßen und Plätze strömen lassen.

Jan-Georg Gerber schreibt u.a. für Bahamas und Jungle World. Justus Wertmüller ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas.

[http://antifa.uni-halle.de/]

informell. adornos posthumer beitrag zur deregulierung.

Freitag | 18:00 | Vortragssaal | Universitätsbibliothek Albertina | Leipzig

Informell. Adornos posthumer Beitrag zur Deregulierung

Vortrag mit Christoph Türcke

Es gibt Punkte, an denen ästhetische Theorie direkt in politische Theorie umschlägt, zum Beispiel wenn man den Begriff „Informell“, wie Adorno ihn versteht, zum „informellen Sektor“ in Beziehung setzt, der als ein Wahrzeichen der neoliberalen Deregulierung gelten kann.

Organisation:
Studienstiftung des deutschen Volkes e.V.
Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig

play with fire II.

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Play with Fire II. Veranstaltungreihe zu Pop und Politik in Chemnitz.

“Fight for your Right to Party!”

Die verbale Spitze der Oberbürgermeisterin von Manchester Elaine Boyes bei ihrem Besuch im Mai in Chemnitz, die Stadt sei zwar recht schön, “nur ein paar Bars im Nachtleben vermisse ich” zeugte vom Aufeinanderprall zweier Welten. Die Politikerin der britischen Metropole trägt das Nachtleben ihrer Stadt samt popkultureller Identität stolz vor sich her, wobei schon seit Jahren wenig musikalisch Interessantes aus der Stadt zu hören ist, die ironische Verarbeitung des Chemnitzer Lebenselends durch fünf seiner Einwohner hingegen wird zwar zum Charterfolg, aber diese Schwalbe macht in Chemnitz noch lange keinen Popsommer. Im Gegenteil, die Debatte um vermeintlichen Kulturlärm und die drohende Schließung des Clubs Atomino deuten an, dass der von manchen Kreativen erträumte Wandel des sächsischen Manchester zur Kulturwirtschaftsstadt verendet, bevor er überhaupt begonnen hat. Damit steht Chemnitz aber nicht alleine da. Die Entwicklungen im Saarland oder Ruhrgebiet verlaufen ähnlich.
Die aktuelle Auseinandersetzung um die drohende Schließung des Clubs Atomino fördern nicht allein die tiefen Risse um die Fragen der Stadtentwicklung in Chemnitz zutage sondern weiter gehend auch die Frage nach der Rolle von Popkultur in einer nachmodernen Gesellschaft. Wie protest-, kritik- und politikfähig ist die Kulturszene?
Dass Chemnitz als “schrumpfende Stadt” von den auch andernorts festgestellten Problemen wegbrechender sozialer und kultureller Perspektiven und Potentiale stark betroffen ist, spürt jede_r, die/der hier etwas auf die Beine stellen will. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Wissen, Geld, Technologie, Connections sind rar. Die Musikkultur stirbt ab. Größere Bands machen meist einen Bogen um die Stadt. Zu wenig Besucherpotential.

“Some Old Bullshit”

Zuweilen ist es aber sogar von Vorteil, dass mangels gehobenen Stils die sozialen Konflikte in der Stadt greller aufscheinen als andernorts und sich Chemnitz ein Image als Kulturstadt gleich abschminken kann. Aber sie tun das selten unmittelbar, sondern auffallend zuerst durch die besondere Schäbigkeit von Rechtfertigungen und Argumentationen.
Schuld sind vermeintlich immer die anderen, z.B. wenn ein Vermieter seine Rechtsklagen wegen Clublärms nicht etwa ehrlicherweise damit begründet, selbst gutes Geld verdienen zu wollen, wie im Kapitalismus üblich, sondern damit, dass er Existenzangst habe, die Kredite bei den Banken nicht mehr bedienen zu können und er Probleme mit seinen Mietern wegen des Krachs habe. Dieser Unternehmer neuen Typs ist seinem Selbstbild nach kein tätiger Mensch mehr, sondern selbst Opfer lärmender Kulturbaggage, eiskalter Banker und frecher Mieter_innen.
Allerdings verstellt die besondere Rolle von Kultur in der Gesellschaft den Kulturleuten selbst dauernd die Perspektive auf ihr solchen Partikularinteressen widerstreitendes Eigeninteresse. Kulturarbeit soll sozialen Frieden produzieren, Frustrationen und Unglück sollen ihren gemäßen künstlerischen Ausdruck finden. Freie Kulturarbeit in Chemnitz ist im wesentlichen Sozialarbeit. Diese erkennt aber nicht ihre Position in der sozialen Hierarchie, sondern fällt selbst ein Stück weit auf ihre Gemeinwohlargumentation herein, die sich jede_r Aktive darin zulegen muss, um politisch über finanzielle Mittel mitreden zu können.

“Sabotage”

Tatsächlich muss die Strategie der Kultur- und Sozialarbeitsakteure aber zweigleisig sein und damit zwangsläufig schizophren. Sind die Akteure zu brav und kooperativ, befrieden zu erfolgreich, stören nicht mehr, wird mit ihnen Schlitten gefahren. Nur wenn der Kulturbetrieb tatsächlich die sozialen Konflikte in Auseinandersetzungen gleichzeitig befriedet und thematisiert, bleibt es auch im Interesse der Verwaltung einen prekär funktionierenden freien Sektor am zehrenden Leben zu erhalten.
Bis dato hat man sich im freien Kulturbereich eher an die fleißige Verschönerung der schrumpfenden Stadt gemacht, versucht immer weiter auseinanderbrechende soziale Strukturen notdürftig zu kitten. Ein Lesecafe in einer toten Straße da, ein Kulturzentrum zwischen Bürgerviertel und Plattenbaugegend hier. Ihre Abhängigkeit vom Staat führt meist dazu, dass Kulturschaffende einerseits die soziale Not spüren und artikulieren, die Form der Artikulation andererseits aber als engagierte Verhübschung der Verhältnisse funktioniert. Und dies verhindert trotz alledem nicht, dass die freie Kulturszene aus dem Blickwinkel einer autoritären und konservativen Bevölkerungsgruppe als Stör- und Bedrohungsfaktor wahrgenommen wird.
Mit der in den letzten zehn Jahren immer wieder aufkommenden Diskussion um eine Kreativwirtschaft hat das weniger zu tun als mit deren Absterben. Kulturschaffende werden im Allgemeinen weder als Motoren, noch als Bremse wahrgenommen, sondern entweder als gelittene Unterhalter_innen oder als unverständlicher Komposthaufen auf dem dann allerbestenfalls irgendwie irgendwo irgendwann wirtschaftlich Verwertbares gedeiht, jedenfalls aber sind sie soziale Manövriermasse.

“No Sleep Till Brooklyn”

Der in dieser Klemme meist geäußerte Wunsch danach, in einer lebendigen Stadt leben zu wollen, ist so diffus wie das Bekenntnis, sich dafür aufzureiben. Lebendigkeit ist noch keine qualitative Bestimmung darüber, was neben Schlafen, Essen und Sex noch passiert. Aber genau deswegen ist der Begriff dazu geeignet, an einen vermeintlichen Gemeinsinn zu appellieren, der im Kapitalismus nur als Ideologie existiert. Der positive Bezug auf die Region, so selbstironisch gebrochen er auch immer sei, droht grundsätzlich den Blick auf soziale Widersprüche und Konflikte zu versperren, die eben nicht nur in der großen weiten Welt existieren, sondern auch ganz konkret vor Ort. Es besteht für jeglichen Lokalpatriotismus die Einbahnstraße entweder zur beleidigten Leberwurst oder zum Größenwahn. Der Rückbezug des eigenen kulturellen Schaffens auf den Ort an dem es stattfindet wohnt der Kulturwirtschaft mit lokalen Clubs, Spielstätten, Bars, Treffpunkten aber tendenziell inne. Kein Club mag seine Gäste schon im Einladungstext daran erinnern, dass sie sich ja gegenseitig eigentlich nicht abkönnen dürften, aufgrund verschiedenster sozialer Konkurrenzen. Im Gegenteil machte gerade das stillschweigende Einverständnis darüber, sich nicht einig zu sein, es aber im Club nicht eskalieren zu lassen, das aus, was man bürgerliche Öffentlichkeit nannte. Heute bedeutet Kulturarbeit aber weniger Einladung zu gepflegter bürgerliche Konversation, sondern vielmehr Krisenverwaltung in Eigenregie. Dem entspricht dann auch die äußere Wahrnehmung der Spielstätten als Risiko, soziale Brennpunkte, Quellen unliebsamer Emissionen, Auswüchse eines dekadenten Asphaltdschungels, getreu dem Motto “Eure Armut kotzt mich an.”

“Being bad news is what we’re all about”

Weniger als vom bürgerlichen Glücks- und Freiheitsversprechen handelt Popkultur heute tatsächlich von Krise, Verzweiflung und Zerfall (“Summertime Sadness”). Deswegen liegt der Konflikt um Kulturlärm viel tiefer als seine aktuelle Selbstinszenierung als der Aufeinanderprall zweier Lokalpatriotismen, der der Ruheliebenden und der der Lauten. Auch das Missverständnis des Konflikts als ein vermeintlicher Konflikt der Generationen ist ähnlich falsch gelagert. Vielmehr wird der Zerfall der Gesellschaft in Perspektivlosigkeit und Paranoia deutlich.
Das der Protest gegen das Zuschnüren lauter Öffentlichkeit aktuell so seltsam naiv bleibt, hat selbst etwas damit zu tun, wie sich innerhalb der Popkultur in den letzten Jahrzehnten die Perspektiven verschoben haben, sie selbst Teil gesellschaftlicher Isolation geworden ist. Die starke Prägung des Pop durch die Auseinandersetzungen gegen Rassismus in den USA mit seiner Herkunft aus der afroamerikanischen Tradition von Kirchenmusik, Soul und Jazz verlieh ihm besonders in den 60er Jahren eine stark universalistische und individualistische Perspektive im Sinne der amerikanischen Verfassung – es ging um das gesellschaftliche Recht jedes Menschen auf die eigene Suche nach Glück. Diese klaren Kategorien von Einzelnem und Allgemeinem in ihrem Auseinanderklaffen verschafften dem Pop das Potential, selbst kritische Restvernunft stiften zu können, wie beispielsweise im Ruf von Aretha Franklin nach zwischenmenschlichem “Respect”, der auch als Ruf nach gesellschaftlichem Respekt gelesen wurde, in den städtischen Wimmelbildern der Beatles in “Penny Lane”, den Zynismen der “Rolling Stones” oder den Protestsongs eines Bob Dylan. Es waren beide Ebenen, individuelle und gesellschaftliche, im Pop als differenzierte Ebenen präsent.

“Ill Communication”

Einhergehend mit dem Scheitern des keynesianistischen Sozialpaktes in den westlichen Nationalstaaten hin zu einer neoliberalen Wettbewerbsideologie in den 1970er und 1980er Jahren verschob sich auch im Pop, durch die Fragmentierung in viele kleine und kleinste Subszenen, die Perspektive weg vom Konflikt ums große gesellschaftliche Ganze. Pop wurde zum “Mainstream der Minderheiten”, zum Schlachtfeld vereinzelter Abwehrgefechte (“Alles was ich will ist nichts mit Euch zu tun haben”), in dem jeder einzelne Mensch die Konflikte an sich selbst durch einen bestimmten Lebensstil zu lösen versucht, sei er nun hedonistisch oder spartanisch, prollig oder exaltiert, christlich oder satanistisch oder alles zusammen gleichzeitig. Während “Rock’n’Roll”, “Beat”, “Psychedelic” noch bestimmte historische Phasen der Popmusik bezeichnen, sind “Punk”, “Hardcore”, “Gothic”, “HipHop”, “Techno”, “Indie” nur mehr Bezeichnungen für Popfraktionen und Identitätskonzepte.
Letztere verfügen nicht über einen Begriff von kapitalistischer Gesellschaft und Individualität als widersprüchlichem Verhältnis. Vielmehr wird die überall geltende kapitalistische Ausbeutungs- und Verwertungslogik in konkreten Feindbildern (Miethaie, Musikmanager, McDonaldsverkäufer) verdinglicht. Dem werden die eigenen Lebensentwürfe entgegengehalten, was dazu führt, dass kaum noch jemand kritisch sein eigenes Leiden zum Leiden aller in einem Verhältnis denken kann. Fluchtpunkte bilden Wunschbilder einer heilen oder auch harten unerbittlichen Natur der Welt und des Menschen, der Wunsch nach einer Flucht in Traum- und Glaubenswelten.
Der Traum einer netten kapitalistischen Kreativwirtschaft mit “kleinen geilen Firmen”, Indieplattenfirma, Programmiererbüro, Grafikdesignagentur, in denen eine private Utopie ausgelebt werden kann, ist aber geplatzt. Das Phänomen “Hipster” könnte ein Ausdruck dessen sein. Über eine feste Identität als Punk, Metaller, HipHopper wird hier geschmunzelt und auch die eigene Rosinenpickerei in den Weiten der Musik und Mode wird so ernst genommen wie gleichzeitig persifliert. Die Differenzen subkultureller Stile untereinander sind mittlerweile stark verschliffen, zugunsten der Identität von StilbastlerInnen und sozialen Einsiedler_innen, die sich auch politisch anders organisieren als ihre “autonomen” Vorgänger_innen. Die Organisation ist im Zustand sozialer Verelendung schwieriger geworden.

“Check Your Head”

Auf genau diese Probleme stößt man jetzt auch in Chemnitz in der Diskussion um laute Clubs. Die Protestpraxis muss es am Ende zeigen, wie organisations- und konfliktfähig die Leute sind, denen nicht nur ihre Treffpunkte und kulturellen Orte am Herzen liegen, sondern auch die Verteidigung der bürgerlichen Basisbanalität eines nächtlichen Gesprächs unter freiem Himmel.
Mittelfristig bedeutet dies das selbstbewußte Einnehmen eines eigenen Rechtsstandpunktes zur Verteidigung von öffentlichen Orten. Gespräche und nächtliches Lachen von Clubgästen sind nicht Flug- oder Baumaschinenlärm gleichzusetzen, der nach dem sogenannten Verursacherprinzip zu bekämpfen ist, wie es Chemnitzer Jurist_innen scheinbar gern hätten. Clubbetreibende sollen weit über ihre mögliche Sorgfalt für banale menschliche Handlungen haftbar gemacht werden, für die sich niemand rechtfertigen sollen müsste.
Popkultur provoziert nach wie vor tausende Fragen über das warum ihrer ästhetischen und erzählerischen Positionen. Dabei muss die Diskussion ganz wesentlich über die klassischen Abwehrkämpfe innerhalb von Subkulturen gegen regressive Tendenzen wie Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Homophobie hinaus gehen. Vielmehr muss die grundsätzliche Anfälligkeit der Massenkultur für menschenverachtende Ideologien verstanden werden, vor allem auch, weil die vermeintlich sicheren Gehäuse der Subkulturen nicht mehr existieren, nicht mehr in den Ästhetiken und immer weniger eben auch in der Form von schützenden Räumen. Es geht tatsächlich dringend um das Verständnis des gesellschaftlichen Ganzen und seiner Kritikwürdigkeit. In der geplanten Veranstaltungsreihe versuchen wir die kritische Auseinandersetzung in und mit Popkultur ein wenig voranzutreiben. Die Frage nach Politikkonzepten und Ideen von Individualität und Identität in Pop- und Subkulturen bildet dabei einen zentralen Aspekt.

Mi 25.9. 19 Uhr M54 im AJZ Chemnitz
“Die richtige Einstellung”
Vortrag und Diskussion mit Tilman Kallenbach (Freie Uni Bamberg) zu den Verhältnissen zwischen Pop und Politik

Über wenige Pop-Phänomene ist in letzter Zeit so inbrünstig berichtet und diskutiert worden, wie über die Stadion-Rock-Band Frei.Wild, die einigen deutschen Feuilletonist_innen dann offensichtlich doch zu rechts war. Wenn an dieser Debatte irgendetwas gut war, dann doch die Erinnerung, dass Pop doch auch irgendwie politisch ist – und diffus links. Dabei ist das Verhältnis der deutschen Linken zur Pop-Kultur ein mindestens gespanntes und schwankt zwischen der Parole „Stellt die Gitarre in die Ecke und diskutiert“ und einer ausschließlich auf den “richtigen” Lifestyle orientierten linken Subkultur. Der Vortrag unternimmt den Versuch verschiedene theoretische Zugänge der Linken zum Phänomen Pop zu skizzieren, um von dieser Basis aus, in einem zweiten Schritt aktuelle Pop-Strategien zu analysieren. Es wird die Frage gestellt: Wo und wie kann Pop Gesellschaftskritik oder Politisierungsmoment sein?
Tilman Kallenbach hat in Bamberg Pädagogik studiert und hat zum Thema seine Diplomarbeit verfasst. Er ist lose mit der freien uni bamberg assoziiert und nicht zuletzt ergebener Fan.

Sa 12.10. 19 Uhr M54 im AJZ Chemnitz
“Death and Hell”
Vortrag und Diskussion mit Sascha Pöhlmann zu Politisierungen des Black Metal

In Medien jenseits der Fachpresse wird Black Metal als Musikgenre und Subkultur nach wie vor hauptsächlich in Bezug auf Ereignisse repräsentiert, die das Bild der Szene nachhaltig geprägt haben: die Kirchenbrandstiftungen und Morde in Norwegen in den 1990er Jahren, die mit dem Versuch einer Politisierung des Black Metal einhergingen, welche nicht zuletzt in (Rand-)Phänomenen wie national socalist black metal gipfelte. Black Metal hat sich allerdings, so die These des Vortrags, nach mehr als zwanzig Jahren von diesen Gründungsmythen emanzipiert und sich zu einem globalen Genre entwickelt, das zwar ebensowenig inhärent politisch ist wie etwa Pop oder volkstümliche Musik, das allerdings genauso politisiert werden kann und zwar hinsichtlich radikal verschiedener Ideologien. Beispielsweise haben besonders US-amerikanische Bands in den letzten Jahren ökologisch-anarchistische Ideen transportiert, die den rechten Tendenzen der europäischen Vorläufer entgegenlaufen. Der Vortrag soll die verschiedenen Politisierungen des Genres beleuchten und dabei zeigen, inwiefern Black Metal in den ideengeschichtlichen und ästhetischen Traditionen der Romantik verstanden werden kann.
Sascha Pöhlmann arbeitet am Institut für Amerikanistik der Ludwig Maximilians Universität München und beschäftigt sich insbesondere mit der amerikanischen Literatur der Romantik, Postmoderne und Gegenwart.

Fr 25.10. 19 Uhr M54 im AJZ Chemnitz
“Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst.”
Vortrag und Diskussion mit Ole Löding zu Vergangenheit und Geschichtsbildern im Pop

Die politische Popmusik in der Bundesrepublik reagiert unmittelbar und direkt auf ihr gesellschaftliches Umfeld. Sie thematisiert wichtige gesellschaftspolitische Ereignisse, Kontroversen und Personalien – von der 68er-Revolte, dem RAF-Terrorismus der 70er Jahre, dem Filbinger-Skandal, der Strauß-Kanzlerkandidatur, dem Ost-West-Konflikt bis hin zur Wiedervereinigung. Gleichzeitig ist sie sehr stark von ihrem politischen Umfeld geprägt. Deshalb lässt sich an ihr der kulturelle Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit besonders gut ablesen. Diese Wechselwirkung macht den politischen Song von den 60er Jahren bis zur Gegenwart zu einem präzisen Seismograph, an dem sich der Stand der bundesdeutschen Vergangenheits’bewältigung‘ ablesen lässt. In seinem mit zahlreichen Beispielen unterstützten Vortrag gibt Ole Löding einen Überblick darüber, wie die deutschsprachige Popmusik eine „musikalische Vergangenheitsbearbeitung“ vorgenommen hat, wie sehr stark sich der Umgang mit dem Nationalsozialismus, Geschichtsbilder, Vergangenheitsdiskurse und Aufarbeitungsdebatten seit den 60er Jahren gewandelt haben. Zu diskutieren wird u.a. sein, welche kritischen Perspektiven der popkulturellen Aufarbeitung in MIA´s Berliner Republik zu hören sind.
Ole Löding ist seit 2011 Mitarbeiter im Deutschen Musikinformationszentrum Bonn. Im Transcript Verlag veröffentlichte er das Buch: “Deutschland Katastrophenstaat. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik.”

Fr 15.11. 18 Uhr im Weltecho Cafe
“Anders als die andern Jungs”
Vortrag und Diskussion mit Robert Zwarg zum Phänomen Hipster

Kaum ein Sozialtypus hält sich so beharrlich als Hassobjekt wie der Hipster. Man ist sich uneinig, wie er aussieht, doch alle kennen ihn und niemand möchte einer sein. Einerseits scheint es sich um ein klassisches Phänomen der Mode zu handeln: man denkt an weiße, junge Erwachsene mit einem Hang zu Retro bzw. Vintage-Chic, Jungs mit Bart und Flanellhemd und Mädchen im Lolita-Look. Anderseits ist der Hipster ein beliebtes Ziel von Spott und Hass. Die Liste seiner bemäkelten Eigenschaften ist lang: Geschmäcklertum, unreflektierter Konsumismus, inhaltslose Ironie, Arroganz, Oberflächlichkeit, Unproduktivität, Vorhut der Gentrifizierung. Im Phänomen des Hipsters und dem Ressentiment, das ihn trifft – so die These des Vortrages – spiegelt sich die gesamte Gesellschaft. Die Veränderung der Arbeitswelt lässt sich an dem als Latte Macchiato schlürfenden imaginierten Kreativarbeiter ebenso ablesen, wie die Entzeitlichung der Mode und der Verfall der Subkultur. Sowohl die Chronisten als auch die Verächter des Hipsters verkennen allerdings seinen gesellschaftlichen Grund. Der Vortrag möchte den Hipster als zugleich Symptom und Produkt einer gesellschaftlichen Entindividualisierung deuten, als den Sozialtypus gewordenen Reflex auf eine reale Auflösung von Klassengrenzen, von historischem Bewusstsein und traditionellen Geschlechterrollen; kurz, als Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Entdifferenzierung.
Robert Zwarg lebt in Leipzig und ist Mitglied der Redaktion der Phase 2. Seine Texte erschienen u.a. in der Jungle World, bei beatpunk.org und der Phase 2.

Fr 22.11. 19 Uhr M54 im AJZ Chemnitz
“Personal Jesus”
Vortrag und Diskussion mit Bärbel Harju zur Geschichte und Aktualität christlicher Rockmusik

Religion als Popkultur ist vital, nicht Religion „light“. Das genuin U.S.-amerikanische Phänomen Christian Pop hat sich seit den 1960er Jahren zunächst als Subkultur in einer Art Paralleluniversum etabliert. Heute existiert in den USA nicht nur eine millionenschwere christliche Musikindustrie; auch im musikalischen Mainstream und in vormals nichtreligiösen, „agnostischen“ Subkulturen wie Punk und Hardcore fassen christliche Künstler_innen zunehmend Fuß. Zu fragen wird sein, welche subversiven Strategien Bands wie P.O.D. anwenden und wieso, um die Stigmatisierung als christliche Musiker zu umgehen, welches Wertesystem vertreten wird und wie die Künstler_innen mit Kommerzialisierung und dem Aufgehen im Universum Pop umgehen. Religion als Pop bedeutet keineswegs Verweltlichung. „Christian Pop“-Künstler setzen einen modernen Evangelisierungsstil um, indem sie subtile Botschaften in massenkompatiblen Musikstücken transportieren. Erst durch die Warenförmigkeit des religiösen Angebots wird dieses im „marketplace of culture“ konkurrenzfähig und findet sich aufgrund des kalkulierbaren Publikumansturms auf der Bühne säkularer AJZs.
Bärbel Harju ist Amerikanistin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie hat 2012 im Transcript-Verlag das Buch „Rock und Religion“ veröffentlicht.

Fr 6.12. 19 Uhr M54 im AJZ Chemnitz
“Wir hatten sehr oft Recht und zeigten das auch gern nach außen”
Diskussion mit einer Vertreterin des Conne Island (Leipzig) zum kulturbetrieblichen Alltag

Wieso betreiben Linke Jugend- und Kulturzentren? Unterstellung I: Sie sehen Politisierungs- und Emanzipationspotentiale von Pop- und/oder Subkulturen. Unterstellung II: Sie sind gern mit Freund_innen an der Bar und hören gute Musik. Unterstellung III: Sie haben nichts anderes gelernt. Unterstellung IV: Sie müssen Geld verdienen. Vermutung: Alles trifft irgendwie zu.
Aber wie werden die sich damit ausdrückenden widersprüchlichen Ansprüche umgesetzt und veräußert? Nach welchen Gesichtspunkten das Programm gestrickt, zwischen “Linken, Jugend-, Pop- und Subkulturen”? Interessant dürften in dem Zusammenhang konkrete Interventionen wie Türpolitik, Ausladungen, Flugblätter, Kampagnen und die Verortung in lokalen bis gesellschaftlichen Debatten sein. Ob und was dazu noch zu sagen wäre bzw. wann die Türen zugesperrt werden, ist in der Veranstaltung zu erfragen.
Der Titel entstammt einem Text der Broschüre “20 YRS. Noch lange nicht Geschichte” des Eiskellers.

Sa 14.12. 20 Uhr M54 im AJZ Chemnitz
“Mein Pop, Dein Pop.”
Vortrag und Diskussion mit Sebastian Levin und Christian Kohn zur Bedeutung der Kritik der Kulturindustrie für das Verständnis von Pop und Politik

Wenn nichts geht, eines geht immer: das Gespräch über Film, Musik, Theater, über bildende Kunst oder Mode als heiterer Austausch gewiss vorhandener Meinungen. Der Kulturkonservative bemängelt dann den Schund moderner Unterhaltungskultur – wer besuche heutzutage schon noch die Oper? Sein Gegenüber jedenfalls nicht, er dünkt sich kritisch und meint, dass der Rundfunk und der Tonträgerhandel von Schlechtigkeiten des »angloamerikanischen Kulturimperialismus« überschwemmt wird, der in Tokio Hotel und Scooter seine deutschen Abziehbilder fände. Und dann gibt es wieder welche, die sich mit kleinen Bands, kleinen Labels und kleinen Läden seit Jahrzehnten die »unkommerzielle«, bessere Gegenwelt zum sogenannten Mainstream basteln. Mit einer alternativen Kultur würde man unmittelbar den Hebel an die abschaffenswerte Gesellschaft legen – eine Position, die sich für Kultur als linker Praxis in den Ring begibt. Den Kulturkonservativen, wie den Poplinken – auch wenn sie sich in Wirklichkeit nicht immer klar scheiden lassen – eint meist der Umstand, Kultur ohne ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen, kapitalistischen Realität zu verhandeln. Demgegenüber wäre an die Aktualität der Kulturindustriethesen von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno zu erinnern, was der Vortrag gerne tun möchte.
Sebastian Levin und Christian Kohn schreiben für das Beatpunk Webzine (www. beatpunk.org)

Eine Veranstaltungsreihe des Alternativen Jugendzentrums und des Bildungskollektivs Chemnitz in Kooperation mit dem Weltecho.
Gefördert durch die Stadt Chemnitz im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes Chemnitz.

breathe in – break out! festival.

breathe in - break out! festival.

Montag | 5. August | 14:00 bis Sonntag | 11. August | 20:00 | Halle

CIRCLES // BATTLES // WORKSHOPS // FORUM // JAM-SESSIONS // OPEN MIC // BREAKING // RAP // SLAM // GRAFFITI // STREET ART // BEAT-BOXING // DEEJAYING // LOVE // POWER // KNOWLEDGE

--------------------- 15 COUNTRIES ---------------------------

Vom 5. – 11. August finden sich rund 1000 Personen aus 15 Ländern in Halle (Saale) zusammen, um ein Zeichen zu setzen – Künstler, Tänzer, Musiker, Aktivisten, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Deutschland, Belgien, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Slowenien, Bulgarien, Rumänien, Brasilien, Südafrika, Kenya, Ägypten und den USA. Das Festival zelebriert Hip Hop Kultur und Street Art, steht aber allen künstlerischen Richtungen offen. Es ist ein offener Raum in dem wir gemeinsam und selbstbestimmt gestalten und lernen, um die Welt zu verändern.

LINE UP:

STREET ART, GRAFFITI & SIEBDRUCK: // BEN-TEN (CHEMNITZ) // OLDHAUS & XMAN (DÜSSELDORF) // MR. DI MAGGIO (ITALIEN) FREIRAUMGALERIE (HALLE) // KLUB 7 (BERLIN) // MORKONE (ITALIEN) // PANK & RUGBY87 (BERLIN) // SPOARE (FRANKFURT) //FALK (STRAUSBERG) // ALLES JUTE (HALLE)

BREAKDANCE, STREETDANCE & CAPOEIRA: AL4AS CREW (FRANKREICH) // GRINGOS (HALLE) // ARVORE DE VIDA (HALLE) // BMC (HALLE) // DLT FAMILY (ROUMÄNIEN) // MADRID CRIMINALS (SPANIEN)

RAP, FUNK, REGGAE, SOUL & RnB: GOMA 2 (SPANIEN) // ZALEM (FRANKREICH) // SONS OF UNITY (HALLE) // ASSESINOS (HALLE/ FRANKREICH) // MOMA (HALLE) // SILVER-CITY MUSIC GROUP (HALLE) // DEUX MESSIEURS DE PHONK (HALLE) // YANNA YANSN (BERLIN) // HILDE HART (BERLIN)

DEEJAYS (HALLE): DJ McCRACKEN // SELEKTA KOALA // KAY THE FUNK, BOOMBOX // PADDLER // CASILA // CHAISE ALLSTARS // DISKOROBOT

---------- MONTAG, 5. AUGUST, 14-22h, ERÖFFNUNG -------------

14-16h Style Guide – Führung durch die Freiraumgalerie
Treffpunkt 14h Landsberger Strasse 16

17-22: La Bim Chill-in (Töpferplan 3)

Begrüssung durch das BIBO Kollektiv //Graffiti und Street Art zum mitmachen // Open Mic // Breakdance Session // Chill & Grill //veganes Essen

---------- 6.-8. AUGUST 13-17h: CREATE YOUR STYLE --------------

Steige ein in die Welt des lebendigen Hip Hop und probier dich in diesem 3-tägigen Labor der Stile aus. Ob Rap, Slam, Gesang, Trommeln, Breakdance, Capoeira, Streetdance, Newstyle, Graffiti , Siebdruck oder Street Art. Drei Tage lang sind Künstler, Tänzer und Musiker aus Halle, Deutschland und dem Ausland da, um dir ihr Können aus den verschiedenen Disziplinen zu vermitteln. Gemeinsam werden wir viele verschiedene Stile und Ausdrucksformen durchspielen und frei experimentieren. Am Ende jeden Tages stellen wir uns gegenseitig vor, was für Stile wir kennen gelernt haben. Ob jung oder alt, alle sind eingeladen, um sich im Hip Hop auszuprobieren und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen!

DIENSTAG 6. AUGUST 13-17h: REIL 78 (Reilstrasse 78)

MITTWOCH 7. AUGUST 13-17h: JUGENDKLUB BLAUER ELEFANT (Anhalter Platz 1, SILBERHÖHE)

DONNERSTAG 8. AUGUST 13-17h: DORNRÖSCHEN (Hallorenstrasse 31a, NEUSTADT)

---------------- MITTWOCH 7. AUGUST 19-21h IM ZAZIE (Kleine Ulrichstrasse 22): FILM “VOICES OF TRANSITION” MIT GESPRÄCH --------------------------

Die Folgen industrieller Landwirtschaft, die im Wesentlichen auf fossilen Ressourcen beruht, sind spürbar. Um Ressourcenknappheit, Welthunger und Klimawandel zu begegnen, müssen Alternativen her.

„Voices of Transition“ dokumentiert mit der transition-town Bewegung in Großbritannien, Frankreich und Kuba, eine dieser Alternativen. Der Dokumentarfilm zeigt, mit welch einfachen Mitteln alternative Landwirtschaft möglich ist und welchen Mehrwert sie hat. Im anschließenden Filmgespräch wollen wir über die sozial-ökologische transition-town Bewegung sprechen und fragen, wie zukunftsfähig ihre Herangehensweise für deutsche Städte sein kann und welche Organisationsformen dafür nötig sind.

Organisiert von der Heinrich – Böll Stiftung + Bibo Kollektiv

----------- FREITAG, DER 9. AUGUST, 14h-20h, REIL 78: LABOR DES KREATIVEN WIDERSTANDS // 20h- OPEN END: BASSA LOVA------------

Die Demokratie ist weltweit in der Krise. Die existierenden Formen und Räume politischer Teilhabe sind den lokalen und globalen Herausforderungen von morgen nicht gewappnet: Kriege, Armut, soziale Ungleichheiten, Klimawandel, Zugang zu Arbeit, Ernährung und Energie. Wir haben die Wahl: entweder resignieren und weiter den Status Quo hinnehmen. Oder aber wir beteiligen uns, bemächtigen uns der Lage und entwickeln kreative Lösungen.

Das Labor steht allen Menschen offen. Es hat zum Ziel, die politische Handlungsfähigkeit aller derer zu stärken, die nach den Prinzipien der Gewaltfreiheit, Hierarchiefreiheit und des gegenseitigen Respekts Gesellschaft hier und jetzt verändern wollen. Es richtet sich an alle, die Gesellschaftsentwürfe umsetzen wollen, die es Menschen auf dieser Erde ermöglichen, in Würde, frei und selbstbestimmt zu leben.

THEMEN:

- Die Revolution brauch keine Fördergelder!?
- Ist pädagogische Arbeit mit Kinder und Jugendlichen nach
anarchistischen Prinzipien möglich?
- Milieubildung bei sozialen Bewegungen: Sackgasse oder Potential?
- Aktivismus global: Welche Formen transnationaler Aktionen machen
Sinn?
- Sich organisieren ohne Organisation?!
- Kultureller Widerstand: Welche Formen und Strategien
nichtkommerzieller Kultur sind nötig und möglich?
- Kriminalisierung und Delegitimierung sozialer Bewegungen: Welche
Optionen haben wir?
- Wie die Multinationalen die Erde kochen – der Fall Afrika
- Der arabische Frühling: Systembruch oder Kontinuität?

Im Anschluss lassen wir den Abend mit Reggae, Dancehall und Dubstep Sounds von Sons of Unity ausklingen.

---------- SAMSTAG, 10. AUGUST, 14H-21H, REIL 78: ALL YOU CAN JAM //21H- OPEN END, CHAISE LOUNGE: AFTERBREAK PARTY ----------

Einlass: 13h30

14h-16h: Workshops:

Breakdance // Streetdance //Graffiti // Street Art // Rap // Poetry Slam // Siebdruck

16h-21h:

Finale BIBO Graffiti Battle // Open Mic // Alternativ-Markt für fair und ökologisch hergestellte und selbstgemachte Produkte //veganes Essen + Verkauf von Getränken

15-21h: Break out! Battles:

15-16h: Pre-Selection

16-21h: Breakdance Battle 2vs2 // Seven to Smoke Stand Up // Bboy vs DJ

ab 21h: Live Rap: Hilde Hart (Berlin) // Zalem (Frankreich) // Goma 2 (Spanien)
Yann Yansn (Berlin)

Afterbreak Party: Hip Hop // Funk‘n Soul // Electro

-------- SONNTAG, 11. AUGUST, 14-20h LA BIM: AUSKLANG ---------

Chill & grill

jamaikanisches Essen// Musik // Ideenbörse

Breathe in-Break out! (=BIBO) ist ein Projekt zur kulturellen Selbstbestimmung und Selbstbefähigung. Getragen wird es von einer selbstorganisierten Gruppe. Es gibt keine Mitgliedschaft, jeder und jede kann mitmachen. Wir entscheiden konsensdemokratisch. Einatmen, um die Welt um uns herum zu fühlen und zu verstehen. Ausbrechen um uns frei zu machen von den Fesseln der Selbsttäuschung, die uns darin hindern, Mensch zu sein und Mensch zu werden. Diejenigen, die in Hip Hop nur ein weiteres vermarktbares Produkt sehen, wollen uns glaubhaft machen Hip Hop sei Verherrlichung von Gewalt, Drogen, Sexismus und Homophobie. Das ist nicht Hip Hop. Es Hip Hop ist ein offener Raum, in den jeder und jede eintreten kann, unabhängig davon, was seine/ihre körperlichen, wirtschaftlichen, oder kulturellen Eigenschaften sein mögen.
Breakdance, Graffiti, Rap und Deejaying bilden vier Säulen der HipHop Kultur. Mit dem BIBO setzen wir die Grundwerte der Hip Hop Kultur in die Praxis um: gegenseitiger Respekt, Gewaltvermeidung, Gemeinsinn und Weltoffenheit. Die Räume, wo wir Hip Hop praktizieren, sind offen zugänglich für alle. Ob beim Training, Open-Mic, Jam-Session, Kreis oder Battle, wir sind nicht auf kostspielige Technik oder spezielle Locations angewiesen. Wir leben Hip Hop auf der Strasse, im Park und auf öffentlichen Plätzen, und je mehr dabei sind, desto besser.

DU WILLST MITMACHEN? WÜNSCHST KONKRETE INFOS? MÖCHTEST DICH ZUM WORKSHOP ODER BATTLE ANMELDEN?

WWW.BREATHEINBREAKOUT.DE