Tag-Archiv für 'nationalsozialismus'

zeitzeuginnengespräch mit henriette kretz.

Do | 26. Juni 2014 | 18:00 Uhr | Interkulturelles Konversationscafé | Emilienstr. 17 | Leipzig

Zeitzeuginnengespräch mit Henriette Kretz

Henriette Kretz wurde am 26. Oktober 1934 in einer jüdischen Familie in der damals polnischen Stadt Stanisawów (heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) geboren.
Nach dem Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die Familie vor den heranrückenden Deutschen. 1941 wurden sie eingeholt, erlebten Verfolgung und Internierung im Ghetto. Henriettes Eltern wurden schließlich vor ihren Augen erschossen. Sie selbst konnte sich verstecken und überlebte die Zeit des NS-Terrors.

Nach dem Krieg kam sie auf Umwegen nach Antwerpen, studierte Kunstgeschichte und wurde Lehrerin für Französisch in Israel. 1969 kehrt sie nach Antwerpen zurück.
Henriette Kretz ist verheiratet, hat zwei Söhne und drei Enkel. Sie interessiert sich für Politik, Literatur, Pädagogik, Malerei und Musik. Sie ist Mitglied des polnischen Vereins „Kinder des Holocaust“, dem Juden angehören, die als Kinder den NS-Terror meist in Verstecken überlebt haben.

Um ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben, hat sie ihre Geschichte in einem Buch festgehalten.

Kretz, Henriette: Willst du meine Mutter sein? Eine Kindheit im Schatten der Schoah. 2013

zelle Nr. 18. eine geschichte von mut und freundschaft.

Mittwoch | 25. Juni 2014 | 19:30 Uhr | Institut für Anatomie | Große Steinstraße 52 | Halle (Saale)

Zelle Nr. 18. Eine Geschichte von Mut und Freundschaft

Buchvorstellung

Im Spätsommer 1943 warten in der Zelle 18 der Haftanstalt Berlin-Moabit die drei Polinnen Krystyna Wituska (23), Maria Kacprzyk (21) und Lena Dobrzycka (21) auf die Vollstreckung ihrer Strafe. Vom Reichskriegsgericht wegen Spionage verurteilt, droht ihnen der Abtransport in ein Straflager oder die Hinrichtung. Mit Hilfe ihrer Mutter, die zwangsverpflichtet in Moabit als Wärterin arbeitet, beginnt die 16-jährige Hedwig Grimpe einen heimlichen sehr persönlichen Briefkontakt zu den drei jungen Frauen. Simone Trieder (Journalistin) und Lars Skowronski (Historiker, Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle) haben anhand der Briefe, die Helga im »Kleeblattalbum« durch die Bombennächte rettete, und aufgrund von Gesprächen mit der überlebenden Maria Kacprzyk die Schicksale der vier Frauen rekonstruiert.

Krystyna Wituska wurde am 26. Juni 1944 im ROTEN OCHSEN hingerichtet, ihre Leiche wurde an das Institut für Anatomie der Martin-Luther-Universität übergeben und anonym auf einem Gräberfeld bestattet.

fight back. nazidemo in merseburg stoppen.

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10 Uhr Bahnhof Merseburg. Am 21.06.2014 wollen Neonazis wieder durch Merseburg marschieren. Aufhänger ist, wie die Jahre davor, der Arbeiteraufstand vom 17.06.1953. Wie so oft versuchen sie sich in diesem Zusammenhang, gerade in Krisenzeiten, als „revolutionäre Alternative“ zum System darzustellen.

**Nationalismus ist keine Antwort…

Der, vom singenden NPD-Mann Hans Püschel verfasste Aufruf wettert in deutsch-nationaler Tradition gegen die „Glasperlenwährung wie den Euro“, Asylheime, die „wie Pilze aus dem Boden schießen“, die EU-Osterweiterung, bedient damit rassistische Ressentiments und verkauft Nationalismus als vermeintliche Krisenlösung. All dies wird dann mal eben zum „Freiheitswillen des deutschen Volkes“ erklärt, um doch noch irgendwie den Bogen zum 17. Juni und dem Thema der Demonstration zu schlagen. *Die eigentlichen sozialen Probleme wie voranschreitender Sozialabbau, Prekarisierung vieler Lohnarbeiter_Innen, Obdachlosigkeit etc., welche gerade dank der deutschen Wirtschaftspolitik europaweite Hochkonjunktur erfahren, werden dagegen wissentlich übersehen. *Letztlich bleibt es also bei der ewiggestrigen Nazipropaganda, die Sündenböcke sucht anstatt anzuerkennen, dass gesellschaftliche Probleme zu komplex sind, als dass jemand daran einfach nur „schuld“ sein kann. *Auch geht es ihnen darum, sich in Merseburg als Hegemonialmacht zu präsentieren und den „Kampf um die Straßen“ für sich zu entscheiden.

Rassismus erst recht nicht!**

Dass die Stadt Merseburg als Aufmarsch herhalten kann verwundert dabei recht wenig. Die Serie rassistischer Überfälle Ende Februar, die nur einen Bruchteil der alltäglichen rassistischen Gewalt in und um Merseburg darstellt, die darauffolgende Nazidemonstration am 01.03.2014 „Gegen Asylflut und linke Hetze“ sowie die immer neuen Schändungen der Gedenkstele für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma zeigen die Selbstsicherheit mit der Nazis in Merseburg und Umgebung agieren. Zuspruch bekommen sie unter anderem auf Facebookseiten wie „Merseburg gegen Asylanten“, wo sich Bürger aus der Mitte der rassistischen Hetze anschließen. Dass sich Nazis in Merseburg nach wie vor wohl fühlen ist unbestreitbar. Es ist daher notwendig ihre Hegemonialstellung zu brechen, damit sich alle, die nicht in das menschenverachtende Bild von Neonazis und Rassist_Innen passen, endlich frei bewegen können!

Setzt mit uns gemeinsam ein Zeichen gegen rassistische Hetze, soziale Ausgrenzung und nationalistische Engstirnigkeit! Am 21.06. in Merseburg Nazis blockieren!

[http://antifamsbg.blogsport.eu/]

nationale befreiung oder befreiung von der nation?

Do | 8. Mai | 20:00 | Reil78 | Halle

Nationale Befreiung oder Befreiung von der Nation?

Thorsten Mense

Wenn man die alltägliche Gewalt und die historischen Massengräber des Nationalismus betrachtet, verwundert es, dass es auch heute noch linke Bewegungen gibt, die im Nationalismus das Instrument zur Befreiung sehen. Tatsächlich stand – im bürgerlichen Sinne – hinter dem Konzept der Nation historisch aber auch eine emanzipatorische Idee: Es ging es darum, Untertan_innen unabhängig von Herkunft und Stand zu gleichen und freien Subjekten zu machen, die sich im freiwilligen Zusammenschluss eine rationale politische Ordnung geben. Bekanntermaßen ist daraus nichts geworden. Stattdessen wurde das revolutionäre Element des Nationalismus für die demokratische Transformation der Gesellschaft schon bald von kulturalistischen und rassistischen Grenzziehungen im Namen der Nation verdrängt. Nationalismus wurde zur ideologischen Grundlage für die Legitimation des Ausschlusses und der Gewalt gegenüber den „Anderen“. Als Zwangskollektiv lässt das Konstrukt der Nation dabei auch die „Eigenen“ nicht in Ruhe. Diese Entwicklung liegt in der Sache selbst begründet. Nationalismus stellt keine Kritik an den herrschenden Verhältnissen dar – sondern ist selber ein Teil von ihnen.

Zugleich hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg jede Revolution in nationalen Begriffen definiert. Auch bei der Befreiung vom Nationalsozialismus, die am 8. Mai gefeiert wird, wurde unter den Nationalfahnen der Alliierten gegen die nationalsozialistische „Fremdherrschaft“ gekämpft. Und selbst im globalisierten postkolonialen 21. Jahrhundert wird Befreiung weiterhin vorrangig national gedacht. Daraus ergeben sich viele Fragen: Wer soll heutzutage eigentlich von wem befreit werden? Wie kann es sein, dass baskische Kommunist_innen und deutsche Nazis beide ein „Europa der freien Völker“ fordern? Und wie kommt es, dass die Menschen bis heute massenhaft bereit sind, für diese „kümmerlichen Einbildungen der jüngeren Geschichte“ (Benedict Anderson) zu töten, zu sterben oder sich sonstwie aufzuopfern?

Thorsten Mense ist Soziologe und freier Autor (Jungle World, Konkret). In dem Vortrag wird es um Geschichte und Funktion des Nationalismus gehen, mit Fokus auf die (vermeintlich) linken Varianten und Nationalen Befreiungsbewegungen. Dabei soll seine Funktionalität in der widersprüchlichen Moderne aufgezeigt und dem Verhältnis von Befreiung und Regression im Nationalismus nachgegangen werden.

„die banalität des bösen“. das ende einer legende.

Mittwoch | 30. April 2014 | 17:00 Uhr | Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig | Goldschmidtstr. 28 | Leipzig

Gastvortrag am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V. an der Universität Leipzig

„Die Banalität des Bösen“ – Das Ende einer Legende

Richard Wolin (New York)

Richard Wolin ist Distinguished Professor of History and Political Science am Graduate Center der City University of New York (CUNY). In seinen Schriften beschäftigt er sich mit der modernen europäischen Geistesgeschichte. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem „The Wind from the East: French Intellectuals, the Cultural Revolution, and the Legacy of the 1960s”(2010); „The Seduction of Unreason: The Intellectual Romance with Fascism from Nietzsche to Postmodernism” (2004) und „Heidegger’s Children: Philosophy, Anti-Semitism, and German-Jewish Identity” (2001).

thomas brasch. der passagier.

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Montag | 21. April | 20.00 Uhr | Schaubühne Lindenfels | Leipzig

»Liebe Freundinnen und Freunde des Klubkinos

ein amerikanischer Regisseur dreht in Berlin einen Film über den Holocaust. Der Film handelt davon, dass 13 jüdische KZ-Häftlinge als Komparsen in einem Propagandafilm mitspielen sollen, der Regisseur (Tony Curtis) sucht diese Häftlinge mit Unterstützung eines Rabbiners (George Tabori) selbst aus. Am Ende sollen die Häftlinge in die Schweiz fliehen dürfen. Im Laufe der Dreharbeiten kommt es zu Komplikationen, Unsicherheiten, Misstrauen und einem Fluchtversuch, der den geplanten Ausgang des Projektes in Frage stellt. Während der amerikanische Regisseur diesen Stoff verfilmt, rückt immer mehr die Frage nach dessen Glaubwürdigkeit ins Zentrum, nicht zuletzt durch Zeugen der damaligen Ereignisse.

Anhand eines Filmes über die Entstehung eines Filmes greift Brasch die Themen von Schuldverarbeitung und Selbsttäuschung auf. Braschs Film verweist auf den Einsatz jüdischer Kopmparsen beim Dreh des Harlan-Streifens ‚Jud Süß‘.

„Politisch möchte ich in der Aussage so klar, eindeutig und radikal sein, daß ich mir möglichst viele Feinde schaffe“, hat Thomas Brasch während der Filmarbeit gesagt. Heute Abend haben wir also Gelegenheit diesen eindrucksvollen Film nicht nur zu sehen und zu prüfen, ob wir damit zu Feinden oder zu Freunden dieses Filmes werden. Zusätzlich zum ohnehin seltenen Vergnügen den Film im Kino zu sehen kommt die Freude, dass er heute Abend in *35mm *läuft!!!

*Thomas Brasch – Der Passagier**(BRD 1988, 102 min.)
**Grüner Salon der Schaubühne Lindenfels**
**20 Uhr; Eintritt beträgt 7/6 Euro*

Wir freuen uns auf euer Kommen!«

faschismus und sexualität in film und popkultur.

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So | 13 April | 8pm | UT Connewitz | Leipzig

Lecture and film: 8/6 (red.)

Faschismus und Sexualität in Film und Popkultur

Lecture von Marcus Stiglegger

Prostitution und Perversion, Dominanz und sexuelle Hörigkeit gehören zum Kernbestand der reißerisch-sexualisierenden und auf maximale Sensationsbefriedigung zielenden Themen und Motive, die das Medium Film für die Darstellung faschistischer Gesellschaften heranzieht. Ausgehend von dieser Verquickung von Sexualität, Grausamkeit und Politik wird Film- und Kulturwissenschaftler Marcus Stiglegger ans Mainstream- und Autorenkino anknüpfen. Beginnen wird er mit den siebziger Jahren und höchst ambitionierten, politisch und philosophisch aus ihrer Zeit heraus inspirierten Produktionen, zu denen etwa Pasolinis „Salò – Die 120 Tage von Sodom“ oder Viscontis „Götterdämmerung“ zählen; um dann den Unterschied zu sensationsbetonten Nachziehern zu treffen, die das vermeintliche Erfolgsrezept der prominenten Vorgängerfilme in einen softpornografischen Kontext überführen.

Anhand von Filmbeispielen führt Stiglegger ebenso zu maßgeblichen Vertretern des exploitativen und nicht-trivialen Kinos, indem er nach Funktion und Resonanz mal subtiler, mal plakativer Zitate faschistischer Symbolik in der Popkultur fragt. Welche Verwendung finden Kult- und Fetischformen des Faschismus in den Rock’n’Roll-Posen eines Marilyn Manson und der kritischen Überaffirmation der Band Laibach?

Im Anschluss: Salon Kitty (IT 1976, R: Tinto Brass, D: Helmut Berger, Ingrid Thulin, Teresa Ann Savoy, 102’, dF, 35mm)

SS-Offizier Wallenberg funktioniert das Edelbordell „Salon Kitty“ zur Abhöreinrichtung um. Ausländischen Diplomaten und hochrangigen Nazi-Funktionären werden von ebenso willigen wie parteitreuen Damen Geheimnisse entlockt. Desertationspläne werden öffentlich, eine Exekution folgt. Die Prostituierte Margharete und Puffmutter Kitty wollen dem Recht wieder zur Geltung verhelfen und beginnen, Wallenberg zu sabotieren. Neben der exzellenten Regiearbeit von Tinto Brass besticht das außergewöhnliche Setdesign von Ken Adam, der schon an Kubricks „Barry Lyndon“ mitarbeitete.

die verfolgung hallescher sinti und roma im nationalsozialismus.

Frei­tag | 11. April | 19 Uhr | Cafe Pant­ar­hei | Dach­ritz­str. 2 | Halle

Die Verfolgung hallescher Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Vor­trag von Stef­fen Tha­ter und Micha­el Vie­big

Neben Juden gal­ten auch Sinti und Roma im 3. Reich als min­der­wer­tig und zu ver­nich­ten. Aus dem Jahr 1943 sind Do­ku­men­te über­lie­fert, in denen die Ver­fol­gung und De­por­ta­ti­on hal­le­scher Sinti und Roma be­legt ist. Hier fin­den sich auch Hin­wei­se über den so­ge­nann­ten „Zi­geu­ner­la­ger­platz“ in der heu­ti­gen Ge­schwis­ter-Scholl-Stra­ße in Hal­le-Tro­tha. Auch die Jus­tiz war in die plan­vol­le Ver­nich­tung der Sinti und Roma ein­ge­bun­den. So fin­den sich in den Un­ter­la­gen des Son­der­ge­rich­tes Halle ei­ni­ge Ver­fah­ren – so­ge­nann­te „Zi­geun­er­sa­chen“ – bei denen zwei Dinge be­son­ders auf­fal­len: die An­ge­klag­ten gel­ten grund­sätz­lich als wenig glaub­wür­dig und wer­den als Men­schen zwei­ter Klas­se be­han­delt. Vor dem Ende der Stra­fe, er­folg­te ihre Ver­le­gung in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger; kei­ner der in Halle ver­ur­teil­ten „Zi­geu­ner“ kehr­te von dort wie­der zu­rück.
Stef­fen Tha­ter und Micha­el Vie­big wer­den uns in ihrem Vor­trag die Schick­sa­le hal­le­scher Sinti und Roma näher brin­gen und an Bei­spie­len zei­gen, wie die Jus­tiz einen Bei­trag zu ihrer Ver­nich­tung in Mit­teldeutsch­land leis­te­te.

Alle Veranstaltungen, Hintergründe und Infos zu den AKTIONSTAGEN GEGEN ANTIZIGANISMUS gibt es hier: http://aktionswocheantiziganismus.blogsport.de/

schauplatz der erinnerung. zur theatralen darstellung von lager und ghetto.

Do | 10. April | 17:00 | Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur | Goldschmidtstraße 28 | Leipzig

„Schauplatz der Erinnerung: Zur theatralen Darstellung von Lager und Ghetto“

Vortrag von Michael Bachmann (Mainz)

Im Rahmen des Forschungskolloquiums im Sommersemester 2014 „Geschichte choreographieren. Zur Theatralisierung der Gedächtnisse nach 1945″ (Prof. Dr. Dan Diner, PD Dr. Jörg Deventer, Stefan Hofmann) spricht Michael Bachmann (Mainz) zum Thema „Schauplatz der Erinnerung: Zur theatralen Darstellung von Lager und Ghetto“

Das Forschungskolloquium im Sommersemester 2014 widmet sich der dokumentarischen und fiktionalen Darstellung von Geschichte nach dem Holocaust. Forschungen zur Film- und Theatergeschichte haben sich in den letzten Jahren vermehrt der Abbildung historischer und politischer Ereignisse in Theater und Film angenommen. Gleichermaßen haben die Geschichtswissenschaften begonnen, die historische Betrachtung von Kunst sowie ästhetische Perspektiven auf historische Prozesse in ihre Untersuchungen zur Erforschung der Nachkriegsgeschichte mit einzubeziehen. Auch im Bereich der jüdischen Geschichte und Kultur hat die Beschäftigung mit darstellenden Kunstformen wichtige neue Erkenntnisse hervorgebracht. Anknüpfend an diese Entwicklungen sollen im Forschungskolloquium Ansätze der Gedächtnisgeschichte mit Themen der Theater- und Mediengeschichte verbunden werden. Die Vorträge widmen sich Darstellungsweisen von Geschichte in Film und Theater ebenso, wie der Wirkung von darstellenden Künsten auf gesellschaftliche Diskussionen um Geschichte. Darüber hinaus wird nach der Symbolik von Erinnerung und den mit ihr verbundenen Figuren gefragt. Damit sollen neue Perspektiven auf die Rolle von Theater und Film in Bezug auf die Wahrnehmungsgeschichte des Holocaust eröffnet werden.

Weitere Termine:

Donnerstag, 8. Mai 2014

Sabine Schülting (Berlin)
Shylock-Figurationen: Zur Problematik von Shakespeares Kaufmann von Venedig nach 1945

Donnerstag, 15. Mai 2014

Ulrike Weckel (Gießen)
Theater des Schreckens: Alliierte Filme über befreite Lager und ihre Wiederkehr im Spielfilm

Donnerstag, 19. Juni 2014

Joshua Sobol (Tel Aviv)
Staging Memory: On Theatre and Historical Remembrance

Donnerstag, 26. Juni 2014

Günther Heeg (Leipzig)
Reenacting History: Das Theater der Wiederholung

europas radikale rechte.

Mittwoch | 9. April 2014 | 19:00 Uhr | Franckesche Stiftungen | Englischer Saal | Haus 26 | Halle

Wieviel Gefahr droht Europa von rechts?

Vortrag mit Andreas Speit

In Griechenland mehren sich die Übergriffe auf MitgrantInnen, in Rumänien soll ein Ultranationalist und Antisemit zum Verfassungsrichter ernannt werden und der rechte Front National unter Marine Le Pen liegt in den Meinungsumfragen weit vor der Regierung unter François Hollande. Derzeit erstarken extreme rechte Parteien in Europa – mit möglicherweise drastischen Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl. Die Recherche von Andreas Speit (u.a. taz, Netz gegen Nazis) und Martin Langebach gibt einen Überblick über die wichtigsten Netzwerke, AkteurInnen und Subkulturen in Europa.

Im Anschluss an den Vortrag von Andreas Speit thematisieren wir die Folgen des Erstarkens rechter Kräfte auf das politische System in Europa und fragen wie dem – auf politischer und gesellschaftlicher Ebene – begegnet werden kann.