Tag-Archiv für 'lesung'

peter o. chotjewitz und die erinnerung als einspruch.

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Do | 19. Juni | 20:00 | Cineding | Leipzig

Peter O. Chotjewitz und die Erinnerung als Einspruch

Einführung in Werk und Person anhand des Romans „Mein Freund Klaus“ mit dem Verleger Jörg Sundermeier

Der Brisanz des Materials entspricht die Radikalität der literarischen Mittel. In diesem Roman liegen die Fakten auf dem Tisch. Stilsicher, kühn im Aufbau und dramaturgisch modern schreibt Chotjewitz über seinen Freund Klaus Croissant. Klaus Croissant wurde als Strafverteidiger schikaniert, als angeblicher Drahtzieher des internationalen Terrorismus verfolgt und nach der Annexion der DDR durch die Bundesrepublik 1990 wegen staatsfeindlicher Agententätigkeit abermals verurteilt. Penibel recherchiert, detailgetreu und in kühler Sprache erzählt, steht der Roman in einer Linie mit Chotjewitz’ skandalumwitterten Romanfragment über die RAF aus dem Jahr 1978 („Die Herren des Morgengrauens“). Von 1931 bis 2002 reicht der beklemmende Bilderbogen dieser deutschen Unrechtsgeschichte. Jeder Rechtsspruch ein Rechtsbruch.

2014 erschien eine Neuausgabe des Buches mit einem Nachwort von Dietmar Dath.

Am 14.Juni 2014 wäre Peter O. Chotjewitz 80 Jahre alt geworden.

Peter O. Chotjewitz wurde am 14. 6. 1934 in Berlin geboren. Nach dem Krieg Übersiedlung nach Nordhessen; dort Realgymnasium, dann Malerlehre bei seinem Vater. Später Jurastudium in Frankfurt/Main und München, Publizistik, Philosophie und neue Geschichte an der FU Westberlin. Zweite juristische Staatsprüfung 1965, seitdem als freiberuflicher Schriftsteller, Übersetzer und Jurist tätig. Chotjewitz starb am 15.12.2010 in Stuttgart.
Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: »Hommage à Frantek«, Roman (1965), »Die Insel«, Roman (1968), »Der dreißigjährige Friede«, Roman (1977); »Die Herren des Morgengrauens«, Roman (1978); »Das Wespennest«, Roman (1999), »Der Fall Hypathia«, Sachbuch (2002); »Machiavellis letzter Brief«, Roman (2003); »Alles über Leonardo« (2005).
Außerdem zahlreiche Übersetzungen aus dem Italienischen, u.a. Bücher von Dario Fo, Nani Ballestrini und Giuseppe Fava.
Im Verbrecher Verlag erschienen die Bände: »Saumlos«, Roman; »Urlaub auf dem Land«, Erzählung; »Mein Freund Klaus«, Roman, die vierbändige Reihe »Fast letzte Erzählungen« und posthum der Gedichtband »Tief ausatmen«.

[http://drift-books.de/]

kein zutritt für hinterwäldler.

So | 30. März | 21:00 | Café Wagner | Wagnergasse 26 | Jena

massigluftnachoben präsentiert: Lesung: Jonnie Schulz liest aus „Kein Zutritt für Hinterwäldler“

Hamburg im Jahre 2000. Vier Visionäre, von der Punkszene gelangweilt, schließen sich zur einzigen Country- und Western-Band von St. Pauli, Tennessee zusammen: die Butch Meier Band. Die linke Szene ist entsetzt: Schnurrbärte, Amerika-Verherrlichung, Mackertum! Doch die Band von Jonnie Schulz, Ted Memphis, Digger Barnes und Butch Meier lässt sich nicht ins Bockshorn jagen und macht alles, um die Entfaltung – den ultimativen Live-und-Kumpel-Kick – herbeizuführen: “Wir beschäftigten uns mit Musik, die niemand von uns zuvor gespielt hatte, zogen uns Klamotten an, die in unserem privaten Umfeld geächtet waren, und suchten Orte auf, an denen wir Angst hatten, zusammengeschlagen zu werden.”

“Kein Zutritt für Hinterwäldler” hält sich zu 73 % pedantisch an die Fakten, der Rest ist Countryfiction, ein Stahlbad in Wurst & Fleisch inklusive der ultimativen Senfkanone und die Bestandsaufnahme einfach jeder Mikroszene der Nullerjahre, die sich dem Trash verschrieben hat.

„Damals war uns noch nicht bewusst, dass wir in diesem Moment die Countryfication erfanden, eine Musik, mit der sich biedere Scheißbands wie The BossHoss und Texas Lightning wenige Jahre später dumm und dämlich verdienen sollten.“ Jonnie Schulz

„Vegetarisch hatten wir durchaus auch Erfolg.“ Jonnie Schulz

„Schulz gelingt das Kunststück, den hanseatischen Zungenschlag ohne Reibungsverluste in Schriftsprache umzumünzen.“ TAZ

„Ist Jonnie Schulz E.T.?“ TAZ

„Ein großes, ein wichtiges Buch.“ Jungle World

http://jonnieschulz.wordpress.com/

vom sterben vor und nach der revolution.

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Freitag | 14. März | 20:00 | Cineding Leipzig | Karl-Heine-Str. 83 | Leipzig

Vom Sterben vor und nach der Revolution

„Ein Totes im Seebolo“ beschäftigt die grundverschluffte Hauptfigur Precious, der_die in der endlich angebrochenen befreiten Gesellschaft eigentlich bloß das gesellschaftlich notwendige Maß an Müllfahrten erledigen und ansonsten der Zwei-Geschlechter-Ordnung ein Schnippchen schlagen will. Aber die Alters-WG der Kämpen aus den wilden Tagen des Kriegs gegen den Kapitalismus geben einfach keine Ruhe, bis der Krimi in Gange kommt …
Die Novelle des Leipziger Autors Gecko Neumcke ist der neuste Titel des jungen Berliner Verlags das Beben, der sich die Pflege der „Elektronovelle“, also der klassischen Form der „unerhörten Begebenheit“ im E-Book-Gewand auf die Fahnen geschrieben hat.
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Drift präsentieren die Bebner dazu noch Eva Strasser mit „Mary“, einer bösen Satire auf Hauptstadtallüren und Künstlergewese, in der ebenfalls ein Tod für Wirbel sorgt — diesmal jedoch in der schlechten alten Gesellschaft zwischen Bohème und Gentrifizierung.

Weitere Informationen unter http://verlagdasbeben.de/

sprache. macht. rassismus.

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Donnerstag | 13. März 2014 | 20:00 Uhr | Conne Island | Leipzig

Buchvorstellung: „Sprache-Macht-Rassismus“

Die in dem Band versammelten Beiträge fragen danach, welche Perspektiven und Ansätze die aktuelle Rassismus- und Kritische Weißseinsforschung für rassismuskritische Lehr- und Lebensräume bieten kann. Zugleich werden grundlegende Begrifflichkeiten sowie aktuelle Tendenzen der Rassismusforschung vorgestellt.
Der Band ist eine Zusammenfassung von Beiträgen der Tagung „Sprache-Macht-Rassismus“, die im Mai 2013 in Fulda stattfand.

Die Referentin Magdalena Marsovszky (Kulturwissenschaftlerin, Ungarn/ Deutschland) wird Grundzüge der Publikation vorstellen und den Fokus auf die Antiziganismusforschung legen.

[cee ieh]

gedenken abschaffen.

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Donnerstag | 6. Februar 2014 | 19:30 Uhr | Conne Island | Leipzig

Lesung aus „Gedenken abschaffen!“ zum Diskurs um den 13. Februar

„Gedenken abschaffen!“ fordert das Dresdner Autor_innenkollektiv Dissonanz und beschäftigt sich dabei mit einem Thema, das in Dresden nicht nur am 13. Februar umstritten ist: der Bombardierung der Stadt im Jahr 1945 und dem umstrittenen Diskurs zu Gedenken und Gedenkpolitik. Im Buch werden Mythen hinterfragt, Fakten erforscht und die nationalsozialistische Geschichte Dresdens benannt. Die Texte geben einen Überblick über Inhalte und Entwicklungen des Dresdner Gedenkens und liefern eine grundlegende Kritik an aktueller deutscher Gedenkpolitik.

Gedenken abschaffen! Kritik am Diskurs zur Bombardierung Dresdens 1945

[Antifa Klein Paris]

siehe auch: verbrecherverlag.de/buch/698

lesung aus semiya simseks “schmerzliche heimat. deutschland und der mord an meinem vater“

Samstag | 1. Februar | 16 Uhr | Meuterei (Zollschuppenstraße 1) | Leipzig

Lesung aus Semiya Simseks “Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater“

Am 9. September 2000 brach für Semiya Simsek eine Welt zusammen: ihr Vater, Enver Simsek, wurde erschossen. Zu diesem Zeitpunkt war sie vierzehn Jahre alt. Über eine lange Zeit wurden sie und ihre Familie von den Ermittlungsbehörden verdächtigt, bedrängt und ausspioniert. «Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein», sagt Semiya Simsek. Sie erzählt ihre bewegende Geschichte: die einer jungen Frau und ihrer Familie, deren Leben durch einen Terrorakt zerstört, durch Vorurteile weiter zerrüttet wurde und die dennoch stark blieb. In dem Buch schildert sie die Hintergründe des Verbrechens, der Ermittlungspannen und -irrwege. Eine Darstellung über einen der größten politischen Skandale der letzten Jahrzehnte und das aufwühlende Schicksal einer Familie.
Da Semiya Simsek in der Türkei lebt, werden wir selbst aus dem Buch vorlesen.

lesung zur novemberrevolution.

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Donnerstag | 9. Januar | 20:00 | Speicher Erfurt | Waagegasse 2 | Erfurt

Lesung zur Novemberrevolution

„Das war sicher erst der Beginn. Die wirklichen Kämpfe würden erst kommen! Ich wollte dabei sein. Ich mußte dabei sein, denn es ging auch um mich. Es ging um die Freiheit der Unterdrückten.“ Mit diesen Worten beschriebt der damals 17 jährige Maschinenschlosser Hans Lorbeer den Vorabend der Novemberrevolution. Vorausgegangen waren diesen Ereignissen der erste Weltkrieg und die Spaltung der Arbeiterbewegung und Deutschland und vielen anderen Ländern.
In diesen Tagen wurde alles angezweifelt, die ansonsten träge Masse geriet in Bewegung, die alten Führer verloren allesamt die Kontrolle über sie und einen Moment lang schien es so, als würden die Menschen wirklich beginnen ihre Geschichte bewusst zu machen.
Doch die versuchte Revolution endete im Blutbad, statt einer neuen Welt kam eine neue Regierung, an die Stelle der alten Obrigkeit trat eine neue und die Massen kehrten zurück an ihren Arbeitsplatz und in ihren Alltag.
Anhand ausgewählter Zitate verschiedener Teilnehmer und Beobachter der Ereignisse wollen wir die Geschichte der Novemberrevolution vom Matrosenaufstand in Kiel bis zur Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknecht und der blutigen Niederschlagung aller revolutionären Versuche in einer Lesung nacherzählen.

schwarze flamme.

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Freitag | 13. Dezember | 20:00 Uhr | Libelle | Kollonadenstr. 19 | Leipzig

Schwarze Flamme

Buchvorstellung

»Eine wohldurchdachte und nuancierte Studie der intellektuellen, politischen und Sozialgeschichte des Anarchismus.«
Steven Hirsch, University of Pittsburgh

Schwarze Flamme ist eine Geschichte der Gegenmacht: die Südafrikaner Lucien van der Walt und Michael Schmidt legen eine umfassende Systematik und internationale Geschichte des Anarchismus und eine Auseinandersetzung mit Kernfragen wie Organisierung, Strategie und Taktik vor.

Vom 19. Jahrhundert bis zu heutigen antikapitalistischen Bewegungen zeichnen sie anarchistische Traditionen und seine zeitgenössischen Formen nach und untersuchen anarchistische Positionen zu Rasse, Gender, Klasse und Imperialismus. Durch ihre entschieden konzeptionelle Herangehensweise stellen sie die bisherige Geschichtsschreibung in einen neuen Rahmen. Mit seinem großen Umfang und der internationalen Dimension der Materialsammlung – auch zu Lateinamerika, Asien und Afrika gibt es umfassende Informationen – darf das Buch bereits jetzt als Standardwerk anarchistischer Geschichtsschreibung gelten: systematisch, kontrovers und ausgesprochen gut lesbar.

Bereits vor dem Erscheinen auf Deutsch machte das Buch auch hierzulande Furore, weil manche Rezensenten den Anarchismus durch van der Walt & Schmidt in ein “syndikalistisches Korsett” gezwängt sehen. Dieser “konservativen Haltung der Besprechungen” entgegnen die Übersetzer im Nachwort.“

Ein Standardwerk zur Theorie und Praxis des weltweiten Anarchosyndikalismus der letzten 150 Jahre!

schwarze flamme.

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Don­ners­tag | 12. De­zember | 19 Uhr | Halle | VL | Lud­wig­stra­ße 37 | Halle

Schwar­ze Flam­me ist eine Ge­schich­te der Ge­gen­macht. Die Süd­afri­ka­ner Lu­ci­en van der Walt und Micha­el Schmidt legen eine um­fas­sen­de Sys­te­ma­tik und in­ter­na­tio­na­le Ge­schich­te des An­ar­chis­mus und eine Aus­ein­an­der­set­zung mit Kern­fra­gen wie Or­ga­ni­sie­rung, Stra­te­gie und Tak­tik vor. Ihre De­fi­ni­ti­on des An­ar­chis­mus ist nicht un­um­strit­ten. Der Über­set­zer An­dre­as Förs­ter stellt das un­längst er­schie­ne­ne Buch vor und stellt sich der Dis­kus­si­on.

Die Ver­an­stal­ter der Buch­vor­stel­lung sind die An­ar­chis­ti­sche Bi­blio­thek Halle aus dem VL-​In­fo­la­den und die FAU-​Hal­le . Die Ver­an­stal­tung wird von der Ro­sa-​Lu­xem­burg-​Stif­tung Sach­sen-​An­halt ge­för­dert.

the mamas and the papas. reproduktion, pop & widerspänstige verhältnisse.

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Donnerstag | 5. Dezember | 19:30 Uhr | Conne Island | Koburger Str. 3 | Leipzig

The Mamas and the Papas. Reproduktion, Pop & widerspänstige Verhältnisse

Buchpräsentation und Lesung mit Annika Mecklenbrauck, Lukas Böckmann sowie Jonas Engelmann und Jasper Nicolaisen

„The Mamas and the Papas“ stellt die Frage, wie sich das popkulturelle Leben durch den Nachwuchs verändert und (gefühlte) Szenezugehörigkeiten sich verschieben oder auflösen. Der Sammelband enthält unter anderem Beiträge zu Familienbildern, Beziehungen zwischen den Eltern, Grenzen und Möglichkeiten von Erziehung und Feminismus, Muttermythen und Medizintechnik. Im Conne Island stellen die HerausgeberInnen das Buch vor, Jonas Engelmann liest über die Versuche linker Kindermusik und Jasper Nicolaisen über queere Paare mit Kindern.

– Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Buchhandlung drift -