Tag-Archiv für 'krise'

zwischen hoffnung und katharsis. veranstaltungsreihe über utopien und dystopien in aktuellen kontexten.

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24. Juni – 3. Juli | Erfurt

Zwischen Hoffnung und Katharsis – Veranstaltungsreihe über Utopien und Dystopien in aktuellen Kontexten

Gesellschaftsutopien gehören schon lange zum Rüstzeug radikaler, gesellschaftsverändernder Ideen. Mit ihnen soll ausgelotet werden, welche Perspektiven sich aus einem politischen Kampf heraus entwickeln lassen, welche großen Entwürfe als Entwicklungsziele emanzipatorischen Handelns möglich wären. Gleichzeitig steckt im Ausmalen solcher Vorstellungen die Gefahr, dass ihm die Offenheit der nachrevolutionären Zukunft zum Opfer fällt.

Gegenpart von Utopie ist die Dystopie, die negative Utopie, die ebenfalls zukünftige Gesellschaftsentwürfe liefert — abschreckend, Ängste widerspiegelnd oder gefährliche Entwicklungen innerhalb von Gesellschaften zuspitzend. Die Linke hat sich in ihrer Geschichte damit eher zurückgehalten, wollte sie doch stets die positive Erzählung in den Mittelpunkt ihres Denkens stellen. Doch erlebt die Dystopie gegenwärtig vor allem in der Kunst neue Höhen. So kämpfen Utopie und Dystopie durch ihre VertreterInnen einen Kampf um die Perspektive menschlicher Gesellschaften.

In der Reihe sollen die Utopie und ihr Gegenbild aus verschiedenen Sichten dargestellt und diskutiert werden.

24.06.2014 | 19:00 Uhr | L50 | Lasallestr. 50
VON DER UTOPIE ZUR WISSENSCHAFT UND ZURÜCK – Engels, Bloch und der Sozialismus

Der Vortrag soll zum Beginn der Reihe einige Aspekte des Themenfeldes »Utopie« skizzieren und zur Diskussion stellen: In welchem Zusammenhang sah Engels in seiner bekannten Agitationsschrift die utopische Literatur und warum betonte er den wissenschaftlichen Anspruch des Sozialismus? Was hatte Ernst Bloch daran zu kritisieren und wie wollte er die Utopie dem Sozialismus wieder zuführen? Anhand der Städte-Utopie »New Babylon« und der Sozialutopie von Charles Fourier sollen Potentiale und Probleme utopischer Entwürfe diskutiert werden.

26.06.2014 | 20:00 Uhr | Offene Arbeit Erfurt | Allerheiligenstr. 9
UTOPIEN UND DYSTOPIEN IN DER NEUEREN DEUTSCHEN LITERATUR

Utopische Literatur gehört seit langem zum Ensemble literarischer Gattungen. Dabei wechselten sich mehrfach utopische und dystopische Ansätze ab. Erinnert sei an »Planet der Habenichtse«, »1984«, »Schöne neue Welt« und viele Beispiele mehr. In letzter Zeit häufen sich im deutschsprachigen Raum jedoch vor allem dystopische Ansätze. Warum dies so ist und welche utopischen Bücher dagegen halten, soll an diesem Abend vorgestellt und diskutiert werden.

30.06.2014 | 19:00 Uhr | Radio FREI | Gotthardtstr. 21
ZUKUNFTSENTWÜRFE IN AKTUELLEN SCIENCE FICTION-FILMEN

Science Fiction ist seit jeher eine Form, die bestehenden Verhältnisse mit Zukunftsentwürfen zu konfrontieren. Sowohl Entwürfe einer besseren Welt als auch Endzeitszenarien haben dabei die Funktion, auf heute aktuelle gesellschaftliche Probleme hinzuweisen. Die Orientierung auf ein Massenpublikum machen es dabei nötig, an erkennbare und mehrheitsfähige Ideologien anzuknüpfen. Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, dass in den letzten jahren fast nur noch Dystopien — bedrohliche, negative Zukunftsentwürfe — im Kino gezeigt werden? Wir widmen uns einigen Beispielen und spekulieren gemeinsam, was die Faszination an den Endzeitszenarien ausmacht, welche Probleme angesprochen werden und welche Deutungshorizonte die Filme eröffnen.

01.07.2014 | 19:00 Uhr | Veto | Papiermühlenweg 33
DIE GOLDENE ZUKUNFT – Der Mensch als Erschaffer der Welt

Klimawandel, Krankheiten, Hunger- und Naturkatastrophen — all das sind vergangene und gegenwärtige Hemmnisse, die den Menschen in seinem Streben nach Wohlstand und Leben immer wieder Grenzen setzten und setzen. Dabei kann alles so einfach sein, wenn entsprechende Technologien gefunden oder entwickelt werden, welche die Natur nicht nur beherrschen, sondern im Sinne des Menschen gestalten. Schutzschilder gegen die Sonnenstrahlung, unerschöpfliche Energiequellen, neue Tier- und Planzenarten oder der neue Maschinenmensch, der den Weltraum erkundet und erobert über biologische Begrenztheit hinaus — all das sind Technologien, die Utopisches verheißen. In ihnen sind aber auch jede Menge Gefahren angelegt. Der Vortrag gibt einen Überblick über neue Verheißungen von Technologien und deren aktuellen Stand.

03.07.2014 | 20:00 Uhr | Offene Arbeit Erfurt | Allerheiligenstr. 9
SOZIALÖKOLOGISCHE UTOPIEN DER GEGENWART

Nach dem Ende und Versagen des „real existierenden Sozialismus“ wurde häufig das Ende der Geschichte und jeglicher Utopie verkündet und beklagt. Dem ist keineswegs so! Es mag der große gesellschaftlche Entwurf fehlen, der kurz vor der Realisierung steht. Es gibt aber eine ganze Reihe von Ideen und Projekten, die den Keim einer anderen Welt in sich tragen und jede Menge „utopischen Überschuss“ produzieren. In der Veranstaltung werden einige dieser Projekte und Entwürfe vom anderen Wohnen, Arbeiten und Leben aus der ganzen Welt vorgestellt und diskutiert.

magyarische mobilisierung. antisemitismus und völkische krisenbewältigung in ungarn.

Dienstag | 27. Mai 2014 | 19:00 Uhr | Melanchthonianum | Universitätsplatz | Halle

Magyarische Mobilisierung – Antisemitismus und völkische Krisenbewältigung in Ungarn
Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat (Wien)

Ungarn scheint auf den Titel „Antisemitischstes Land in Europa“ versessen zu sein: Regelmäßig demonstrieren Nazis in Budapest, mehr als ein Drittel der Ungarn glaubt an eine jüdische Weltverschwörung und die Regierung betont die guten Beziehungen zum Iran – der Staat, der Israel auslöschen will. Auch in vergleichenden Länderstudien zur Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit und klassischem Antisemitismus erreicht die ungarische Bevölkerung regelmäßig Spitzenwerte. Der „Ungarische Bürgerbund“ Fidesz, die Schwesterpartei der deutschen Unionsparteien, hat in den letzten vier Jahren mit seiner Zwei-Drittel-Mehrheit in einem atemberaubenden Tempo eine autoritäre und auf völkische Mythen rekurrierende Umgestaltung der ungarischen Gesellschaft betrieben. Ministerpräsident Orbán agiert im scheinbar vorauseilenden Gehorsam gegenüber der offen antisemitischen und rassistischen Jobbik, in Wirklichkeit aber im gar nicht sonderlich heimlichen Einverständnis mit dieser. Der Vortrag will nicht nur auf die politische Situation in Ungarn eingehen, sondern auch auf die zentralen Entwicklungen in der ungarischen Gesellschaft eingehen, die eine antisemitische Mobilisierung möglich gemacht haben.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien, Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und Mitherausgeber von „Iran im Weltsystem. Bündnisses des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“. Ein ausführlicher Beitrag von ihm zum Thema ist im Heft 2 der Zeitschrift „sans phrase“ erschienen.

[Wahn und Verschwörung – Die antisemitische Internationale – Antifaschistische Hochschultage im Sommersemester 2014 der ag antifa im Studierendenrat der MLU Halle]

kontroversen über gesellschaftstheorie.

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Do | 24. April 2014 | 18:30 Uhr | Conne Island | Koburger Str. 3 | Leipzig

Kontroversen über Gesellschaftstheorie
Diskussionsveranstaltung der Zeitschrift »PROKLA«

Am 24. April stellt die PROKLA zwei ihrer aktuellen Hefte vor. AutorInnen und Redakteure diskutieren gesellschaftstheoretische Kontroversen: Was bedeutet (kritische) Gesellschaftstheorie? Was sind zentrale Kontroversen und wo liegt ihre aktuelle Relevanz? Wie lässt sich der Zusammenhang verschiedener Herrschaftsverhältnisse gesellschaftstheoretisch denken – und welche Rolle spielen dabei gesellschaftstheoretische Überlegungen im Anschluss an Marx und den materialistischen Feminismus? Aktualitätsbezogen wird es dabei auch um die Frage gehen, welche Konsequenzen sich hieraus für das Verständnis der Krise, den Zusammenhang verschiedener Krisentendenzen zusammen und für politische Strategien ergeben.

Es diskutieren:

Julia Dück (Berlin)
Etienne Schneider (Wien)
Alex Demirovic (Frankfurt/Main)

Moderation: Christian Schmidt (Leipzig)

Die PROKLA publiziert seit 1971 zu Themen aus den Bereichen der Politischen Ökonomie, der Politik, Sozialgeschichte und Soziologie. Mehr Info zur PROKLA im Internet unter www.prokla.de

crimethinc. let’s make anarchism a threat again.

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Fr | 18. April 2014 | 19:00 Uhr | G16 Lesecafé | Leipzig

Let’s Make Anarchism A Threat Again

Der welt­wei­te Wi­der­stand gegen die be­ste­hen­den Sys­te­me wächst und zeigt sich glei­cher­ma­ßen be­ängs­ti­gend und vol­ler Hoff­nung. Wel­che Ziele und Ideen ver­bin­den die be­setz­ten Plät­ze und bren­nen­den Po­li­zei­wa­gen von Ham­burg bis Athen und Kiew?

Ein Ak­ti­vist des Cri­me­thInc Kol­lek­tivs kommt nach Eu­ro­pa um über die an­ar­chis­ti­sche Be­we­gung in den Zei­ten der glo­ba­len Re­vol­te zu be­rich­ten.

[http://crimethinc.blogsport.de/]

warum wir eure ńächte in brand stecken.

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Fr | 11. April 2014 | 19:00 Uhr | Lesecafé | Gieszer 16 | Leipzig

Warum wir eure Nächte in Brand stecken

Diskussions-Veranstaltung

In Griechenland existiert seit Jahren die Praxis kleiner Nadelstiche, indem Gruppen von Anarchisten losziehen und eine kleine Bombe oder einen Brandsatz in ein ungeliebtes Gebäude schmeißen. Diese Minderheiten tun das offenbar mit der Absicht „Impulse der Unordnung“ in der befriedeten Gesellschaft zu erzeugen und das wieder in der Hoffnung, dass sich doch einige Risse auftun und Polarisierungen ergeben.

In einem neu erschienen Buch sind einige Schreiben einer dieser Gruppen, der „Verschwörung der Feuerzellen“ dokumentiert. Dieses informelle Netzwerk hat beschlossen, einen einheitlichen Namen zu benutzen und längere Kommunikees zu schreiben, in denen sie ihre nihilistische Strategie zur Diskussion stellen. Mittlerweile hocken viele der Mitglieder der „ersten Generation“ im Knast. Die Texte enthalten bei allen den gewählten Mitteln geschuldeten Pathos sicher einiges von Interesse.

[http://www.magazinredaktion.tk/]

europas radikale rechte.

Mittwoch | 9. April 2014 | 19:00 Uhr | Franckesche Stiftungen | Englischer Saal | Haus 26 | Halle

Wieviel Gefahr droht Europa von rechts?

Vortrag mit Andreas Speit

In Griechenland mehren sich die Übergriffe auf MitgrantInnen, in Rumänien soll ein Ultranationalist und Antisemit zum Verfassungsrichter ernannt werden und der rechte Front National unter Marine Le Pen liegt in den Meinungsumfragen weit vor der Regierung unter François Hollande. Derzeit erstarken extreme rechte Parteien in Europa – mit möglicherweise drastischen Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl. Die Recherche von Andreas Speit (u.a. taz, Netz gegen Nazis) und Martin Langebach gibt einen Überblick über die wichtigsten Netzwerke, AkteurInnen und Subkulturen in Europa.

Im Anschluss an den Vortrag von Andreas Speit thematisieren wir die Folgen des Erstarkens rechter Kräfte auf das politische System in Europa und fragen wie dem – auf politischer und gesellschaftlicher Ebene – begegnet werden kann.

griechenland hinter den kulissen.

Freitag | 28.3. | 16 Uhr | Uni Jena | Carl-Zeiss-Str. 3 | Hörsaal 9 | Jena
Samstag | 29.3. | 16 Uhr | L50 | Lasallestr. 50 | Erfurt

Griechenland hinter den Kulissen.

Ein Vortrag mit Leuten aus dem Umfeld der neuen antifaschistischen Zeitschrift „0151“ zur gegenwärtigen Situation in Griechenland und ihren historischen Wurzeln.

Bei den letzten Wahlen in Griechenland, welche im Mai und Juni 2013 stattfanden, bekam die Neo-Nazi-Partei „Goldene Morgenröte“ eine halben Million Stimmen und damit 7% aller abgegebenen. Schlimmer noch, in den Meinungsumfragen der letzten Monate bekannten 15-17% der Griechen, die Neo-Nazi-Partei zu unterstützen und bekundeten ihre Sympathie gegenüber den Aktivitäten der „Goldenen Morgenröte“. Zugleich sind Angriffe auf Migranten in Athen und anderen Städten Griechenlands in den letzten Jahren zur Normalität geworden.

Jedoch sind Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Homophobie und Faschismus auch schon während der letzten Jahrzehnte, sowie während aller vorhergehenden Epochen der nationalen Geschichte, dauerhafte Bestandteile der griechischen Gesellschaft gewesen.

Die griechische Gesellschaft weiß, wie mit Fremden umzugehen ist, und zeigt sich gastfreundlich.
Von den geschäftigen Stadtvierteln Athens bis zu den Feldern des griechischen Hinterlandes gab es in den vergangenen Jahrzehnten Erschießungen, Vergewaltigungen, Morde und Staatliche Gefangennahmen von GastarbeiterInnen, Geflüchteten und Roma. Diese Übergriffe wurden von der griechischen Mehrheitsgesellschaft unterstützt oder beschwiegen. Doch auch Andere, die von den Normen der nationalen Mehrheit abweichen (LGBTQ, FeministInnen, politische Radikale usw.), sehen sich Feindseligkeit und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt.

( „0151“ versucht sich an einer Dokumentation, Untersuchung und Zurückdrängung des Antisemitismus, des Rassismus, des Faschismus, der Homophobie und des Sexismus der griechischen Gesellschaft und ihrer Avantgarden.)

Der Vortrag wird auf English gehalten und übersetzt.

who cares? feministische ökonomiekritik in zeiten der krise.

Mo | 10. März 2014 | 19:00 Uhr | 2eK | Zweinaundorfer Straße 22 | Anger-Crottendorf | Leipzig

Who Cares? Feministische Ökonomiekritik in Zeiten der Krise.

Referentin: Anna Dohm, Berlin

In Zeiten einer massiven globalen Krise macht sich ein Wiederaufblühen feministischer Kapitalismuskritik bemerkbar. Kämpfe beispielsweise gegen Zwangsräumungen in Spanien, der Aufbau von selbstverwalteten Gesundheitszentren in Griechenland oder den Besetzungen von Theatern und Kinos in Italien verweisen darauf, dass sich die sozialen Kämpfe der letzten Krisenjahre neben den zahlreichen Generalstreiks und Streikbewegungen nicht allein um die Lohnarbeit drehen. Deutlich drehen sich die Kämpfe und das Fragen nach Emanzipation, um Belange jenseits entlohnter Arbeitsverhältnisse – in Bereichen der sozialen Reproduktion.

Damit aktualisiert sich ein altes feministisches Aufbegehren: die Frage nach dem tendenziell gesellschaftlich Unsichtbarem. Oder nach den vielen notwendigken ‘Kleinigkeiten’ des Alltags, die sich als Versorge-, Vorsorge-, Fürsorge-, Entsorge-, Besorge- und Umsorge-Arbeiten beschreiben lassen. Nicht zuletzt sind es die realen Fakten die unter Anderem darauf verweisen, dass mit zunehmenden Privatisierungsprozessen, wie beispielsweise in Griechenland durch die Krisenmaßnahmen der Troika, der Anteil an unentlohnten Pflege- und Sorgearbeiten in den Familien massiv ansteigt.

Wer macht all diese vielleicht banal erscheinenden aber so gesellschaftlich wichtigen Arbeiten? Und unter welchen Bedingungen werden sie verrichtet? Hat die Krise ein Geschlecht? Diesen Fragen wollen wir uns am 10. März gemeinsam widmen nicht zuletzt um zu fragen: Was hat das mit unserem eigenen Leben und unserem politischen Aktivismus zu tun?

magyarische mobilisierung. autoritäre und völkische krisenbewältigung in ungarn.

Montag | 27. Januar | 19 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 8

Magyarische Mobilisierung. Autoritäre und völkische Krisenbewältigung in Ungarn

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat

Der „Ungarische Bürgerbund“ Fidesz, die Schwesterpartei der deutschen Unionsparteien, betreibt mit seiner Zwei-Drittel-Mehrheit in einem atemberaubenden Tempo eine autoritäre und auf völkische Mythen rekurrierende Umgestaltung der ungarischen Gesellschaft. Sie agiert im scheinbar vorauseilenden Gehorsam gegenüber der offen antisemitischen und rassistischen Jobbik, in Wirklichkeit aber im gar nicht sonderlich heimlichen Einverständnis mit dieser. Mittlerweile liegt die in der Tradition der nationalsozialistischen Pfeilkreuzler stehende Jobbik in Umfragen zwischen 20 und 30 Prozent der Wählerstimmen. Der Vortrag will zentrale Entwicklungen in der ungarischen Gesellschaft skizzieren, einen Blick auf die Bündnispartner der ungarischen Rechtsparteien werfen und der Frage nachgehen, wie die europäischen Reaktionen auf die Entwicklungen in Ungarn einzuschätzen sind.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und Mitherausgeber von „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“. Ein ausführlicher Beitrag von ihm zum Thema ist im Heft 2 der Zeitschrift „sans phrase“ erschienen.

[Arbeitskreis Gesellschaftskritik. Studentische Initiative an der Universität Leipzig]

die transformation der demokratie in der krise.

Dienstag | 2. Juli | 19 Uhr | Zweinaundorferstr. 22 | Leipzig

Die Transformation der Demokratie in der Krise

Auf die Instabilität des Kapitalismus im Kontext der Eurokrise reagiert die EU mit einem unübersichtlichen Krisenmanagement aus zahlreichen Einzelbausteinen – etwa dem Europäischen Semester, dem Euro-Plus-Pakt, dem Six-Pack, dem Wachstumspakt, dem Fiskalpakt oder den Memoranden der Troika. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Inhalte und Mechanismen der Regelungen. Gezeigt wird, dass mit dem Bausteinsystem eine autoritäre Transformation der Demokratie vorangetrieben und Austeritätspolitik – Sozialstaatsabbau, Einschränkungen von Arbeitnehmer_innen- und Gewerkschaftsrechten oder Privatisierungen – als einzig mögliche Politik zu verankern versucht wird. Konsequenz ist neben drastischen sozialen Krisen – von Arbeitslosigkeit über Zwangsräumungen bis hin zu steigenden Suizidraten – auch eine Hegemoniekrise der europäischen Staatsapparate.

Nikolai Huke forscht zum „Staatsprojekt Europa“.

[http://prisma.blogsport.de/]