Tag-Archiv für 'kommunismus'

ein bürgerkrieg in deutschland. zu theorie und praxis des antiautoritären kommunismus 1914-1923.

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Donnerstag | 19. Juni | 20:00 | Lasallestraße 50 | Erfurt

Ein Bürgerkrieg in Deutschland – Zu Theorie und Praxis des antiautoritären Kommunismus 1914-1923

Vortrag von Seb Bronsky

»Andere mögen ihr: ›Nur nicht zu viel! Nur nicht zu früh!‹ plärren. Wir werden bei unserem: ›Nur nicht zu wenig! Nur nicht zu spät!‹ beharren.« [Karl Liebknecht]

Die russische Oktober-Revolution, die Bolschewiki, allen voran Lenin wurden von den deutschen Kommunisten bewundert, begeistert waren auch die antiautoritären Kommunisten von dem Maximalismus, der nicht nur den 1. Weltkrieg beenden, sondern ihn in einen Bürgerkrieg umwandeln wollte; es schien, mit der sozialistischen Weltrevolution würde endlich ernst gemacht. Zwei, spätestens drei Jahre später war von dieser Bewunderung nicht mehr viel übrig, Bolschewiki und deutsch-holländischer Rätekommunismus waren auseinandergegangen. Lenin warf den Antiautoritären unter den Kommunisten vor, sie wären eine utopistische Kinderkrankheit des Kommunismus, die Antiautoritären sahen in Sowjetrußland nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die staatskapitalistische Despotie der bolschewistischen Partei.

Der Vortrag möchte auf drei Ebenen vorgehen: Erstens soll an die wirkliche Bewegung in Deutschland erinnert werden, das heißt nicht nur an die proletarischen Kämpfe gegen den Weltkrieg und die November-Revolution, sondern mehr noch an den heute weitgehend vergessenen, anschließenden Bürgerkrieg. Zweitens an die revolutionären Organisationen: vom Spartakusbund und den Internationalen Kommunisten Deutschlands zur Kommunisten Partei und deren erster Spaltung; von der Kommunistischen Arbeiter-Partei und der Allgemeinen Arbeiter Union, die erst nach tausenden zählten und von denen 1923 nur noch heillos zerstrittene Grüppchen übrig waren. Drittens soll die aus diesen Kämpfen und Auseinandersetzungen hervorgegangene Gesellschaftskritik, das was man heute Links- oder Rätekommunismus nennt, vorgestellt werden, ihre historischen Verdienste wie auch ihre Schwächen und Fehler.

[dissidenten der arbeiterbewegung]

avantgarde oder arrièregarde? die linken organisationen portugals im „andauernden revolutionären prozess”.

Do | 29. Mai 2014 | 11:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Avantgarde oder Arrièregarde? Die linken Organisationen Portugals im „andauernden revolutionären Prozess” (PREC)
Ein Workshop im Rahmen der Reihe „Der Maulwurf und die Nelken“

Die Resultate der „Nelkenrevolution“ haben als letzte sozialistisch orientierte Revolutionsbewegung der Arbeiter_innen und Landarmut im alten Europa ebenso begeisternd wie ernüchternd gezeigt: Die moderne Arbeiter_innenklasse kann sich nur selbst befreien und aufheben, wenn das Ziel ihrer Befreiung die Aufhebung jeder Klassenherrschaft ist und damit die Befähigung aller Individuen zur selbstbewussten Kontrolle ihrer Gesellschaft. Die Klasse als Subjekt ihrer Emanzipation – als kämpfende Klasse – steht deshalb immer in einem problematischen Verhältnis zu den Organisationen, die ihre historische Mission vertreten oder gar führen wollen und ideologisch als ihre ökonomische und politische Repräsentation, oft sogar als ihre Avantgarde auftreten.

Während des PREC gab es in Portugal auch links von der an der Sowjetunion ausgerichteten Kommunistischen Partei, deren blockierende Tätigkeit genauer zu untersuchen ist, eine Vielzahl solcher sich als revolutionär verstehenden Gruppierungen, die auch in den Basisorganisationen der Arbeiter_innen höchst aktiv, teilweise gut „verankert“ waren und sich mehr oder weniger nützlich machten. Wir wollen uns mit der Rolle dieser Gruppen im Bildungs- und Organisierungsprozess des Proletariats und ihrer befördernden oder hemmenden Wirkung auf dessen Autonomie beschäftigen.

Wir werden den Feiertagsblock intensiv, aber auch entspannt (mit Dokus, Videos etc.) für unser Laboratorium der Selbstaneignung nutzen, um das bis jetzt vorliegende Material zu sichten, unsere eigenständigen Einschätzungen zu diskutieren und Fragestellungen für die Diskussion mit den Gästen aus Portugal am 20. Juni zu erarbeiten.

[translib]

debüt eines lesekurses. hegels grundlinien der philosophie des rechts.

Di | 6. Mai 2014 | 19:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30/Götzstraße 7 | Leipzig

Debüt eines Lesekurses. Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts

Einführungs- und Vorbereitungstreffen

Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts verdanken ihre Prominenz weniger ihrer Lektüre, sondern vielmehr ihrer Kritik durch Karl Marx. Dieser, so will es die Überlieferung, habe Hegels Idealismus in materialistischer Absicht ‚vom Kopf auf die Füße gestellt’. Ob dieses Postulat, das sich landläufig mit der Denunziation Hegels als Apologeten des preußischen Obrigkeitsstaates verbindet, einer eingehenden Prüfung standhält, wird nur eine erschöpfende Untersuchung der hegelschen Rechtsphilosophie erweisen können.

Die Grundlinien erarbeiten den Begriff der modernen Welt ausgehend von Arbeit und Eigentum über die kapitalistische (Re-)Produktion bis zum geschichtlichen Wirken der Staatenkonkurrenz. Das Ziel dieses Unternehmens ist nicht allein empiristische oder subjektivistische Beobachtung, sondern das über derart beschränkte Hinsichten hinausgehende Wissen über das Wesen der Selbst-, Sozial- und Weltverhältnisse der modernen Welt.
Hegels Rechtsphilosophie erschließt den Zusammenhang der Institute der Welt (Arbeit und Eigentum, Moral, Familie, bürgerliche Gesellschaft, Souveränität, Weltgeschichte); sie ist eine bürgerliche Leistung, die Marx in kommunistischer Absicht fortbilden wollte, wie sein – später umgeformtes – Systemprogramm belegt: „Die ganze Scheiße soll zerfallen in 6 Bücher: 1.Vom Kapital. 2.Grundeigentum. 3.Lohnarbeit. 4.Staat. 5.Internationaler Handel. 6.Weltmarkt.“

Die Grundlinien sind jedoch weniger von kommunistischem Interesse, weil sie zur Vertiefung des Verständnisses der Marxschen Theorie beitragen. Sie sind vor allem von Interesse, weil sie um die sehr praktische Frage kreisen, die die Französische Revolution aufgeworfen hat: Wie die Ergebnisse der Emanzipation sichern und vervollkommnen?

Arbeitsaufwand/-weise:

Für die Teilnahme am Kurs sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich, wohl aber einige Zeit und Muße und Ausdauer, sich den Text lesend, fragend und diskutierend zu erarbeiten.

Es ist schwer vorauszusagen, wie viele Sitzungen nötig sein werden, um Hegels Rechtsphilosophie und ihre Kritik durch Marx angemessen zu behandeln. Als Minimum darf man mit 25 Terminen à 2 Stunden rechnen; ein ähnlich hoher Zeitaufwand sollte für die vorbereitende Lektüre eingeplant werden.

Um den Zusammenhang und die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit festzuhalten, werden sämtliche Sitzungen protokolliert. Diese Aufgabe wird im Rotationsprinzip auf alle Teilnehmenden verteilt.

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öffentliche diskussion des koalitionspapiers der translib.

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Freitag | 14. Februar 2014 | 18:00 Uhr | translib | Götzstraße 7 | Leipzig

Öffentliche Diskussion des Koalitionspapiers der translib
Mit anschließender Kneipe

Die Versprengtheit der kommunistischen Elemente in der Gegenwart ließ bei einigen Individuen das Bedürfnis entstehen, einen Raum für eine kontinuierliche, offene und kollektive Kommunikation über alle drängenden Fragen der Gesellschaftskritik zu schaffen: die translib. Im Zuge des bisherigen Aufbaus dieses Ortes haben die bislang daran Beteiligten einen intensiven theoretischen Selbstverständigungsprozess begonnen, dessen erstes Resultat das anlässlich unserer Einweihungsfeier Ende Dezember veröffentlichte “Koalitionspapier” ist. Das Koalitionspapier soll eine transparente und allgemein-verbindliche Grundlage der Mitarbeit, sowie der verschiedenen Aktivitäten in der translib darstellen und seinerseits durch die Erkenntnisse und Erfordernisse, die sich im Zuge dieses Prozesses ergeben, modifziert und konkretisiert werden. Wir laden an diesem Abend alle Interessierten dazu ein, mit uns über das Koalitionspapier und die in ihm formulierten Thesen ins Gespräch zu kommen.

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lektüretreffen zu karl marx’ begriff der entfremdeten arbeit.

Sa | 14. und So 15. Dezember | 11.00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Lektüretreffen zu Karl Marx’ Begriff der entfremdeten Arbeit

„… dass die wichtigsten und echtesten Begriffe der Epoche gerade daran gemessen werden, dass die größte Konfusion und der schlimmste Widersinn mit ihnen durchgeführt werden – so z.B. mit Entfremdung, Dialektik oder Kommunismus. Die lebenswichtigen Begriffe werden gleichzeitig mit dem wahrsten und dem trügerischsten Sinn und mit einer Vielzahl von Zwischenstufen der Konfusion gebraucht, da der Kampf der kritischen Wirklichkeit mit dem apologetischen Spektakel zu einem Kampf um Worte führt, der mit um so größerer Heftigkeit ausgefochten wird, je wichtiger diese Worte sind. Nicht durch autoritäre Säuberung, sondern durch den kohärenten Gebrauch in der Theorie und im praktischen Leben haben wir die Wahrheit eines Begriffs an den Tag gebracht.“ – Situationistische Internationale

Als Beitrag zur Wiederaufnahme einer Kritik der Entfremdungen auf der Höhe der Zeit, sollen die sogenannten „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ von Marx gelesen und diskutiert werden. Sogenannte “Ökonomisch-philosophische Manuskripte”, weil Marx diesem im Frühjahr 1844 in Paris – die “deutschen Zustände” hatten ihn ins Exil getrieben – geschriebenen, zur Veröffentlichung vorgesehenen, dann aber aus unbekannten Gründen nicht veröffentlichten Text, keinen Titel gab. Es waren Rjazanov und Landshut, die beiden Herausgeber der ersten Ausgabe von 1932, die den unvollständig erhaltenen und nicht für den Druck ausgearbeiteten Manuskripten nicht nur den Titel, unter dem sie heute bekannt sind (alternativ sind sie auch als „Pariser Manuskripte“ bezeichnet worden) gaben, sondern auch die Überschriften der einzelnen Kapitel einfügten. Im Zentrum der Kritik des Komplexes der Entfremdungen, aber auch des Streits um den Entfremdungsbegriff, steht das Kapitel „Die entfremdete Arbeit“. Es soll an diesem Wochenende gelesen werden. Dabei wird zu diskutieren sein, ob es einen „nicht-idealistischen“ Entfremdungsbegriff bei Marx gibt und wenn ja, wie er sich “historisch-materialistisch” begründen lässt. Zu diesem Zweck soll versucht werden, Grund- und Schlüsselbegriffe der “Manuskripte” wie Arbeit, Wesen, menschliches Wesen, Gattung, Entäußerung, Vergegenständlichung und Bildung, zu klären. Außerdem wollen wir der Frage nachgehen, welche Formen die Entfremdung unter den heutigen Bedingungen angenommen hat, etwa als Geschlechterverhältnis, aus dessen Charakter nach Marx hervorgeht, inwiefern eine Aufhebung der Entfremdung des Menschen vom Menschen gelungen ist.
Einer der bis heute wirkmächtigsten Vertreter der Behauptung, dass Marx den Entfremdungsbegriff später aufgegeben habe, ist Louis Althusser. Er behauptete, dass es sich beim Entfremdungsbegriff um „einen Rest Feuerbach“ handele, den der alte, „reife, wissenschaftliche Marx“ ab den „Thesen über Feuerbach“ und der „Deutschen Ideologie“ aufgegeben hätte. Ein aktueller Vertreter dieser immer wieder variierten Behauptung ist Michael Heinrich. Für Heinrich ist Marx’ Entfremdungskritik eine „essentialistische Kritik“, die die Annahme eines fixen menschlichen Wesens zur Voraussetzung habe. Nur an einer solchen gemessen könne etwa die kapitalistische Form der Arbeit als „entfremdet“ bezeichnet werden. Da diese Annahme aber unkritisch sei, der Mensch außer seiner sich wandelnden Form der Gesellschaftlichkeit kein „Wesen“ habe, was Marx in der 6. Feuerbachthese angeblich dann auch selbst erkannt habe, habe Marx ab diesem Zeitpunkt die Entfremdungstheorie fallen gelassen. Wenn er später, so etwa in den “Grundrissen” und im “Kapital” dennoch davon sprach, sei das nur eine Redeweise, jedenfalls aber nicht wörtlich gemeint gewesen. Ähnlich kritisierte Adorno die Frage nach dem Wesen des Menschen, die darauf hinauslaufen müsse, ihn auf seine Verfasstheit in der Vorgeschichte festzulegen. Andere Marx-Interpreten versuchten, vor allem in den Diskussionen der 1950er und 60er Jahre, den „jungen Marx“ der „Manuskripte“ gegen den zur offiziellen Staatsideologie verkommenen „Marxismus-Leninismus“ ins Feld zu führen. Es wiederholte sich damit die erstmals von Eduard Bernstein betriebene Aufspaltung des Marxschen Werkes auf neuer Stufe. Der „junge Marx“ war fortan „Humanist“ und „Philosoph“ und als solcher Gegenspieler des alten Marx, der mal Begründer der genannten Staatsideologie, mal „Ökonomist“ oder beides zugleich war. Ein Vertreter dieser Richtung war zum Beispiel Erich Fromm, für den „Jesus und der wirkliche Marx“, i.e. der Marx der Manuskripte, die „wichtigsten Ideengeber unserer Zeit“ waren. Zu den Theoretikern dieses sog. “humanistischen Marxismus” werden in der entsprechenden Literatur neben Fromm zuweilen auch Herbert Marcuse, Ernst Bloch, Raya Dunayevskaya (die 1941 als erste die “Manuskripte” ins Englische übersetzte und auf der Einheit des Marxschen Werkes gegen die Aufspaltungsversuche beharrte) oder die Vertreter der „Praxisphilosophie“ gerechnet. Wenn natürlich auf die gravierenden Differenzen in ihrem Denken hingewiesen werden muss, so eint doch alle das Festhalten am Begriff des „menschlichen Wesens“ und damit ihre Opposition zu Louis Althussers „antihumanistischen Marxismus“. Vielleicht ein „tertium datur“ in Sachen Entfremdungstheorie stellen die Arbeiten des alten Lukács, insbesondere das Kapitel „Die Entfremdung“ aus seinem letzten Werk „Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins“, sowie das Buch “Der Entfremdungsbegriff bei Marx” (1970) seines Schülers Istvan Mészáros, der 1956 zur Emigration aus Ungarn gezwungen wurde, dar. Ferner sei noch auf die Situationistischen Internationale und ihre Kritik des Spektakels als Versuch einer Wiederaufnahme der kritischen Arbeit am Begriff der Entfremdung gegen seine verschiedensten Verfälschungen und vor dem Hintergrund des modernen “consumer capitalism” im Westen hingewiesen.
Neben einigen Ausflügen zur Editions- und Wirkungsgeschichte, die zur Geschichte der Entfremdungen und des Kampfes gegen sie gehören, soll die Lektüre der Kapitel “Die entfremdete Arbeit” und “Privateigentum und Kommunismus” im Vordergrund stehen (siehe http://www.mlwerke.de/me/me40/index.htm). Eine Vorab-Lektüre der Kapitel seitens der Teilnehmer wäre sinnvoll.

Um eine Anmeldung unter translib@gmx.de wird gebeten

http://translibleipzig.wordpress.com/

stalin hat uns das herz gebrochen.

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Dienstag | 22. Oktober | 20:00 | Cineding | Karl-Heine-Str. 83 | Leipzig

„Stalin hat uns das Herz gebrochen“

(Doku, D 2000, 52 Minuten von Minka Pradelski und Eduard Erne)

Der Film erzählt zunächst von der Hoffnung, die jüdische Kommunist_innen mit der jungen DDR verbanden und zeigt schließlich die Trauer und die großen Enttäuschung, die für sie das Erleben der stalinistischen Säuberungen mit sich brachte. Die Dokumentation zeigt aber auch eine im „Supergedenkjahr 2009“ einmal mehr ausgeblendete Perspektive auf deutsche Geschichte. Hierzulande gilt es neuerdings, die sogenannte „doppelte Vergangenheit“ – NS und Realsozialismus – gleichermaßen aufzuarbeiten. Im Interesse der finalen Rehabilitierung der deutschen Nation als Aufarbeitungsweltmeisterin werden nationalsozialistische Verbrechen relativiert.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der lange Schatten des Stalinismus.
Teil 1: Jüdische Kommunisten in der DDR zwischen Anpassung, Denunziation und Verfolgung“

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg.Stiftung Sachsen.

stalin hat uns das herz gebrochen – vortrag von anne dost

[buchhandlung drift]

marxism after communism.

Freitag | 14. Juni | 19 Uhr | Hörsaalgebäude | HS 8 | Universität Leipzig

„Marxism After Communism“

Michael Burawoy

Zusatzvortrag der Reihe MarxExpedition 2013

What is the fate of Marxism after Communism? For many the fate is death and nothing can be recovered. The body should be unceremoniously buried. For some the body can still be scavenged for useful ideas, concepts, and insights. For yet others, the end of communism leaves the vitality of Marxism untouched. It continues as before to be a powerful analytical framework for the study of capitalism and beyond. I take a fourth view that Marxism is an evolving scientific research program that is propelled by historical challenges and internal contradictions. Marxism is, therefore, a living tradition – a great tree whose roots can be found in the canonical works of Marx and Engels. Its trunk is formed from the continually-revised theory of capitalism’s dynamics. Its different branches grow or shrink, progress or regress according to the particular historical conditions they face. Soviet Marxism was a degenerate branch whose lessons we cannot ignore. Recognizing this historical tradition – with its roots, its trunk and its branches – leads us to situate contemporary Marxism as a global response to the global expansion of the market, and, as such, we can talk of a “sociological Marxism,” based on the recovery of the social in “socialism.”

Michael Burawoy ist Soziologe und lehrt an der University of California, Berkeley. Er ist Präsident der International Sociological Association und Autor von „Manufacturing Consent: Changes in the Labor Process under Monopoly Capitalism“. Beeinflusst wurde Burawoy u.a. von Marx, Buordieu und Gramsci.

die denkbarkeit des kommunismus. über die schwierigkeiten bei der verwirklichung einer eigentlich bitter nötigen sache.

Do | 6. Juni | 20Uhr | VL | Ludwigstraße 37 | Halle

Die Denkbarkeit des Kommunismus. Über die Schwierigkeiten bei der Verwirklichung einer eigentlich bitter nötigen Sache.

Vortrag und Diskussion mit Franz Hahn (Berlin)

„Tatsache ist, dass wir in diesem Augenblick nicht wissen, ob ein ‚Verein freier Menschen‘ – Marx´s Umschreibung für was der Kommunismus wäre – möglich oder der Kapitalismus unvermeidlich wäre“, heisst es. Niemand wird heute mehr sagen wollen, der Übergang zum Kommunismus wäre unausweichlich – es steht viel eher in Frage, ob er überhaupt möglich wäre. In der Tat scheint ja alles da zu sein, was nach Marx die Voraussetzungen für den Übergang wäre: insbesondere ein riesiger Maschinenpark, in dem aber alle Teile miteinander aus falsche Weise verschränkt sind; und eine ungeheure Menge von Loahnabhängigen, die aber nach wenig anderem fragen als nach Lohn. Ausgerechnet diese müssten sich nun daran machen, diesen Maschinenpark für sinnvolle Zwecke umzugestalten, und zwar, ohne dass die allgemeine Versorgung zusammenbricht. Über die Schwierigkeiten beim Versuch, eine allgemeine menschliche Emanzipation unter heutigen Umständen ernsthaft ins Auge fassen zu wollen, wird Franz Hahn sprechen.

Domino Vorträge. Offene Vortragsreihe und gesellschaftskritische Themen.

tragedy. strategy.

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03.05.13 | 19 Uhr | Uni Leipzig | GWZ | Hörsaal 2.010

Kommunismus, Krise und die Frage der Praxis.

Podiumsdiskussion mit einem Vertreter der Autonomen Antifa [f], JustIn Monday (u.a. Autor für Phase 2 und Jungle World) und Rüdiger Mats (the future is unwritten)

Über 20 Jahre nach dem Zerfall des Realsozialismus und im nunmehr fünften Jahr der Krise scheint sich die radikale Linke jeglicher erfolgsversprechender politischer Spielräume beraubt zu sehen. Der entfesselte neoliberale Kapitalismus hat bis heute eine Dynamik entwickelt, die ein Ausbrechen aus der zur Totalität geronnenen Unfreiheit als unmöglich erscheinen lässt. Allerdings steht in der Krise der zur unmittelbar autoritären Herrschaft gewordenen Krisenlösung Europas unter Führung Deutschlands auch ein zunehmender Protest in den Ländern entgegen, in denen soziale Verelendung realer Alltag geworden ist. Die radikale oder gar kommunistische Linke in Deutschland allerdings steht größtenteils ratlos vor den gewaltigsten Verelendungsprozessen in kapitalistischen Zentren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Während es von Seiten der Bewegungslinken Ansätze von Organisierung wie das Event Blockupy im Mai letzten Jahres in Frankfurt gab und dieses Jahr wieder geben wird, betonen vor allem ideologiekritische Linke das falsche Moment dieser Praxis, die durch begriffslose und gefährliche Kapitalismuskritik geprägt ist. Dabei scheinen beide Seiten an dem Anspruch einer „Kritik im Handgemenge“, die die bestehenden Widersprüche des Kapitalismus an ihren realpolitischen Ausprägungen richtig zu politisieren vermag, zu scheitern und die auseinandergefallen Hälften jenes Verhältnisses von Theorie und Praxis zu symbolisieren, die es eigentlich zu verbinden gelten würde.
Auch in Leipzig treten diese Konfliktlinien offen zu Tage. Etwa wenn Ideologiekritiker hier nichts zu sagen haben zu Krise, Verelendung und der Möglichkeiten diesen Stand der Unfreiheit endlich praktisch aufzulösen. Oder wenn Aktionen der Solidarität gegen die Verhältnisse in Griechenland sich in hilfloser Ohnmacht verlieren. Vor diesem Hintergrund möchten wir auf einem Podium die Frage nach der richtigen (kommunistischen) Praxis im falschen Ganzen stellen und die Spielräume von Kritik und Politik im Allgemeinen beleuchten, sowie den Sinn oder Unsinn linksradikaler Beteiligung an Events wie Blockupy im Besonderen diskutieren.

was tun mit kommunismus. zur linken kritik an bolschewismus und realsozialismus.

Samstag | 16.03.2013 | 17:00 Uhr | Conne Island

Was tun mit Kommunismus? Zur linken Kritik an Bolschewismus und Realsozialismus.

Podium und Diskussion mit:

Philippe Kellermann (Herausgeber von „Begegnungen feindlicher Brüder. Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung“)
Anne Seeck und Bernd Gehrke (Selbsthilfegruppe Ei des Kommunismus, Herausgeberin von: „Was tun mit Kommunismus? Kapitalismus, realexistierender Sozialismus, Konkrete Utopien heute“)
Moderation: Felix Pankonin (Gruppe INEX)

Die schier ungebrochene Selbstgewissheit der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus bekam spätestens Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Brüche. Die andauernde Erfahrung der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus verstärkte auch die Suche nach kritischen Erklärungsmodellen und Möglichkeiten einer nicht-kapitalistischen Gesellschaftsorganisation. In diesem Zusammenhang bekommt die Abgrenzung gegenüber Stalinismus und Realsozialismus eine neue Relevanz. Sie ist die notwendige Bedingung um den Kapitalismus auf fundamental emanzipatorische Weise zu überwinden und für dieses Projekt Zustimmung zu gewinnen. Insofern lässt sich derzeit ein gestiegenes Interesse an Auseinandersetzungen mit der „eigenen“ Geschichte ausmachen.
Doch welche Kritik an Bolschewismus, Stalinismus und Realsozialismus, welche Erklärungen des Scheiterns der sozialistischen Bewegung sind angemessen und welche Lehren folgen daraus für das Projekt einer emanzipatorischen Linken? Mehrere Neuerscheinungen des Unrast-Verlags haben diese Fragen zum Ausgangspunkt und werden anlässlich der Buchmesse in einer Podiumsveranstaltung von ihren HerausgeberInnen vorgestellt.