Tag-Archiv für 'kino'

tsahal.

Mo | 14.07. | 20 Uhr | linXXnet, Bornaische Straße 3d | Leipzig

Tsahal (Claude Lanzmann)

Filmabend und Diskussionsveranstaltung

Nach “Warum Israel” und “Shoah” drehte Claude Lanzmann 1994 den Film “Tsahal” und entfaltet darin einen komplexen Blick auf die israelische Armee (Tsava Haganah LeIsrael = Armee zur Verteidigung Israels). Lanzmann versucht den Zugang zur Geschichte und Gegenwart über die Worte der Protagonisten zu vermitteln. Er befragt israelische Militärs, Politiker, Siedler, Palästinenser und Intellektuelle aus der israelischen Friedensbewegung und zeichnet dadurch ein facettenreiches Bild der damaligen Situation. Gerade mit dem Verweis auf die Geschichte der Juden welche von Verfolgung und Vernichtung geprägt ist, beantwortet Lanzmann die Frage nach der Notwendigkeit einer bewaffneten Verteidigungsmöglichkeit Israels in einer Welt des Antisemitismus.

Eine Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten antifaschistischen Kampagne „Schall & Wahn. Den Kampftag der antisemitischen Internationale verunmöglichen.

[Initiative Emanzipation und Antifaschismus]

ödland.

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Do | 3. Juli 2014 | 19:00 Uhr | Zazie | Kleine Ulrichstr. 22 | Halle

Ausgegrenzt – Innen- und Außenansichten des europäischen Migrationsregimes

Eine Filmreihe von no lager Halle

Immer wiederkehrende Fernsehbilder von überfüllten Booten, irgendwo im Mittelmeer, auf dem Weg nach Europa, Berichte über Kämpfe und Hungerstreiks von Flüchtlingen, rassistische „Bürgerinitiativen“, die gegen neu ankommende Asylsuchende hetzen… Die Themen Migration, Flucht und Asyl sind in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion derzeit so präsent wie seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr. Aber wird die mediale Mainstreamberichterstattung den Menschen, die immer hinter den Berichten und Geschichten stehen, tatsächlich gerecht? Soll sie das überhaupt? Wir wollen euch dazu einladen,
im kommenden Sommersemester einen anderen Blick auf das komplexe europäische Grenz- und Migrationsregime zu werfen. In der Reihe „ausgegrenzt“ werden wir vier Dokumentarfilme zeigen, die jeweils einen konkreten Teilaspekt der Flüchtlingspolitik Europas bzw. Deutschlands beleuchten und unterschiedliche Einblicke in die direkten Auswirkungen für die Betroffenen ermöglichen. Im Anschluss an die Filme besteht die Möglichkeit für Fragerunden und Diskussion, z. T. in Anwesenheit der FilmemacherInnen. Aktuelle Informationen zu den Terminen und Gästen werden rechtzeitig auf unserer Website veröffentlicht.

Die Filmreihe findet in Kooperation mit dem Alternativen Vorlesungsverzeichnis ALV der Uni Halle statt.

ÖDLAND – Damit keiner das so mitbemerkt (DIE ZONE # Filmproduktion | 2013 | 79 Minuten | Dt, Arab, Kurd mit UT)

„Es sind Sommerferien. Inmitten von Wäldern und ein paar Schafweiden steht ein Wohnblock auf ehemaligem Kasernengelände der sowjetischen Armee. Umringt von verfallenen Baracken, verrotteten Soldatenfresken, einem verwilderten Fußballplatz und einem nagelneuen Maschendrahtzaun. Hier wachsen Aya, Momo und Mustafa auf. Sie verbringen die Ferien zu Hause im Asylbewerberheim. In Deutschland aufgewachsen, verstehen sie das mit dem ‚Asyl‘ nicht so richtig und wollen eigentlich ganz normal sein. Sie vertreiben sich die Langeweile mit Fußball, machen einen Ausflug zum nahe gelegenen See und versuchen sich im Kupferschrotthandel. Eine Geschichte von Kindheit, Heimat und der Suche nach Identität.“

Der Film spielt im ehemaligen Lager Möhlau (Landkreis Wittenberg), das Anfang der 90er Jahre eingerichtet wurde. Bis Ende 2012 wurden Flüchtlinge dort zum Teil über viele Jahre hinweg völlig isoliert in einem maroden Plattenblock untergebracht. Ab 2009 organisierten sie sich in einer Initiative, um gegen die Unterbringung im Lager zu kämpfen. Nach der Schließung Möhlaus Anfang 2013 wurde ein neues Lager in Vockerode eingerichtet. Die Gruppe no lager halle besucht und unterstützt Flüchtlinge im Landkreis Wittenberg seit Jahren in ihren Kämpfen.

ein augenblick freiheit.

Mittwoch | 18. Juni | 21:00 | Café Wagner | Wagnergasse 26 | Jena

Zum „Weltflüchtlingstag“ (20. Juni) zeigt „refugio thüringen“, das psycho-soziale Zentrum für Flüchtlnge in Thüringen, wieder einen Film zum Thema Flucht in der Kinoreihe im Café Wagner.

“Ein Augenblick Freiheit” (AUT/F, 2008, 114 min, Regie: Arash T. Riahi).

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=4SvYmoytVPI

“Ein Augenblick Freiheit” schafft das Kunststück auf hochspannende und zugleich unterhaltsame Weise ein Flüchtlingsdrama zu erzählen. Dabei spielen bei aller Ernsthaftigkeit auch Humor und Komik eine tragende Rolle und ermöglichen so den Zugang zu einem sehr komplexen Thema, das schließlich auch ganz grundsätzliche Fragen zum menschlichen Zusammenleben und dem Umgang miteinander aufwirft. (FBW-Pressetext)

„Drei Flüchtlingsgruppen aus dem Iran, darunter zwei Kurden, flüchten mit Hilfe von Schleppern und Lotsen, teils zu Fuß, teils mit Pferden, teils mit dem Auto, über das iranisch-türkische Grenzgebirge in die Türkei. In einem heruntergekommenen Hotel kreuzen sich deren Wege erstmals, der Film erzählt in der Folge von deren unterschiedlichen Fluchtmotiven, Auswanderungszielen, Vorstellungen von der Zukunft und den vielfältigen Hindernissen, die der weiteren Emigration nach Deutschland oder Österreich im Wege stehen.“ (Wikipedia)

vom ich zum wir. über das leben in der brigade.

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Do | 12. Juni | 18:00 | Luru Kino in der Spinnerei | Spinnereistr. 7 | Leipzig

Filmabend: Vom Ich zum Wir – über das Leben in der Brigade

Original Filme aus den DDR Betriebsfilmstudios, Filmvorführung und Gespräch mit Herrn Stefan Gööck, Sächsisches Staatsarchiv, Abteilung visuelle Medien und Emanuel Mathias, Künstler, Leipzig, Moderation Michael Ludwig, Luru Kino.

Filmprogramm:

Die totkranke Ilona, um 1970
Betriebsfilmstudio der Bundgarnwerke Leipzig

Regie: Herbert Kasinski
Produzent: Studio 67, Klubhaus der Textilarbeiter Leipzig

Der Weg zum Wir, 1960
Amateurfilmstudio des Betriebsfilmstudio Freiberg „Träger des Preises für künstlerisches freies Schaffen“ In Gemeinschaftsarbeit des Betriebsfilmstudio VEB Bleierzgrube Albert Funk Freiberg

Regie und Betriebsleiter Kreislichtspielbetrieb Freiberg Heinz Pinckert,

„Greif zur Kamera Kumpel“ um 1970 – Wie gründe ich ein Arbeiter Betriebsfilmstudio? , DDR-Fernsehen

u.a.

schnee von gestern. farewell, herr schwarz.

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Mo | 26. Mai 2014 | 20:00 Uhr | Cinémathèque in der naTo | Karl-Liebknecht-Straße 46 | Leipzig

Schnee von gestern – Farewell, Herr Schwarz (Deutschland/Israel 2014, OmU, Dok, 96 min, Regie: Yael Reuveny)

Michla und Feiv‘ke Schwarz, Bruder und Schwester, hätten sich 1945 in Lodz treffen können. Aber das haben sie nicht. Sie immigrierte nach Israel und gründete dort ihre Familie, während er nach Deutschland an den Ort zurückkehrte, wo er einst im KZ war. Er änderte seinen Namen zu Peter, heiratete eine deutsche Frau und gründete eine deutsche Familie. Den Kindern und Enkelkindern in Israel und Deutschland lässt das verpatzte Treffen auch Jahre später nicht in Ruhe. Sie machen sich unabhängig voneinander auf die Suche nach dem anderen und der Verdacht wächst, dass Michla und Feivke sich zwar für das Leben, aber trotzdem jeden Tag aufs Neue dafür entschieden, sich nicht zu treffen. Der Film zeigt, wie eine Entscheidung im Jahre 1945 das Leben von Generationen beeinflussen kann, im Hier und Jetzt: Deren Kinder, die mit dem Schweigen der Eltern kämpfen und ihren Fragen, die sie nie gestellt haben. Deren Enkelkinder, die getrieben von den Familiengesheimnissen auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind.

Der Dokumentarfilm von Yael Reuveny wurde vom HAIFA International Film Festival als bester Dokumentarfilm 2013 ausgezeichnet.

lange filmnacht. die äußere wirklichkeit des prec – filmabend zum „andauernden revolutionären prozess“ in portugal.

Sa | 24. Mai 2014 | 19:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Die äußere Wirklichkeit des PREC – Filmabend zum „andauernden revolutionären Prozess“ in Portugal
Lange Filmnacht, die Dritte.

Lange Filmnächte – im Rahmen der Reihe „Der Maulwurf und die Nelken. Krise und Revolution. Das Rhizom …1974-2014…“

Gezeigt werden einige der besten Dokumentarfilme über die soziale Revolution in Portugal 1974/75, die wir finden konnten. Sie führen auf den Ebenen des alltäglichen Lebens, der politischen Auseinandersetzungen und der elementarsten Klassenkämpfe plausibel vor Augen, wie sich eine revolutionäre Bewegung im damaligen Proletariat, auch auf dem Land, konstituiert. Widerlegt wird damit der Mythos, die „Männer der Politik und des Militärs“ seien die treibenden Akteure der Revolution; ebenso wie die Legende, dass es nur um den Übergang von „der Diktatur“ in „die Demokratie“ gegangen wäre. Sie zeigen: tatsächlich sind es die total durchschnittlichen Arbeiter_innen mit ihren Besetzungen und Aneignungen der Produktionsbedingungen in den Städten und auf dem Land, die mit ihren Klassenkämpfen die Geschichte machen. Am Rande Europas wurde damals damit angefangen, die Produktionsverhältnisse in Richtung einer kommunistischen Gesellschaft zu verändern – ein Experiment, das schnell wieder unterbunden werden konnte.
Das Medium Film als „Errettung der äußeren Wirklichkeit“ (Siegfried Kracauer) zerstört hier den Mythos von der staatlich installierten „Nelkenrevolution“: es zeigt, wie die Arbeiter_innen als treibende Kraft agieren und die Herrschenden hinterherlaufen; wie Menschen gegen Menschen dafür kämpfen, das 20. Jahrhundert zu verlassen, solange noch Zeit war.

Außerdem bieten wir an diesem Abend die Möglichkeit, zur kolonialen Vorgeschichte der Revolution in Portugal eine in Cannes prämierte Spielfilmrarität zu sehen. In einer bitter-sarkastischen Mischung aus Monthy-Python/Sandalen-/Vietnamkriegs- und Queer-Cinema-Genre lässt er die Geschichtsmythologie des portugiesischen Weltreiches und seines Scheiterns bis zum 25. April 1974 Revue passieren. Ein Geheimtipp.

lange filmnacht. postkoloniales kino ii.

Fr | 23. Mai | 19:00 | translib | Goetzstraße 7 | Leipzig

Portugal: Postkolonial. Lange Filmnacht, die Zweite.

Lange Filmnächte – im Rahmen der Reihe „Der Maulwurf und die Nelken. Krise und Revolution in Portugal. Das Rhizom …1974-2014…“

Es gibt wohl in Europa fast kein Land, dessen Geschichte so stark vom Kolonialismus geprägt ist wie Portugal. Die europäische Kolonialisierung Afrikas begann im Jahre 1415 mit der Eroberung der nordafrikanischen Stadt Ceuta durch die Portugiesen. Es war ein Portugiese, Vasco da Gama, der den Europäern 1498 den lang ersehnten Seeweg nach Indien entdeckte – und dabei die Menschen an den Küsten des Indischen Ozeans mit grausamem Terror überzog. Nachdem die portugiesische Krone das Seehandelsmonopol mit Indien 100 Jahre später bereits wieder an die aufstrebenden Rivalen England und Holland verloren hatte, konzentrierten sich ihre Bemühungen auf den Atlantik. Portugal hat schon im Jahre 1442 mit der Versklavung von Afrikanern begonnen, zunächst noch in relativ geringer Anzahl und sozusagen für den europäischen Hausgebrauch. Im Zuge der wirtschaftlichen Erschließung Brasiliens wurde das westafrikanische Hinterland jedoch zum scheinbar unerschöpflichen Reservoir billiger Arbeitskräfte: Die Zahl derer, die vom 16. ins 19. Jahrhundert als Sklaven in den Bergwerken und auf den riesigen Plantagen Brasiliens verheizt wurden, geht in die Millionen. Der Löwenteil der Weltgoldförderung wurde von afrikanischen Sklaven aus brasilianischen Minen geholt – in Europa ermöglichte dieses Gold den Siegeszug des Kapitals.
Doch Portugal war nicht nur die erste, sondern auch die letzte große Kolonialmacht Europas, trotz aller Rückschläge blieben die Ausmaße seiner Überseebesitzungen bis in die 1970er Jahre enorm. Während die anderen europäischen Kolonialmächte nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive ihre Kolonien in die politische Unabhängigkeit entließen, forcierte das faschistische Portugal seit den 1950ern massiv die Ansiedlung weißer EuropäerInnen in Angola, Mozambik, Guinea und auf den Kapverden. Zur Rechtfertigung erfanden die Ideologen der Metropole die Vorstellung von einem besonderen „Lusotropicalismus“ und beschworen Portugal als „gemischtrassige“ multikontinentale Nation. Die Lebensrealität in den Kolonien sah jedoch anders aus. Krasse rechtliche und soziale Ungleichheit, Zwangsarbeit, Armut und Analphabetismus prägten das Leben der Kolonialisierten.
Seit den frühen 1960ern erlangte der bewaffnete Widerstand gegen die Besatzer ein qualitativ neues Niveau und weitete sich unter der Führung marxistisch-leninistisch orientierter Kaderparteien zu Bürgerkriegen aus. Der langjährige, aufreibende Kolonialkrieg trug wesentlich zur ökonomischen, moralischen und politischen Untergrabung des faschistischen Regimes in Portugal bei, indem er den Staatshaushalt aufzehrte, die Armeeangehörigen massenhaft der Führung entfremdete und zu ihrer politischen Radikalisierung ebenso beitrug wie zur Ruinierung des internationalen Ansehens des Landes. Der Kolonialkrieg und die militante und propagandistische Aktivität der nationalen Befreiungsbewegungen stellen somit auch einen wesentlichen Faktor in der Vorgeschichte der portugiesischen „Nelkenrevolution“ 1974/75 dar, die ohne deren Berücksichtigung nicht begriffen werden kann.
In den beiden Langen Filmnächsten Portugal: Anti-Kolonial und Portugal: Postkolonial wollen wir nach Einführungen in die Geschichte des portugiesischen Kolonialismus jeweils mehrere Filme zeigen, die das Kolonialregime, den antikolonialen Befreiungskampf, sowie das Fortleben der Kolonialgeschichte in der portugiesischen Gegenwart zum Gegenstand haben.

Nach einer kurzen Einführung zur postkolonialen Geschichte Portugals und ehemaliger Kolonialgebiete sehen wir…

A) Filme der portugiesischen Künstlerin und Filmemacherin Filipa César, die nicht nur die Spuren kolonialer Herrschaft als solche sichtbar machen, sondern auch die Hoffnungen des antikolonialen Aufbruchs in Erinnerung rufen. In „The Embassy“ (2011) blättert und kommentiert sich der Archivar und Journalist Armando Lona durch ein Fotoalbum aus dem Staatsarchiv Guinea Bissaus und liefert Einblicke in die koloniale Vergangenheit und ihre Überreste. „Conakry“ (2012) setzt die in den 70er Jahren von vier jungen GuineerInnen produzierten Bilder neu zusammen und wird so zu einem Instrument der Erinnerung und Aufarbeitung politischer Geschichte. In „Cacheu“ (2012) untersucht César das Fortleben der Kolonialgeschichte anhand von Architektur und öffentlichen Denkmälern.

B) einen aktuellen, viel gelobten portugiesischen Spielfilm, der die Problematik kolonialer und postkolonialer Bildproduktion vertieft. Der Film verhandelt unter anderem das Fortleben einer postkolonialen Arbeitsteilung, die etwa im schlechtbezahlten Care-Sektor oftmals traditionell entlang ethnischer und geschlechtlicher Achsen verläuft. Im Zusammenhang mit der Reintegration der „Retornados“, der 1974ff. zurückgekehrten weißen SiedlerInnen, wird darüber hinaus auch die Tradierung eines kolonialrassistischen Habitus in den zwischenmenschlichen Beziehungen deutlich. (Ca. 21.30 Uhr)

du weist schon, wie in rostock.

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Fr | 23. Mai | 19:30 | Thalia Theater | Kardinal-Albrecht-Straße 6 | Halle

Miteinander e.V. lädt ein zum Release der Dokumentation

„‚Du weißt schon, wie in Rostock‘ – Ein Beitrag gegen das Vergessen rechter und rassistischer Gewalt im Sachsen-Anhalt der 1990er Jahre“ (2013, 23 min, Ein Film von Kathrin Lemcke und Miteinander e.V.)

Filmvorführung & Expert_innengespräch

Die rechte Gewalt zu Beginn der 1990er Jahre wird zumeist auf die Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda reduziert. Doch rassistisch motivierte Angriffe auf Flüchtlinge sowie Gewalt gegen alternative Jugendliche gehörten bundesweit zum Alltag. Die Täter_innen konnten sich infolge der rassistisch geführten Asyldebatte und der nationalistischen Welle nach der Wiedervereinigung insbesondere in den neuen Bundesländern als Teil einer zustimmenden Mehrheit fühlen. Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, gab es auch in Sachsen-Anhalt zahlreiche Angriffe.
Dieser Film schildert die Erfahrungen von vier Menschen, die Anfang der 1990er Jahre in Sachsen-Anhalt von rassistischer und nationalistischer Gewalt
betroffen waren.

online ab dem 24.Mai online unter
http://vimeo.com/miteinanderev/duweisstschon

Miteinander e.V. cordially invites you to join the release of the documentary

„You know how it was in Rostock – Remembering so as not to forget the right-wing and racist violence in Saxony-Anhalt in the 1990s“ (2013, 23 min, A film by miteinander e.V. and Kathrin Lemcke)

Screening of the Movie and talk with experts

Right-wing violence at the beginning of the 1990ies is usually reduced to the events in Rostock-Lichtenhagen and Hoyerswerda. But attacks on
refugees motivated by racism and violence against alternative youth were part of everyday life in the country. Following the racist debate on asylum and the nationalist sentiments after the reunification especially in the newly formed German states, the perpetrators could easily feel like parts of a consenting majority. Vastly ignored by the public there
were plenty of attacks in Saxony-Anhalt. The movie gives voice to four people who talk about their experiences. In the early 1990ies they were victims of racist and nationalist violence in Saxony-Anhalt.

online from May 24th onwards
http://vimeo.com/miteinanderev/duweisstschon

lange filmnacht. antikoloniales kino i.

Donnerstag | 22. Mai | 19:00 | translib | Goetzstraße 7 | Leipzig

Lange Filmnacht, die Erste. Portugal: Anti-Kolonial

Lange Filmnächte – im Rahmen der Reihe „Der Maulwurf und die Nelken. Krise und Revolution. Das Rhizom …1974-2014…“

Es gibt wohl in Europa fast kein Land, dessen Geschichte so stark vom Kolonialismus geprägt ist wie Portugal. Die europäische Kolonialisierung Afrikas begann im Jahre 1415 mit der Eroberung der nordafrikanischen Stadt Ceuta durch die Portugiesen. Es war ein Portugiese, Vasco da Gama, der den Europäern 1498 den lang ersehnten Seeweg nach Indien entdeckte – und dabei die Menschen an den Küsten des Indischen Ozeans mit grausamem Terror überzog. Nachdem die portugiesische Krone das Seehandelsmonopol mit Indien 100 Jahre später bereits wieder an die aufstrebenden Rivalen England und Holland verloren hatte, konzentrierten sich ihre Bemühungen auf den Atlantik. Portugal hat schon im Jahre 1442 mit der Versklavung von Afrikanern begonnen, zunächst noch in relativ geringer Anzahl und sozusagen für den europäischen Hausgebrauch. Im Zuge der wirtschaftlichen Erschließung Brasiliens wurde das westafrikanische Hinterland jedoch zum scheinbar unerschöpflichen Reservoir billiger Arbeitskräfte: Die Zahl derer, die vom 16. ins 19. Jahrhundert als Sklaven in den Bergwerken und auf den riesigen Plantagen Brasiliens verheizt wurden, geht in die Millionen. Der Löwenteil der Weltgoldförderung wurde von afrikanischen Sklaven aus brasilianischen Minen geholt – in Europa ermöglichte dieses Gold den Siegeszug des Kapitals.
Doch Portugal war nicht nur die erste, sondern auch die letzte große Kolonialmacht Europas, trotz aller Rückschläge blieben die Ausmaße seiner Überseebesitzungen bis in die 1970er Jahre enorm. Während die anderen europäischen Kolonialmächte nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive ihre Kolonien in die politische Unabhängigkeit entließen, forcierte das faschistische Portugal seit den 1950ern massiv die Ansiedlung weißer EuropäerInnen in Angola, Mozambik, Guinea und auf den Kapverden. Zur Rechtfertigung erfanden die Ideologen der Metropole die Vorstellung von einem besonderen „Lusotropicalismus“ und beschworen Portugal als „gemischtrassige“ multikontinentale Nation. Die Lebensrealität in den Kolonien sah jedoch anders aus. Krasse rechtliche und soziale Ungleichheit, Zwangsarbeit, Armut und Analphabetismus prägten das Leben der Kolonialisierten.
Seit den frühen 1960ern erlangte der bewaffnete Widerstand gegen die Besatzer ein qualitativ neues Niveau und weitete sich unter der Führung marxistisch-leninistisch orientierter Kaderparteien zu Bürgerkriegen aus. Der langjährige, aufreibende Kolonialkrieg trug wesentlich zur ökonomischen, moralischen und politischen Untergrabung des faschistischen Regimes in Portugal bei, indem er den Staatshaushalt aufzehrte, die Armeeangehörigen massenhaft der Führung entfremdete und zu ihrer politischen Radikalisierung ebenso beitrug wie zur Ruinierung des internationalen Ansehens des Landes. Der Kolonialkrieg und die militante und propagandistische Aktivität der nationalen Befreiungsbewegungen stellen somit auch einen wesentlichen Faktor in der Vorgeschichte der portugiesischen „Nelkenrevolution“ 1974/75 dar, die ohne deren Berücksichtigung nicht begriffen werden kann.
In den beiden Langen Filmnächsten Portugal: Anti-Kolonial und Portugal: Postkolonial wollen wir nach Einführungen in die Geschichte des portugiesischen Kolonialismus jeweils mehrere Filme zeigen, die das Kolonialregime, den antikolonialen Befreiungskampf, sowie das Fortleben der Kolonialgeschichte in der portugiesischen Gegenwart zum Gegenstand haben.

22.05. / 19 Uhr / Lange Filmnacht die I. / Antikoloniales Kino

Nach einer (notwendig skizzenartig bleibenden) Einführung zur portugiesischen Kolonialgeschichte sehen wir…
SAMBIZANGA (VR KONGO / FRANKREICH /ANGOLA 1972) einen Klassiker des afrikanischen antikolonialen Kinos der 1970er Jahre, entstanden unter Mitwirkung führender Kader der maßgeblichen Befreiungsorganisation MPLA, der die Geschichte einer Liebe unter den Bedingungen des angolanischen Befreiungskampfes und der kolonialen Repression erzählt.
MORTU NEGA (GUINEA-BISSAU 1988) den ersten Spielfilm aus Guinea-Bissau, der aus der Perspektive der späten 1980er Jahre den Fokus auf den Übergang vom Enthusiasmus antikolonialer Befreiung zum harten und vielfach enttäuschenden Prozess der Dekolonialisierung legt. Sieger entpuppen sich als Überlebende. Probleme des kolonialen Alltags werden nicht allein durch die Erringung nationaler Souveränität gelöst. (Ca. 22.30 Uhr).

[translib]

lagerkomplex.

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Do | 1. Mai 2014 | 19 Uhr | Infoladen | Ludwigstraße 37 | Halle

Filmreihe „AUSGEGRENZT“ von no lager halle:

„LAGERKOMPLEX“ (kinoki now! | 2006 | 104 Minuten | Dt, Kurd, Türk, Russ, Frz mit dt UT=

Immer wiederkehrende Fernsehbilder von überfüllten Booten, irgendwo im Mittelmeer, auf dem Weg nach Europa, Berichte über Kämpfe und Hungerstreiks von Flüchtlingen, rassistische „Bürgerinitiativen“, die gegen neu ankommende Asylsuchende hetzen, … . Die Themen Migration, Flucht und Asyl sind in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion derzeit so präsent wie seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr. Aber wird die mediale Mainstreamberichterstattung den Menschen, die immer hinter den Berichten und Geschichten stehen, tatsächlich gerecht? Soll sie das überhaupt? Wir wollen euch dazu einladen, im kommenden Sommersemester einen anderen Blick auf das komplexe europäische Grenz- und Migrationsregime zu werfen. In der Reihe „AUSGEGRENZT“ werden wir vier Dokumentarfilme zeigen, die jeweils einen konkreten Teilaspekt der Flüchtlingspolitik Europas bzw. Deutschlands beleuchten und unterschiedliche Einblicke in die direkten Auswirkungen für die Betroffenen ermöglichen.

Der Film „LAGERKOMPLEX“ zeigt eine innere Grenze: das Lager. In der scheinbar ländlichen Idylle des Osnabrücker Landes befindet sich im Ort Bramsche-Hesepe Deutschlands größtes Abschiebelager mit dem Schwerpunkt der sogenannten Freiwilligen Ausreise.

Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit für Fragerunden und Diskussion, z. T. in Anwesenheit der FilmemacherInnen. Aktuelle Informationen zu den Terminen und Gästen werden rechtzeitig auf unserer Website veröffentlicht.

Eine Veranstaltung von no lager halle im Rahmen des Alternativen Vorlesungsverzeichnis (ALV).