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solidarität mit israel. gegen antisemitische terrorbanden.

Dienstag | 22. Juli 2014, 15:00 | Johannistor | Jena

Solidarität mit Israel – Gegen antisemitische Terrorbanden

Der Volksmob tobt mal wieder in Deutschland. Diesmal sind es jedoch keine rechtsoffenen Bürger, die gegen Asylbewerber protestieren. Nein! Diesmal sind es linke Antiimperialisten, Islamisten und Neonazis, die gemeinsam gegen die israelische Militärintervention im Gazastreifen, die derzeit als Reaktion auf die andauernden Raketenbeschüsse aus Gaza durchgeführt wird, demonstrieren. Unter dem Motto „Frieden für Gaza“ gingen in den letzten Wochen Tausende scheinbar gegen die Militärpolitik des Staates Israel auf die Straße. Dabei ging es aber weniger um Israel, als vielmehr um die Juden an sich.

Friedlich blieben dabei wenige. Fast bei jeder Demonstration kam es zu Übergriffen auf Journalisten, pro-israelische Demonstrierende oder Polizisten. Viele der Attackierten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Die Eskalation der sogenannten Friedensfreunde geht aber noch viel weiter. So wurden am vergangenen Freitag vierzehn Personen festgenommen, weil sie einen Anschlag auf die alte Synagoge in Essen geplant hatten. Ähnliches geschah auch in Frankreich, als Antisemiten zwei Synagogen angriffen und rund 100 Juden in einer Synagoge eingeschlossen waren.

Die sogenannte Israelkritik, die immer wieder als legitime Form der Kritik angebracht wird, zeigt sich hier endgültig als Farce. „Hamas, Hamas! Juden ins Gas!“ oder „Kindermörder Israel“ stellen dabei nur die Spitze der antisemitischen Agitation dar. Die Querfront aus patriarchalen Palästinafreunden und antisemitischen Linken und Rechten zeigt eindeutig, wie sich die Stimmung in Deutschland, aber auch in Europa im Allgemeinen wendet. Dagegen sind die Ermordungen von Menschen in Syrien oder die Errichtung eines Kalifats in Teilen des Iraks und Syriens diesen Friedensfreunden keine Demo – ja nicht einma ein Wort – wert. Denn nur Israel vs. Palästina bietet einen Bonus, den andere Konflikte – auch weitaus blutigere in exakt derselben Region – nicht zu bieten haben: Antisemitismus als Welterklärung, als Exit aus der Moderne, als Fluchtpunkt allen Übels einer ungerechten Welt.

So sieht es aus, das postmoderne “Nie wieder” auf paneuropäisch: Statt sich mit dem brachialsten, gewalttätigsten Ausbruch von Antisemitismus und antisemitischer Gewalt auf dem Kontinent seit 1945 zu beschäftigen, pflegt man hierzulande lieber “Israelkritik” und inszeniert sich als Opfer der USA. Nach den jüngsten Ausbrüchen sollte allerdings endgültig klar sein: Eine Linke, die mit dieser Art von “Antiimperialismus” nicht endgültig Schluss macht, hat jeden, aber wirklich jeden emanzipatorischen Anspruch aufgegeben oder nie besessen.

[http://gruppeodysseus.wordpress.com/]

gegen den antijüdischen krieg und seine unterstützer.

solidarität mit israel

Donnerstag | 17. Juli | 17:00 | Willy-Brandt-Platz | Leipzig

Gegen den antijüdischen Krieg und seine Unterstützer

Nichts kümmert die „Friedensmacht Deutschland“ (Gerhard Schröder) weniger als die Palästinenser. Wäre es anders, ginge längst ein Aufschrei durchs Land, da abertausende Palästinenser abgeschlachtet und systematisch ihrer elementaren Rechte beraubt werden. Tatsächlich hat sich die deutsche Öffentlichkeit aber längst von der katastrophalen Lage in Syrien abgewendet, wo diese Zustände seit Jahrzehnten herrschen und sich derzeit dramatisch verschärfen.

Ohrenbetäubend wird der Aufschrei in Deutschland und der Welt erst, wenn diejenigen, die Millionen Palästinenser unter dem Joch einer barbarischen Willkürherrschaft halten, geschwächt werden sollen. Eben dieses Ziel verfolgen die israelischen Streitkräfte, wenn sie den Waffenschmuggel in Richtung Libanon und Gaza unterbinden und die terroristische Infrastruktur der Hamas und ihrer Verbündeten zerstören. Israel hat es nicht in der Hand, den Frieden im Nahen Osten herbeizuführen, solange das erklärte Kriegsziel der palästinensischen Hamas, der iranisch gelenkten Hisbollah und etlicher anderer Staaten und Terrorgruppen ist, die Juden zu vertreiben und zu töten. Als einzige demokratische Republik der Region leistet Israel die Sisyphusarbeit, antisemitische Terrorgruppen periodisch zu entwaffnen und abzuschrecken, um ihre Bürger zu schützen. Der in Deutschland mehrheitsfähige Irrwitz will aber, dass allein der jüdische Staat die Macht über Krieg und Frieden in der Region hat, während den Palästinensern jede Verantwortung für ihr Tun und Unterlassen abgesprochen wird. Dabei hat der antijüdische Krieg lange vor der Gründung Israels begonnen und lässt sich nicht aus dessen politischen Maßnahmen erklären. Der erste Höhepunkt dieses Krieges war die Vernichtung der europäischen Juden, woraufhin die Gründung des Staates Israel notwendig geworden ist. Die nächste große Etappe soll die nukleare Vernichtung Israels durch das iranische Regime sein. Der antijüdische Krieg wird erst enden, wenn alle Juden ermordet sein werden – oder der Judenhass endlich auf den Müllhaufen der Geschichte befördert worden ist.

Gegen letzteres arbeitet eine derzeit wiederauflebende deutsche „Friedensbewegung“. Ihre Solidarität gilt keineswegs dem Gros der Leidtragenden des radikalen Islam: den Muslimen selbst, von den Christen und Juden ganz zu schweigen. An der jahrzehntelangen Rechtlosigkeit und brutalen Unterdrückung der Palästinenser durch Syrien und andere arabische Staaten sind die friedensbewegten „Israelkritiker“ gänzlich uninteressiert. Denn deren ganze Energie ist auf die vergleichsweise seltenen Fälle gerichtet, bei denen Palästinenser durch jüdische Einwirkung umkommen. Nur Palästinenser, deren Tod den Israelis angelastet werden kann, werfen in der weltpolitischen Empörungsökonomie etwas für die Diskreditierung des Zionismus und folglich für die Machterhaltung von Hamas und Konsorten ab. Die palästinensischen Machthaber verstärken diesen Effekt, indem sie immer wieder „menschliche Schutzschilde“ installieren und etliche getötete Kombattanten zu Zivilisten umwidmen – und bisweilen sogar die Opfer ihrer politischen Rachefeldzüge den Israelis zuschreiben. Die deutsche „Friedensbewegung“ trägt ihr Scherflein dazu bei, indem sie über solche Kriegsverbrechen, die grassierende Misswirtschaft und den religiösen Terror im Gaza-Streifen schweigt und pflichtschuldig „Kindermörder Israel“ brüllt.

Solch judenfeindlicher Irrsinn ist (nicht nur) im Nahen Osten das größte Hindernis für ein friedliches und solidarisches Leben in Freiheit. In den arabischen Staaten wird jede soziale und politische Emanzipation solange vereitelt, wie antisemitische Kriegshetze die Herrschenden und Beherrschten vereint. Als die iranische Freiheitsbewegung im Jahr 2009 antrat, die treibende Kraft des eliminatorischen Antizionismus zu beseitigen, glänzte die „Friedensmacht Deutschland“ samt ihrer Linken durch Solidaritätsverweigerung und Desinteresse. Es darf also niemanden wundern, wenn die „Friedenspartei“ Die Linke und ihr studentischer Ableger Linke.SDS anlässlich der „Operation Protective Edge“ ihren Beitrag zur Delegitimierung der israelischen Selbstverteidigung und also zur Rettung der angeschlagenen islamistischen Despotie in Gaza liefern.

Zu den aktiven Gegnern einer solidarischen und friedlichen Weltgesellschaft gehört nicht nur der islamistische Wahn gegen Juden und Abweichler selbst, sondern auch eine links daher kommende „Friedensbewegung“, deren Analyse des Weltgeschehens sich in der willkürlichen Personalisierung von überpersönlichen Herrschafts- und Ausbeutungsstrukturen ergeht. Hinzu treten Antiimperialisten rechter und linker Couleur, die den volkstümlichen Verschwörungswahn bedienen, eine herrschsüchtige Ideologie, die ihre antisemitische Stoßrichtung kaum verleugnen kann. Zu den Gegnern der sozialen und politischen Befreiung gehört nicht zuletzt eine Linke samt gleichnamiger Partei, so sie – wie jüngst bei den antisemitischen Ausschreitungen in Frankfurt am Main – neben Islamisten und Faschisten leidenschaftlich für einen „Frieden für Gaza“ streitet. Ein „Frieden“, der einschließt, im Namen der „Selbstbestimmung der Völker“ Juden, Christen, Frauen, Nicht-Heterosexuelle, Oppositionelle und „Ungläubige“ weiterhin unbehelligt unterdrücken und ermorden zu können.

Die Kundgebung richtet sich an alle, die für die Beendigung des antijüdischen Krieges eintreten und davon überzeugt sind, dass Antisemitismus und Antizionismus zu den größten Hindernissen einer solidarischen, friedlichen Weltgesellschaft zählen.

Solidarität mit Israel!
Für die Befreiung Gazas von der Hamas und anderen islamistischen Terrorgruppen!
Für einen atomwaffenfreien Iran!
Für eine solidarische Weltgesellschaft ohne jeden Antisemitismus!

Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Leipzig

vergangenheitsbewältigung als eingriffsermächtigung. über israelfreundschaft als deutsche staatsräson.

Di | 15. Juli 2014, 19:00 Uhr | Melanchthonianum | Universitätsplatz | Halle

Vergangenheitsbewältigung als Eingriffsermächtigung – Über Israelfreundschaft als deutsche Staatsräson

Vortrag und Diskussion mit Clemens Nachtmann (Graz)

Das, was einmal exklusiv deutsche Ideologie war – die Auffassung von Deutschland als ‚Kulturnation‘, der es im Gegensatz zu anderen kapitalistischen Ländern um höhere Werte gehe – hat sich in der Europa-Ideologie verallgemeinert. Der souveräne Nationalstaat, so der europäische Konsens von Politik, Presse und Volksmeinung, sei als Institution längst obsolet und müsse durch eine auf dem Völkerrecht basierende internationale Ordnung abgelöst werden. Es ist im Moment gerade nicht Deutschland, sondern es sind die anderen europäischen Länder, die keinerlei Hemmungen zeigen, die in dieser Ideologie vorgezeichneten Konsequenzen auch praktisch zu vollstrecken. Es war nicht in Deutschland, sondern im angeblich so toleranten und freizügigen Schweden, genauer gesagt in der Stadt Malmö, wo 30 jüdische Familien wegzogen, weil arabische Jugendliche ihnen das Leben zur Hölle machten, während der Bürgermeister die jüdische Gemeinde aufforderte, sich von der israelischen Gaza-Politik abzugrenzen, um so zur Deeskalation beizutragen. Es war in Spanien, nicht in Deutschland, wo sich 2009 auf einer antiisraelischen Massendemonstration anlässlich des Gaza-Feldzugs die sozialistische Regierungspartei, die Vereinigte Linke und die beiden größten Gewerkschaften offen mit Hisbollah und Hamas solidarisierten. Und es sind britische, nicht deutsche Intellektuelle, unter denen es als besonders chic gilt, zum Boykott von Israel aufzurufen.

Was die Angesprochenen eint, ist die Überzeugung, aus einem antifaschistischen und antirassistischen Ethos heraus zu handeln und die richtigen ‚Lehren aus der Vergangenheit‘ gezogen zu haben. Was das gute Gewissen ermöglicht, ist die mittlerweile national wie international durchgesetzte Rede von der ‚Singularität‘ des Nazi-Regimes und des nazifaschistischen Massenmords. Während aber diese ‚Lehre aus der Geschichte‘ für die Deutschen bedeutet, sich gerade im Umgang mit Israel Zurückhaltung aufzuerlegen, legitimiert sie für andere europäische Staaten mittlerweile das Gegenteil: komplette Bedenkenlosigkeit, was das innen- und außenpolitische Fraternisieren mit aktuellen und virtuellen Massenmördern zum Zwecke der Delegitimierung und Schwächung Israels betrifft. Im Augenblick herrscht in Europa eine internationale Arbeitsteilung, aus der alle Beteiligten einen moralischen Mehrwert beziehen: die Spanier, die Schweden und andere vergleichbare, indem sie ihre Enthemmtheit gegenüber Israel als besondere Glaubwürdigkeit verkaufen, die Deutschen, indem sie, statt sich selbst die Finger schmutzig zu machen, die anderen sich ausagieren lassen und dafür mit mäßigendem Einfluss punkten möchten.

Warum dies für die antideutsche Kritik schlussendlich bedeuten muss, mit den letzten Resten der Theorie vom ‚deutschen Sonderweg‘ aufzuräumen, und warum die antideutsche Zuspitzung materialistischer Kritik angesichts dieser Zustände aktuell bleibt, soll der Vortrag klären.

Clemens Nachtmann ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Wahn und Verschwörung – Die antisemitische Internationale“ Antifaschistische Hochschultage im Sommersemester 2014.

[ag antifa]

tsahal.

Mo | 14.07. | 20 Uhr | linXXnet, Bornaische Straße 3d | Leipzig

Tsahal (Claude Lanzmann)

Filmabend und Diskussionsveranstaltung

Nach “Warum Israel” und “Shoah” drehte Claude Lanzmann 1994 den Film “Tsahal” und entfaltet darin einen komplexen Blick auf die israelische Armee (Tsava Haganah LeIsrael = Armee zur Verteidigung Israels). Lanzmann versucht den Zugang zur Geschichte und Gegenwart über die Worte der Protagonisten zu vermitteln. Er befragt israelische Militärs, Politiker, Siedler, Palästinenser und Intellektuelle aus der israelischen Friedensbewegung und zeichnet dadurch ein facettenreiches Bild der damaligen Situation. Gerade mit dem Verweis auf die Geschichte der Juden welche von Verfolgung und Vernichtung geprägt ist, beantwortet Lanzmann die Frage nach der Notwendigkeit einer bewaffneten Verteidigungsmöglichkeit Israels in einer Welt des Antisemitismus.

Eine Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten antifaschistischen Kampagne „Schall & Wahn. Den Kampftag der antisemitischen Internationale verunmöglichen.

[Initiative Emanzipation und Antifaschismus]

alles neu mit rohani? das iranische regime und die bedrohung israels.

Mi | 28. Mai | 19 Uhr | Hörsaal 8 | HSG | Universitätsstraße 3 | Universität Leipzig

Alles neu mit Rohani? Das iranische Regime und die Bedrohung Israels.

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat

Hätte das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa, Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten, und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht mehr existieren. Als eines der maßgeblichen Schwellenländer und eine regionale Großmacht wurde der „Islamischen Republik Iran“ in den letzten 30 Jahren von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet. Mit dem Genfer Abkommen, das im November 2013 zwischen dem Iran und den permanenten UN-Sicherheitsratsmitgliedern plus Deutschland abgeschlossen wurde, hat das Ayatollah-Regime, nach Jahren der internationalen Isolierung, einen ungeheuren diplomatischen Erfolg erzielt. Im Austausch für ein paar kosmetische Zugeständnisse wurden die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen erheblich gelockert.

Ist es durch den neuen Präsidenten des iranischen Regimes zu einem Strategiewechsel gekommen oder steht Hassan Rohani nur für eine neue Taktik der Teheraner Machthaber? Ist Rohani ein „Hoffnungsträger“ oder lediglich das „freundliche Gesicht des Terrors“? Was bedeuten Rohani und sein Kabinett für die iranische Opposition und die Machtkämpfe innerhalb des Regimes? Wie kann Israel und wie soll der Westen auf die veränderte Situation reagieren? Und wie ist der Atomdeal einzuschätzen, der in Genf mit dem iranischen Regime geschlossen wurde, und der derzeit in Wien weiterverhandelt wird?

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Mitbegründer des Bündnisses STOP THE BOMB, Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer.“ sowie von „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung.“. Ein ausführlicher Beitrag von ihm zum Thema ist im Heft 3 der Zeitschrift „sans phrase“ erschienen.

[Arbeitskreis Gesellschaftskritik | Studentische Initiative an der Universität Leipzig]

schnee von gestern. farewell, herr schwarz.

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Mo | 26. Mai 2014 | 20:00 Uhr | Cinémathèque in der naTo | Karl-Liebknecht-Straße 46 | Leipzig

Schnee von gestern – Farewell, Herr Schwarz (Deutschland/Israel 2014, OmU, Dok, 96 min, Regie: Yael Reuveny)

Michla und Feiv‘ke Schwarz, Bruder und Schwester, hätten sich 1945 in Lodz treffen können. Aber das haben sie nicht. Sie immigrierte nach Israel und gründete dort ihre Familie, während er nach Deutschland an den Ort zurückkehrte, wo er einst im KZ war. Er änderte seinen Namen zu Peter, heiratete eine deutsche Frau und gründete eine deutsche Familie. Den Kindern und Enkelkindern in Israel und Deutschland lässt das verpatzte Treffen auch Jahre später nicht in Ruhe. Sie machen sich unabhängig voneinander auf die Suche nach dem anderen und der Verdacht wächst, dass Michla und Feivke sich zwar für das Leben, aber trotzdem jeden Tag aufs Neue dafür entschieden, sich nicht zu treffen. Der Film zeigt, wie eine Entscheidung im Jahre 1945 das Leben von Generationen beeinflussen kann, im Hier und Jetzt: Deren Kinder, die mit dem Schweigen der Eltern kämpfen und ihren Fragen, die sie nie gestellt haben. Deren Enkelkinder, die getrieben von den Familiengesheimnissen auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind.

Der Dokumentarfilm von Yael Reuveny wurde vom HAIFA International Film Festival als bester Dokumentarfilm 2013 ausgezeichnet.

links ist da, wo kein antisemitismus ist?

Di | 13. Mai 2014 | 19:00 Uhr | Melanchthonianum | Universitätsplatz | Halle

Links ist da, wo kein Antisemitismus ist?
Vortrag und Diskussion mit Sören Pünjer (Berlin)

Wer sich schon einmal daran versucht hat, am ideologischen Weltbild eines standhaften Linken zu rütteln, der wird um die Erfahrung nicht herumgekommen sein, dass das faktenbezogene Argumentieren meist nur an einer einzigen Stelle den linken Selbstzweifel nähren kann: Den Vergleich mit der NPD bemühen zu müssen, entspringt der Hoffnung, wenigstens am antifaschistischen Gewissen jener rühren zu können, die im Angesicht ihrer persönlichen Nähe zu den Nazis noch vor sich selber erschrecken können.

Verweist man auf die nicht aus der Welt zu schaffende Deckungsgleichheit bzw. die riesige Schnittmenge, die zwischen der NPD-Programmatik und der linken Welterklärung insbesondere beim Thema Globalisierung besteht, dann zeigt sich, dass hier etwas schon rein logisch nicht stimmen kann. Jeder besser geschulte Linke weiß selbstverständlich, dass das Weltbild der braunen Kameraden eindeutig antisemitisch ist. Was aber hält die roten Genossen dazu an, gerade an den entscheidenden Punkten wie der Einordnung der Rolle Israels und der USA ihren Erzfeinden gar nicht widersprechen zu können?

Die richtige Antwort auf diese Frage setzt die Erkenntnis voraus, dass der Antisemitismus auch eine Form von Rassismus sein kann, dies aber keineswegs sein Wesen ausmacht, dass er nicht als eine falsche Kritik am Judentum verharmlost werden darf und dass Rassismus und Antirassismus spätestens seit dem Erfolg von Franz Fanon und Edward Said sich ohnehin immer ähnlicher werden.

Warum unter solchen Vorzeichen schon die bloße Frage nach linken Wegen jenseits von Herrschaft und Ausbeutung verdächtig sein muss und die Einladung eines Friedensforschers nach Halle, der über den Westen und den Iran referiert, das Protestieren gegen seine Einladung notwendig macht, darum soll es im Vortrag gehen.

Sören Pünjer ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“.

[ag antifa | Wahn und Verschwörung – Die antisemitische Internationale Antifaschistische Hochschultage im Sommersemester 2014]

israel im nahen osten.

Donnerstag | 23. Januar 2014 | 16:00 Uhr | Löwengebäude (XIV a/b, Unicampus) | Halle (Saale)

Israel im Nahen Osten

Tal Gat (Israelische Botschaft in Berlin)

Im heutigen Nahen Osten bündeln sich regionale Auseinandersetzungen mit geopolitischen Konfliktlinien und den inneren Entwicklungen verschiedener Staaten. Von den politischen Umbrüchen in Ägypten über den Syrienkrieg und das iranische Atomprogramm bis zu Fragen der Wassernutzung und des Siedlungsbaus lässt sich kaum ein Thema isoliert betrachten und selbst innenpolitische und zivile Fragen haben Auswirkungen auf Nachbarstaaten, Bündnispartner und Gegner und können wiederum von diesen beeinflusst sein. Herr Tal Gat leitet die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Botschaft in Berlin. Er verortet in seinem Vortrag die israelische Politik in den aktuellen Entwicklungen einer konfliktreichen und vielfältigen Region. Im Anschluss gibt es Gelegenheit für Diskussion und Nachfragen.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und des Orientalischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Rahmen der Reihe “Nahost Debatten – politische Positionen und wissenschaftliche Analysen”.

cectra – schwester. ein dokumentarfilm über eva vater, soldatin der roten armee, ärztin und schriftstellerin.

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Dienstag | 21. Januar | 20:00 Uhr | Cineding Leipzig | Karl-Heine-Str. 83 | Leipzig

CECTPA – SCHWESTER. Ein Dokumentarfilm über Eva Vater, Soldatin der Roten Armee, Ärztin und Schriftstellerin

anschließend Gespräch mit den Filmemacher_innen

Der Dokumentarfilm CECTPA – russisch für Schwester – ist das Porträt einer junggebliebenen, lebenslangen Kämpferin. Eva Vater ist eine von mehr als 5.000 lettischen Juden und Jüdinnen, die von 1941 bis 1945 in den Reihen der sowjetischen Roten Armee gegen die deutsche Wehrmacht kämpfen. Sie wird danach zu einer der wenigen Chronistinnen der Erfahrungen sehr junger Frauen in diesem Krieg. Überzeugt tritt sie als Veteranin in den 1950er und 1960er Jahren öffentlich auf, kämpft für die Erinnerung an ihren ebenfalls im Kampf gegen die Deutschen gefallenen Bruder und an andere jüdische KommunistInnen. Gleichzeitig erfährt sie den Antisemitismus der lettischen Bevölkerung auch nach 1945 und bekommt die Angstherrschaft stalinistischer Funktionäre, die sich in Windeseile gegen ideologische GegnerInnen richten kann, selbst zu spüren. Als pensionierte Ärztin widmet sie sich mit Leidenschaft dem Schreiben. Im Jahr 1997 beschließt sie, ihrem Sohn Juri zu folgen, der Anfang der 1990er Jahre nach Israel ausgewandert ist. Im Tel Aviv des Jahres 2011 spricht Eva Vater vom Krieg und vom Tod, von der Liebe und vom Überleben nach und mit der Shoah. In Bildern, die den Weg des klassischen Interviewfilms immer wieder verlassen, entsteht im Spiegel der lauten und schnellen Großstadt Tel Aviv eine nie gänzlich verklingende Vergangenheit, in der liebevolle und zärtliche Momente, Ruhe, Nachdenklichkeit und viel Freundschaft zu finden sind.

Mit englischen Untertiteln.
CECTPA © 2012 Markus Bauer, Claudia Krieg, Frank Olias

http://www.evavaterfilm.com/

Präsentiert von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit, dem Cineding und der Buchhandlung drift.

feindbild israel. der ewige sündenbock.

Donnerstag | 12. Dezember | 19 Uhr | Melanchthonianum | Uni Halle

“Feindbild Israel – der ewige Sündenbock”

Tilman Tarach

“Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält. Tilman Tarach zeichnet die entscheidenden historischen und aktuellen Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, dass in der allgemeinen Debatte um Israel mit zweierlei Maß gemessen wird.

Tilman Tarach (Freiburg) ist Jurist aus Berlin (?) und Autor des Buches »Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‘Protokolle der Weisen von Zion’ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt« (Vorwort Henryk M. Broder, Edition Telok 2011). Artikel von ihm erschienen in “Konkret”, “Jüdische Allgemeine” und “Jerusalem Post”.”

[Landesarbeitskreis Shalom Sachsen-Anhalt]