Tag-Archiv für 'informationsveranstaltung'

Infoveranstaltung und Buskartenverkauf „Insel fluten. Gegen den Volksmob, seine Apologeten und Aufstachler“.

insel fluten

Dienstag den 03.07.2012, 19:00, Reilstraße 78, Halle

Achtung: Auf der Veranstaltung in Halle werden Bustickets für die Fahrt nach Insel verkauft

In Insel im nördlichen Sachsen-Anhalt finden sich seit letztem Sommer regelmäßig Dorfbewohner zusammen, um zwei Männer, die in den 1980er Jahren wegen Vergewaltigung verurteilt wurden, aus dem Ort zu vertreiben. Zu diesem Zweck haben sie auch den Schulterschluss mit Neonazis geprobt. Ihre Forderungen fanden bei der Landesregierung, bei „Bild“ & Co. zumindest zeitweise Gehör. Anfang Juni versuchte ein 50-köpfiger Lynchmob, das Haus der beiden Männer zu stürmen. Er konnte nur durch vehementen Polizeieinsatz davon abgehalten werden. Die Demonstration „Insel fluten!“ richtet sich weniger gegen die Beteiligung von Neonazis am Protest, sondern gegen die ganz gewöhnliche Lynchmeute vor Ort, gegen die Zugeständnisse der Landesregierung an den Dorfmob und die Hetzkampagne von „Bild“ & Co.

Am 8.7.2012 findet vor diesem Hintergrund eine Antifa-Demo in Insel statt.

Seit etwa einem Jahr finden sich in Insel, einem Dorf im nördlichen Sachsen-Anhalt, regelmäßig die Bewohner zusammen, um zwei in den 1980er Jahren wegen Vergewaltigung verurteilte und 2010 aus der Sicherungsverwahrung entlassene Männer aus dem Ort zu vertreiben.
Der Mob institutionalisierte sich zur obligatorischen Bürgerinitiative, um als Erpresserbande an den nicht existenten Verhandlungstisch zu gelangen und das Wie und vor allem Wann der Vertreibung zu kommunizieren. Die Landespolitik zeigte sich zunächst unbeeindruckt.
Da sich nach einigen Wochen noch kein Erfolg einstellen wollte, suchte man im Oktober 2011 den offenen Schulterschluss zu den Neonazis. Das Kalkül schien aufzugehen. Allerorts wurde Empörung laut. Von der Landesregierung über die Zivilgesellschaft bis zur Antifa wurde sich nun- in Anerkennung der „legitimen Ängste“ und „berechtigten Sorgen“ der Dorfbevölkerung- gegen die „undemokratischen“ Nazis positioniert. Innenminister Stahlknecht startete darauf eine Initiative zum „einvernehmlichen“ Wegzug der beiden Männer, was wiederum kaum Kritik nach sich zog.
So verging kaum eine Woche in der nicht der wütende Mob das Haus der beiden Männer belagerte und seine Verteibungs- und Vernichtungsphantasien lauthals heraus schrie. Die wenigen Dorfbewohner, die dem Mob distanziert gegenüber stehen, werden seitdem verachtet und ausgegrenzt.
Einer der beiden permanent Bedrohten verließ Ende Mai das Dorf, flüchtete aber nach kurzer Zeit aufgrund von Protesten und einer Medienkampagne an seinem neuen Wohnort zurück nach Insel.
Vorläufiger Höhepunkt des Treibens war die versuchte Erstürmung des Hauses der beiden Männer durch eine 50-köpfige, zum Lynchen bereitwillige Meute am 1. Juni 2012.

Der Vortrag möchte zeigen, dass die Geschehnisse in Insel in der Form keinen Einzelfall darstellen und für die nähere Zukunft, nach dem Verbot der nachträglichen Sicherungsverwahrung, der Auftakt für weitere Kampagnen und Vernetzungen gegen ehemalige Sicherungsverwahrte sein könnten. Des weiteren soll dargelegt werden was es mit den „legitimen Ängsten“ auf sich hat, dass es entgegen der Verlautbarungen bei der anhaltenden Täterfixierung des Mobs nicht um Opferschutz gehen kann und warum Dorfgemeinschaft und Neonazis so gut zusammen passen.

[novolksmob.blogsport.de]

Die schlechte Aktualität des Immergleichen.

Kaum wird auch hier die Frage danach gestellt, wem die Stadt gehört, was in ihr getan werden kann oder auch nicht, schon folgt die Denunziation dieser Fragestellung. Das war nicht anders zu erwarten, da sich dieses Szenario in ähnlicher Form anderswo schon vor längerer Zeit abgespielt hat. Die zugrundeliegende Diskussion um das Verhältnis von Praxis und Ideologie/Kritik/Theorie begleitet die an Marx anschießende Gesellschaftskritik praktisch seit Anbeginn.
Auf Marx Grab stehen seine Worte: „The philosophers have only interpreted the world, in various ways; the point is to change it.“, auf der Gedenktafel für Adorno an seinem ehemaligen Wohnhaus in Frankfurt finden sich dessen Worte: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“. In der Gegenüberstellung dieser beiden Sätze wird der Widerspruch offensichtlich. Daraus ergeben sich eine Menge unbeantworteter Fragen, z.B. die nach der Relevanz von unterschiedlichen Lebensumständen im falschen, d.h. danach ob es ein besseres und ein schlechteres Leben im falschen geben kann und welche Bedeutung einer solchen Unterscheidung zukommen kann.
Die ist ein Einsatzpunkt der Frage danach, wem die Stadt gehört bzw. danach, ob sie überhaupt jemandem gehört. Durchaus sinnvoll scheint es zu sein, den Ursprung dieser Frage zu betrachten. Diese geht auf die Konzeption „Recht auf eine Stadt“ von Henri Lefebvre zurück. Levebvre geht dabei nicht von einem Recht im juristischem Sinne aus, sondern meint damit etwas wie eine Forderung und einen Anspruch. Beim lesen von Texten Lefebvres erscheint die Kritik am Konzept „Recht auf Stadt“ als verkürzte Kapitalismuskritik etwas befremdend, wobei dieses sich natürlich von der Konzeption Lefebvres unterscheidet. Lefebvre jedenfalls hat ein äußerst präzises und weitreichendes Verständnis vom Kapitalverhältnis und dessen Reproduktion. Als Ort der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsverhältnisse sieht er die Stadt an, die sich in Form der Verstädterung zum allgemeinen, räumlichen Prinzip kapitalistischer Vergesellschaftung entwickelt. Lefebvre geht es damit, und nicht nur damit, um die Veränderung des falschen Ganzen, wobei eben die Stadt der zentrale Ort und damit für ihn ein entscheidender Ansatzpunkt ist. Er geht damit davon aus, dass es einen Unterschied macht, wie die städtischen Lebens- und Produktionsverhältnisse, und damit die gesellschaftlichen Verhältnisse, gestaltet werden. Er hält sich mit dieser Sichtweise eng an das dialektisch-materialistische Verständnis von Marx und einen historischen Materialismus.
Wenn Proteste gegen Ordnungsämter nach dem Verbot von Open-Air-Partys in Halle und Leipzig nun als eine Rebellion der Angepassten kritisiert wird, ist dies zwar einerseits richtig, aber andererseits ebenso falsch, weil in der gegenwärtigen Gesellschaft kaum jemandem etwas anderes übrig bleibt, als sich mehr oder weniger anzupassen. Ähnlich verhält es sich mit der Kritik des Hedonismus als Verlängerung des Leistungsprinzip in die Freizeit. So richtig diese Kritik an vielen Stellen sein mag, so falsch ist sie, wenn damit das Glücksversprechen und der „schöpferische Überschuß“, wie Lefebvre es nennt, des Urbanen eingeebnet wird. Was bei solchen Kritiken fehlt, ist ein dialektisches Verständnis von Gesellschaft und gesellschaftlicher Entwicklung, wie es u.a. bei Marx vorhanden ist. Bei Marx wird sehr ausführlich die Entstehung des Kapitalismus aus feudalen Verhältnissen heraus dargestellt. Dieser Prozess verlief eben auch in einer historisch-dialektischen Entfaltung der Beziehungen zwischen verschiedenen Momenten. Nicht anders scheint eine Überwindung kapitalistischer Verhältnisse vorstellbar. Wie kapitalistische Strukturen innerhalb feudaler Herrschaftssysteme entwickelt wurden und sich diesem zunächst notwendig anpassen mussten, können kommunistische Strukturen nur unter den kapitalistischen Verhältnissen entwickelt werden. Es muss also irgendwie doch zuerst einmal etwas besseres oder richtiges im falschen geben. Dazu können u.a. auch Hedonismus, „Recht auf Stadt“, Urban Gardening, Punk und DIY gehören, der Kapitalismus fing schließlich auch einmal mit so etwas wie Heimwerken an. Die feudalen Verhältnisse, die auf direkter Herrschaft beruhten, sind natürlich nicht vergleichbar mit den kapitalistischen Verhältnissen, die auf gesellschaftlicher Vermittlung beruhen, aber dennoch kann eine Überwindung nur innerhalb dieser Verhältnisse ihren Anfang nehmen, was u.a. der Ansatzpunkt von Lefebvre ist.

Adrian Lauchengrund

(Radio Corax Programmheft September 2011)

[Der Anlass des Textes war neben dem Schwerpunkt „Wem gehört die Stadt?“ des Programmheftes die folgende Veranstaltungsankündigung: http://nokrauts.org/2011/08/der-grose-hedonismus-schwindel-uber-die-rebellion-der-angepassten/]

Neonazis in Halle und Umgebung

Donnerstag, 28. April 2011, 20:00 Uhr, Löwengebäude, Universitätsplatz Halle

Eine Informationsveranstaltung

Am 1. Mai wollen Neonazis aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ durch Halle marschieren. Es ist damit zu rechnen, dass zu dieser zentralen Demonstration im Osten der Republik hunderte Neonazis anreisen werden. Die lokale hallesche Naziszene ist aufgrund interner Streitereien, ihrer Strukturschwäche und Unfähigkeit zwar kaum in die Organisation dieses Aufmarschs eingebunden. Das wird ihrer Beteiligung allerdings kaum Abbruch tun. Vor dem Hintergrund der Demonstration am 1. Mai soll der Vortrag über die regionale Neonaziszene, ihre Anmelder und Hintergründe informieren.

Für die Veranstaltung gilt wie immer: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in
Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ebenso zum Ausschluss von der Veranstaltung führt das Tragen von eindeutig rechtsextremen Symbolen und Bekleidungsmarken einschließlich „Thor Steinar“.

Ungarns konservative Revolution

ungarn

20.10.2010, 20:00 Uhr, Conne Island, Leipzig

Vortrag mit Magdalena Marsovszky

Die Parlamentswahlen im April 2010 besiegelten einen tief- greifenden Umbruch in der politischen Landschaft Ungarns. Die bis dahin regierenden Sozialdemokraten der MSZP büßten über 50 Prozent ihrer Stimmen ein. Im Gegenzug erlangte die rechtsnationalistische Fidesz eine Zwei-Drittel- Mehrheit im Parlament. Beinah noch wären die Sozialdemokraten von der faschistischen Jobbik eingeholt worden, die erstmals zur Wahl antrat und mit 17 Prozent der Stimmen gleich zur drittstärksten Kraft avancierte. Dieser enorme Rechtsruck kam nicht unerwartet, hatten Fidesz und Jobbik doch bereits bei der Europawahl im Juni 2009 herausragende Ergebnisse erzielt und die Sozialdemokraten deklassiert. Die nun erlangten Mehrheitsverhältnisse geben der Fidesz-Regierung unter Viktor Orbán weitreichende Möglichkeiten.

Der Erfolg der rechten Parteien speist sich aus verschiedenen Quellen. Eine beachtliche Mehrheit der ungarischen Bevölkerung teilt einen aggressiv-sentimentalen Chauvinismus, der sich um das »Trauma von Trianon«, dem Verlust von zwei Dritteln des Territoriums nach dem Ersten Weltkrieg, aufgebaut hat. Hinzu kommen oftmals antidemokratische Tendenzen, die sich etwa in einer breiten Verehrung für den ungarischen Reichsverweser Miklós Horthy ausdrücken, der das Land von 1920 bis 1944 autoritär regierte. Insbesondere der Erfolg der Jobbik basiert auf offener antisemitischer Hetze einerseits und rassistischem Antiziganismus andererseits. Und hier bleibt es keineswegs nur bei Worten: Mit der »Ungarischen Garde« steht eine faschistische Vereinigung bereit, die sich als militanter Arm der Jobbik begreift. Bereits mehrfach schlug die Hetze in mörderische Taten um, als gezielt Häuser von Roma angezündet wurden und Flüchtende durch die im Hinterhalt lauernden TäterInnen ermordet wurden.

Die Situation ist zugespitzt und wirft zahlreiche Fragen auf. Einige Antworten zu den Ursachen des Siegeszugs der unga- rischen Rechten, zu den damit verbundenen Auswirkungen, aber auch zu Möglichkeiten der Gegenwehr wird die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung geben.

Magdalena Marsovszky ist freie Kulturwissenschaftlerin und Publizistin, lebt in Budapest und München. Sie ist Vorstandsmitglied des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.

Eine Veranstaltung der Leipziger Antifagruppe (LeA).

Solidarität mit Israel – Gegen Islamismus und Antisemitismus

Solidaritaet mit Israel

Mittwoch, 25.08.2010, 19:00 Uhr, Conne Island

Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_Innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen „Al-Quds-Tages“, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt.
In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten. Mit einer Demonstraton am 4. September wollen wir gegen jeden Antisemitismus, auch gegen den islamistischen, Einspruch erheben.

Die Mobilisierungsveranstaltung wird sich inhaltlich mit dem „Al-Quds-Tag“, dem Iran und dessen Antisemitismus als staatstragende Ideologie auseinandersetzen. Als Abschluß soll die Situation in Berlin getrachtet und Gegenaktionen vorgestellt werden.

Weitere Infos auf: http://noalquds.blogsport.de/

LeA (Leipziger Antifa)

Keine Bewegung! Die Residenzpflichtgesetze für Flüchtlinge – eine Bestandsaufnahme

03.11.2009, 20:00 Uhr

Infoladen, Ludwigstr. 37, Halle/S.

Die Sozialwissenschaftlerin Beate Selders, stellte nach umfangreichen Recherchen in Brandenburg und anderen Bundesländern die alltäglichen Auswirkungen der so genannten Residenzpflicht dar. Nach dieser Vorschrift ist es Asylsuchenden und Geduldeten untersagt, ohne schriftliche Erlaubnis den Wirkungskreis der zuständigen Ausländerbehörde zu verlassen. Verstoßen sie dagegen, so machen sie sich strafbar und werden mit Geld- oder Freiheitsstrafen belegt.

Mit zahlreichen Fallbeispielen und Informationen aus erster Hand werden in der Broschüre die inhumanen und sozial schädlichen Lebenseinschränkungen durch diese Regelung veranschaulicht. Besonders gravierend ist die Situation im Landkreis Uckermark, wo nach Recherchen von Selders 48 % der Aufgriffe wegen Verstößen gegen die Residenzpflicht in Brandenburg erfolgen. Mit den Worten „Du bist kein Tourist“ verweigerte die Ausländerbehörde in Prenzlau Z. L., einem Asylbewerber aus Kamerun, wiederholt einen „Urlaubsschein“, wie die Verlassenserlaubnis im Jargon genannt wird. Fünf Mal wurde Z. L. bisher mit Strafen belegt. So wie ihm geht es Tausenden.

Die Autorin kommt zum Schluss, dass diese weithin unbekannte Vorschrift eine Menschenrechtsverletzung darstellt. „Wenn einer Gruppe von Menschen elementare Grundrechte verweigert werden,“ so Selders, „nimmt die Demokratie Schaden.“ Als Lösung komme nur die ersatzlose Abschaffung dieser Regelung in Frage.

Felix Otto

Ein besonders drastischer Fall ist die 6 monatige Inhaftierung wegen Verstoß gegen die Residenzpflicht und anschließende Abschiebung von Felix Otto am 25.08.09 von Thüringen in den Kamerun.
Felix wurde am 31.03.09 auf der Autobahn zwischen Erfurt und Jena verhaftet. Er mußte eine Haftstrafe in der JVA Suhl-Goldlauterantreten, die ein Richter bereits wegen vorheriger Verstöße gegen die sogenannte Residenzpflicht auf Bewährung erlassen hatte. Obendrein konnte die Ausländerbehörde des Saale-Orla-Kreis ein Papier zur Abschiebung in den Kamerun erhalten. Am 15. Juli fand vor dem Amtsgericht Suhl ein Prozess statt, damit die Ausländerbehörde Felix nach der Haft abschieben kann. Er selbst wurde zwei Tage vorher von dem Prozess unterrichtet, sein Anwalt gar nicht. Felix Otto wurde in Hand- und Fußfesseln vorgeführt. Das Amtsgericht hielt die Abschiebung wegen Verstoß gegen die Residenzpflicht für rechtmäßig.
Das „Reisepapier“ galt bis zum 3. September. Ab dem 20. August wurde Felix Otto in einer Einzelzelle permanent gefessellt, er sei Selbstmord gefährdet – aber abschiebbar. Kontakt zur Aussenwelt und Anwältin wurde möglichst unterbunden. Er berichtete von der Polizei in Haft mißhandelt worden zu sein.
Am 25. August wurde Felix Otto in den Kamerun mit einer Air France Maschine abgeschoben.

veranstaltet von no lager halle

Post Porn Politics

postpornpolitics

Vortrag von Tim Stüttgen

Mittwoch | 24.06.2009 | 19.30 Uhr | Conne Island – Leipzig

Das Verhältnis von sexueller Repräsentation und Politik hat viele Schnittstellen. Postpornographische Politiken versammeln Fragen zum Unterschied vom regressiven zu progressiven und queeren Porno, sind aber auch Aufhänger für Kontroversen um Sexarbeit, Fetischkonzeptionen und dem Verhältnis von der Linken zur Geschlechter-Politik. Dieser Vortrag soll einen Einblick zu verschiedenen praktischen und theoretischen Konzeptionen der Post Porn Politics geben, die in den letzten 40 Jahren in verschiedene Formen von Öffentlichkeit interveniert haben.

Ein Vortrag von Tim Stüttgen (Filmwissenschaftler, Autor in Jungle World, Spex, de:bug), mit Clips von Dusan Makavejev, Annie Sprinkle, Dumb Type Tokyo, Maria Llopis und Bruce La Bruce.

– Im Rahmen des Begleitprogramms zum Festival »Amplify! gender.text & tanz« und in Kooperation mit der Zeitschrift „Outside the Box“ –

Solidarität mit Israel

Eine Veranstaltungsreihe des Bündnis gegen Antisemitismus (BgA)

Das Problem heißt Antisemitismus. Keine Plattform für Antisemiten, weder hier noch anderswo! Gegen den bevorstehenden Skandal, die Einladung des iranischen Botschafters in Deutschland Ali Reza Sheikh Attar zu einer Podiumsdiskussion (www.weiterdenken.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=6184), wird es in Leipzig neben einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe eine israel-solidarische Protestkundgebung vor der Volkshochschule Leipzig geben.

Für Israel, den Staat der jüdischen Überlebenden der Shoa und ihrer Nachkommen, ist das iranische Atomprogramm eine direkte Gefahr. Der iranische Präsident M. Achmadinejad macht aus seinen vernichtungswütigen Absichten bekanntermaßen keinen Hehl, schließlich drohte er Israel vor der Weltöffentlichkeit mit „Ausradierung“ und bekräftigt diese Intention immer wieder durch seine antizionistischen Hasstiraden – zuletzt auf der Antirassismus-Konferenz in Genf. Wenn sich nun in Leipzig Antisemiten zu einem „offenen und kritischen Dialog“ über die deutsch-iranischen Beziehungen zusammenfinden, um damit eine konsequente Fortsetzung deutscher Geschichte, die in Auschwitz mündete, voranzutreiben, dann gilt es dies ebenso zu verhindern, wie die von der „internationalen Weltgemeinschaft“ betriebene Appeasementpolitik gegenüber dem iranischen Atomprogramm.
Im Conne Island wird es eine Informationsveranstaltung geben, mit der wir für das Thema sensibilisieren und auf die Notwendigkeit von Protestaktionen gegen den iranischen Botschafterbesuch hinweisen wollen. Des Weiteren wird in der Braustraße (B-12) und im Atari/Roter Faden der Dokumentarfilm „Will Israel bomb Iran?“ zu sehen sein, der kurz nach dem Zweiten Libanonkrieg 2006 fertig gestellt wurde. Der Film zeigt nicht nur die Verbindungslinien auf, die zwischen dem Iran und den Terroristen der libanesischen Hisbollah bestehen, sondern geht vor allem der Frage nach, wie sich die iranische Atombombe verhindern lässt. Es kommen hochrangige israelische Politiker, Sicherheits- und Militärexperten zu Wort, die die bedrohliche Situation im Nahen und Mittleren Osten aus israelischer Perspektive beleuchten und die westliche Appeasementpolitik – vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung mit dem Nationalsozialismus – kritisieren. Nach dem Vortrag besteht wieder die Möglichkeit zur Diskussion. Auf der Protestkundgebung vor der Volkshochschule in Leipzig wollen wir abschließend unserer Forderung, diese Veranstaltung zu verhindern, Nachdruck verleihen.

+ + 4.6. 2009 + + 19.30 + +
Conne Island, Saal
Der Iran und die Nazis.
Vortrag und Diskussion mit Martin Tröger, Mitarbeiter des Wiener Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
unterstützt vom Referat für Antirassismus des StuRa der Uni Leipzig

+ + 9.6. 2009 + + 21.00 + +
Filmabend/B-12 (Braustraße 20)
+ + 11.6. 2009 + + 19.30 + +
Filmabend und Vortrag / Atari/ Roter Faden (Kippenbergstraße 20/ Ecke Täubchenweg)
»Will Israel Bomb Iran?«
R.: Chris Boulding / 38 min / GB 2006 (Doku – Englisch mit deutschen Untertiteln)

+ + 16.6. 2009 + +18.30 + +
Solidarität mit Israel – Protestkundgebung vor der Volkshochschule in Leipzig, Löhrstraße 3-7

Weitere Informationen unter: www.israel-soli.de, www.stopthebomb.net

Den rechten Konsens brechen! Auf nach Burg!

burg

Manchmal wird auch in praxisfeindlichen Zeiten ein Ausflug in die praktische Politik nötig. Zum Beispiel dann, wenn gegen die widerwärtigen Zustände in der Provinz der ostdeutschen Provinz angestunken werden soll – und die Organisatoren der entsprechenden Proteste das Problem nicht allein im rechten Rand, sondern auch beim ganz normalen Dorfpöbel verorten. Am 18. April 2009 findet in Burg bei Magdeburg eine Demonstration gegen den „widerwärtigen Alltagscharakter in der Provinz“ statt, zu deren Teilnahme wir hiermit aufrufen.

Am 9. April 2009 gibt es dazu eine Vorbereitungsveranstaltung in Halle, bei der es um Informationen über die Zustände vor Ort und die üblichen Technics (Abreise, Treffpunkt usw.) geht. (18.00 Reilstraße 78, Haus am Zoo)

„…bis die Scheiße aufhört! Den rechten Konsens brechen!“
Antifaschistische Demo am 18. April 2009 in Burg. […]

Der widerwärtige Alltagscharakter in den Provinzen entfaltet sich nicht nur, weil Nazis das machen, was Nazis halt so machen: Fremde hassen, Linke hassen, nicht-Rechte hassen, Schwule hassen, Juden hassen, antisemitischen Verschwörungstheorien anhängen, den Nationalsozialismus lieben, Blut lieben, Boden lieben, Eichen lieben und sich permanent größenwahnsinnig, unbesiegbar oder wahlweise von allen verfolgt fühlen. Es brauch doch einiges mehr an Dorfpöbel, um den Topf zum überlaufen zu bringen. Vielerorts hat man so lange Weggesehen, Geschwiegen, Relativiert, Zugestimmt und Verständnis für die „wilden Jugendlichen“ bzw. die jugendlichen Wilden gezeigt, das ein anders-sein, ein nicht-rechts-sein, in der braunen Suppe nur schwer, schlimmsten Falls gar nicht mehr möglich war. Anders-Sein bedeutet dann Gewalterfahrungen, sozialen Druck und Einschränkungen – gar den Tod. Die Idylle und Harmonie des Landes ist der Zwang zur Konformität mit einem Alltag voll von Nazis, ihren Freunden und Freundinnen, dem schweigenden Rest und dem verständnisvollen Fanblock. Die Idylle und Harmonie des Landes wird zum Terror. Keine Aufschreie des Entsetzens, wenn Nazirudel nachts auf Jagd nach Menschen gehen, die nicht in ihr Weltbild passen können und wollen. Keine Empathie für die Opfer rechter, antisemitischer, homophober und rassistischer Gewalt – ob als Drohungen an Wände geschmiert oder durch physische Angriffe. Und wenn die Dorfidylle doch ihre Opfer fordert, weiß man zumindest ganz sicher, dass das Problem von außen kommt. Dann steht der Haufen Seite an Seite eng zusammen gegen die Presse, die angeblich Braune-Scheiße über den Dorffrieden kippt oder die böse Antifa, die voll von zugereisten Krawalltouristen ist. Nicht nur die relative ungestörte Kontinuität rassistischer Angriffe und das Agieren der Nazistrukturen, wie auch die Ignoranz und das Zuschauen der Mehrheitsgesellschaft, bieten Grund genug, selbstbestimmt und laut unseren Ärger auf die Strasse zu tragen. Linksradikalde Politik kann nicht allein mit „gegen Nazis“ gleichgesetzt werden. Sie muss als Gesamtgesellschaftliche Kritik vestanden werden!

Den rechten Konsens brechen! Auf nach Burg!
Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
18.04.2009 / 12:30 Uhr
Burg / Bahnhof (Vorplatz)
Weitere Infos auf der Sonderseite: www.konsensbrechen.tk

via shape deviation & no tears for krauts

Naziaufmarsch verhindern. Gedenken an deutsche Täter_innen abschaffen.

13februar

Informationsveranstaltung zum 13./14. Februar 2009 in Dresden

4.2. 19:00 Uhr

Leipzig
Conne Island
Koburger Straße 3

Wir rufen zur Verhinderung der Naziaufmärsche am 13. und 14. Februar 2009 auf, stellen diese jedoch auch konsequent in den Zusammenhang des Dresdner Gedenkens und den darin enthaltenen Opfermythos.

Der 13. Februar in Dresden bietet wie in jedem Jahr viele Möglichkeiten der Aktion, Intervention und Kritik. Wenn ihr uns unterstützen wollt, kommt zur Informationsveranstaltung, wo ihr die alle Fakten zu 13. und 14. Februar 2009 erfahrt.

Bustickets gibt es im Lazy Dog, Atari, El Libro und Conne Island zu erwerben.

Hinfahrt Freitag/Rückfahrt Samstag 7,00 Euro
Hin-/Rückfaht Samstag 5,00 Euro