Tag-Archiv für 'ideologiekritik'

solidarität mit israel. gegen antisemitische terrorbanden.

Dienstag | 22. Juli 2014, 15:00 | Johannistor | Jena

Solidarität mit Israel – Gegen antisemitische Terrorbanden

Der Volksmob tobt mal wieder in Deutschland. Diesmal sind es jedoch keine rechtsoffenen Bürger, die gegen Asylbewerber protestieren. Nein! Diesmal sind es linke Antiimperialisten, Islamisten und Neonazis, die gemeinsam gegen die israelische Militärintervention im Gazastreifen, die derzeit als Reaktion auf die andauernden Raketenbeschüsse aus Gaza durchgeführt wird, demonstrieren. Unter dem Motto „Frieden für Gaza“ gingen in den letzten Wochen Tausende scheinbar gegen die Militärpolitik des Staates Israel auf die Straße. Dabei ging es aber weniger um Israel, als vielmehr um die Juden an sich.

Friedlich blieben dabei wenige. Fast bei jeder Demonstration kam es zu Übergriffen auf Journalisten, pro-israelische Demonstrierende oder Polizisten. Viele der Attackierten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Die Eskalation der sogenannten Friedensfreunde geht aber noch viel weiter. So wurden am vergangenen Freitag vierzehn Personen festgenommen, weil sie einen Anschlag auf die alte Synagoge in Essen geplant hatten. Ähnliches geschah auch in Frankreich, als Antisemiten zwei Synagogen angriffen und rund 100 Juden in einer Synagoge eingeschlossen waren.

Die sogenannte Israelkritik, die immer wieder als legitime Form der Kritik angebracht wird, zeigt sich hier endgültig als Farce. „Hamas, Hamas! Juden ins Gas!“ oder „Kindermörder Israel“ stellen dabei nur die Spitze der antisemitischen Agitation dar. Die Querfront aus patriarchalen Palästinafreunden und antisemitischen Linken und Rechten zeigt eindeutig, wie sich die Stimmung in Deutschland, aber auch in Europa im Allgemeinen wendet. Dagegen sind die Ermordungen von Menschen in Syrien oder die Errichtung eines Kalifats in Teilen des Iraks und Syriens diesen Friedensfreunden keine Demo – ja nicht einma ein Wort – wert. Denn nur Israel vs. Palästina bietet einen Bonus, den andere Konflikte – auch weitaus blutigere in exakt derselben Region – nicht zu bieten haben: Antisemitismus als Welterklärung, als Exit aus der Moderne, als Fluchtpunkt allen Übels einer ungerechten Welt.

So sieht es aus, das postmoderne “Nie wieder” auf paneuropäisch: Statt sich mit dem brachialsten, gewalttätigsten Ausbruch von Antisemitismus und antisemitischer Gewalt auf dem Kontinent seit 1945 zu beschäftigen, pflegt man hierzulande lieber “Israelkritik” und inszeniert sich als Opfer der USA. Nach den jüngsten Ausbrüchen sollte allerdings endgültig klar sein: Eine Linke, die mit dieser Art von “Antiimperialismus” nicht endgültig Schluss macht, hat jeden, aber wirklich jeden emanzipatorischen Anspruch aufgegeben oder nie besessen.

[http://gruppeodysseus.wordpress.com/]

von der zerstörung der vernunft ereilt. zum scheitern antideutscher kritik.

Von der Zerstörung der Vernunft ereilt. Zum Scheitern antideutscher Kritik.

Eines erstaunlichen Erlebnisses konnte teilhaftig werden, wer sich zu Clemens Nachtmanns Vortrag „Vergangenheitsbewältigung als Eingriffsermächtigung – Über Israelfreundschaft als deutsche Staatsräson“ am 15. Juli 2014 in Halle begab. Es waren nicht viele.
Es wurde hier eine weitgehende Revision dessen, was bisher als antideutsche Kritik bekannt war, bekanntgegeben. Im Jahre 2009 wurde zunächst, anlässlich einer Konferenz der Zeitschrift Bahamas, offiziell die Bezeichnung antideutsch entsorgt, nun wurden grundlegende Vorstellungen des einst damit verbundenen Konzeptes verabschiedet, dafür soll aber die Bezeichnung antideutsch als Identitätsemblem in veränderter Form wieder oder weiterhin, das wird nicht so recht klar, von kritischer Gültigkeit sein. Den Ausgangspunkt stellte die These dar, dass sich die deutsche Ideologie nunmehr zu einer Europaideologie bzw. zu einer Ideologie des Supranationalen verallgemeinert hätte. Dies sei geschehen durch eine ideologischen Kulturalisierung, auf Grundlage einer Selbstverleugnung der bürgerlichen Gesellschaft als ihrer Basisideologie. Als zu kritisierende Thesen wurden sodann die These der Singularität des Holocaust sowie die These vom deutschen Sonderweg präsentiert. Die Singularitätsthese verfiel der Kritik dadurch, dass aus ihr politisches Kapital und moralischer Mehrwert geschlagen werde. Die Aufarbeitung der Vergangenheit diente demnach vor allem dazu Deutschland zu rehabilitieren und einen moralischen Gewinn zu erzielen, der als Lehre aus der Geschichte zu moralischem Größenwahn und letztlich einem moralischen Antisemitismus führte, so dass die Massenvernichtung der europäischen Juden schließlich als Titel für ein Eingriffsrecht dienen solle. Der Ursprung der Singularitätsthese wurde bei Habermas verortet. Die Massenvernichtung der europäischen Juden wäre nun in ihrer Singularität und als universale Tatsache zugleich aufzufassen. Die Begriffe Postfaschismus bzw. Postnazismus seien auf die internationale Konstellation zu beziehen. Ihnen wesentlich sei die ideologische Bearbeitung der Kontinuität in der Diskontinuität. Die Sonderwegsthese würde sich als kritikwürdig dadurch erweisen, dass hier die Kategorien des Besonderen und des Allgemeinen auf unheilvolle Art politisiert würden. Deutschland würde dabei als Sonderfall bürgerlicher Vergesellschaftung, als Abweichung von der bürgerlich-kapitalistischen Norm, betrachtet. Dies müsse als ein politisierender Antiimperialismus gegen Deutschland gesehen werden. Das Label Antideutsch werde zum Identitätsausweis, der darin zum Ausdruck käme, dass an Deutschland unbedingt etwas gefunden werden müsse, was die deutsche Besonderheit untermauert. Die Annahme einer deutschen Wertvergesellschaftung als singulär, die sich in allen ihren Äußerungen identisch durchhält, würde zu einer affirmativen Theorie, dessen was deutsch ist, als einer Identitätsfindung, gerinnen. Materialistische Kritik hätte dagegen die Frage: „Was deutsch ist?“ schon in ihren Grundlagen zu destruieren. Am Ende stand dann aber im Gegensatz zu dem vorher gesagten doch wieder eine neue Bestimmung dessen, was nunmehr als deutsch zu verstehen sei: die freiwillige Selbstopferung, das sich widerstrebend in etwas Unvermeidliches schicken. So lange Staat und Kapital nicht abgeschafft seien, bliebe antideutsche Kritik daher aktuell.
Es kann sich des Eindruckes nicht ganz erwehrt werden, dass sich hier eine Unzulänglichkeit antideutscher Kritik offenbart, die von Anfang an in ihr selbst angelegt war. Diese Unzulänglichkeit, die nun auf Georg Lukacs zurückgeführt wird, indem er mit »Die Zerstörung der Vernunft« als Urheber der These des deutschen Sonderwegs dargestellt wurde, scheint tatsächlich vielmehr in einer Verwirrung hinsichtlich der Kategorien des Besonderen und des Allgemeinen in der antideutschen Kritik selbst zu liegen. Einige Grundkenntnisse dialektischer Philosophie, z.B. derjenigen Hegels, Marx‘ oder Adornos, hätten darauf hinweisen können, dass das Allgemeine immer nur in Gestalt des Besonderen erscheint und nur als Konkretion der Abstraktion vom Besonderen überhaupt zugänglich ist. Es liegt hier ein exemplarisches Beispiel dafür vor, was unter Dialektik zu verstehen wäre: die gegensätzlichen Kategorien des Besonderen und des Allgemeinen sind derart konstitutiv aufeinander bezogen, dass sie jeweils als Sinnesimplikat im anderen enthalten sind. Der historische Materialismus, den Marx in kritischem Anschluss an Hegel und Feuerbach begründete, geht daher davon aus, dass die jeweils spezifischen historischen Bedingungen betrachtet werden müssen, damit bestimmte politische Erscheinungen begriffen werden können. Da das Allgemeine also nur im jeweils Besonderen aufgefunden werden kann, stellt insofern jede wie auch immer räumlich begrenzte Entwicklung einen Sonderweg dar. Es war daher schon immer richtig und zugleich irreführend und ideologisch, von einem deutschen Sonderweg auszugehen, da für jeden Nationalstaat oder jede Region ein spezifischer Sonderweg festgestellt werden kann, auf dem sich die jeweils besondere Gestalt des Allgemeinen durchsetzt. Die Spezifik der deutschen Entwicklung ist, wie jede andere, historisch-materialistisch zu erklären, nicht durch metaphysische Wesensbestimmungen. Sie ist damit nicht gleich jeder anderen besonderen Entwicklung, sondern in ihrer besonderen Ausprägung des Allgemeinen, die damit überhaupt nicht in Abrede gestellt wird, erst zu erfassen. Der Versuch der kritischen Anwendung identitärer Vorstellungen, wie sie nationale und kulturelle nun einmal sind, war von vornherein ideologisch und dem Gegenstand nicht angemessen. Dieses theoretische Defizit zeigt sich unter anderem darin, dass immer wieder unklar wird, was das spezifisch deutsche Besondere nun eigentlich sein soll und was dagegen das bürgerlich-kapitalistische Allgemeine oder Normale sein soll, d.h. welche Identität gerade zu verteidigen und welche gerade abzulehnen ist. Solcherart identitäre Vorstellungen müssen in Folge dessen immer wieder aktualisiert und den sich verändernden politischen Verhältnissen angepasst werden. Die antideutsche Kritik saß damit von vornherein negativ ideologischen, metaphysischen Wesensbestimmungen auf, wie nun durch die Revision grundlegender Vorstellungen implizit eingestanden wird.
Diese ganze Entwicklung ist auch deswegen äußerst seltsam, weil die polemische Verwendung der Bezeichnung deutsch, die es ja durchaus gab, u.a. bei Marx und Adorno, anscheinend nicht als solche verstanden wurde, sondern sie als substanzieller Begriff für etwas verwendet wurde, was keine Substanz hat, sondern Ideologie ist.
Die Anhänger antideutscher Kritik schienen zunächst etwas verwirrt und stellten dann zögernd und scheinbar mit etwas ungläubigem Staunen einige Nachfragen, um sich dessen zu versichern, was sie da gehört hatten. Die erste Nachfrage ging denn auch dahin, wie es denn dazu kommen konnte, dass sich die deutsche Ideologie nun verallgemeinert habe und wie denn in anderen Ländern die Lehre aus der Geschichte ebenfalls derart gezogen werden könne, wie es von Nachtmann für Deutschland beschrieben wurde. Eine Anmerkung zielte darauf ab, die Sonderwegsthese zumindest für die 1990er und 2000er Jahre insofern als berechtigt zu verteidigen, dass damit dem Hang entgegen getreten wurde, die deutsche Entwicklung der allgemeinen kapitalistischen Sauerei unterzuordnen. Die dritte Nachfrage bezog sich darauf, ob nicht ein Widerspruch in der These des Kulturalismus zu sehen sei, insofern darin einerseits von einer Auflösung von Kultur in einen Karneval der Kulturen die Rede ist, andererseits zugleich aber von einer Überlegenheit der europäischen im Gegensatz etwa zur amerikanischen Kultur. Die Antwort auf letzteres beinhaltete, dass hierin die Unlogik des Postmodernismus zum Ausdruck käme.
Diese ganze seltsame Entwicklung zeigt sehr deutlich, dass, wenn es darum geht, gesellschaftliche Entwicklungen zu begreifen und zu kritisieren, nichts darum herum führt, die jeweiligen historischen gesellschaftlichen Bedingungen und ihre ideologische Verarbeitung zu betrachten, d.h. zu betrachten, wie sich jeweils das Allgemeine in seiner besonderen Gestalt darstellt. Das abstrakte gesellschaftliche Allgemeine ist in bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaften die Ware Arbeitskraft oder, da diese die Substanz des Wertes ist, der Wert. Dieses allgemeine Verhältnis setzt sich in verschiedenen gesellschaftlichen Konstellationen auf je besondere Weise durch und wird immer nur in dieser jeweils besonderen Ausprägung sichtbar. Das Allgemeine, was sich durch die besonderen Erscheinungen durchsetzt, kann nur sichtbar gemacht werden indem dadurch vom Besonderen abstrahiert wird, dass es auf Begriffe gebracht wird, und diese Begriffe in eine solche Anordnung zueinander gebracht werden, dass das Allgemeine als ein Konkretes dargestellt werden kann. Da das konkrete gesellschaftliche Allgemeine der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft verschiedene Widersprüche in sich enthält, die in diesem Verhältnis nicht zu lösen sind, u.a. den Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital und den damit verschränkten Widerspruch zwischen Natur und Kapital, entstehen notwendig immer wieder krisenhafte ökonomische Einbrüche, die soziale Folgen hervorrufen, von denen Menschen betroffen werden. Die von krisenhaften Zuständen betroffenen Menschen verarbeiten diese Situationen häufig auf eine mehr oder weniger ideologische Weise. Die Ausprägung der ideologischen Verarbeitungsweise krisenhafter gesellschaftlicher Prozesse hängt von verschiedenen räumlichen, politischen, gesellschaftlichen, kulturellen, historischen Bedingungen ab, die in ihrer jeweiligen Konstellation betrachtet werden müssen, um sie in ihrer jeweiligen Spezifik begreifen zu können. Erst unter dieser Voraussetzung wird es überhaupt möglich sein, diesen Ideologiebildungen kritisch entgegenwirken zu können.
Es ist dazu tatsächlich eine historisch-materialistische Kritik notwendig. Durch metaphysische Wesensbestimmungen, die sich als wesentliches Merkmal antideutscher Kritik zeigen, werden ideologische Vorstellungen im wesentlichen negativ reproduziert. Antideutsche Kritik erweist sich damit nicht als Ideologiekritik, wie sie es gerne möchte, sondern selbst als ideologisch, als Agentin von Ideologie als Gegenideologie. Sie ist damit selbst ebenso als Produkt der ideologischen Verarbeitung krisenhafter gesellschaftlicher Zustände anzusehen, wie die bevorzugten Gegenstände ihrer Kritik, etwa islamistische Gruppierungen oder orthodoxe und antiimperialistische Linke.

gegen den antijüdischen krieg und seine unterstützer.

solidarität mit israel

Donnerstag | 17. Juli | 17:00 | Willy-Brandt-Platz | Leipzig

Gegen den antijüdischen Krieg und seine Unterstützer

Nichts kümmert die „Friedensmacht Deutschland“ (Gerhard Schröder) weniger als die Palästinenser. Wäre es anders, ginge längst ein Aufschrei durchs Land, da abertausende Palästinenser abgeschlachtet und systematisch ihrer elementaren Rechte beraubt werden. Tatsächlich hat sich die deutsche Öffentlichkeit aber längst von der katastrophalen Lage in Syrien abgewendet, wo diese Zustände seit Jahrzehnten herrschen und sich derzeit dramatisch verschärfen.

Ohrenbetäubend wird der Aufschrei in Deutschland und der Welt erst, wenn diejenigen, die Millionen Palästinenser unter dem Joch einer barbarischen Willkürherrschaft halten, geschwächt werden sollen. Eben dieses Ziel verfolgen die israelischen Streitkräfte, wenn sie den Waffenschmuggel in Richtung Libanon und Gaza unterbinden und die terroristische Infrastruktur der Hamas und ihrer Verbündeten zerstören. Israel hat es nicht in der Hand, den Frieden im Nahen Osten herbeizuführen, solange das erklärte Kriegsziel der palästinensischen Hamas, der iranisch gelenkten Hisbollah und etlicher anderer Staaten und Terrorgruppen ist, die Juden zu vertreiben und zu töten. Als einzige demokratische Republik der Region leistet Israel die Sisyphusarbeit, antisemitische Terrorgruppen periodisch zu entwaffnen und abzuschrecken, um ihre Bürger zu schützen. Der in Deutschland mehrheitsfähige Irrwitz will aber, dass allein der jüdische Staat die Macht über Krieg und Frieden in der Region hat, während den Palästinensern jede Verantwortung für ihr Tun und Unterlassen abgesprochen wird. Dabei hat der antijüdische Krieg lange vor der Gründung Israels begonnen und lässt sich nicht aus dessen politischen Maßnahmen erklären. Der erste Höhepunkt dieses Krieges war die Vernichtung der europäischen Juden, woraufhin die Gründung des Staates Israel notwendig geworden ist. Die nächste große Etappe soll die nukleare Vernichtung Israels durch das iranische Regime sein. Der antijüdische Krieg wird erst enden, wenn alle Juden ermordet sein werden – oder der Judenhass endlich auf den Müllhaufen der Geschichte befördert worden ist.

Gegen letzteres arbeitet eine derzeit wiederauflebende deutsche „Friedensbewegung“. Ihre Solidarität gilt keineswegs dem Gros der Leidtragenden des radikalen Islam: den Muslimen selbst, von den Christen und Juden ganz zu schweigen. An der jahrzehntelangen Rechtlosigkeit und brutalen Unterdrückung der Palästinenser durch Syrien und andere arabische Staaten sind die friedensbewegten „Israelkritiker“ gänzlich uninteressiert. Denn deren ganze Energie ist auf die vergleichsweise seltenen Fälle gerichtet, bei denen Palästinenser durch jüdische Einwirkung umkommen. Nur Palästinenser, deren Tod den Israelis angelastet werden kann, werfen in der weltpolitischen Empörungsökonomie etwas für die Diskreditierung des Zionismus und folglich für die Machterhaltung von Hamas und Konsorten ab. Die palästinensischen Machthaber verstärken diesen Effekt, indem sie immer wieder „menschliche Schutzschilde“ installieren und etliche getötete Kombattanten zu Zivilisten umwidmen – und bisweilen sogar die Opfer ihrer politischen Rachefeldzüge den Israelis zuschreiben. Die deutsche „Friedensbewegung“ trägt ihr Scherflein dazu bei, indem sie über solche Kriegsverbrechen, die grassierende Misswirtschaft und den religiösen Terror im Gaza-Streifen schweigt und pflichtschuldig „Kindermörder Israel“ brüllt.

Solch judenfeindlicher Irrsinn ist (nicht nur) im Nahen Osten das größte Hindernis für ein friedliches und solidarisches Leben in Freiheit. In den arabischen Staaten wird jede soziale und politische Emanzipation solange vereitelt, wie antisemitische Kriegshetze die Herrschenden und Beherrschten vereint. Als die iranische Freiheitsbewegung im Jahr 2009 antrat, die treibende Kraft des eliminatorischen Antizionismus zu beseitigen, glänzte die „Friedensmacht Deutschland“ samt ihrer Linken durch Solidaritätsverweigerung und Desinteresse. Es darf also niemanden wundern, wenn die „Friedenspartei“ Die Linke und ihr studentischer Ableger Linke.SDS anlässlich der „Operation Protective Edge“ ihren Beitrag zur Delegitimierung der israelischen Selbstverteidigung und also zur Rettung der angeschlagenen islamistischen Despotie in Gaza liefern.

Zu den aktiven Gegnern einer solidarischen und friedlichen Weltgesellschaft gehört nicht nur der islamistische Wahn gegen Juden und Abweichler selbst, sondern auch eine links daher kommende „Friedensbewegung“, deren Analyse des Weltgeschehens sich in der willkürlichen Personalisierung von überpersönlichen Herrschafts- und Ausbeutungsstrukturen ergeht. Hinzu treten Antiimperialisten rechter und linker Couleur, die den volkstümlichen Verschwörungswahn bedienen, eine herrschsüchtige Ideologie, die ihre antisemitische Stoßrichtung kaum verleugnen kann. Zu den Gegnern der sozialen und politischen Befreiung gehört nicht zuletzt eine Linke samt gleichnamiger Partei, so sie – wie jüngst bei den antisemitischen Ausschreitungen in Frankfurt am Main – neben Islamisten und Faschisten leidenschaftlich für einen „Frieden für Gaza“ streitet. Ein „Frieden“, der einschließt, im Namen der „Selbstbestimmung der Völker“ Juden, Christen, Frauen, Nicht-Heterosexuelle, Oppositionelle und „Ungläubige“ weiterhin unbehelligt unterdrücken und ermorden zu können.

Die Kundgebung richtet sich an alle, die für die Beendigung des antijüdischen Krieges eintreten und davon überzeugt sind, dass Antisemitismus und Antizionismus zu den größten Hindernissen einer solidarischen, friedlichen Weltgesellschaft zählen.

Solidarität mit Israel!
Für die Befreiung Gazas von der Hamas und anderen islamistischen Terrorgruppen!
Für einen atomwaffenfreien Iran!
Für eine solidarische Weltgesellschaft ohne jeden Antisemitismus!

Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Leipzig

alles neu mit rohani? das iranische regime und die bedrohung israels.

Mi | 28. Mai | 19 Uhr | Hörsaal 8 | HSG | Universitätsstraße 3 | Universität Leipzig

Alles neu mit Rohani? Das iranische Regime und die Bedrohung Israels.

Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat

Hätte das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa, Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten, und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht mehr existieren. Als eines der maßgeblichen Schwellenländer und eine regionale Großmacht wurde der „Islamischen Republik Iran“ in den letzten 30 Jahren von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet. Mit dem Genfer Abkommen, das im November 2013 zwischen dem Iran und den permanenten UN-Sicherheitsratsmitgliedern plus Deutschland abgeschlossen wurde, hat das Ayatollah-Regime, nach Jahren der internationalen Isolierung, einen ungeheuren diplomatischen Erfolg erzielt. Im Austausch für ein paar kosmetische Zugeständnisse wurden die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen erheblich gelockert.

Ist es durch den neuen Präsidenten des iranischen Regimes zu einem Strategiewechsel gekommen oder steht Hassan Rohani nur für eine neue Taktik der Teheraner Machthaber? Ist Rohani ein „Hoffnungsträger“ oder lediglich das „freundliche Gesicht des Terrors“? Was bedeuten Rohani und sein Kabinett für die iranische Opposition und die Machtkämpfe innerhalb des Regimes? Wie kann Israel und wie soll der Westen auf die veränderte Situation reagieren? Und wie ist der Atomdeal einzuschätzen, der in Genf mit dem iranischen Regime geschlossen wurde, und der derzeit in Wien weiterverhandelt wird?

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Mitbegründer des Bündnisses STOP THE BOMB, Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer.“ sowie von „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung.“. Ein ausführlicher Beitrag von ihm zum Thema ist im Heft 3 der Zeitschrift „sans phrase“ erschienen.

[Arbeitskreis Gesellschaftskritik | Studentische Initiative an der Universität Leipzig]

georg lukács‘ spätwerk. vorbereitungstreffen für einen lesekreis.

Do | 27. März 2014 | 19:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Georg Lukács‘ Spätwerk

Vorbereitungstreffen für einen Lesekreis

Das bis heute wahrscheinlich bekannteste Werk von Georg Lukács (1885-1971) ist die 1923 erschienene Aufsatzsammlung „Geschichte und Klassenbewusstsein“, die zu Recht als „foundation text“ des westlichen Marxismus und verschiedener neomarxistischer Ableger bezeichnet wurde. Für Lukács selbst markierte dieses Werk nur eine frühe Etappe auf seinem „Weg zu Marx“, die er später hinter sich gelassen und für überwunden erklärt hat. Sein Verständnis der „marxistischen Dialektik“ war zu dieser Zeit noch vielfach von verschiedenen akademischen Theorien geprägt und überlagert, die seinen früheren intellektuellen Werdegang bestimmt haben, bevor er sich zu einem wissenschaftlich-kommunistischen Theoretiker entwickelte. Es gibt umfangreiche Arbeiten darüber, welchen Einfluss etwa die Soziologie Max Webers und Georg Simmels oder die Philosophie des Neukantianismus auf „Geschichte und Klassenbewusstsein“ hatten. In einem Vorwort von 1967 kritisierte Lukács ausführlich diese frühe Arbeit und bemängelte vor allem die Reduktion der Marxschen Theorie auf eine Gesellschaftslehre und die Ausklammerung der Natur, was zur schwerwiegenden Folge hatte, dass die Arbeit als Zentralkategorie des gesellschaftlichen Seins und Vermittlerin des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur unter den Tisch fiel. Zu erklären sind diese Mängel, die eine idealistische Schieflage nach sich ziehen, u.A. dadurch, dass in den 20er Jahren ein so wichtiger Text von Marx wie die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte von 1844 noch nicht vorlag. Diese Arbeit, und besonders die darin enthaltene Kritik der Philosophie Hegels, rezipierte Lukács erstmals 1930 als Mitarbeiter des Marx-Engels-Instituts in Moskau, was auf ihn, nach seinen eigenen Worten, einen “umwälzenden Eindruck“ machte und ihn in einen “begeisterten Rausch des Neuanfangens“ versetzte. Alle seine wichtigen Arbeiten, die danach erschienen, wie etwa „Der junge Hegel“ (1948), „Die Zerstörung der Vernunft“ (1954), „Die Eigenart des Ästhetischen“ (1963) oder „Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins“ (postum erstmals vollständig 1984 auf deutsch erschienen) sind von diesem Eindruck geprägt und auf ein „Zurück zu Marx“ und eine „Renaissance des Marxismus“ (bzw. des Marxschen Theorie-Typus) gerichtet, sowohl gegen seine entstellende Revision im Westen, als auch gegen den stalinistischen Dogmatismus im Osten. Im Verhältnis zu der Aufmerksamkeit, die auch heute noch sein frühes Werk genießt, werden seine späteren Arbeiten nur wenig beachtet und insbesondere „Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins“, der bisher vielleicht bedeutsamste Versuch, die philosophischen Grundlagen der Marxschen Theorie nachzuzeichnen und als Lukács’ eigentliches Hauptwerk zugleich die Summe seines ganzen Lebenswerks, kaum gewürdigt.

Auf dem Vorbereitungstreffen wollen wir klären, an welchen Texten von Lukács ein Interesse besteht, dass sie kollektiv gelesen und diskutiert werden, und wie die Lektüre aufgebaut sein und ablaufen soll.

myths of cascadia. über die synthese von anarchischen archaismus und black metal, sowie die ideologie des ursprungs.

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Dienstag | 3. Dezember | 18:30 Uhr | Conne Island

Myths of Cascadia. Über die Synthese von anarchischen Archaismus und Black Metal, sowie die Ideologie des Ursprungs.

Vortrag und Diskussion mit Jacques Blum.

Seit seiner Entstehung in den späten 80ern ist der Black Metal programmatisch mythologisch. Musiker der skanidinavischen Bands Darkthrone, Burzum und Ulver beklagen den Verlust altheidnischer Religion und Lebensweise. Diese sei vom, oft verschwörungstheoretisch mit dem Judeochristentum identifizierten Kapitalismus zerstört worden. Wird nicht die völkische Identität des Wikingertums und seiner Kulte besungen, geht es im Subtext dennoch immer um eine ursprüngliche Authentizität die mit Naturhaftigkeit und archaischer Männlichkeit in enger Verbindung steht. Die musikalische Formsprache ist Ausdruck spätkapitalistischer Subjektivität und vom mythologischen Inhalt nicht zu trennen. Das ewig um sich selbst kreisende Riff, regrediert immer wieder auf seinen Ursprung und ist Nachahmung archaischer Zeit, die sich in der ewigen Wiederholung der Jahreszeiten, der zyklischen Wiedergeburt ohne Progress sich erschöpft. Black Metal Hörer und Musiker wollen dem immer qualitätsloser empfundenen Voranschreiten abstrakten Zeit, die den Takt der Arbeit schlägt und den als bedrohlich empfundenen gesellschaftlichen Wandlungen entkommen, indem sie die „Ewigen Wiederkunft des Gleichen“, das sich selbst Gleichbleiben in der Natur, zelebrieren und sich eins fühlen mit der verlorenen Heimat. Nun wird dem Cascadian Black Metal, der in den frühen Nullerjahren im Pacific North West der USA und den kanadischen Anreinern, eben in der Region Cascadia, entstandenen ist, bis tief in die Mainstreammedien hinein eine Emanzipation von den menschenfeindlichen Inhalten des traditionellen Black Metal nachgesagt. Tatsächlich setzten die Musiker der Kapellen Wolves in the Throne Room, Echtra oder Wilds Reprisal sich gegen Rassismus und Homophobie ein und dünken sich herrschaftskritisch, was, wenn man sich der mitunter neonazistischen Exzesse vieler Black Metal Formationen aus Europa erinnert, durchaus einen gewissen Wandel darstellt. Auch musikalisch tritt die Subszene über ein angestammtes Black Metal Repertoire hinaus. Elemente aus Black Gaze, Post Metal und Hardcore sind stark vertreten. Dennoch bilden diese Bands eine selbstproklamierte Gesinnungsfamilie und die musikalischen Grundzüge, die ihre Vorbilder (etwa Burzum) geliefert haben, bleiben bestehen. Was die Bands an Inhalten liefern, geht ideologisch auf den amerikanischen Anarcho-Primitivismus zurück, der ein Programm des Rewilderings vertritt, also die Rückführung des Menschen in eine vorzivilisatorische vermeintlich herrschaftsfreie Zeit. Das ist der Angelpunkt des Mythos im Cascadian Black Metal, der in Form und Inhalt eben Black Metal also mythologisch und reaktionär bleiben muss.

moderne seelenrettung. esoterik als religion des bürgerlichen zeitalters.

Freitag | 15. November | 19.00 Uhr | Melanchthonianum | Uniplatz | Halle

Moderne Seelenrettung. Esoterik als Religion des bürgerlichen Zeitalters.

Vortrag & Diskussion mit Claudia Barth* im Rahmen der Reihe “Jammertal und Heiligenschein. Perspektiven der Religionskritik”

Esoterik ist en vogue. Gleichzeitig könnte man sie aber auch als Reaktion auf Erfahrungen des Scheiterns im Alltagsleben fassen, als relativ junge Religion, die des öfteren auch (nationale) Mythen oder rassistisch-völkisches Gedankengut transportiert. Esoterik hilft, die Kontingenzerfahrungen der modernen Gesellschaft zu bewältigen und Widersprüche zu bereinigen um weitermachen zu können. Entlastet wird nicht nur das eigene Selbst, sondern auch alle Anderen, deren Handeln als Ausdruck höherer Mächte erscheint.
Der zunehmenden Erfolg der Esoterik in den letzten Jahrzehnten hängt auch mit den Veränderungen der Arbeitswelt einher: Selbstverantwortung, Flexibilität, Auflösung der Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit, privatem Bereich der Kreativität und öffentlichem Verwertungsbereich. Die so Subjektivierten haben in der Esoterik ein Angebot der ideologischen (V)erklärung der eigenen Erschöpfung. Esoterische Ratgeber versprechen individuelle Möglichkeiten der Bewältigung, doch die Rede ist weniger von gesellschaftlichen Verhältnissen, als vielmehr von Schicksal, dieser Kraft oder jener Energie.

*Claudia Barth ist Autorin von „Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur“ und „Esoterik – Die Suche nach dem Selbst“.

[http://www.kritischeintervention.wordpress.com/]

im gespräch mit volkmar wölk zu jürgen elsässer und „compact“.

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Mittwoch | 13. November | 19:00 Uhr | Conne Island | Koburger Str. 3 | Leipzig

Im Gespräch mit Volkmar Wölk zu Jürgen Elsässer und „Compact“

Für den 23. November lädt der Chefredakteur Jürgen Elsässer und das rechtspopulistische Magazin „Compact“ zur zweiten „Souveränitätskonferenz“ ins nahe gelegene Schkeuditz. Das Treffen rechtskonservativer aller Couleur befördert ein Bedrohungsszenario der Zerstörung traditioneller Familienbilder und völkischer Staatenbildung, und will den Erhalt eben dieser als Lösungsansätze verstanden wissen. Verschwörungstheorien und offen propagierter Antiamerikanismus gehören dabei zum guten Ton des sich selbstredend weder links noch rechts zuordnenden Blattes. Gerade Elsässer spiegelt augenscheinlich den Versuch einer gewünschten „Querfront“ und offenbart letztlich falsche Kapitalismuskritik par excellence. Einst in der radikalen Linken tätig, werden spätestens mit Beginn des Irak – Krieges offen rechte Positionen sichtbar und führen zum Bruch. Es folgen Publikationen, welche eine Stärkung des Nationalstaates befürworten und vor „anglo – amerikanischen Finanzkapital“ warnen. In gegenwärtig barbarischen Regime wie Iran oder jüngst in Ungarn findet Elsässer schließlich Auswege aus seiner völkisch gedeuteten Weltkonstellation.
Im Gespräch mit Volkmar Wölk und der anschließenden Diskussion soll der Werdegang Jürgen Elsässers beleuchtet und die politische Bedeutung des Blattes „Compact“ einführend dargestellt werden. Ebenso wird es Infos zu geplanten Gegenaktionen zur Konferenz geben.
Wölk ist freier Autor und schrieb u.a. bereits einige Artikel in „Der rechte Rand“ und „haGalil“ zu selbigen Thema.

- Eine Veranstaltung der Gruppe Antifa Klein Paris -

music of the living dead. über die angleichung von leben und tod im brutal death metal.

Freitag | 4.10.2013 | 19:00 UhrConne IslandKoburger Str. 3Leipzig

Music Of The Living Dead. Über die Angleichung von Leben und Tod im Brutal Death Metal.

Vortrag und Diskussion mit Patrick Viol

Im Heavy Metal der 80er Jahre besingen Männer mit langen Haaren und schmierigen Lederkutten den dunklen Lord, er möge Ihnen einen Pakt anbieten, um den eigenen Tod besiegen und an seiner Allmacht partizipieren zu können – und das nicht selten im Falsett. Dem Teufel Frauen zu opfern, gilt als das bestialische Äquivalent, das zu erbringen die eisernen Männer sich willfährig bereit erklären.
Im Brutal Death Metal Mitte der 90er – der wohl krassesten, substilistischen Ausformung des Heavy Metals – gibt man sich oft mit Glatzen, düsteren Mienen und dicken, tätowierten Armen zwar männlicher als je zuvor, aber eben auch säkular und profan. Töten mit Hacken, chirurgischen Instrumenten und nicht zuletzt mit dem eigenen Genital setzt sich hier als Selbstzweck. Das Unwesen, welchem man sich hier anzuverwandeln versucht, ist das Kapital selbst nach der Seite seiner technischen Zusammensetzung: die maschinellen Produktionsmittel, das toten Kapital. Seinem blinden Voranschreiten gleich zu werden, darin feiert das männliche Subjekt des Brutal Death Metal einerseits seinen Sieg über seine sterbliche Natur. Am Instrument als Naturbeherrscher und als beherrschte Natur zugleich gerät es aber in einen Widerspruch mit sich selbst und zelebriert andererseits seinen eigenen Tod.
So erklingt im Brutal Death Metal sowohl stets eine Spannung zwischen Maschinellem und Organischem als auch der Versuch ihre Differenz zu tilgen. Dafür büßen, dass der Versuch misslingt, sich über das natürliche Leben zu erheben, muss: die Frau. Darin erweist man sich jeder Säkularisierung zum Trotz als traditionalistisch.
War der Zombie schon immer der Ausdruck dafür, dass sowohl Leben und Tod des Menschen nicht recht mehr sich unterscheiden lassen als auch für dessen blindes Weitermachen ohne Grund (denn der Zombie frisst nur um zu fressen, weil er nicht verhungern kann) so lässt sich Brutal Death Metal als die Musik von Untoten begreifen. Zur Behandlung dieser These wird sich im Vortrag vor allem auf die Analyse des musikalischen Materials bezogen. Neben einer musikgeschichtlichen Einordnung des Brutal Death Metal werden Szene-übliche Accessoires, Hörbeispiele und Videos präsentiert – und ‚live‘ Gitarre gespielt.

veranstaltet in Zusammenarbeit mit „Extrablatt – Zeitschrift aus Gründen gegen fast Alles“

[cee ieh]

mit sprachmagie gegen die weiße dominanz. über widersprüche der „critical whiteness“.

26. September | 19:30 Uhr | VL Ludwigstrasse | Halle

Mit Sprachmagie gegen weiße Dominanz – Über Widersprüche der „Critical Whiteness“

Gespräch mit Benjamin Schilling

Seitdem der „Aufstand der Anständigen“ den ehemals linksradikalen Antirassismus als deutschen Grundkonsens ausgerufen hat, sind antirassistisch Engagierte auf der Suche nach einer Theorie, mit der sie sich vom staatsoffiziellen Antirassismus abgrenzen können. In der Critical Whiteness scheinen sie diese gefunden zu haben. Die Rede vom grundsätzlich „weißen“ Rassismus und dem notwendigen Bruch mit der „weißen“ Vorherrschaft dürfte genügen, jeden zivilgesellschaftlichen Anständigen vor den Kopf zu stoßen und damit dem eigenen Bedürfnis nach Radikalität genüge zu tun.

Dabei ist Critical Whiteness alles andere als eine radikale Kritik an der rassistischen Gesellschaft. Wie jede andere Form des postmodernen Sprachmagie-Idealismus ist sie grundlegend affirmativ, indem sie die auch dem Rassismus zu Grunde liegenden materiellen Verhältnisse außen vor lässt und den Rassismus ausschließlich im Bewusstsein der „Weißen“ verortet. Die „radikale“ Praxis erschöpft sich dementsprechend meist auch darin, „Rassenquoten“ für Podiumsdiskussionen zu fordern und Triggerwarnungen wegen angeblich rassistischer Sprache auszusprechen.

Über Widersprüche und Sinnlosigkeiten von Critical Whiteness spricht Benjamin Schilling (Halle a. d. Saale)

[domino vorträge]