Tag-Archiv für 'geschlechterverhältnisse'

öffentliche diskussion des koalitionspapiers der translib.

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Freitag | 14. Februar 2014 | 18:00 Uhr | translib | Götzstraße 7 | Leipzig

Öffentliche Diskussion des Koalitionspapiers der translib
Mit anschließender Kneipe

Die Versprengtheit der kommunistischen Elemente in der Gegenwart ließ bei einigen Individuen das Bedürfnis entstehen, einen Raum für eine kontinuierliche, offene und kollektive Kommunikation über alle drängenden Fragen der Gesellschaftskritik zu schaffen: die translib. Im Zuge des bisherigen Aufbaus dieses Ortes haben die bislang daran Beteiligten einen intensiven theoretischen Selbstverständigungsprozess begonnen, dessen erstes Resultat das anlässlich unserer Einweihungsfeier Ende Dezember veröffentlichte “Koalitionspapier” ist. Das Koalitionspapier soll eine transparente und allgemein-verbindliche Grundlage der Mitarbeit, sowie der verschiedenen Aktivitäten in der translib darstellen und seinerseits durch die Erkenntnisse und Erfordernisse, die sich im Zuge dieses Prozesses ergeben, modifziert und konkretisiert werden. Wir laden an diesem Abend alle Interessierten dazu ein, mit uns über das Koalitionspapier und die in ihm formulierten Thesen ins Gespräch zu kommen.

::: http://translibleipzig.wordpress.com/

doppelvortrag zu geschlechterverhältnissen in der punk und diy szene.

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Donnerstag | 16. Januar | 20.00 Uhr | Reil78 | Halle

AUS DER REIHE: „ZUM GLÜCK GIBT ES PUNK?! – AMBIVALENZEN EINER SUBKULTUR“

Doppelvortrag zu Geschlechterverhältnissen in der Punk und DIY Szene

1.Teil

Noize, booze and revolution: Geschlechterverhältnisse in der DIY-PunkszeneHans Berner (Halle)

Die Do-It-Yourself-Punkszene ist eine radikale zeitgenössische Synthese von Metal, Punk und Hardcore, die sich fernab ökonomischer Verwertung und massentauglicher Ästhetik versteht und untrennbar mit der linken Szene in Deutschland verbunden ist. Paradox anmutend fallen emanzipatorischer Impetus, der auch feministische Positionen beinhaltet, und eine von weißer Männlichkeit dominierte Struktur zusammen. Auf Grundlage einer ethnografischen Feldforschung und sozialwissenschaftlicher Beiträge wird beleuchtet, wie Geschlecht performativ hergestellt und männliche Dominanz in einer Egalität und Freiräume behauptenden Szene stabilisiert wird. Dabei finden historische und strukturell geschlechtsspezifische Zusammenhänge Beachtung. Die musikalischen Kämpfe sind, wie viele Kämpfe der linken Szene, in erster Linie von Männern und Männlichkeit dominierter Aktivismus, dessen Forderungen eher symbolische als reale Wirkung besitzen: gesamtgesellschaftliche Ungleichheiten werden fortschreitend reproduziert, die Benachteiligung von Frauen und die Verdrängung von Weiblichkeit an die Peripherien scheinen der Szene eingeschrieben.

2.Teil

„…wir pfuschen euch in eure beschissene heterosexuelle Matrix!“ Männlichkeitskonstruktionen in Punkrock und DIY zwischen Subversion und ReproduktionMartin Winter (Aachen, Graz)

Punkrock und Hardcore verstehen sich nicht nur als Musikgenres, sondern verbinden mit der Musik auch radikale politische Ansprüche. Doch sind damit auch andere Formen des Musikmachens verbunden, oder beschränkt es sich auf politische Texte und das spielen in selbstverwalteten Kontexten? Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Punkrock und Hardcore, ähnlich wie andere Formen der Rockmusik, von Geschlechterungleichheiten durchzogen sind. Auf der Grundlage ethnografischer Feldforschung wird hier nun nachgezeichnet, wie verschiedene Männlichkeitskonstruktionen mit dem Musikmachen im Punkrock und Hardcore zusammenhängen. Auf der einen Seite steht eine feministisch motivierte Abgrenzung vom sexistischen Mackertum und „herumgepose“ anderer Musikgenres, wie u.a. Metal und Metalcore. Auf der anderen Seite zeigen sich aber Ambivalenzen zwischen stereotypen Geschlechterbildern, DIY als Leistungsethik und emanzipativer Rhetorik.

das ist doch krank. psychopathologisierung als normalisierungsmechanismus.

Donnerstag | 5. Dezember | 19 Uhr | Melanchthonianum | Hörsaal XX

Das ist doch krank – Psychopathologisierung als Normalisierungsmechanismus

Corinna Schmechel (Gender Studies, Berlin)

Mit dem Erscheinen der neusten Auflage des DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders), des international bedeutsamen psychiatrischen Diagnosehandbuches der American Psychiatric Association, ging ein kritischer Aufschrei durch die Medien, in dem die zunehmende Psychopathologisierung diverser Verhaltensweisen und Charakterzüge beklagt wird. Doch emanzipative Psychiatriekritik setzt nicht erst mit der jüngsten Definition von Schüchternheit als „sozialer Phobie“ an.

Psychiatrisches Wissen ist ein wesentliches Instrument gesellschaftlicher Normierung; psychiatrische Diagnosen definieren Verhalten und Charaktere als „(un)normal“ und_oder „krank“ und wirken dadurch stigmatisierend und bis zur Zwangsbehandlung hin gewaltvoll. Sie sind ein Werkzeug zur Etablierung und Stabilisierung sozialer Ordnung, und damit u.a. des heteronormativen Zweigeschlechtersystems. Psychopathologisierung – das Erklären von Phänomen als Symptom oder gar Kern eines psychischen Defekts – spielt eine große Rolle in der Geschichte der geschlechtlichen und sexuellen Devianz, wie feministische Analysen der Diagnose „Hysterie“, die Kämpfe um die Entpathologisierung von Homosexualität und aktuell um die von Trans*Menschen zeigen.

Im Vortrag soll ein Einblick in die Funktionsweise des psychiatrischen Systems (Diagnostizierung, Einweisungspraxen etc.) vermittelt und die Verwobenheit psychiatrischen Wissens mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen aufgezeigt werden. Davon ausgehend wird exemplarisch der Blick auf den Faktor Geschlecht im psychiatrischen Diskurs gelegt. Es wird argumentiert, wie psychiatrisches Wissen einerseits stets durch binäres heteronormatives Wissen vorgeformt ist, und aufgezeigt, wo sich dies in psychiatrischen Diagnosen – von „Hysterie“ bis zur „Geschlechtsidentitätsstörung“ – wiederfindet und durch die Pathologisierung von Nonkonformität reproduziert.

Zur Person:

Cor(inn)a Schmechel studiert Gender Studies in Berlin und ist seit Langem in queerfeministischen und z. T. antipsychiatrischen Zusammenhängen aktiv. Sie schrieb ihre BA-Arbeit an der Universität Potsdam zur Verknüpfung der Psychiatrie mit dem Zweigeschlechtersystem und führte hierzu ein Projekttutorium an der HU Berlin durch.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Schmechel, Corinna (2013): Don’t pathologize this. In: an.schläge – Das feministische Magazin, Mai 2013. Auch online verfügbar unter: http://anschlaege.at/feminismus/2013/04/dont-pathologize-this/

Schmechel, Corinna (2012): Psychiatrie und Geschlechtersystem – Geschlechtsidentität und Psychiatrie. In: Allex, Anne/Halmi, Alice C. (Hrsg.) (2012): Stop Trans*-Pathologisierung: Berliner Beiträge für eine internationale Kampagne. Neu-Ulm: AG SPAK Bücher, S. 29–35

Schmechel, Corinna (2011/12): Wahnsinn und Geschlecht. In: Phase 2 – Zeitschrift gegen die Realität, 41, Heft 2/Winter 2011/2012. Auch online verfügbar unter: http://phase-zwei.org/hefte/artikel/wahnsinn-und-geschlecht-37/

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psychotherapie und heteronormativität. krankheits-, gesundheits- und genesungsvorstellungen von psychotherapeut_innen.

Donnerstag | 28. November | 19 Uhr | Audimax | Hörsaal XXII

Psychotherapie und Heteronormativität. Krankheits-, Gesundheits- und Genesungsvorstellungen von Psychotherapeut_innen

Sabine Flick (Soziologie, Frankfurt am Main)
Moderation: Pia Schmid (Erziehungswissenschaften, Halle)

Der aktuelle Gesundheitsreport der DAK (gesetzliche Krankenkasse) von 2013 berichtet, dass psychische Erkrankungen erstmals an Platz 2 aller Erkrankungen liegen. Immer mehr Menschen machen Psychotherapien und haben mit psychotherapeutischem Wissen in unterschiedlichen Kontexten Kontakt. Die Bedeutung von Psychotherapien als Subjektivierungsinstanz nimmt also zu und diese Entwicklung rückt Psychotherapeut_innen in den Fokus. Gender- sensibilität ist mittlerweile weitläufig Kanon der Psychotherapie-Schulen und ihrer Diskurse. Schwule, Lesben und Bisexuelle können seit einigen Jahren zur psychotherapeutischen Ausbildung zugelassen werden. Dies ist allerdings eine recht neue und nicht abgeschlossene Entwicklung. Bis in die 1990er Jahre versuchte man Homosexuelle von ihrem Leiden zu heilen, und Psychoanalyse tut sich auch heute noch schwer, queere Personen zur Psychotherapie- ausbildung zu zu lassen. Psychotherapie rückt überdies immer wieder in den Fokus (und in die Kritik) wenn es um die „Behandlung“ nonkonformer Ausdrucksweisen von Geschlecht als Geschlechtsidentitätsstörungen geht. Zugleich etablieren sich in Großstädten affirmative Therapien für LGBT Patient_innen. Psychotherapie kann also Normalisierung aber auch Ermächtigung für nonkonforme Lebens- und Liebensweisen bedeuten. Dies macht den Blick auf die Herstellungsweisen von ‘Normalität’ in psychotherapeutischer Praxis und ihre Verknüpfung mit Vorstellungen von Gesundheit und Gesellschaft der Psychotherapeut_innen selbst nötig. Wie wird in Psychotherapien Geschlecht und Begehren thematisch und welche normativen Orientierungen der Psychotherapeut_innen im Hinblick auf Gesundheit sind damit verknüpft? Welche heteronormativen Logiken sind mit psychotherapeutischen Konzepten verbunden? Welche sind relevant?

Sabine Flick, Dr. phil., hat Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse an der Goethe-Universität Frankfurt am Main studiert und in Kassel und Frankfurt promoviert. Sie war in Forschungsprojekten sowie im Forschungsmanagement der Fachhochschule Frankfurt tätig. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mit- arbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Soziologie der Psychotherapie, Gesundheitssoziologie, Soziologien des Selbst, Soziologie der Emotionen und Persönliche Beziehungen (insb. Freundschaft).
Ausgewählte Veröffentlichungen:
Sabine Flick (2013): Leben durcharbeiten. Selbstsorge in entgrenzten Arbeitsverhältnissen. Frankfurt/New York: Campus Verlag
Flick, Sabine (2012): Nichtangriffspakt. Paradoxien freundschaftlicher Beziehungen in entgrenzter Arbeit. In: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung, Freundschaft im Kapitalismus, Heft 1&2/2012
Flick, Sabine (2012): Selbstsorge als forschungsleitende Perspektive einer Untersuchung bei Beschäftigten in Banken und Versicherungen.Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Heft 4/2012, Vol. 37, S. 337–384

[queer einsteigen]

»heilige & staatsfeindin zugleich« frauen im iran.

Fr | 5. Juli 2013 | 18:30Uhr | Friedrich-Schiller-Universität Jena | Hörsaal 7

»Heilige & Staatsfeindin zugleich« – Frauen im Iran

Film, Vortrag & Diskussion mit Fathiyeh Naghibzadeh

Das psycho-soziale Zentrum für Flüchtlinge in Thüringen, Refugio e.V., präsentiert eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, die sich der Situation von Frauen in der Islamischen Republik Iran widmet. Die desolate Situation für unterschiedliche soziale Gruppen in der Islamischen Republik Iran ist – sollte es je so gewesen sein – schon lange kein Geheimnis mehr. Dennoch bleibt die (offensive) Solidarität gegenüber Homosexuellen, Oppositionellen, aber vor allem auch Frauen weitgehend aus. Für viele ist die Flucht in Länder, in denen ihre Integrität als Mensch nicht in Frage gestellt wird, die einzige Option – sofern ihnen diese möglich ist und gelingt.
Am 14. Juni 2013 fand wieder eine »choreografierte Farce von Wahlen« statt – die öffentliche und staatlich legitimierte wie gewollte Verhöhnung demokratischer Grundrechte und Artikulation des Willens der Menschen im Iran. Aber auch ein Hassan Rohani wird an der seit der Islamischen Revolution oppressiven Situation von iranischen Frauen nichts ändern. Warum das so ist und wie die Lebensrealität der Frauen aussieht, was für ein Männlichkeitsbild im Iran herrscht und wie sich eine Iranerin in Deutschland fühlt, die hier in der Exil-Opposition agiert, wird Fathiyeh Naghibzadeh am 5. Juli 2013 berichten.
Zum Gottesstaat Iran hat sich Fathiyeh Naghibzadeh sowohl in einigen Artikeln als auch einem Film verschiedenen Fragen gewidmet: Wie definiert sich der Staat Iran in Bezug auf den Islam? Was hat das mit der Revolution von 1979 zu tun? Was versteht man im Iran unter der »bedeutenden und wertvollen Aufgabe« der Frau im Islam genau? Welche Funktionen werden den Frauen zugewiesen? Und: wie gehen die Frauen im Iran mit ihrer Situation um?

Wir haben uns entschieden vor dem Vortrag, den Film »Kopftuch als System«, den Fathiyeh Naghibzadeh mitproduziert hat und in dem die Positionen verschiedener Exiliranerinnen als politische Frauen im Iran und in Deutschland porträtiert werden, zu zeigen. Da so mehrere Stimmen von Frauen aus dem Iran Raum gegeben wird. Anschließend geht Fathiyeh Naghibzadeh genauer auf die Situation und das Männlichkeitsbild im Iran ein, bevor wir uns der Diskussion widmen.

Fathiyeh Naghibzadeh lebt seit 1985 in Deutschland im Exil. Sie floh aus dem Iran, um ein Leben in Selbstbestimmung zu suchen und studierte in Berlin Gender Studies & Erziehungswissenschaften. Sie ist in der deutschen Bewegung iranischer Exil-Oppositioneller, beim „Mideast Freedom Forum“ (http://www.mideastfreedomforum.org/) und der Kampagne „Stop The Bomb“ (http://de.stopthebomb.net/de/home.html) aktiv.

Ausschlussklausel: die Veranstalterin behält sich vor, Personen, die eine menschenfeindliche Ideologie vertreten (gemäß § 6 Abs. 1 VersG) oder die Veranstaltung „gröblich stören“ (gemäß § 11VersG) oder die Referentin attackieren (dabei wird ihr die Definitionsmacht überlassen) auszuschließen.

Dank geht an die freundliche Unterstützung vom Gleichstellungsreferat des StuRas, vom Gleichstellungsbüro der FSU Jena sowie von einzelnen Personen, die ihre Unterstützung bekundeten.

Links:
„Niemals oben ohne – Die Repression gegen Frauen im Iran basiert auf deren tragender Rolle für die religiöse Ideologie des Gottesstaates.“ Jungle World Nr. 18, 30. April 2008 – http://jungle-world.com/artikel/2008/18/21673.html

„Gottes Strafe – Die Vergewaltigungen von Häftlingen in iranischen Gefängnissen sind Ausdruck der Ideologie des Regimes und zugleich Botschaften an die Bevölkerung.“ Jungle World Nr. 36, 3. September 2009 – http://jungle-world.com/artikel/2009/36/38807.html

„Glaube, Tugend, Terror – Feminismus unter dem Diktat des Korans: Zum Zustand der Frauenrechte im Iran 30 Jahre nach den Protestdemonstrationen im Zuge der Islamischen Revolution – von Fathiyeh Naghibzadeh http://diestandard.at/1234508849071/Kommentar-der-anderen-Glaube-Tugend-Terror

Radio Interview zum Film „Kopftuch als System – Machen Haare verrückt?“ (6min) http://www.freie-radios.net/12306

Phase 2.22: Interview mit Fathiyeh Naghibzadeh »Im Iran herrscht ein religiöser Faschismus«
http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=434&print

lassen sich gesellschaftliche verhältnisse dekonstruieren? feministische rückfragen an die queer-theorie.

Mittwoch | 3. Juli | 18:00 | Carl-Zeiß-Str.3 (Campus) | HS 4 | Jena

Lassen sich gesellschaftliche Verhältnisse dekonstruieren? Feministische Rückfragen an die queer-Theorie

Tove Soiland

Seit Beginn der 1990er Jahre existiert sowohl in der Geschlechtertheorie wie in unterschiedlichsten subkulturellen Lebenszusammenhängen die Vorstellung, dass der Veruneindeutigung der Geschlechtergrenzen resp. der Pluralisierung geschlechtlicher Identitäten ein subversives Potential innewohnt. Geschlechterverhältnisse lassen sich aber ebenso wenig „dekonstruieren“ wie Produktionsverhältnisse. Mit dieser These tritt der Vortrag einer Vorstellung von politischer Veränderbarkeit entgegen, wie sie sich im Umfeld der US-amerikanischen Cultural Studies entwickelt hat, in deren Tradition auch die Queer-Theorie steht.
Im Fokus queerer Kritik stehen sogenannte „Identitätsfestschreibungen“. Gesellschaftliche Verhältnisse erscheinen somit primär als durch „Bedeutung“ konstituiert. Es geht heute aber nicht länger um Bedeutungsfestschreibungen. Was uns auf ideologischer Ebene geschieht, muss vielmehr als De-thematisierung von Geschlecht bei einer gleichzeitig stillschweigenden Feminisierung der Lasten bezeichnet werden.

Tove Soiland ist Feministische Theoretikerin und Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten.

Eine Veranstaltung der Falken Jena in Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Uni Jena und Falken Thüringen.

outside the box #4 release.

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Do | 20. Juni | 18:00 Uhr | A & V | Lützner-Straße 30 | Leipzig

outside the box // #4 ARBEIT // Release

Jede Ausgabe braucht bei uns noch ein wenig mehr Zeit und wird noch ein wenig dicker. Es ist aber soweit, sie ist da: die vierte Ausgabe der outside the box! Es geht um ARBEIT und sie ist ganze 166 Seiten lang. Die Konzeption schloss wieder einmal die Einsicht mit ein, dass Erfahrung und Abstraktion getrennt und doch zusammengehören: Besonderes in Form von Handwerkerinnenprotokollen und kleinen Textschnipseln zu Uns und der Arbeit während des letzten Jahres, Allgemeines in Form von alles umfassenden feministisch-gesellschaftskritischen Artikeln, künstlerische Auseinandersetzungen rund um Arbeit und weibliche Subjektivität in der DDR, Diskussionen und Gespräche über Psychoanalyse und die Zurichtung und Wichtigkeit von Arbeit und natürlich vieles vieles mehr könnt ihr diesmal darum fast im Buchformat begrüßen.

Feiert das Erscheinen mit uns am 20. Juni ab 16 Uhr im A & V in der Lützner Str. 30 – mit Sekt und Schnittchen, Musik und druckfrischen Exemplaren der outside the box #4: ARBEIT.

tages arbeit! abends gäste,
saure wochen! frohe feste!

(Goethe, Der Schatzgräber)

marx(ismus) und geschlechterverhältnisse. gedanken zu arbeit und liebe.

Mo | 13. Mai | 18 Uhr | Hörsaalgebäude | HS 8 | Universität Leipzig | Augustusplatz 10 | Leipzig

Frigga Haug, „Marx(ismus) und Geschlechterverhältnisse. Gedanken zu Arbeit und Liebe.“

Zweiter Vortrag der Reihe MarxExpedition 2013

Wozu brauchen wir und was heißt eigentlich feministischer Marxismus?

An den beiden Themen Arbeit und Liebe entwickelt Frigga Haug die Geschichte des feministischen Einspruchs im Marxismus. Es geht um die Diskussion des Arbeitsbegriffs, aber auch um die Unterwerfung der Frauen durch die Liebe und den Protest dagegen. Am Ende steht die Skizzierung des Herrschaftsknotens, der den Kapitalismus hält und um Wege seiner Lösung.

*Frigga Haug ist Leiterin des Berliner Instituts für Kritische Theorie.

Von Ausgehverboten zu Slutwalks.

20.10.2011, 19 Uhr, Hörsaal XXIII, Audimax, Universitätsplatz 1, Halle

Gender, Sexualität und Körper in der Konstruktion und Politisierung von (urbanen) Räumen.

Imke Schmincke

Seit einiger Zeit wird in der Soziologie auch über stadtsoziologische Perspektiven hinaus der Raum neu diskutiert. Dabei deutet ein sozialwissenschaftliches Verständnis Raum als Produkt sozialer Praxis. Raum wird also erst in Handlungen, durch Gegenstände und Menschen produziert. Dass damit aber auch soziale Ordnungen mit produziert werden, ist Thema des Vortrags, der zunächst eine Einführung in aktuelle Raum-Konzepte geben wird, um dann das Verhältnis von Raum, Körper und Sozialem am Beispiel der „Gefährlichen Orte“ zu verdeutlichen. Am Schluss sollen aus der hier vorgestellten Perspektive Fragen nach der Bedeutung von Geschlecht und Sexualität für die Produktion, Stabilisierung und evtl. Unterminierung von Räumen aufgeworfen und an aktuellen Beispielen diskutiert werden.

Imke Schmincke, Dr., hat in Hamburg und Brighton Soziologie im Hauptfach und in den Nebenfächern Politische Wissenschaft, Psychologie und Neuere Deutsche Literatur studiert. 2007 Promotion in Hamburg mit einer Arbeit zu „Gefährliche Körper an gefährlichen Orten. Eine Studie zu Körper, Raum und Marginalisierung“. Seit 2009 Mitarbeiterin an der LMU München am Institut für Soziologie, Schwerpunkt Allgemeine Soziologie und Gender Studies. Aktuell: Projekt zu der zweiten und dritten Welle der Frauenbewegungen.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Schmincke, Imke (2009): Gefährliche Körper an gefährlichen Orten. Eine Studie zu Körper, Raum und Marginalisierung. Bielefeld: transcript-Verlag

Junge, Torsten/Schmincke, Imke (Hrsg.) (2007): Marginalisierte Körper. Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers. Münster: Unrast Verlag

Eine Veranstaltung der Reihe queer_einsteigen.