Tag-Archiv für 'erfurt'

zwischen hoffnung und katharsis. veranstaltungsreihe über utopien und dystopien in aktuellen kontexten.

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24. Juni – 3. Juli | Erfurt

Zwischen Hoffnung und Katharsis – Veranstaltungsreihe über Utopien und Dystopien in aktuellen Kontexten

Gesellschaftsutopien gehören schon lange zum Rüstzeug radikaler, gesellschaftsverändernder Ideen. Mit ihnen soll ausgelotet werden, welche Perspektiven sich aus einem politischen Kampf heraus entwickeln lassen, welche großen Entwürfe als Entwicklungsziele emanzipatorischen Handelns möglich wären. Gleichzeitig steckt im Ausmalen solcher Vorstellungen die Gefahr, dass ihm die Offenheit der nachrevolutionären Zukunft zum Opfer fällt.

Gegenpart von Utopie ist die Dystopie, die negative Utopie, die ebenfalls zukünftige Gesellschaftsentwürfe liefert — abschreckend, Ängste widerspiegelnd oder gefährliche Entwicklungen innerhalb von Gesellschaften zuspitzend. Die Linke hat sich in ihrer Geschichte damit eher zurückgehalten, wollte sie doch stets die positive Erzählung in den Mittelpunkt ihres Denkens stellen. Doch erlebt die Dystopie gegenwärtig vor allem in der Kunst neue Höhen. So kämpfen Utopie und Dystopie durch ihre VertreterInnen einen Kampf um die Perspektive menschlicher Gesellschaften.

In der Reihe sollen die Utopie und ihr Gegenbild aus verschiedenen Sichten dargestellt und diskutiert werden.

24.06.2014 | 19:00 Uhr | L50 | Lasallestr. 50
VON DER UTOPIE ZUR WISSENSCHAFT UND ZURÜCK – Engels, Bloch und der Sozialismus

Der Vortrag soll zum Beginn der Reihe einige Aspekte des Themenfeldes »Utopie« skizzieren und zur Diskussion stellen: In welchem Zusammenhang sah Engels in seiner bekannten Agitationsschrift die utopische Literatur und warum betonte er den wissenschaftlichen Anspruch des Sozialismus? Was hatte Ernst Bloch daran zu kritisieren und wie wollte er die Utopie dem Sozialismus wieder zuführen? Anhand der Städte-Utopie »New Babylon« und der Sozialutopie von Charles Fourier sollen Potentiale und Probleme utopischer Entwürfe diskutiert werden.

26.06.2014 | 20:00 Uhr | Offene Arbeit Erfurt | Allerheiligenstr. 9
UTOPIEN UND DYSTOPIEN IN DER NEUEREN DEUTSCHEN LITERATUR

Utopische Literatur gehört seit langem zum Ensemble literarischer Gattungen. Dabei wechselten sich mehrfach utopische und dystopische Ansätze ab. Erinnert sei an »Planet der Habenichtse«, »1984«, »Schöne neue Welt« und viele Beispiele mehr. In letzter Zeit häufen sich im deutschsprachigen Raum jedoch vor allem dystopische Ansätze. Warum dies so ist und welche utopischen Bücher dagegen halten, soll an diesem Abend vorgestellt und diskutiert werden.

30.06.2014 | 19:00 Uhr | Radio FREI | Gotthardtstr. 21
ZUKUNFTSENTWÜRFE IN AKTUELLEN SCIENCE FICTION-FILMEN

Science Fiction ist seit jeher eine Form, die bestehenden Verhältnisse mit Zukunftsentwürfen zu konfrontieren. Sowohl Entwürfe einer besseren Welt als auch Endzeitszenarien haben dabei die Funktion, auf heute aktuelle gesellschaftliche Probleme hinzuweisen. Die Orientierung auf ein Massenpublikum machen es dabei nötig, an erkennbare und mehrheitsfähige Ideologien anzuknüpfen. Was bedeutet es in diesem Zusammenhang, dass in den letzten jahren fast nur noch Dystopien — bedrohliche, negative Zukunftsentwürfe — im Kino gezeigt werden? Wir widmen uns einigen Beispielen und spekulieren gemeinsam, was die Faszination an den Endzeitszenarien ausmacht, welche Probleme angesprochen werden und welche Deutungshorizonte die Filme eröffnen.

01.07.2014 | 19:00 Uhr | Veto | Papiermühlenweg 33
DIE GOLDENE ZUKUNFT – Der Mensch als Erschaffer der Welt

Klimawandel, Krankheiten, Hunger- und Naturkatastrophen — all das sind vergangene und gegenwärtige Hemmnisse, die den Menschen in seinem Streben nach Wohlstand und Leben immer wieder Grenzen setzten und setzen. Dabei kann alles so einfach sein, wenn entsprechende Technologien gefunden oder entwickelt werden, welche die Natur nicht nur beherrschen, sondern im Sinne des Menschen gestalten. Schutzschilder gegen die Sonnenstrahlung, unerschöpfliche Energiequellen, neue Tier- und Planzenarten oder der neue Maschinenmensch, der den Weltraum erkundet und erobert über biologische Begrenztheit hinaus — all das sind Technologien, die Utopisches verheißen. In ihnen sind aber auch jede Menge Gefahren angelegt. Der Vortrag gibt einen Überblick über neue Verheißungen von Technologien und deren aktuellen Stand.

03.07.2014 | 20:00 Uhr | Offene Arbeit Erfurt | Allerheiligenstr. 9
SOZIALÖKOLOGISCHE UTOPIEN DER GEGENWART

Nach dem Ende und Versagen des „real existierenden Sozialismus“ wurde häufig das Ende der Geschichte und jeglicher Utopie verkündet und beklagt. Dem ist keineswegs so! Es mag der große gesellschaftlche Entwurf fehlen, der kurz vor der Realisierung steht. Es gibt aber eine ganze Reihe von Ideen und Projekten, die den Keim einer anderen Welt in sich tragen und jede Menge „utopischen Überschuss“ produzieren. In der Veranstaltung werden einige dieser Projekte und Entwürfe vom anderen Wohnen, Arbeiten und Leben aus der ganzen Welt vorgestellt und diskutiert.

ein bürgerkrieg in deutschland. zu theorie und praxis des antiautoritären kommunismus 1914-1923.

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Donnerstag | 19. Juni | 20:00 | Lasallestraße 50 | Erfurt

Ein Bürgerkrieg in Deutschland – Zu Theorie und Praxis des antiautoritären Kommunismus 1914-1923

Vortrag von Seb Bronsky

»Andere mögen ihr: ›Nur nicht zu viel! Nur nicht zu früh!‹ plärren. Wir werden bei unserem: ›Nur nicht zu wenig! Nur nicht zu spät!‹ beharren.« [Karl Liebknecht]

Die russische Oktober-Revolution, die Bolschewiki, allen voran Lenin wurden von den deutschen Kommunisten bewundert, begeistert waren auch die antiautoritären Kommunisten von dem Maximalismus, der nicht nur den 1. Weltkrieg beenden, sondern ihn in einen Bürgerkrieg umwandeln wollte; es schien, mit der sozialistischen Weltrevolution würde endlich ernst gemacht. Zwei, spätestens drei Jahre später war von dieser Bewunderung nicht mehr viel übrig, Bolschewiki und deutsch-holländischer Rätekommunismus waren auseinandergegangen. Lenin warf den Antiautoritären unter den Kommunisten vor, sie wären eine utopistische Kinderkrankheit des Kommunismus, die Antiautoritären sahen in Sowjetrußland nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die staatskapitalistische Despotie der bolschewistischen Partei.

Der Vortrag möchte auf drei Ebenen vorgehen: Erstens soll an die wirkliche Bewegung in Deutschland erinnert werden, das heißt nicht nur an die proletarischen Kämpfe gegen den Weltkrieg und die November-Revolution, sondern mehr noch an den heute weitgehend vergessenen, anschließenden Bürgerkrieg. Zweitens an die revolutionären Organisationen: vom Spartakusbund und den Internationalen Kommunisten Deutschlands zur Kommunisten Partei und deren erster Spaltung; von der Kommunistischen Arbeiter-Partei und der Allgemeinen Arbeiter Union, die erst nach tausenden zählten und von denen 1923 nur noch heillos zerstrittene Grüppchen übrig waren. Drittens soll die aus diesen Kämpfen und Auseinandersetzungen hervorgegangene Gesellschaftskritik, das was man heute Links- oder Rätekommunismus nennt, vorgestellt werden, ihre historischen Verdienste wie auch ihre Schwächen und Fehler.

[dissidenten der arbeiterbewegung]

tellur no. i.

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Samstag | 29. März | 23.00 Uhr | Ega BOX | Auf der Cyriaksburg 3 | Erfurt

Gute Clubabende sind ein selten vorkommendes Element. Fast so selten wie Gold. Sie sind wertvoll und dabei so zerbrechlich. Tellur ist eine Reihe solcher Abende und bietet die Lösung für eine offensichtlich simple Formel: Ein Club, eine Nacht, auserwählte Acts, Licht und nicht zuletzt guter Sound.

∟ Christian Löffler LIVE [Ki Records | Life and Death] ::: https://soundcloud.com/club-autonomica/club-autonomica-in-the-mix-17 ::: https://soundcloud.com/platform/christian-l-ffler-live-in-the
∟ Mila Stern [Chalalit Family] ::: https://soundcloud.com/technodisco-stream/technodisco_cast-away-1-mila
∟ karl friedrich [Chalalit Family | Hommage] ::: https://soundcloud.com/radiohommage/sets/karl-friedrich-stars
∟ Ströck [SOLYN]

“die ordnung herrscht in berlin”(rosa luxemburg).

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Mittwoch | 15. Januar 2014 | 20:00 Uhr | filler – offenes Jugendbüro der DGB Jugend Erfurt | Schillerstraße 44 | Erfurt

“Die Ordnung herrscht in Berlin”(Rosa Luxemburg)

Vortrag und Diskussion mit Jörg Finkenberger (Das grosse Thier).

Januar 1919: nach der Niederschlagung des Spartakusaufstands ermorden Angehörige der Freikorps Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die Taten der „losgelassenen Soldateska“, wie einer der Mörder, Waldemar Pabst, seine Truppe später nennen wird, sind in der deutschen Geschichte bis dahin ohne Beispiel. Die Freikorps führen den Kampf gegen den „Bolschwismus“ mit einer Brutalität, die in keinem Verhältnis zu den Handlungen der Revolutionäre steht.

Ausgerechnet Rosa Luxemburg, die erbitterte Kritikerin der Methoden Lenins und Trotzkis, heisst in der Propaganda der Mörder „die blutige Rosa“; der „rote Terror tobt“ in Berlin, dann in München, wo Freikorpsmänner den friedfertigen Gustav Landauer mit Nagelstiefeln zu Tode trampeln. Ebert und seine SPD decken, finanzieren, kommandieren all das unter dem Titel des Kampfes um „die Ordnung“; und noch heute hört man, die Rechte und Ebert hätten allen Grund gehabt, sich vor „russischen Verhältnissen“ zu fürchten.

Wovon die Staatsbürgerkunde weniger gern redet, sind die 4 blutigen Jahre, in die die Stützen der Ordnung die Menschheit vorher gestürzt hatten; die „Ideen von 1914“, das „Vaterland“ und all die Dinge, in deren Namen die „Blutpumpe von Verdun“ betrieben wurde, und in deren Namen jetzt die Freikorps in Berlin, München, Halle, an Rhein und Ruhr anwandten, was sie im Feld gelernt hatten. Wovon auch die Rede nicht ist, ist die bizarre Hasskampagne nicht nur gegen Spartakus, sondern gegen die Linke und die Revolution, lange ehe noch der erste Schuss abgefeuert wurde.

Denn wovor die deutschen „Antibolschewisten“ von Stadtler bis Hitler sich am meisten fürchteten, war nicht der „rote Terror“, sondern die Vorstellung, die Revolution und die menschliche Befreiung könnten gelingen. Dass das Vaterland und das Opfer und der Krieg, die Zucht und Ordnung, der Staat und die Familie aufhören könnten: das ist, was an der Revolution gehasst wird. Die Freikorps-Soldateska auf den Strassen Berlins oder Münchens bildet die Verbindung zwischen Verdun und Dachau. Das ist die Ordnung, die 1919 in Berlin sich durchsetzt: und „was ihr Staat nennt und Ordnung, das ist nichts anderes als ein einziges Schlachthaus, und ein grosses Gräberfeld“ (Michael Bakunin).

lesung zur novemberrevolution.

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Donnerstag | 9. Januar | 20:00 | Speicher Erfurt | Waagegasse 2 | Erfurt

Lesung zur Novemberrevolution

„Das war sicher erst der Beginn. Die wirklichen Kämpfe würden erst kommen! Ich wollte dabei sein. Ich mußte dabei sein, denn es ging auch um mich. Es ging um die Freiheit der Unterdrückten.“ Mit diesen Worten beschriebt der damals 17 jährige Maschinenschlosser Hans Lorbeer den Vorabend der Novemberrevolution. Vorausgegangen waren diesen Ereignissen der erste Weltkrieg und die Spaltung der Arbeiterbewegung und Deutschland und vielen anderen Ländern.
In diesen Tagen wurde alles angezweifelt, die ansonsten träge Masse geriet in Bewegung, die alten Führer verloren allesamt die Kontrolle über sie und einen Moment lang schien es so, als würden die Menschen wirklich beginnen ihre Geschichte bewusst zu machen.
Doch die versuchte Revolution endete im Blutbad, statt einer neuen Welt kam eine neue Regierung, an die Stelle der alten Obrigkeit trat eine neue und die Massen kehrten zurück an ihren Arbeitsplatz und in ihren Alltag.
Anhand ausgewählter Zitate verschiedener Teilnehmer und Beobachter der Ereignisse wollen wir die Geschichte der Novemberrevolution vom Matrosenaufstand in Kiel bis zur Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknecht und der blutigen Niederschlagung aller revolutionären Versuche in einer Lesung nacherzählen.

rosa luxemburg und die revolution.

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Mittwoch | 8. Januar | 20.00 Uhr | filler – offenes Jugendbüro der DGB Jugend Erfurt | Schillerstraße 44 | Erfurt

Rosa Luxemburg und die Revolution

Vortrag und Diskussion mit Maria-Elisabeth Neuhauss (Falken Jena) und Philipp Schweizer (Falken Erfurt)

Rosa Luxemburg unterrichtete an der Parteischule der SPD Kritik der politischen Ökonomie und war erst Mitbegründerin des Spartakusbundes und später der Kommunistischen Partei Deutschlands. Während unzählige andere Protagonisten der Novemberrevolution wie die Revolutionären Obleute oder die Internationalen Kommunisten aus Bremen heute fast vergessen sind (von den kämpfenden Arbeiterinnen und Arbeitern ganz zu schweigen), ist sie zusammen mit Karl Liebknecht die Symbolfigur der Revolution geworden. So trägt auch die Demonstration, die heute an die Niederschlagung des so genannten Spartakusaufstandes im Januar 1919 erinnern soll, ihren Namen.
Aber welche Kritik an Herrschaft und Ausbeutung formulierte Luxemburg?
In welcher Beziehung zur Revolution stehen das Denken und Handeln der Sozialistin, die von sich selbst sagte, dass sie nur die “Holzstange” sei, an die die Genossen “die Fahne ihrer allgemeinen Kampfbegeisterung” hängen würden?
Was dachte Luxemburg, die nicht müde wurde, in Artikeln und Reden den Massen das Elend der herrschenden Verhältnisse aufzuzeigen und einen möglichen Weg für die Revolution zu umreißen, und gleichzeitig in einen Brief schrieb, in dem sie die “Tragik des Menschen, der der Menge predigt und fühlt, wie jedes Wort in dem selben Augenblick, wo es seinen Mund verlässt, vergröbert und erstarrt und in den Ohren der Hörer zum Zerrbild wird” thematisiert?
Wie ist also das Verhältnis von Luxemburg zu den Massen, und damit zusammenhängend: wie das von objetiver Entwicklung zum Sozialismus und der Notwendigkeit revolutionärer Tat, das von Organisation und Spontaneität in ihrem Denken zu verstehen?
Im Vortrag soll ein Einblick in die Kritik Rosa Luxemburgs an Staat und Kapital und ihre sich daraus ergebende Vorstellung von der Revolution gegeben werden.

Diese Veranstaltung ist Teil der Aktionswoche zu Rosa&Karl.
Weitere Veranstaltungen sind:
09.01 um 20.00 Uhr im Speicher: Lesung zur Novemberrevolution
15.01 um 20.00 Uhr im filler.: “Die Ordnung herrscht in Berlin”(Rosa Luxemburg).

wochenendseminar zur ästhetischen theorie adornos.

5. Juli 2013 | 18 Uhr bis 7. Juli 2013 |18 Uhr | Filler | Schillerstr. 44 | Erfurt

„Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen“

Seminar zur Ästhetischen Theorie Adornos.

„Zur Selbstverständlichkeit wurde, daß nichts, was die Kunst betrifft, mehr selbstverständlich ist, weder in ihr noch in ihrem Verhältnis zum Ganzen, nicht einmal ihr Existenzrecht.”
Diese Diagnose stellt Adorno vor dem Hintergrund der leidvollen Erfahrung der Shoa und der zunehmenden technischen Verwaltung der Welt zu Beginn seiner posthum veröffentlichten und bis dato nicht vollendeten Ästhetischen Theorie. Die zunehmend alle Lebensbereiche durchdringende Kulturindustrie löst den Widerspruch zwischen Autonomie und Heteronomie, der in den Kunstwerken seit ihrer Herstellung für einen anonymen Markt angelegt war, nach der Seite der Heteronomie auf. So schreibt Adorno in seinem Résümé über Kulturindustire: „Geistige Gebilde kulturindustriellen Stils sind nicht länger auch Waren, sondern sind es durch und durch.“ Der Anspruch Adornos in der Ästhetischen Theorie an die Kunst ist mitnichten die Ausarbeitung einer Systematik der Philosophie der Kunst. Vielmehr hätte Kunst die Aufgabe einen Beitrag hinsichtlich der Humanisierung der Welt zu leisten, für den die Bewahrung ihrer Autonomie, also ihre Distanz zu der Gesellschaft, unabdingbare Voraussetzung wäre. Demnach soll in der Kunst, die ihre Autonomie gegenüber der Kulturindustrie, sprich: gegen ihr vollkommenes zur Ware werden behauptet, ein Leiden an den gesellschaftlichen Verhältnissen zum Ausdruck gebracht werden. Kunst wäre folglich „mehr als subjektives Erlebnis: sie ist Durchbruch von Objektivität im subjektiven Bewußtsein.“

Im Wochenendseminar wollen wir uns – auf der Grundlage der gemeinsamen Lektüre einiger Passagen aus der Ästhetischen Theorie – den in der Beschreibung angerissenen Problemstellungen nähern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch bitten wir darum, den bereitgestellten Reader mit weiterführender Literatur im Vorfeld zur Kenntnis zu nehmen.

[falken erfurt]

ergriffen vom strudel der arbeiterbewegung.

Donnerstag | 23. Mai | 20.00 | Lasallestraße 15 | Erfurt

»Ergriffen vom Strudel der Arbeiterbewegung«

Vortrag von Bernd Löffler (BiKo) und Lukas Holfeld (BiKo)

Über Johann Most, sein Verhältnis zu Sozialdemokratie und Marxismus, sowie seine Stellung innerhalb der anarchistischen Bewegung

Johann Most (1846 – 1906) stieß früh zur revolutionären Arbeiterbewegung, saß für die Sozialdemokratie im Reichstag und für seine Überzeugung in den Knästen Österreichs, Deutschlands, Großbritanniens und der USA. Während der Zeit des Sozialistengesetzes kam es zum offenen Konflikt mit der sozialdemokratischen Parteiführung und Most entwickelte sich zum anarchistischen Agitator. Zeit seines Lebens hat Most eine unermüdliche Energie für den Kampf um politische und soziale Emanzipation der Arbeiter an den Tag gelegt, was ihm gleichermaßen Freunde und Feinde schuf, für ihn oft aber auch bedeutete, auf einem einsamen Posten zu stehen. Im Vortrag soll seine Biografie skizziert und dabei insbesondere ein Fokus auf sein Verhältnis zur Sozialdemokratie und Marxismus sowie seine Stellung innerhalb der anarchistischen Bewegung gelegt werden.

Ein Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dissidenten der Arbeiterbewegung“.

keinen meter.

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Keinen Meter!

Den Nazi-Aufmarsch am 1. Mai 2013 in Erfurt verhindern!

Erneut wollen Neonazis am 1. Mai in Erfurt aufmarschieren. Am Internationalen Tag der Arbeiter*innenbewegung und dem traditionellen Datum linker Demonstrationen ist das eine besondere Provokation, zumal sich im Mai dieses Jahres die Zerschlagung der Gewerkschaften durch den Faschismus zum 80. Mal jährt. Die NSDAP erklärte den 1. Mai 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit “ und versuchte so, emanzipatorische Bewegungen ihrer Traditionen zu berauben und diese vergessen zu machen. Heute versuchen Neonazis erneut, den 1. Mai für ihre Zwecke zu nutzen. Dementsprechend sollte unsere Antwort sein: Ihrem völkischen Nationalismus setzen wir unsere internationale Solidarität entgegen, die von Beginn an diesen Tag prägte.
Doch Nazi-Aufmärsche sind nur die Spitze des Eisberges. Unser Protest und Widerstand richtet sich gegen jede Art von Ausgrenzung und Unterdrückung. Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Sexismus und Konkurrenzdenken sind tief in der Gesellschaft verankert.
Seit Jahren versuchen militante Neonazis, in Erfurt und im Umland Fuß zu fassen. Mit Kundgebungen und Kleinaufmärschen ziehen Neonazis aus dem Spektrum der „Kameradschaften“ übers Land und durch die Städte. Während der Versuch am 1. Mai vor einem Jahr, in Weimar aufzumarschieren, am Widerstand aus der Gesellschaft und am strikten Kurs der Stadtverwaltung scheiterte, konnten die Nazis in Erfurt offensichtlich problemlos und von der Stadt genehmigt marschieren. Antifaschistischer Protest wurde dagegen immer wieder von der Polizei massiv behindert. Kein Wunder, dass Erfurt mittlerweile zu einem bevorzugten Aktionsort der Neonazis geworden ist.

Trotz stetig wiederkehrender Übergriffe durch Neonazis in Erfurt ist es uns in der Vergangenheit gelungen, ihnen immer wieder öffentlichen Raum zu nehmen. 2007 waren Tausende Menschen dem Aufruf eines breiten Bündnisses zu einer gemeinsamen Großdemo gegen einen NPD-Aufmarsch gefolgt. Sitzblockaden und direkte Aktionen stoppten die Nazis. Auch 2010 musste die NPD erneut am 1. Mai nach wenigen hundert Metern umkehren. Hunderte Menschen waren auf die Straße gegangen, um sie zu stoppen. Am 6. August 2012 gelang es, mit Sitzblockaden einen Propaganda-LKW der NPD auf dem Domplatz über Stunden mitten auf der Straße festzusetzen. Und am 18. September 2012 konnten die Attacke von NPD-Aktivisten auf eine Flüchtlingskundgebung vor dem Landtag erfolgreich abgewehrt werden. Es ist auch in Erfurt möglich, gemeinsam und entschlossen den Aktionen von Neonazis erfolgreichen Protest und praktischen Widerstand entgegenzusetzen.

Dem geplanten Aufmarsch am 1. Mai 2013 werden wir einen Strich durch die Rechnung machen. Keinen Meter dürfen Neonazis durch die Stadt marschieren!

Wir werden sie stoppen! Gemeinsam.

buke and gase. zs.

buke and gase. zs.

SO | 21.4. | 20:00 | Museumskeller | Juri-Gagarin-Ring 140a | Erfurt

Eine Welt aus Hack präsentiert:

BUKE AND GASE (US // Brassland / Discorporate Records) und

Buke And Gase sind Aaron und Arone, doppel A, eins plus, vorallem in Mathe! In unserem zeitalter ist es wirklich schwer etwas zu schaffen was sich irgendwie neu anhört, nicht sofort mit diesem einen da und dem anderen dort verglichen, es scheint mir aber fast so als hätten Doppel A es geschafft progressiv, avantgarde Rhytmen mit moderner, intelligenter Popmusik zu verschmelzen wie kaum jemand zuvor.
Nicht nur der Fakt das sich hier zwei anhören wie vier, nein auch cleveres songwriting mit eingängigen Melodien überzeugen.
Jetzt noch schnell die Begriffe: Buke – das ist eine selbstgebaute Bass-Ukulele, gespielt von Arone, die auch zur selben Zeit singt und mit ihrem Fuß Percussion’s bedient Gass – der Gitarrenbass, gespielt von Aaron, der zeitgleich die Bassdrum tritt.

ZS
(US // Northern Spy / The Social Registry)

Band, Statement und nicht zu letzt eine Aufgabe fürs Leben, ZS sind das niemals still stehende, immer weiter entwickelnde Projekt des New Yorker Künstler’s Sam Hillmer.
Aktuell sind ZS ein Trio, bestehend aus Grex Fox (Drums -Guardian Alien / Liturgy) Patrick Higgins (Gitarre) und Sam Hillmer (Saxophon), sie spielen und improvisieren experimentelle Musik/Jazz. Dabei erinnert die Band an Fred Frith/Mars oder Fennesz, in den letzten 12 Jahren hat sich die Band in verschiedensten Formationen präsentiert, Mitglieder waren bisher zB. Ben Greenberg (Hubble/The Men) Charlie Looker (Extra Life) oder Ian Antonio (Tyondai Braxton), das aktuelle Line up verspricht mehr Groove, Psychedlica die durch ständige Wiederholung schon fast Technoid wirkt und wohl auch DUB, so zumindest Noisey 2012.