Archiv der Kategorie 'kritik'

von der verwalteten zur mobilisierten welt. über das outsourcing des staates.

Mo | 14. Juli | 18 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 8

Von der verwalteten zur mobilisierten Welt. Über das Outsourcing des Staates.

Vortrag und Diskussion mit Clemens Nachtmann

In dem Maße, in dem die durch das Zusammenwirken von Staat und Sozialpartnern scheinbar prästabilisierte Einheit von Massenproduktion und Massenkonsum und damit der scheinbar immerwährend prosperierende deutsche „Volkskapitalismus“ in die Krise gerät, zerfällt die Gesellschaft und mit ihr der sie absichernde staatliche Souverän. Statt als Objekte der Versorgung durch das volksstaatlich gezähmte Kapital bzw. den bürokratischen Volkstaat werden die Individuen nun wie in einer schlechten Karikatur auf den Liberalismus von einst als Subjekte ins Visier genommen, die ihren Objektstatus ganz selbstbestimmt und eigenverantwortlich verwalten dürfen. Auf diese Weise kehrt die allgemeine Mobilmachung von einst wieder als „freie“, auf je eigene Faust und in Konkurrenz zueinander betriebene Mobilisierung jedes Einzelnen an sich und mit sich selbst. Die „verwaltete Welt“ (Adorno/Horkheimer) als die sistierte Mobilmachung geht aus eigener Logik in die „mobilisierte Welt“ über, das demokratisierte völkische Generalracket zerfällt in seine Unterabteilungen, die in sich und untereinander erbittert darum konkurrieren, als „outgesourcte“ und fortan auf eigene Rechnung agierende Cliquen und Rackets als Partikel von Herrschaft, als Momente des in die Gesellschaft diffundierenden Staates anerkannt zu werden.

Clemens Nachtmann ist Komponist, Redakteur der Zeitschrift Bahamas und Autor u. a. von „Die demokratisierte Volksgemeinschaft als Karneval der Kulturen“, erschienen in: Stephan Grigat (Hg.): „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ (ça ira 2012).

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Ideologie der Verwaltung. Zur Kritik der Rationalisierung des Irrationalen.

[http://akgesellschaftskritik.wordpress.com/]

trommeln in der nacht.

Sa | 12. Juli 2014 | 20:00 | Theater Mandroschke | Rudolf-Ernst-Weise-Str. 4/6, | Halle

Trommeln in der Nacht

Kragler kommt aus Afrika am Ende des I. Weltkriegs nach Hause zurück. Die Welt, in die er kommt, ist nicht mehr die seine. Im Berlin des Jahres 1919 kommt es zu Unruhen in den Zeitungsvierteln, dem sogenannten “Spartakusaufstand”. Kragler soll sich dafür engagieren, doch er will sich nicht mehr instrumentalisieren lassen, will nur noch für seine Braut leben. Seine Sehnsucht nach dem “großen, weißen, breiten Bett”, wie es im zweiten Stück Brechts heißt, steht als Sinnbild der Humanität.

Eine Inszenierung des Leipziger Ensemble Theater des täglichen Bedarfs.

zur kritik des modernen antisemitismus und islamismus im nahen osten.

Fr | 11.07. | 19 Uhr | Raum S 102 | Zweigstelle Orientwissenschaften | Schillerstraße 6 | Leipzig

Zur Kritik des modernen Antisemitismus und Islamismus im Nahen Osten

Vortrag und Diskussion mit Hannes Bode

Viel ist in den Medien, aber auch in linken Debatten die Rede von Islamismus und Antisemitismus. Doch nur in den seltensten Fällen wird die Genese des modernen Antisemitismus und des Islamismus im Nahen Osten in den Blick genommen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verorten ist. Ebenso selten wird differenziert, etwa zwischen der Ideologie der Muslimbrüder der 1930er Jahre, derjenigen (postkolonialen) Sayid Qutbs und derjenigen heutiger Jihadisten. Auch wird kaum gesehen, dass der Antisemitismus des iranischen Regimes, dass sich in die Tradition der Schia stellt, wiederum gänzlich anders zu bewerten wäre. Was sind nun aber die Gemeinsamkeiten im Denken der verschiedenen Akteure, und was zentrale Unterschiede? In welcher gesellschaftlichen Situation setzten sich antisemitische Bilder, Zuschreibungen und Denkformen durch? Haben islamistische Ideologie und Antisemitismus im Nahen Osten vielleicht mehr mit kapitalistischer Moderne als mit religiöser Tradition zu tun? Da (historische) Analyse notwendige Voraussetzung von (Ideologie-)Kritik ist, haben wir den Islamwissenschaftler und Historiker Hannes Bode gebeten, im Vortrag auf diese und ähnliche Fragen einzugehen.

Eine Veranstaltung des StuRa Antira-Referats (Universität Leipzig) im Rahmen der bundesweiten antifaschistischen Kampagne „Schall & Wahn. Den Kampftag der antisemitischen Internationale verunmöglichen.“

[http://emanzipationundantifa.wordpress.com/]

selbstbetrug als „lebenskompetenz“. über die neuesten anschläge auf das glück.

Fr | 11. Juli | 19 Uhr | Universität Leipzig (HSG) | Hörsaal 8

Selbstbetrug als „Lebenskompetenz“. Über die neuesten Anschläge auf das Glück.

Vortrag und Diskussion mit Knut Germar

Deutschland scheint ein Land von Glückssuchern zu sein. Enquete-Kommissionen diskutieren nach dem Vorbild des bhutanischen „Bruttonationalglücks“ über neue Messzahlen für Wachstum und Fortschritt. Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten senden ganze Themenwochen zum Glück und stoßen auf erhebliche Begeisterung. Sogenannte „Glücksforscher“ werden durch die Talkshows gereicht, und das Angebot der entsprechenden Ratgeber- und Lebenshilfeschriften auf dem deutschsprachigen Büchermarkt ist längst unüberschaubar geworden. An der Spitze des Glückshypes, der die gesamte Gesellschaft erfasst zu haben scheint, stehen Therapeuten, Erzieher und andere Unmenschen, die ihre Konzepte an den Mann bringen wollen. Ganz gleich ob Psychologie, Pädagogik oder Beratungsbranche, einig ist man sich in der Vorstellung, Glück sei etwas, das man erlernen könne, wenn man nur fleißig und ernsthaft an sich selbst arbeitet und das Leben so hinnimmt, wie es nun einmal ist. Egal ob Schulfach Glück, Positive Psychologie, positivistische Glücksforschung oder esoterische Lebensberatung, sie alle propagieren nur eines: die blinde und bedingungslose Anpassung an die bestehenden Verhältnisse. Dass sie damit vor allem das zementieren, wovon sie auffällig laut schweigen, soll der Vortrag thematisieren. Es wird davon zu reden sein, worin die Gründe für den gegenwärtigen Glücksboom zu suchen sind, was es mit der Formel vom Glück als „Lebens- und Lernkompetenz“ auf sich hat und warum das notwendige Scheitern von autoritären Beglückungskonzepten nur wenig Anlass zur Hoffnung gibt, dass die Menschen eines Tages vielleicht doch noch ihr Glück in die eigene Hand nehmen könnten.

Knut Germar lebt in Halle. Er ist Redakteur der hallischen Zeitschrift Bonjour Tristesse und Autor der Zeitschrift Bahamas.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Ideologie der Verwaltung. Zur Kritik der Rationalisierung des Irrationalen. des Arbeitskreises Gesellschaftskritik.

dantons tod.

null

Dantons Tod

von Georg Büchner

Es gab Revolutionen, die in totalitäre Systeme mündeten, die die vorhergehenden Schrecken noch übertrafen. Es gab Umbrüche, wie vor fast 25 Jahren, als die Ostdeutschen eine friedliche Revolution erlebten, aber kann man in diesem Fall überhaupt von einer Revolution sprechen? Und was geschieht gerade in der arabischen Welt? Kann eine derartige Umwälzung überhaupt ohne Blutvergießen vonstatten gehen?

Es ist unheimlich, wie viel Wissen über die zerstörerischen Kräfte der Revolution in einem Stück von einem gerade einmal 21-Jährigen steckt. Büchners Drama »Dantons Tod«, das einen mehrtägigen Ausschnitt aus der Spätphase der Französischen Revolution zeigt, hat bis auf den heutigen Tag nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Bei Büchner (1813-37) entfernen sich die Überzeugungen und Aktionen des tugendhaften Robespierre vom sinnlichen Hedonisten Danton immer mehr voneinander. Die Initiatoren des Umbruchs stehen sich unversöhnlich gegenüber, der Eine lässt den Anderen hinrichten! Bruderbund wird zu Brudermord: »Ich weiß wohl – die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder.«

»Dantons Tod« macht deutlich, dass es nichts bringt, vor den blutigen Kosten und mörderischen Umwegen der Revolutionen die Augen zu verschließen. Aber wann hat die Gewalt ein Ende? Wann ist eine Revolution am Ziel?

Nächste Vorstellungen

10.07.2014 21:00

15.07.2014 21:00

16.07.2014 21:00

17.07.2014 21:00

18.07.2014 21:00

19.07.2014 21:00

[buehnen-halle.de/produktionen/dantons-tod]

wenn der wahnsinn epidemisch wird. die neuen montagsdemonstrationen.

Donnerstag | 10. Juli 2014 | 19:00 Uhr | Veranstaltungsraum Radio Corax | Unterberg 11 | Halle

Wenn der Wahnsinn epidemisch wird. Die neuen Montagsdemonstrationen.

Vortrag und Diskussion mit Jan-Georg Gerber

Die Demonstranten, die sich seit März jeden Montag in mehr als sechzig Städten der Bundesrepublik zusammenfinden, um gegen einen möglichen Krieg in der Ukraine zu protestieren, sind sich einig: Für die Auseinandersetzungen auf dem Kiewer Majdan, die Kämpfe in Donezk und alle anderen Übel der Welt sind der Westen und Amerika verantwortlich. Auch die Parole von der Schuld der Juden macht allenthalben die Runde: Die regelmäßig zu hörende Rede über „die Fed“, die US-Notenbank, hat das Lamento über die „amerikanische Ostküste“ abgelöst. Sie ist zur beliebtesten Chiffre für die die vermeintlich jüdisch kontrollierte Finanzwelt geworden. Daneben haben einige Demonstranten auch noch andere Theorien im Repertoire: Einige glauben, dass den Kondensstreifen von Düsenflugzeugen Chemikalien beigemengt sind, die den Menschen ihre politische Widerstandskraft rauben, andere sind davon überzeugt, Bürger des 1945 untergegangenen Deutschen Reichs zu sein. All diese Vorstellungen bewegen sich unter dem Niveau von Kritik. Zumindest die Vordenker der Proteste scheinen aufgrund ihrer offenkundigen Verrücktheiten weniger ein Gegenstand von Ideologiekritik als ein Fall für den Psychologen zu sein. Das Tragische ist, dass den Protesten wohl auch auf der Therapeutencouch oder im Patientenstuhl nicht wirklich beizukommen ist. Um dem Phänomen der neuen Montagsdemonstrationen auf den Grund gehen zu können, muss vielmehr die Gesellschaft in den Blick genommen werden, die den Wahnsinn immer wieder aus sich selbst heraus erzeugt. Aus diesem Grund wird im Rahmen der Veranstaltung sowohl von der deutschen Spezifik der Proteste als auch vom System der Wertvergesellschaftung zu sprechen sein.

Jan-Georg Gerber ist freier Journalist und schreibt u.a. für „Bahamas“ und „Jungle World“.

Eine Veranstaltung der AG Antifa Halle und der Materialien zur Aufklärung und Kritik.

from tragedy to farce: the afterlife of critical theory in america.

null

Mo | 7. Juli | 18:00 | GWZ 2.516 | Universität Leipzig

Please join us for a public lecture with Robert Zwarg on the import and transformation of Critical Theory in America, the intellectual tradition most prominently associated with Theodor W. Adorno and Max Horkheimer.

Robert Zwarg studied philosophy, cultural science, and translation studies in Leipzig, Davis, and Mexico City. In 2012 he was a Visiting Scholar at the New School for Social Research in New York City. He is currently finishing his PhD project on the reception of Critical Theory in America at Leipzig University.

The event is free and open to the public.
http://americanstudies.uni-leipzig.de/content/tragedy-farce-afterlife-critical-theory-america

friede, freude, fussball-wm?

Do | 4. Juli 2014 | 20:00 Uhr | Conne Island | Koburger Str. 3 | Leipzig

Friede, Freude, Fussball-WM?

Ein Gespräch zu den Folgen von Fussball-WM und sozialen Protesten in Brasilien

Seit zwei Wochen läuft sie, die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Brasilien. Seit mehr als einem Jahr entzünden sich daran Proteste. Anlass sind die sozialen Probleme im Austragungsland. Was sollen teuer erkaufte Großevents, wo es gleichzeitig am Lebensnotwendigen an allen Ecken und Enden fehlt? Allein bei Bier, Tofubratwurst und schönem Fußball auf das frühzeitige Ausscheiden der Deutschen zu hoffen, genügt nicht mehr. Proteste, sofern sie von den hießigen Medien registriert werden, laufen als Begleitmusik des Spektakels, wenngleich die Freude am Fest nicht getrübt werden darf.

Wir wollen dem latent vorhandenen Unbehagen ein paar tiefergehende Informationen hinzufügen. In der Zeit zwischen den beiden Viertelfinals des Tages werden wir
in einem moderierten Gespräch die Lage in Brasilien erörtern. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der WM und ähnlicher Mega-Sportevents auf Städte wie etwa Rio de Janeiro. Außerdem werden wir die verschiedenen Formen des Widerstands beleuchten. Dabei bleibt auch Raum für Diskussionen: Dürfen wir uns nun nur noch sportliche Großereignisse ansehen, die unter Aushebelung von Menschenrechten, Verdrängung, unter verstärkter Ausbeutung und unter massiver Polizeipräsenz stattfinden? Ist Unterhaltung nur noch gegen schlechtes Gewissen zu haben?

[Antifa Klein-Paris]

kritik der kunst. ästhetik & gesellschaftskritik.

null

Donnerstag | 3. Juli | 20:00 | ACC Galerie Weimar | Burgplatz 1-2 | Weimar

BOOK LAUNCH ::: Nr. 5 – WEIMAR

KRITIK DER KUNST – ÄSTHETIK & GESELLSCHAFTSKRITIK

Was verbindet das philosophische Nachdenken über Kunst mit einer Kritik der Gesellschaft – und kann eine kritische Ästhetik noch heute ein „Instrumentarium“ bereit stellen, um die Gegenwart von Kunst und Gesellschaft zu fassen?

LUKAS HOLFELD (Mitglied des Bildungskollektivs, Kunst Spektakel Revolution) diskutiert mit dem Herausgeber MARCUS QUENT (Engagierte Wissenschaft e.V.)

Die 1970 veröffentlichte Ästhetische Theorie ist ein Fragment gebliebenes Textgefüge, in dem Theodor W. Adorno wesentliche Gedanken in einer Verflechtung von Kunst, Philosophie und Gesellschaft entfaltet. In dem neu erschienen Buch „Das Versprechen der Kunst“ (Turia + Kant, 2014) fragen Autorinnen und Autoren aus den Bereichen Philosophie, Politischer Theorie sowie der Kunst-, Literatur- und Musikwissenschaft nach der Aktualität von Adornos ästhetischer Theorie.

Anlässlich der Veröffentlichung des Sammelbandes veranstaltet die AG Ästhetische Theorie (Engagierte Wissenschaft e.V.) im Juni und Juli zwei weitere Buchpräsentationen in München und Weimar. Zu Gesprächen und Diskussionen sind Autorinnen und Autoren des Bandes, eingeladen um mit den Herausgebern exemplarisch über die Aktualität von Adornos ästhetischer Theorie zu diskutieren.

http://www.engagiertewissenschaft.de/de/inhalt/AG_Aesthetische_Theorie
http://www.turia.at/titel/adorno_kunst.html
http://www.acc-weimar.de/

ödland.

null

Do | 3. Juli 2014 | 19:00 Uhr | Zazie | Kleine Ulrichstr. 22 | Halle

Ausgegrenzt – Innen- und Außenansichten des europäischen Migrationsregimes

Eine Filmreihe von no lager Halle

Immer wiederkehrende Fernsehbilder von überfüllten Booten, irgendwo im Mittelmeer, auf dem Weg nach Europa, Berichte über Kämpfe und Hungerstreiks von Flüchtlingen, rassistische „Bürgerinitiativen“, die gegen neu ankommende Asylsuchende hetzen… Die Themen Migration, Flucht und Asyl sind in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion derzeit so präsent wie seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr. Aber wird die mediale Mainstreamberichterstattung den Menschen, die immer hinter den Berichten und Geschichten stehen, tatsächlich gerecht? Soll sie das überhaupt? Wir wollen euch dazu einladen,
im kommenden Sommersemester einen anderen Blick auf das komplexe europäische Grenz- und Migrationsregime zu werfen. In der Reihe „ausgegrenzt“ werden wir vier Dokumentarfilme zeigen, die jeweils einen konkreten Teilaspekt der Flüchtlingspolitik Europas bzw. Deutschlands beleuchten und unterschiedliche Einblicke in die direkten Auswirkungen für die Betroffenen ermöglichen. Im Anschluss an die Filme besteht die Möglichkeit für Fragerunden und Diskussion, z. T. in Anwesenheit der FilmemacherInnen. Aktuelle Informationen zu den Terminen und Gästen werden rechtzeitig auf unserer Website veröffentlicht.

Die Filmreihe findet in Kooperation mit dem Alternativen Vorlesungsverzeichnis ALV der Uni Halle statt.

ÖDLAND – Damit keiner das so mitbemerkt (DIE ZONE # Filmproduktion | 2013 | 79 Minuten | Dt, Arab, Kurd mit UT)

„Es sind Sommerferien. Inmitten von Wäldern und ein paar Schafweiden steht ein Wohnblock auf ehemaligem Kasernengelände der sowjetischen Armee. Umringt von verfallenen Baracken, verrotteten Soldatenfresken, einem verwilderten Fußballplatz und einem nagelneuen Maschendrahtzaun. Hier wachsen Aya, Momo und Mustafa auf. Sie verbringen die Ferien zu Hause im Asylbewerberheim. In Deutschland aufgewachsen, verstehen sie das mit dem ‚Asyl‘ nicht so richtig und wollen eigentlich ganz normal sein. Sie vertreiben sich die Langeweile mit Fußball, machen einen Ausflug zum nahe gelegenen See und versuchen sich im Kupferschrotthandel. Eine Geschichte von Kindheit, Heimat und der Suche nach Identität.“

Der Film spielt im ehemaligen Lager Möhlau (Landkreis Wittenberg), das Anfang der 90er Jahre eingerichtet wurde. Bis Ende 2012 wurden Flüchtlinge dort zum Teil über viele Jahre hinweg völlig isoliert in einem maroden Plattenblock untergebracht. Ab 2009 organisierten sie sich in einer Initiative, um gegen die Unterbringung im Lager zu kämpfen. Nach der Schließung Möhlaus Anfang 2013 wurde ein neues Lager in Vockerode eingerichtet. Die Gruppe no lager halle besucht und unterstützt Flüchtlinge im Landkreis Wittenberg seit Jahren in ihren Kämpfen.