schall & wahn. zur antisemitischen internationale und dem nicht-verhalten einer radikalen linken.

Mi | 16. Juli 2014 | 19:00 Uhr | Conne Island | Koburger Straße 3 | Leipzig

Schall & Wahn. Zur antisemitischen Internationale und dem Nicht-Verhalten einer radikalen Linken

Der al-Quds-Tag, 1979 nach der islamistischen Revolution im Iran etabliert, markiert jährlich die wohl größte Manifestation von sowohl offenem als auch verschleiertem Antisemitismus weltweit. So demonstrieren seit mittlerweile 35 Jahren im Iran, Deutschland, den USA, Großbritannien und anderen Regionen Millionen von Menschen für Zerstörung Israels. Wenn auch das verbindende Element aller Akteure an diesem Tag ihr unverhohlener bzw. verschleierter Antisemitismus ist, so steht der Al-Quds-Tag darüber hinaus ebenso für die Anerkennung heteronormativer, patriarchaler Gesellschaftsstrukturen und Geschlechterrollen. Er ist somit einer der bedeutendsten und integrativsten Momente für die Äußerung reaktionär-regressiver Weltanschauungen von religiösen Fundamentalist_innen und neonazistischen Gruppierungen, verschwörungstheoretischen Sekten und Zusammenhängen, anti-imperialistischen Linken und anderen deutschen Antisemit_Innen. Weltweit ist dieser Tag mitnichten als simpler Feiertag, sondern vielmehr als politischer Kampftag zu verstehen. Doch warum verhält sich eine radikale Linke (nicht) zu einem Aufmarsch von mehr als 1000 Antisemit_innen? Ist es doch ihre Aufgabe, sofern es sie überhaupt gibt, sich dieser nicht einmal neuen gesellschaftlichen Transformation antisemitischer Artikulationen bewusst werden, wenn ihre Losung des kategorischen Imperativs nach Auschwitz nicht zur bloßen Phrase verkommen soll. “Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts ähnliches geschehe”, erfordert über eine theoretische Reflexion hinaus vor allem praktische Konsequenzen im Handeln der Subjekte.

Eine Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten antifaschistischen Kampagne „Schall & Wahn. Den Kampftag der antisemitischen Internationale verunmöglichen.“

[emanzipation und antifa]