die landbesetzung von torre bela.

Do | 26. Juni 2014 | 20:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Die Landbesetzung von Torre Bela

Dokumentation und Vortrag zur Landnahme, Kooperative sowie den Grenzen und Möglichkeiten von Dokumentarfilmen

Torre Bela. Ein Landgut. Ein Olivenhain. Ausgetrocknet. Eine Landkommune. Der Revolutionsrat. Die Frau mit den Oliven.
Der Dokumentarfilm von Thomas Harlan zeigt die Besetzung des Landguts Torre Bela in Portugal 1975. Die Arbeiter_innen bilden eine Kooperative, die Kamera ist immer dabei, ohne Erklärungen zu liefern. Der Film geht dabei Fragen nach der kollektiven Organisation von Arbeit nach, zeigt gleichzeitig die Stimmung während der sogenannten „Nelkenrevolution“ in Portugal, sowie das sich wandelnde Verhältnis zu den Soldaten. Der Vortrag will außerdem genauer auf die Machart des Filmes eingehen und nach den Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation fragen.
Thomas Harlan, Filmemacher und Schriftsteller, ist leider vor allem als Sohn Veit Harlans, dem „Jud Süß“– Regisseur bekannt. Das Verhältnis zu seinem Vater und das Verbrechen der Shoa prägten sein Schaffen sowohl in seinen Romanen „Heldenfriedhof“ und „Rosa“, als auch im Film „Wundkanal“. Er arbeitete in den 60er Jahren eng mit dem Staatsanwalt Fritz Bauer und der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg zusammen. Postkoloniale und linke Kämpfe außerhalb Deutschlands lagen jedoch ebenso in seinem Interesse, wie die Filme „Torre Bela“ und der in Haiti gedrehte „Souvenance“ zeigen.

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