avantgarde oder arrièregarde? die linken organisationen portugals im „andauernden revolutionären prozess”.

Do | 29. Mai 2014 | 11:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Avantgarde oder Arrièregarde? Die linken Organisationen Portugals im „andauernden revolutionären Prozess” (PREC)
Ein Workshop im Rahmen der Reihe „Der Maulwurf und die Nelken“

Die Resultate der „Nelkenrevolution“ haben als letzte sozialistisch orientierte Revolutionsbewegung der Arbeiter_innen und Landarmut im alten Europa ebenso begeisternd wie ernüchternd gezeigt: Die moderne Arbeiter_innenklasse kann sich nur selbst befreien und aufheben, wenn das Ziel ihrer Befreiung die Aufhebung jeder Klassenherrschaft ist und damit die Befähigung aller Individuen zur selbstbewussten Kontrolle ihrer Gesellschaft. Die Klasse als Subjekt ihrer Emanzipation – als kämpfende Klasse – steht deshalb immer in einem problematischen Verhältnis zu den Organisationen, die ihre historische Mission vertreten oder gar führen wollen und ideologisch als ihre ökonomische und politische Repräsentation, oft sogar als ihre Avantgarde auftreten.

Während des PREC gab es in Portugal auch links von der an der Sowjetunion ausgerichteten Kommunistischen Partei, deren blockierende Tätigkeit genauer zu untersuchen ist, eine Vielzahl solcher sich als revolutionär verstehenden Gruppierungen, die auch in den Basisorganisationen der Arbeiter_innen höchst aktiv, teilweise gut „verankert“ waren und sich mehr oder weniger nützlich machten. Wir wollen uns mit der Rolle dieser Gruppen im Bildungs- und Organisierungsprozess des Proletariats und ihrer befördernden oder hemmenden Wirkung auf dessen Autonomie beschäftigen.

Wir werden den Feiertagsblock intensiv, aber auch entspannt (mit Dokus, Videos etc.) für unser Laboratorium der Selbstaneignung nutzen, um das bis jetzt vorliegende Material zu sichten, unsere eigenständigen Einschätzungen zu diskutieren und Fragestellungen für die Diskussion mit den Gästen aus Portugal am 20. Juni zu erarbeiten.

[translib]