mile me deaf. van urst.

Sa | 10. Mai | 21:00 | Raum der Kulturen | Leipzig

Mile Me Deaf (Siluh/ Wien)

Wolfgang Möstl is the genius you’ve never heard of. No matter how hip with the buzz-blogs you are, there’s a good chance the Austrian lo-fi noise-fuzz indiepop scene was missed, which is almost criminal.” , so schrieb The Line of Best Fit anlässlich der Veröffentlichung des Mile Me Deaf Debütalbums ”Eat Skull” und vergab euphorische 8,5 von 10 Punkte. Tatsächlich hat Wolfgang mit bescheidener DIY-Attitüde und unerschöpflichem musikalischem Output in Österreich frühzeitig einen noisigen Lo-Fi und Garagen-Sound etabliert, der mit Bands wie Cloud Nothing, Metz bis Mac DeMarco nun gerade großen internationalen Widerhall findet.

Der Workaholic im Slacker-Pelz ist jedes Jahr an etlichen Produktion entweder als Produzent an den Reglern oder als Musiker bei Mile Me Deaf, Killed by 9V Batteries, Sex Jams oder Goldsoundz beteiligt und ist in der heimischen Szene ein genreübergreifender Dreh- und Angelpunkt geworden. Das zweite Mile Me Deaf Album “Holography“ zeichnet ein phantastisches Universum des Eskapismus.

Chatroom-gespräche, Schichtarbeit im Motorenwerk, Computerspiele, Trashfernsehen, B-Movies und die alle vermeintliche Wirklichkeit in Frage stellenden Erkenntnisse der modernen Quantenphysik verklumpen zu Orten leichter, abstumpfender Unterhaltung und Quellen der Inspiration zu gleich. Die Protagonisten dieser Welt sind der Einfachheit halber direkt aufs Cover gepappt: Peggy Bundy, Hunter S Thompson, Sky Ferreira, der Physiker Leonard Susskind, Reinhold Messner, Syd Barrett und viele andere posieren, neben den Bandmitgliedern selbst, in einem Diorama der Realitätsverweigerung. Wolfgang Möstl präsentiert mit „Holography“ sein wohl persönlichstes und kompakteste Album seines Gesamt-Oeuvres. Es ist das zweite Mal das Wolfgang Möstl gemeinsam mit dem Wiener Produzenten und Musiker Patrick Pulsinger zusammen gearbeitet hat. Die Songs strahlen die Innovationskraft von großen Namen wie Flaming Lips, Ween oder Yo La Tengo wieder und so überzeugt der Longplayer durch seinen abwechslungsreichen Klangteppich zwischen unbeschwerten Pop-Melodien, eleganten Noisepassagen, sachten Folkanleihen und dezentem Bläsereinsatz.

http://www.milemedeaf.com/

Van Urst (Berlin)

PRETTYINNOISE meinte zu Van Urst…
Wer auf der Suche nach feinem Indie/Noise-Rock mit starken Vocals und wunderbaren Gitarrenläufen ist, der braucht gar nicht weit schauen. Die Berliner „Van Urst“ erfüllen diese Kriterien und setzen mit „1st Van Urst tape“ ein erstes Ausrufezeichen.

„How to Start a Song“? Meinungen und Antwortversuche hierauf gibt es zur Genüge und doch erweist sich die Verzweiflungsanfälligkeit als äußerst hoch, obgleich diese Frage doch so schlicht daherkommt. Auch Van Urst mussten sich dieser grundlegenden Frage stellen. Und sie konnten sich erfolgreich einigen. Herausgekommen ist ihre kleine, vier Songs umfassende Debut EP „1st Van Urst tape“. Allerdings klimpern hier keine musikalischen Frischlinge an ihren Instrumenten herum, sondern bringen jeweils bereits einiges an Banderfahrung (jagoda, kate mosh, future fluxus, sdnmt) mit; und das merkt man auch direkt beim ersten Hören der sauber produzierten Platte.

Van Urst tummeln sich im Bereich Indie, Noise-Rock, Post-Punk herum und kreieren vier starke Songs, die durch ihre jeweiligen Charakteristika durchaus eigenständig und unterscheidbar wirken. Direkt beim Opener „925“ fühlt man die Stärke der Band, die insbesondere in dem gelungenen Zusammenspiel von instrumentalen Rhythmikelementen mit den Vocals, mal als Shouts, mal gesanglicher daherkommend, liegen. Insbesondere die angenehmen Überraschungseffekte, die gute Musik ausmacht, finden sich des Öfteren bei Van Urst. Die einzelnen Parts der Stücke, schön umgesetzt bei „Hot Air“, werden nicht unnötig in die Länge gezogen, sondern immer wieder durch neue Bausteine ersetzt, wodurch sich langwierige Momente gar nicht erst entfalten können.

Emotionale Steigerungen, das Auskosten der Kulminationspunkte und das Umschwenken auf sanftere Melodien zeichnen Van Urst aus. Man kann sicherlich auf weiteres Material gespannt sein. Wer es nicht abwarten kann, besucht einfach ein Konzert der sich gerade auf Tour befindenden Jungs.

http://vanurst.dM/