hartz IV – anspruch und wirklichkeit. eine kritische bestandsanalyse.

Mi | 7. Mai 2014 | 18:00 Uhr | Rosa-Luxemburg-Stiftung | Harkortstraße 10 | Leipzig

Hartz IV – Anspruch und Wirklichkeit Eine kritische Bestandsanalyse

Klaus Dörre, Universität Jena

Es ist gut zehn Jahre her, dass die Gesetze, die den Arbeitsmarkt in Deutschland regeln, grundlegend umgebaut wurden. Die damalige rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder hat dabei die Regeln für Leiharbeit deutlich gelockert. Auch die Möglichkeit für Arbeitgeber, Jobs zu befristen, wurde um einiges vereinfacht. Die Arbeitsverwaltung sollte sich von einer Behörde zu einem Dienstleister wandeln. Und vor allem wurden die Sozialleistungen Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammengelegt zum Arbeitslosengeld II, besser bekannt unter dem Namen Hartz IV.

Klaus Dörre kommt nach der Befragung von Arbeitslosengeld-II-Beziehern und Mitarbeitern der Arbeitsverwaltung über sieben Jahre hinweg zu einem klaren Ergebnis: Die Hartz-Gesetze haben den Begriff „Außenseiter“ neu definiert. Arbeitslosigkeit gilt inzwischen nicht mehr als ein Schicksal, das Menschen erleiden, weil ihre Firma pleite macht oder weil ihr Arbeitgeber im Zuge einer Wirtschaftskrise Stellen streicht, beobachtet er. Vielmehr haben die Hartz-Gesetze die Verantwortung für die Arbeitslosigkeit den einzelnen Menschen zugeschoben.