Archiv für April 2014

time to get lost. edition 03.

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Mittwoch | 30. April | 23:00 | Goldene Rose | Rannische Straße 19 | Halle

mit:

Monosoul [Frank Music, Tieffrequent | Berlin]
https://soundcloud.com/monosoul

sub.made [Sublime Porte | Merseburg]
https://soundcloud.com/sub-made

Reinsch [soultunes | Magdeburg]
https://soundcloud.com/well-done

moodias [Time to get lost | Halle]
https://soundcloud.com/moodias

Laubing [Time to get lost | Halle]
https://soundcloud.com/laubing

Dieses Mal ist Time to get lost zu Gast in der Goldenen Rose. Auf zwei Floors, sowie mit dezenter Beleuchtung und Dias wollen wir unserem Motto treu bleiben. Wie immer soll dabei die Musik und das Tanzen im Vordergrund stehen – deswegen ohne große Umschweife ein paar Worte zu unseren DJs:

MONOSOUL
Was gibt es über den in Berlin ansässigen Vollblut-Musiker noch zu sagen, wenn seine Musik doch schon Bände spricht. Mit seinen Releases auf Tieffrequent und Frank Music weiß er alleine und in Zusammenarbeit mit Johannes Albert nicht nur Kenner zu begeistern. Wir freuen uns mit ihm einen Künstler bei Time to get lost begrüßen zu dürfen, der wie die Faust aufs Auge passt.

SUB.MADE
Schon seit mehreren Jahren treibt Sub.made in Halle und Umgebung sein Unwesen und setzt dabei mehr auf Qualität statt Quantität. In seinen eigenen Produktionen und DJ-Sets eröffnet er mit seinen sphärischen Ambient- und treibenden Dub-Techno-Klängen dem Zuhörer die Tiefen des Raumes.

REINSCH
Ist hier jemand der Reinsch heißt? Ja, und das nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal. Als Teil des Soultunes Network, sowie des Klub Elektrik Kollektives spielt er mit seinen Veranstaltungen und breit-gefächerten DJ-Sets nicht nur in der elektronischen Musikkultur von Magdeburg eine Rolle. Mal schaun wohin die Reise dieses Mal geht.

MOODIAS & LAUBING
Die beiden Mitbegründer von Time to get lost verbindet neben der Leidenschaft für Schallplatten insbesondere eines: die Liebe zur Musik. Moodias Herz schlägt vorallem für House-Musik, welche er gekonnt in all ihren Facetten von Chicago-House Klassikern bishin zu ihren modernen Formen zelebriert. Im Gegensatz dazu verschreibt sich Laubing eher subtileren dubbig-deepen Klängen und lässt sich dabei von seinem Set und der Nacht führen. Einen kleinen Einblick in ihr Repertoire liefern ihre aktuellen Lostcasts.

opening. institut fuer zukunft.

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30. April – 3. Mai | Institut fuer Zukunft | Leipzig

No Future is unwritten. Das Institut fuer (eine längst vergangene) Zukunft lädt zu ersten Nachforschungen ein.* Noch steht alles auf einem unbeschriebenen Blatt – fast genau wie vor über zwei Jahren als wieder mal der Wunsch nach einem eigenen Club lauter wurde, er geisterte durch verworrene Gespräche so mancher Afterhour in Leipzig und wurde einige Mal zwischen den Deckeln von Vermieterakten wieder begraben.
Als sich dann plötzlich und unerwartet eine Tür zum Kohlrabizirkus auftat, kamen wüste Müllberge zum Vorschein, doch selbst die konnten nicht das Potenzial verbergen, welches hier seit Jahren unentdeckt tief unten im Gebäude schlummerte. Neues Kapitel, leere Seiten, viele Fragen – die nicht unbedingt weniger wurden. Sollten wir diese Story also tatsächlich selbst erzählen, sogar zu AkteurInnen derselben werden? Zudem wuchs immer wieder auch die Angst vor der ungeheuren Tragweite der eigenen Entscheidungen.

fargo. rosa parks. thisquietarmy.

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Mittwoch | 30. April | 21:00 | Reil 78 | Halle

***Rosa Parks / Post-Rock aus Ungarn

http://www.rosaparkshun.bandcamp.com/

***Thisquietarmy /Ambient Post-rock / Black / Doom aus Canada

http://thisquietarmy.bandcamp.com/

***Fargo /Post-Rock/ aus Leipzig

http://fargo-official.bandcamp.com/

whitehorse. crowskin. dezafra ridge.

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Mittwoch | 30. April | 21:00 | Kulturcafé | Leipzig

SWANSEA CONSTELLATION SHOW #0??
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WHITEHORSE (Melbourne, Australia – Sweatlung / At A Loss / Blind Date / Vendetta / Small Doses / SuperFi / Sabbatical / 20 Buck Spin / Conspiracy)

For the past nine plus years Whitehorse has gathered together members of Melbourne’s underground music community to create crushingly heavy, sludge-metal layered with electronics. Drafting members from the punk, grindcore, experimental, rock, and noise scenes Whitehorse often garner comparisons to the likes of Corrupted, Khanate and Winter. Whitehorse have toured Japan, the USA three times and Australia, and have released 12 or so audio documents on Australian, Belgian, German, US and UK labels.

Whitehorse have been busy lads the last couple of years performing in support of several international visitors to Australia including Birushanah, Zeni Geva, Om, Lichens, Wolves In The Throne Room, Monarch, Nadja and Coffins as well as completing 2 thirty plus date USA tours playing with the likes of Nasum, Dragged Into Sunlight, Batillus, Laudanum, Vastum, The Body, Unearthly Trance, No Statik, Innumerable Forms, Needles, Godstomper, Lesbian, Reivers, Drought Hatred Surge, Brainoil, Appalachian Terror Unit, Saviours, Hot Graves, Slices, Northless, Cough, Brothers Of The Sonic Cloth, , Phobia, Tombs, Wormrot and Cross.

2012 saw the release of 4 new recordings, a split 12″ with Cross (Seattle), a split 12″ with Batillus (NYC), a split 7″ with Hot Graves (Florida) and the Live Ritual CD recorded live at the Northcote Social Club in Melbourne

Most recently Whitehorse played both Brisbane punk festival Total Attack III and Sydney metal festival Evil Invaders VI. They will be recording in June for a split with Oakland’s Negative Standards and have big plans for 2014.

Whitehorse members / ex-members have performed acts including: Ignivomus, Grey Daturas, Occult Blood, Collapsed Toilet Vietnam, Nation Blue, Ivens, 731, Black Jesus, Breathing Shrine, Fallout, Pisschrist, and Encirlcing Sea, Hans Harms, Evil Ways, Infinite Void amongst many more.

::: http://whitehorsedestroys.bandcamp.com/
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CROWSKIN (Potsdam, Germany – Vendetta Records)

slow, heavy and brutal sludge doom from potsdam , estern germany ; doom that pends from super-sick slo-mo brutality to bulldozer grooves, from vast melancholic elegies to weird noise freak outs. (Vendetta)
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DeZAFRA RIDGE (Leipzig, Germany – Alerta Antifascista records)

local Sludge/ Doom Dudes

::: http://dezafraridge.bandcamp.com/
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last.FM:
::: http://www.last.fm/event/3804879

judge. cro mags. risk it! rough hands.

Mittwoch | 30. April 2014 | 19:00 Uhr | Conne Island | Leipzig

LOS EASTOS-Fest 2014

Judge | Cro Mags | Risk it! | Rough Hands

Bereits im Frühling des letzten Jahres ließ ein Gerücht verschiedenste Menschen, die innerhalb ihrer musikalischen Sozialisation mit der Musikrichtung »Hardcore« in Berührung gekommen sind, erschaudern, weckte gleichzeitig aber auch ein innerliches Freudengefühl: Die New York-Hardcoreband »Judge« würde wieder zusammenfinden und die ersten Europakonzerte überhaupt spielen. Dieses Gerücht, erst wage formuliert, fand über Umwege schnell ins Internet und es wurden die wildesten Spekulationen angestellt. Menschen buchten blind Flüge in die USA in der Hoffnung, dass auf einem der einschlägigen Festivals diese Reunion ihren Anfang nehmen würde. Andere wiederum nutzten es weitaus schlauer, dass »Judge« wieder in aller Munde waren, es einen regelrechten »Judge-Hype« gab, und verkauften ihre alten Judge-Shirts und Platten zu teilweise unvorstellbaren Summen, die sich in Preisklassen von Gebrauchtwägen abspielten. Aber was ist das für eine Band, die Menschen dazu veranlasst eben solche Dinge zu tun?
» Judge« haben mit ihrem Schaffen vor allem eines geschafft, was vorher in den meisten Fällen kläglich gescheitert ist. Sie haben sich von der traditionellen Spielweise des Hardcores gelöst und ihr das Tempo genommen. Es ist nicht so, dass es vorher keine Versuche gab, sich als Hardcoreband einen gewissen Midtempo-Sound anzueignen, doch in den meisten Fällen, wie zum Beispiel bei »SS Decontrol«, ist es in einem unhörbaren Hardrocksound geendet. Bei »Judge« war dies anders, sie kombinierten Hardcore mit dem gerade am Ende der 80er aufkommenden Thrashmetal, spielten sowohl in Form von Musik, Ästhetik und Attitüde mit Elementen der Skinheadkultur, während zugleich »Straight Edge« ein wichtiger Faktor bei den Bandmitgliedern und in einzelnen Songtexten bildete. Das Ergebnis war eine neue und bis heute prägende Facette in der Subkultur »Hardcore«. Diese Facette ist aus einem heutigen Blickwinkel Segen und Fluch zugleich. »Judge« haben mit ihrer konsequenten und zeitgemäßen Neudefinition des Hardcoresounds viele Bands im Positiven beeinflusst und waren maßgeblich daran beteiligt, den Begriff des »New York Hardcores« (NYHC) mitzugestalten, auch mit Inhalt zu füllen, wodurch eine 2. Welle und Generation an Bands hervorgekommen ist, die dafür gesorgt hat, dass das Kapitel Hardcore mit dem auslaufenden Jahrzehnt der 80er nicht geschlossen wurde. Dennoch war dieser Schritt (den »Judge« wohlgemerkt nicht alleine gegangen sind) »weg vom Punk hin zu Midtempo und Metal« unter Anderem einer der Aspekte, weshalb Dinge wie Gewalt und möglichst martialisches Auftreten auf Shows, wie auch eine militantere Auslegung des »Straight Edge-Gedankens«, deutlich mehr in den Fokus geraten sind. Dadurch, dass die chaotischen und teilweise unberechenbaren Elemente der Punkmusik weggefallen sind und durch gradlinige Metalriffs und klarer gesetzte Songstrukturen ersetzt wurden, wurde ein aggressiveres Klima auf Shows geschaffen, was den Grundstein einer mittlerweile durch und durch ritualisierten Tanzart legte, die man heute als »Violent Dancing« bezeichnet. Natürlich gab es schon vorher Gewalt auf Punkkonzerten, Gewalt nahm sogar einen wesentlichen Teil dieser Subkultur ein, und es wäre schlichtweg gelogen Bands wie »Judge« und der New Yorker-Hardcoreszene im Allgemeinen die alleinige Verantwortung für solche Negativtendenzen zuzuschreiben. Diese Tendenzen waren städteübergreifend und gipfelten teilweise in stadtspezifischen Crews (Boston Crew, Lower East-Side Crew, New York Crew…), welche zwar fortschrittliche Gedanken, wie Selbstorganisation und vor allem auch Selbstermächtigung, förderten. In manchen Fällen konnte man sich sogar aus einem subkulturellen Kontext lösen und mal bewusst, mal unbewusst als politische Akteure in Erscheinung treten. Doch viel zu oft diente dieser geschaffene Rahmen in Form der »Crew« nur dazu, eine Drohkulisse gegenüber Außenstehenden aufzubauen und die Selbstermächtigung ging fließend in eine Selbstinszenierung über. Letztlich fand man sich spätestens in den 90ern in einer Situation wieder, in der man in manchen Städten und Stadtteilen als eine »crew-externe« Person nicht unbeschadet auf Hardcoreshows gehen konnte. Gerade in New York ist es viel zu oft vorgekommen, dass Menschen, die auf Konzerten Spaß haben wollten, Opfer physischer Gewalt wurden, weil sie nicht zu einer gewissen Crew gehörten. In diesem Zeitraum lösten sich dann auch »Judge« nach ihrem vierjährigen Bestehen auf und die durch die Band ausgerufene und im gleichnamigen Lied manifestierte »New York Crew« existierte fortan auch nur noch als eine Art Mythos, der sich über die Band »Judge« und ihr Umfeld gelegt hat.
Dass »New York Hardcore« ohne »Judge« und deren Releases nicht der »New York Hardcore« wäre, der er heute ist, steht außer Frage. Doch »New York Hardcore« lässt sich in seiner Attitüde und seinem Sound auch anhand einer weiteren Band samt ihrer Protagonisten kompromisslos zusammenfassen: »Cro Mags« und ihre nicht ganz unumstrittenen Mitglieder John Joseph und Harley Flanagan. Keine der mal guten, mal weniger guten Dokumentationen über die Hardcoreszene der USA kommt drumherum »Cro Mags« und deren Einfluss zumindest einmal zu erwähnen. Wenn man nach dem Film »American Hardcore« (die wohl bekannteste dieser Dokus) geht, sind »Cro Mags« sogar dafür verantwortlich, dass es so etwas wie eine aktive Hardcoreszene in New York gab und gibt. 1981 gegründet; vorher und währenddessen auf den Straßen von New York groß geworden und im späteren Verlauf zum Krishnaglauben konvertiert; ’86 erscheint mit »The Age of Quarrel« das erste Album, ein unumstrittener Meilenstein. Die Geschichte der Band ist bunt, lang und von vielen Vorfällen begleitet. Nachdem die ursprünglich aus Washington D.C. stammende Hardcoreband »Bad Brains« nach New York umgezogen war, um dort eine Art Studio zu eröffnen, gab es auch in New York erste Bestrebungen eine eigene Szene auf die Beine zu stellen. Mit Bands wie »Agnostic Front«, »Cause for Alarm« oder »Antidote« ist dies teilweise auch gelungen und so ging die erste Welle des Hardcores nicht spurlos am Big Apple vorbei. Doch es war nicht New York, das in den Jahren ’79 bis ’84 für Aufmerksamkeit und Furore sorgen sollte. Washington D.C. mit »Minor Threat«, Los Angeles mit »Black Flag« oder Boston mit »SS Decontrol« waren die Städte mit den wirklich florierenden Punk- und Musikszenen. In den Jahren ’85 und ’86 änderte sich alles ein wenig. Viele bekannte Bands lösten sich auf oder veränderten ihre Musik, entweder aus eigenem Willen oder aufgrund des Drucks von größeren Musiklabels, in solch einem Maße, dass sie nur noch mit viel gutem Willen als Hardcorebands auszumachen waren. Dies war wohl die eigentliche Geburtsstunde des New York-Hardcores. Im vollsten Bewusstsein, dass man spielerisch und inhaltlich niemals an den aufkommenden Emo-Punk aus Washington ran kommen würde (das auch gar nicht will), und dass man selbst von den, nicht gerade durch ihre lyrischen Meisterwerke bestechenden, Bands aus Boston verachtet wurde, nahmen »Cro Mags« ihr Debutalbum auf. »The Age of Quarrel« beinhaltet all diese Aspekte: Man wollte nicht zu irgendeiner Hardcoreszene gehören, man hatte keinen Respekt vor irgendwelchen anderen Bands und aufgrund eines Alltags jenseits eines heilen Familienhauses und bürgerlichen Bildungsinstitutionen, der sich im besten Fall noch in besetzten Häusern abspielte, hatte man auch ein durch Wut geprägtes, krudes wie fragwürdiges Weltbild. Das Albumcover, ein apokalyptisch wirkender Atompilz, rundet das Album im Gesamten ab. Das Resultat war eine durch Punk und Metal vertonte Absage an die bürgerliche Gesellschaft, ein Abbild dessen, was niemand sehen will, Kids, die zu früh versuchen, durch verschiedenste Rauschmittel dem Alltag zu entfliehen, dann zum Krishnaglauben finden, sich letztlich aber durch Musik Gehör verschaffen konnten.
»Judge« und »Cro Mags« sind beides Bands, die sich mit ihren Veröffentlichungen zeitlos gemacht haben und die Einfluss auf unzählige Bands hatten und haben, die sich auch außerhalb der Hardcoreszene verorten. So dürften auch die einzelnen Mitglieder von »Risk it!« fleißig »Cro Mags« und »Judge« gehört haben. In diesem Fall kommt die Band zwar nicht aus New York, sondern aus Dresden, doch »Risk it!« spielen mit vielen Elementen, die oft und gerne im »NYHC« verwendet werden und seinerzeit durchaus in einem Song von Judge Platz gefunden hätte. Die Band existiert seit 2009 und war unter Anderem schon mit »7 Seconds« auf Tour. Mit »Judge«, »Cro Mags« und »Risk it!« steht der Abend im Eiskeller ganz im Namen des »New York Hardcores« und auch Menschen, die hoffentlich für dieses »Hardcore-Crew-Szene-Ding« nur noch ein müdes Lächeln übrig haben, ihren musikalischen Horizont auch nicht (mehr) nur auf Hardcore begrenzen, mit 16 aber Lieder wie »Where it went«, »Hard Times«, »The Storm« oder »We Gotta Know« rauf und runter gehört haben, sollten sich an diesem Abend eingeladen fühlen.

[aku]

[cee ieh]

“nelkenrevolution”. 40 jahre precärer aufbruch in portugal.

Mi | 30. April | 18 Uhr | translib | communistisches labor | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Eröffnungsveranstaltung: “Nelkenrevolution” – 40 Jahre PRECärer Aufbruch in Portugal.

„Processo Revolutionario Em Curso“ = „anhaltender revolutionärer Prozess“, abgekürzt PREC, wird heute die „Nelkenrevolution“ und was sie bewegt hat in Portugal genannt.

Wir wollen diese „vergessene Revolution“ am Rande Europas ins Zentrum der Gegenwart, unserer Wahrnehmung bringen – in eine heute noch weiter verschärft krisenhafte Aktualität, deren Alltag ähnlich prekär ist für lohnabhängige Menschen überall, wie sie es bei dem Aufbruch in Portugal vor 40 Jahren war. Und diese – wie jede – Revolution war selbst äusserst brüchig, ja gebrochen, eben prekär: so in ihrer Klassenzusammensetzung, ihren widerspruchsvollen sozialen Interessen-Triebkräften, was in ihrem politischen Durchbruch, Aufbruch und Abbruch als Tumult und „Chaotisierung“, als „Ordnung“ und „Demokratisierung“ erschien. So im Geschlechterverhältnis, im Aufbruch der Frauen aus dem klerikal-faschistischen und unterentwickelt-kapitalistischen Muff patriarchalischer Ausbeutung … Und auch der feministische Emanzipationsanlauf brach sich zunächst noch während jener Revolution an dem Machismo und Sexismus, der in Portugal – natürlich nicht nur dort — bis heute fast ungebrochen dominant geblieben ist.

Aus Anlass der Gründung der portugiesischen Frauenselbstbefreiungsorganisation MLM (Movimento de Libertaçâo das Mulheres) am 30.April 1974 — wenige Tage nach dem Miltärputsch der antifaschistischen Offiziere & Hauptmänner und am Vorabend des 1.Mai, an dem „die Arbeiterklasse und das Volk“ in Portugals Zentren massenhaft als revolutionäres Subjekt, aber auch als bloße Repräsentation auf die Bildfläche trat – in dieser „Walpurgisnacht“ ist die translib ein Ort der Zugänge und des Zusammentreffens: von Bildern und Dokus, Analysen und Stimmen aus jenen Tagen sowie kritischen Blicken der Jetztzeit … Eine Fete ohne Folklore und Tanz in den Mai. Ein Büffet mit Portwein soll es aber geben.

Diese Veranstaltung ist der Beginn einer längeren Reihe zur sogenannten Nelkenrevolution, die vom 30.April – 26. Juni 2014 stattfindet. Im Rahmen der Reihe veranstalten wir Seminare, Filmabende und Diskussionen zu Ereignisgeschichte und dem Verlauf des letzten sozialrevolutionären Anlaufs in Europa.

[translib]

„die banalität des bösen“. das ende einer legende.

Mittwoch | 30. April 2014 | 17:00 Uhr | Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig | Goldschmidtstr. 28 | Leipzig

Gastvortrag am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V. an der Universität Leipzig

„Die Banalität des Bösen“ – Das Ende einer Legende

Richard Wolin (New York)

Richard Wolin ist Distinguished Professor of History and Political Science am Graduate Center der City University of New York (CUNY). In seinen Schriften beschäftigt er sich mit der modernen europäischen Geistesgeschichte. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen unter anderem „The Wind from the East: French Intellectuals, the Cultural Revolution, and the Legacy of the 1960s”(2010); „The Seduction of Unreason: The Intellectual Romance with Fascism from Nietzsche to Postmodernism” (2004) und „Heidegger’s Children: Philosophy, Anti-Semitism, and German-Jewish Identity” (2001).

leibniz. aloo.

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Mi | 30. April | KH87 | Leipzig

Leibniz. live
ALOO

::: https://soundcloud.com/hohner-melodica

::: https://soundcloud.com/aloo

ignite. misconduct. kevin seconds.

Dienstag | 29. April 2014 | 20:00 Uhr | Conne Island | Leipzig

LOS EASTOS-Fest 2014

Ignite | Misconduct | Kevin Seconds (7 Seconds)

IGNITE, in den 90ern und frühen 2000ern quasi eine Haus- und Hofband unserer Bühne headlinen Tag 2 des diesjährigen »Los Eastos Festivals«. Nur wenige Bands dieses Kalibers verbindet eine solch lange Beziehung zum Laden. Sänger Zoli, nach einer komplizierten Rückenverletzung hoffentlich wieder komplett auf dem Dampfer, konzentriert sich nach seinem Intermezzo bei PENNYWISE wieder voll auf seine eigentliche Hauptband – die Fangemeinde freut sich und tippelt aufgeregt mit den Füssen. Ach, IGNITE könnten das Pech haben der ewige Geheimtipp zu bleiben (wenn man in den Sphären, in denen die Band sich bewegt von »Geheimtipp« reden kann) – zumindest wenn man vergleicht, was die nicht wesentlich anders klingenden RISE AGAINST heute für einen Status haben. Vielleicht gelingt aber auch mit der seit längerem angekündigten neuen Platte der große Wurf, zu gönnen wäre es den Herren aus Orange County definitiv.
Davor gibt’s die altbekannten schwedischen Hardcore Veteranen MISCONDUCT. Huch, die gibt es jetzt auch schon seit fast 20 Jahren! Noch länger am Start ist KEVIN SECONDS, hauptberuflich Sänger der – die Pfiffikusse haben es längst gemerkt – Hardcore Legende 7 SECONDS. Der bleibt also wirklich »young until he dies«, lässt es auf seinem Solopfad allerdings wesentlich ruhiger angehen als mit seiner Hauptband.

[ecke]

[cee ieh]

vertical scratchers. creams.

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Di | 29. April | 20.00 | Kunstraum Ortloff | Jahnallee 73 | Leipzig

das SchubladenKonsortium lädt ein:

Vertical Scratchers (us/merge)

John Schmersal (Enon/Brainiac/Caribou) & Christian Beaulieu (ex Triclops) fabrizieren schön verschrobenen lo-fi indierock im sinne von Guided By Voices oder Deerhoof.

Creams (lpzg/Hidden Structures)

verrhallte noise-gitarren-wände treffen auf post-punk-gebrochenheit.