antifaschismus und linkspolitisches judentum in budapest.

Die | 11. März 2014 | 19:00 Uhr | Conne Island | Koburger Str. 3 | Leipzig

Antifaschismus und linkspolitisches Judentum in Budapest

mit Miklós Rozsa (Zürich/Budapest)

In der gängigen Berichterstattung zu Ungarn und seiner politischen Entwicklung der vergangenen Jahre liegt der Fokus eindeutig auf der regressiven Staatspolitik der nationalkonservativen Fidesz-Partei und dem Stiefel- und Anzug-Faschismus von Jobbik sowie deren paramilitärische Organisationen. Diese Fixierung auf die autoritäre Offensive in Ungarn ist in mehrerlei Hinsicht problematisch: Einerseits wird so die Komplexität der gesellschaftlichen Entwicklung in Ungarn stark reduziert sowie die linke Opposition ausgeblendet. Andererseits wird das in der gesamten EU auftretende Phänomen vom Erstarken rechter Bewegungen, diskursiv ausgelagert und auf Ungarn projiziert. Ganz so, als sei es in Westeuropa völlig anders.

Deshalb haben wir den Aktivisten, Fotografen und Publizisten Miklós Rozsa aus Budapest eingeladen. Er ist seit Jahrzehnten in der radikalen Linken in der Schweiz aktiv und lebt seit einigen Jahren in Budapest, sodass er eine differenzierte Außen- wie Innenperspektive der dortigen Lage geben kann. In Budapest engagiert er sich in antifaschistischen Zusammenhängen und nimmt als undogmatischer Jude am pulsierenden Leben der jüdischen Community Budapests teil. Über diese beiden medial unterbelichteten Seiten wird er berichten und mit uns ins Gespräch kommen.

Die Idee zu dieser Veranstaltung entstand während einer Fahrt von Antifaschist_innen im vergangenen Jahr nach Ungarn. Die Gruppe beteiligte sich am “Internationalen Tag gegen Faschismus und Antisemitismus”, dem 09. November, an einer Gedenkdemonstration in der ungarischen Hauptstadt und nutzten diese Möglichkeit dazu, sich mit Aktivist_innen vor Ort auszutauschen und zu vernetzen.