Archiv für März 2014

kein zutritt für hinterwäldler.

So | 30. März | 21:00 | Café Wagner | Wagnergasse 26 | Jena

massigluftnachoben präsentiert: Lesung: Jonnie Schulz liest aus „Kein Zutritt für Hinterwäldler“

Hamburg im Jahre 2000. Vier Visionäre, von der Punkszene gelangweilt, schließen sich zur einzigen Country- und Western-Band von St. Pauli, Tennessee zusammen: die Butch Meier Band. Die linke Szene ist entsetzt: Schnurrbärte, Amerika-Verherrlichung, Mackertum! Doch die Band von Jonnie Schulz, Ted Memphis, Digger Barnes und Butch Meier lässt sich nicht ins Bockshorn jagen und macht alles, um die Entfaltung – den ultimativen Live-und-Kumpel-Kick – herbeizuführen: “Wir beschäftigten uns mit Musik, die niemand von uns zuvor gespielt hatte, zogen uns Klamotten an, die in unserem privaten Umfeld geächtet waren, und suchten Orte auf, an denen wir Angst hatten, zusammengeschlagen zu werden.”

“Kein Zutritt für Hinterwäldler” hält sich zu 73 % pedantisch an die Fakten, der Rest ist Countryfiction, ein Stahlbad in Wurst & Fleisch inklusive der ultimativen Senfkanone und die Bestandsaufnahme einfach jeder Mikroszene der Nullerjahre, die sich dem Trash verschrieben hat.

„Damals war uns noch nicht bewusst, dass wir in diesem Moment die Countryfication erfanden, eine Musik, mit der sich biedere Scheißbands wie The BossHoss und Texas Lightning wenige Jahre später dumm und dämlich verdienen sollten.“ Jonnie Schulz

„Vegetarisch hatten wir durchaus auch Erfolg.“ Jonnie Schulz

„Schulz gelingt das Kunststück, den hanseatischen Zungenschlag ohne Reibungsverluste in Schriftsprache umzumünzen.“ TAZ

„Ist Jonnie Schulz E.T.?“ TAZ

„Ein großes, ein wichtiges Buch.“ Jungle World

http://jonnieschulz.wordpress.com/

krija. seppuku.

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So | 30. März | 20:25 | Reil78 | Halle

Krija Grindcore | Seppuku Grind/Crust

tellur no. i.

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Samstag | 29. März | 23.00 Uhr | Ega BOX | Auf der Cyriaksburg 3 | Erfurt

Gute Clubabende sind ein selten vorkommendes Element. Fast so selten wie Gold. Sie sind wertvoll und dabei so zerbrechlich. Tellur ist eine Reihe solcher Abende und bietet die Lösung für eine offensichtlich simple Formel: Ein Club, eine Nacht, auserwählte Acts, Licht und nicht zuletzt guter Sound.

∟ Christian Löffler LIVE [Ki Records | Life and Death] ::: https://soundcloud.com/club-autonomica/club-autonomica-in-the-mix-17 ::: https://soundcloud.com/platform/christian-l-ffler-live-in-the
∟ Mila Stern [Chalalit Family] ::: https://soundcloud.com/technodisco-stream/technodisco_cast-away-1-mila
∟ karl friedrich [Chalalit Family | Hommage] ::: https://soundcloud.com/radiohommage/sets/karl-friedrich-stars
∟ Ströck [SOLYN]

golden disko ship.

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samstag | 29. märz | 21:00 uhr | Handstand & Moral | Merse 88b | le

margo agitprop, Völlig-Geil-Concerts und Andrizl Soundscape Außenwerbung stellen in aller bescheidenheit vor:

eine Art Konzert mit *Golden Diskó Ship*

eh hier ein misverständnis aufkommt — Golden Diskó Ship ist kein party boot im herkömmlichen sinne, handelt sich wohl eher um so eine art künstlerinnen-namen für ein one-woman-orchestra, das, bzw. die, uns an diesem samstag mit sounds und flimmrigen bildern beglücken wird, die so manch anonyme konzert-promotor als „luizide träume“ bezeichnet. nunja, da macht mensch sich wohl am besten selbst nen eindruck.

mehr credibles zeug unter: http://www.goldendiskoship.com/

joan as police woman. helmut.

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Freitag | 28. März | 21:00 Uhr | UT Connewitz | Wolfgang-Heinze-Straße 12a | Leipzig

Joan As Police Woman (us) | Helmut (is)

In der Ankündigung Ihres neuen Albums „The Classic“ erklärt Joan Wasser aka Joan As Police Woman „I’m in the best place I’ve ever been in my life.” Die klassisch ausgebildete Violinistin, die bei Yuri Mazurkevich studierte und zunächst im Boston University Symphony Orchestra mitspielte, war in der Vergangenheit Teil der Bands von Rufus Wainwright und Antony and the Johnsons, arbeitete mit Musikern wie Lou Reed, Sparklehorse, Dave Gahan, Elton John und den Scissor Sisters live oder im Studio zusammen.

Als Sängerin geht sie in die Tiefe, traut sich Gefühlsbeichten zu: “I want to access the most honest place I can, distill it and present it in a way that makes sense musically – everything I do comes from my heart.“ Joan kreuzt Singer-Songwriter-Sound mit Einflüssen aus Rock, Soul, Jazz und Pop. Sie selbst nennt es „Punk Rock R&B“, der aber über die Jahre leiser, persönlicher und musikalisch auch ausgefeilter wurde. Neben ihrem Gesang spielt sie Gitarre, Klavier und Wurlitzer. Als Vorbilder nennt Joan Wasser Joni Mitchell und Nina Simone.

The Guardian nannte sie die „Dusty Springfield des Indie-Pop“.

Joan hat sich den Isländer Helmut als support eingeladen. Von seinem Können sind auch die Leute bei Haldern Pop Recordings überzeugt – eine ausführliche Kritik seines aktuellen Albums „Poymono“ lest Ihr im aktuellen Kreuzer – file under: Electrofrickelpop.

griechenland hinter den kulissen.

Freitag | 28.3. | 16 Uhr | Uni Jena | Carl-Zeiss-Str. 3 | Hörsaal 9 | Jena
Samstag | 29.3. | 16 Uhr | L50 | Lasallestr. 50 | Erfurt

Griechenland hinter den Kulissen.

Ein Vortrag mit Leuten aus dem Umfeld der neuen antifaschistischen Zeitschrift „0151“ zur gegenwärtigen Situation in Griechenland und ihren historischen Wurzeln.

Bei den letzten Wahlen in Griechenland, welche im Mai und Juni 2013 stattfanden, bekam die Neo-Nazi-Partei „Goldene Morgenröte“ eine halben Million Stimmen und damit 7% aller abgegebenen. Schlimmer noch, in den Meinungsumfragen der letzten Monate bekannten 15-17% der Griechen, die Neo-Nazi-Partei zu unterstützen und bekundeten ihre Sympathie gegenüber den Aktivitäten der „Goldenen Morgenröte“. Zugleich sind Angriffe auf Migranten in Athen und anderen Städten Griechenlands in den letzten Jahren zur Normalität geworden.

Jedoch sind Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Homophobie und Faschismus auch schon während der letzten Jahrzehnte, sowie während aller vorhergehenden Epochen der nationalen Geschichte, dauerhafte Bestandteile der griechischen Gesellschaft gewesen.

Die griechische Gesellschaft weiß, wie mit Fremden umzugehen ist, und zeigt sich gastfreundlich.
Von den geschäftigen Stadtvierteln Athens bis zu den Feldern des griechischen Hinterlandes gab es in den vergangenen Jahrzehnten Erschießungen, Vergewaltigungen, Morde und Staatliche Gefangennahmen von GastarbeiterInnen, Geflüchteten und Roma. Diese Übergriffe wurden von der griechischen Mehrheitsgesellschaft unterstützt oder beschwiegen. Doch auch Andere, die von den Normen der nationalen Mehrheit abweichen (LGBTQ, FeministInnen, politische Radikale usw.), sehen sich Feindseligkeit und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt.

( „0151“ versucht sich an einer Dokumentation, Untersuchung und Zurückdrängung des Antisemitismus, des Rassismus, des Faschismus, der Homophobie und des Sexismus der griechischen Gesellschaft und ihrer Avantgarden.)

Der Vortrag wird auf English gehalten und übersetzt.

georg lukács‘ spätwerk. vorbereitungstreffen für einen lesekreis.

Do | 27. März 2014 | 19:00 Uhr | translib | Lütznerstraße 30 | Leipzig

Georg Lukács‘ Spätwerk

Vorbereitungstreffen für einen Lesekreis

Das bis heute wahrscheinlich bekannteste Werk von Georg Lukács (1885-1971) ist die 1923 erschienene Aufsatzsammlung „Geschichte und Klassenbewusstsein“, die zu Recht als „foundation text“ des westlichen Marxismus und verschiedener neomarxistischer Ableger bezeichnet wurde. Für Lukács selbst markierte dieses Werk nur eine frühe Etappe auf seinem „Weg zu Marx“, die er später hinter sich gelassen und für überwunden erklärt hat. Sein Verständnis der „marxistischen Dialektik“ war zu dieser Zeit noch vielfach von verschiedenen akademischen Theorien geprägt und überlagert, die seinen früheren intellektuellen Werdegang bestimmt haben, bevor er sich zu einem wissenschaftlich-kommunistischen Theoretiker entwickelte. Es gibt umfangreiche Arbeiten darüber, welchen Einfluss etwa die Soziologie Max Webers und Georg Simmels oder die Philosophie des Neukantianismus auf „Geschichte und Klassenbewusstsein“ hatten. In einem Vorwort von 1967 kritisierte Lukács ausführlich diese frühe Arbeit und bemängelte vor allem die Reduktion der Marxschen Theorie auf eine Gesellschaftslehre und die Ausklammerung der Natur, was zur schwerwiegenden Folge hatte, dass die Arbeit als Zentralkategorie des gesellschaftlichen Seins und Vermittlerin des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur unter den Tisch fiel. Zu erklären sind diese Mängel, die eine idealistische Schieflage nach sich ziehen, u.A. dadurch, dass in den 20er Jahren ein so wichtiger Text von Marx wie die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte von 1844 noch nicht vorlag. Diese Arbeit, und besonders die darin enthaltene Kritik der Philosophie Hegels, rezipierte Lukács erstmals 1930 als Mitarbeiter des Marx-Engels-Instituts in Moskau, was auf ihn, nach seinen eigenen Worten, einen “umwälzenden Eindruck“ machte und ihn in einen “begeisterten Rausch des Neuanfangens“ versetzte. Alle seine wichtigen Arbeiten, die danach erschienen, wie etwa „Der junge Hegel“ (1948), „Die Zerstörung der Vernunft“ (1954), „Die Eigenart des Ästhetischen“ (1963) oder „Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins“ (postum erstmals vollständig 1984 auf deutsch erschienen) sind von diesem Eindruck geprägt und auf ein „Zurück zu Marx“ und eine „Renaissance des Marxismus“ (bzw. des Marxschen Theorie-Typus) gerichtet, sowohl gegen seine entstellende Revision im Westen, als auch gegen den stalinistischen Dogmatismus im Osten. Im Verhältnis zu der Aufmerksamkeit, die auch heute noch sein frühes Werk genießt, werden seine späteren Arbeiten nur wenig beachtet und insbesondere „Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins“, der bisher vielleicht bedeutsamste Versuch, die philosophischen Grundlagen der Marxschen Theorie nachzuzeichnen und als Lukács’ eigentliches Hauptwerk zugleich die Summe seines ganzen Lebenswerks, kaum gewürdigt.

Auf dem Vorbereitungstreffen wollen wir klären, an welchen Texten von Lukács ein Interesse besteht, dass sie kollektiv gelesen und diskutiert werden, und wie die Lektüre aufgebaut sein und ablaufen soll.

zeugnisse von sinti und roma im erinnerungsarchiv des ajz dessau.

Do | 27. März 2014 | 19:00 Uhr | Galerie KUB | Kantstr. 18 | Leipzig

Zeugnisse von Sinti und Roma im Erinnerungsarchiv des AJZ Dessau

Vortrag und Film von Jana Müller

Seit 1998 sammelt das Zeitzeugenarchiv des Alternativen Jugendzentrums Dessau Zeugnisse von Verfolgten des Naziregimes. 2004 entstanden erste Kontakte zu überlebenden Sinti, einige dieser ZeitzeugInnen berichteten zum ersten Mal außerhalb der Familie von ihrer Verfolgung und fanden mit Unterstützung des Jugendzentrums Dokumente des Leidensweges von Familienangehörigen. Das AJZ forschte nach Spuren der Sinti aus Dessau-Roßlau, die Anfang 1938 aus der Stadt vertrieben wurden. So entstanden eigene Filmproduktionen wie zum Beispiel der Dokumentation „Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger“. Ein Interview des AJZ mit Franz Rosenbach bereichert die Ausstellung „Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora“.
In der Veranstaltung stellt Jana Müller den Bestand des Archivs mit dem Schwerpunkt Sinti und Roma vor, berichtet von der Zusammenarbeit und dem sehr persönlichen Kontakt mit den ZeitzeugInnen sowie den Reaktionen Jugendlicher auf die ZeitzeugInnen, den aus dem Vermächtnis resultierenden Verantwortlichkeiten der Veröffentlichung von Materialien und der Vorbereitung auf die Zeit ohne direkte ZeugInnen/ Überlebende des Völkermordes an den Sinti und Roma.

Die Initiative „Geschichte vermitteln“ zeigt in Kooperation mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig die Wanderausstellung „Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora“, eine Ausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

demdike stare. reliq. random canoe inspection.

Mittwoch | 26. März | 21:00 | UT Connewitz | Wolfgang-Heinze-Straße 12a | Leipzig

DEMDIKE STARE
- modern love – uk -

RELIQ
- u n r e a l – bln -

RANDOM CANOE INSPECTION
- institut fuer zukunft – lpz -

Eine Vertigo und UT Connewitz Kooperation.

Genreschubladen kann man bei Demdike Stare getrost geschlossen lassen: Das nordenglische Duo klingt wie ein spiritistisches Beschwörungsritual in dem Ambient, Dub, Library-Music und Samples, denen man den Stempel „World“ aufdrücken könnte, zu einem überwältigenden Klangkosmos verwoben werden. Am Anfang stand ein Horrorfilm zu dem Sean Canty (Betreiber des Labels Finders Keepers Records) und Miles Whittaker (aka MLZ sowie Part von Pendle Coven) den Soundtrack produzieren wollten und diesen unter dem Namen Demdike Stare zu veröffentlichen.
Benannt nach Mother Demdike, die nach eigenen Angaben gegen Ende des 15. Jahrhunderts Blut und Seele mit einem bösen Geist namens Tibb getauscht hatte und infolge dessen über allerlei todbringende Hexenkünste verfügte. 1612 starb sie in einem Kerker zu Lancashire.Daraus ist weit mehr geworden als ein Soundtrack. Horrorfilme – und besonders das aus ihnen resultierende Gefühl körperlicher Bedrohung – bleiben aber nach wie vor ein wesentlicher Bezugspunkt für Demdike Stare.

reliq schöpft aus der dunklen Materie einer entwirrten Psyche, verbindet transzendente und erstickende Klangwelten, die vom halluzinatorischen Dunst schizophrener Fieberträume umhüllt sind. Die Berliner doom/post-metal-Formation Reliq wurde 2009 als musikalischer Arm des rituellen performativen Medienkunst-Kollektivs dev01ded gegründet. 2012 taten sich die Gründungsmitglieder Grayl [Gesang] und xorzyzt [Schlagzeug] mit dem Produzenten und Gitarristen shaddah zusammen und kreierten eine neue Mythologie, mit der sie im Januar 2013 beim CTM Festival in Berlin debütierten. In dieser kurzen Zeit standen sie bereits mit Wife, Oneirogen, und Shapednoise auf der Bühne.
Dazu kommt mit Random Canoe Inspection ein weiteres Musikprojekt aus den Reihen des Institut fuer Zukunft (IfZ) ins UT. Auch hier wird mit Vorliebe das Grenzgängertum zelebriert werden. Mehr soll an dieser Stelle allerdings nicht verraten werden.

https://soundcloud.com/modernlove/sets/demdike-stare-testpressing-004
https://soundcloud.com/reliqremains/
https://soundcloud.com/random-canoe-inspection

vin blanc/white wine.

Dienstag | 25. März | 20:00 | Kombinat Süd | Otto-Schott-Straße 13 | Jena

Vin Blanc/White Wine

Joe Haege gehört zu der Sorte Menschen, die, sobald sie die Bühne betritt, alle Blicke auf sich zieht. Und das liegt nicht nur daran, dass die Gitarre bei ihm nicht hüfthoch, sondern in Brusthöhe hängt. Vielmehr ist es die Intensität, die Joe Haege sowohl in seine musikalischen als auch schauspielerischen Projekte, die oftmals miteinander einhergehen, legt. Dabei spielt es keine Rolle, ob er als Kopf der (semi-)legendären Post-Rock-Formation 31Knots, des zuletzt in Jena zu bewundernden Faszinosums TuFawning oder als Gastgitarrist der famosen Menomena in Erscheinung tritt. Joe Haege ist ein begnadeter Musiker. Joe Haege ist ein augenzwinkernder Entertainer. Joe Haege hat mit Vin Blanc / White Vine ein neues Projekt, das er im März erstmals ausgiebig auf Europa loslässt und das man auf keinen Fall verpassen sollte.