zemlya.

Dienstag | 25. Februar 2014 | 20h | Bäckerei | Leipzig

Zemlya

R: Aleksandr Dovshenko, UdSSR 1930, 76 min, OmeU.

Filmklub Objektiv präsentiert im Januar und Februar Klassiker des sowjetischen Revolutionsfilms: die „Ukrainische Trilogie“ von Aleksander Dovshenko.

Zemlya („Erde“) thematisiert in einer überwältigenden, lyrischen Bildkomposition den Klassenkampf zwischen den reichen Kulaken, die über Privateigentum verfügen und den besitzlosen Bauern in der Ukraine. Der Film wurde zur Zeit der äußerst brutal durchgeführten Kollektivierung der Landwirtschaft gedreht, die er propagandistisch rechtfertigen soll. Gleichwohl zeugt er von einer echten Leidenschaft für die Veränderung der Verhältnisse. Dass der Film in seinem staatlichen Auftrag nicht aufging zeigt auch seine Form: Zemlya erschöpft sich keineswegs in der Abgedroschenheit des seinerzeit entstehenden offiziellen sozialistischen Realismus. Kein Wunder also, dass die bolschewistische Filmkritik gespalten reagierte, insbesondere die Hinwendung des Films zum „dunklen“ Thema Tod monierte und Dovshenko mehrfach gezwungen wurde, den Film neu zu schneiden. Beeinflusst vom expressionistischen Film nimmt Zemlya durch die „Untergrabung vereinbarter Formen“ (Amos Vogel) die Anliegen des Avantgarde-Films vorweg und wurde von FilmhistorikerInnen mehrfach zu einem der besten Filme aller Zeiten gekürt.