jenny & eleanor marx.

sa | 15. februar 14 | 20:30 uhr | frauenkultur | windscheidstr. 51 | leipzig

Jenny & Eleanor Marx. Zwei Frauen im Schatten eines Genies
-LITERARISCH-MUSIKALISCHES PROGRAMM-

Ein fiktives Gespräch zwischen Mutter und Tochter – musikalisch kommentiert
- anlässlich des 200. Geburtstages von Jenny Marx am 12. 2. 2014

BEATRICE BERGNER, Schauspielerin
GISELA GULU, Journalistin
PETRA PATZER, Gitarristin

Eleanor: „Liebste Mama, warum nur hast du diesen Mann geheiratet, der dir so viel Kummer gebracht hat? Als Ballkönigin von Trier hättest Du doch eine gute Partie machen können…“ Jenny: „Ach Kind, ich habe ihn geliebt, solange ich denken kann. Und so schwer unser Leben auch war, in Herz und Geist war es doch reich. Außerdem: Wir wollten beide, dass Not und Armut für immer verschwinden.“

Dieses Gespräch ist nie geführt worden. Im Hause Marx sprach man nicht über so intime Dinge und versuchte tunlichst, die bittere Armut nach außen hin zu kaschieren. Wie die verwöhnte Jenny von Westphalen dieses Leben ertragen hat, ist bewundernswert. Immer im Exil: Paris, Brüssel, dann 30 Jahre London, viele davon im Elendsviertel Soho, wo vier der sieben Kinder starben. Immer ist diese Frau standhafte und starke Gefährtin eines Mannes gewesen, der für das Glück der Menschheit kämpfte. Die eigene Familie gehörte eher nicht dazu. Erst als die jüngste Tochter, Eleanor – genannt Tussy – geboren wurde, ging es langsam bergauf – auch dank der ständigen, oft lebensrettenden Unterstützung durch Friedrich Engels. Und doch ließen sich weder Jenny noch Eleanor beirren in ihrer Leidenschaft für die Sache, der Karl Marx sein Leben geweiht hat.
Ohne diese beiden Frauen und ihre unermüdliche Mitarbeit hätte Karl Marx niemals der sein können, der er war. Ihre eigenen Leistungen sind darüber fast in Vergessenheit geraten: Jenny z.B. als Korrespondentin der „Frankfurter Zeitung“, Eleanor als mutige Streiterin für Frauenrechte, die sich mit 43 Jahren als unglücklich Liebende das Leben nahm.