Archiv für Januar 2014

der behemoth in den naturwissenschaften. über nationalsozialistische wissenschaftspolitik und -ideologie.

Mittwoch | 22. Januar | 19 Uhr | Uni Jena | Hörsaal 7 | Carl Zeiss Str. 3

Der Behemoth in den Naturwissenschaften. Über nationalsozialistische Wissenschaftspolitik und -ideologie

Malte Stoecken

Die Machtübernahme der NSDAP 1933 bedeutete eine Zäsur in der Organisation der naturwissenschaftlichen Forschung. In den ersten Jahren des Nationalsozialismus war die Wissenschaftspolitik eng mit der Person Johannes Stark verbunden, der als einer der Initiatoren und Hauptvertreter der sog. „Deutschen Physik“ gilt. Das wissenschaftspolitische Programm der Deutschen Physik forderte eine auf Fleiß, Geduldsamkeit und praktischen Experimenten aufbauende Wissenschaft und richtete sich explizit gegen die sich neu etablierende theoretische Physik im Zuge der Erkenntnisse Einsteins und Heisenbergs seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

Der Feldzug der Vertreter der Deutschen Physik gegen neue wissenschaftliche Denkstile wie der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik speiste sich aus einer antisemitischen Weltanschauung und bediente sich derer Sujets und Ressentiments. So wurden die theoretische Physik als kosmopolitische Wissenschaft abgelehnt, ihre Methoden als unverständliche Gedankenexperimente bemängelt und deren Erkenntnisse als unsicher, abstrakt und unbestimmt klassifiziert – das was in der antisemtischen Weltanschauung als „jüdisch“ galt, wurde auf die moderne Wissenschaft transportiert.

Wie in dem Vortrag gezeigt werden soll, stand diese nach vermeintlich rassischen Kategorien organsierte Wissenschaft im Zuge der Deutschen Physik diametral zu den zeitgleich entstandenen Wissenschaftskonzepten im angloamerikanischen Raum, die unter den Postulaten „Universalismus“ und „Kommunitarismus“ eine internationale Wissenschaft unabhängig von Ethnie, Nationalität, Religion, sozialem Stand und persönlicher Eigenschaften entworfen wurden. Da die Deutsche Wissenschaft dagegen ihr Programm nicht Anhand von Argumenten und wissenschaftlichem Austausch, sondern mit Angriffen auf Vertreter anderer Denkstile durchsetzte, soll diskutiert werden, ob sich das deutsche Wissenschaftssystem zu einem im Neumannschen Sinne „Behemoth“ transformierte, in eine „Herrschaft der Gesetzlosigkeit und Anarchie, welche die Rechte wie die Würde des Menschen ‚verschlungen‘ hat und dabei ist, die Welt durch die Obergewalt über riesige Landmassen in ein Chaos zu verwandeln“.

[Arbeitskreis Kritische Theorie der Naturwissenschaften. Studentische Initiative an der FSU und FH Jena]

happy jawbone family band. jakob duschek trio.

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Dienstag | 21. Januar | 21:25 Uhr | Hühnermanhattan | Hordorferstraße 4 | Halle

OMNI presents:

HAPPY JAWBONE FAMILY BAND (US / Mexican Summer)
Having released their latest output on Mexican Summer (Ariel Pink, The Fresh & Onlys, Quilt) the starry-eyed Lo-fi psych-poppers of the HAPPY JAWBONE FAMILY BAND from Brattleboro do music of childlike wonderment and adolescent inappropriateness, of love in the eccentricities of life inside the mind.
Music has gone to hell by people who don’t do the right drugs for the right reasons, and this band of transcontinental misfits is out to rewrite the false, bloated history of what “indie rock” became when it traded hands to the masses.
http://www.happyjawbone.com
http://happyjawbone.bandcamp.com

JAKOB DUSCHEK TRIO (D)
After a year of absence Johannes Westermann and Johann von Cargo get pulled together again to show off with their misty tunes combined of two turntables and a synthesizer..

cectra – schwester. ein dokumentarfilm über eva vater, soldatin der roten armee, ärztin und schriftstellerin.

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Dienstag | 21. Januar | 20:00 Uhr | Cineding Leipzig | Karl-Heine-Str. 83 | Leipzig

CECTPA – SCHWESTER. Ein Dokumentarfilm über Eva Vater, Soldatin der Roten Armee, Ärztin und Schriftstellerin

anschließend Gespräch mit den Filmemacher_innen

Der Dokumentarfilm CECTPA – russisch für Schwester – ist das Porträt einer junggebliebenen, lebenslangen Kämpferin. Eva Vater ist eine von mehr als 5.000 lettischen Juden und Jüdinnen, die von 1941 bis 1945 in den Reihen der sowjetischen Roten Armee gegen die deutsche Wehrmacht kämpfen. Sie wird danach zu einer der wenigen Chronistinnen der Erfahrungen sehr junger Frauen in diesem Krieg. Überzeugt tritt sie als Veteranin in den 1950er und 1960er Jahren öffentlich auf, kämpft für die Erinnerung an ihren ebenfalls im Kampf gegen die Deutschen gefallenen Bruder und an andere jüdische KommunistInnen. Gleichzeitig erfährt sie den Antisemitismus der lettischen Bevölkerung auch nach 1945 und bekommt die Angstherrschaft stalinistischer Funktionäre, die sich in Windeseile gegen ideologische GegnerInnen richten kann, selbst zu spüren. Als pensionierte Ärztin widmet sie sich mit Leidenschaft dem Schreiben. Im Jahr 1997 beschließt sie, ihrem Sohn Juri zu folgen, der Anfang der 1990er Jahre nach Israel ausgewandert ist. Im Tel Aviv des Jahres 2011 spricht Eva Vater vom Krieg und vom Tod, von der Liebe und vom Überleben nach und mit der Shoah. In Bildern, die den Weg des klassischen Interviewfilms immer wieder verlassen, entsteht im Spiegel der lauten und schnellen Großstadt Tel Aviv eine nie gänzlich verklingende Vergangenheit, in der liebevolle und zärtliche Momente, Ruhe, Nachdenklichkeit und viel Freundschaft zu finden sind.

Mit englischen Untertiteln.
CECTPA © 2012 Markus Bauer, Claudia Krieg, Frank Olias

http://www.evavaterfilm.com/

Präsentiert von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit, dem Cineding und der Buchhandlung drift.

alphabet.

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Dienstag | 21. Januar | 18:30 Uhr | Kino Zazie | Kleine Ulrichstraße 22 | Halle

Alphabet

Erwin Wagenhofer, Deutschland 2011, 90 min

Was weiß die Schule von den wahren Bedürfnissen unsere Kinder? Diese Frage stellt der neue Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer, der die enorme Leistungsfixierung und Normierung des Bildungssystems im 21. Jahrhundert anprangert.

**Im Anschluss an die Filmveranstaltung Filmgespräch mit der Erziehungswissenschaftlerin und Bildungsforscherin Ines Boban (MLU Halle-Wittenberg). In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt.

happy jawbone family band.

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Mo | 20. Jan | 20.00 | Black Label | Wolfgang Heinze Straße 38 | Leipzig

:::EINE WELT AUS HACK & BLACK LABEL präsentieren:::

HAPPY JAWBONE FAMILY BAND (US // Mexican Summer)

http://happyjawbone.bandcamp.com
https://soundcloud.com/happyjawbone

electric island 01/2014.

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Samstag | 18. Januar 2014 | 23:00 Uhr | Conne Island | Leipzig

Klub: Electric Island – Hello 2014 Edition

Stanley Schmidt & Départ (Rivulet) /dj
fr. JPLA (IfZ, female:pressure) /dj
Toni Toronto & Dahmar (Electronic Resistance) /dj

schöner feiern ohne nazis. infoladen soliparty.

Samstag 18. Januar | 22:00 | Reil78 | Halle

Schöner Feiern Ohne Nazis *Infoladen Soliparty*

Verschnibbt&Zugenäht (Audiolith/Greifswald)
::: https://soundcloud.com/verschnibbt
Fromheart (Techhouse/Elektro)
Kritikrave (Drum & Bass)
Mable (Drum & Bass)

+ Heavy Soundsystem
+ Cocktailbar
+ Vegan Food
+ ♥

protest & projektion. der weltweite aufstand.

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Samstag | 18. Januar 2014 | Dachritzstraße 6 (Institut für Musik) | Halle an der Saale

Protest & Projektion – Der weltweite Aufstand
Konferenz der AG Antifa

Es ist noch nicht lange her, da konnte teils kritisch, teils beruhigt erklärt werden, dass sich die Menschen ihrem Schicksal willfährig ergeben und nicht daran denken, geschichtsmächtig zu werden. So blieb nicht nur der Kampf um Befreiung aus. Auch die Apokalypse, die als Kollektiv losgelassene Einzelne ohne weiteres auszulösen imstande sind, ließ glücklicherweise auf sich warten. Inzwischen ist die Zeit, in der von den lethargischen Massen geschrieben werden konnte, jedoch vorbei. An allen Ecken und Enden der Welt kracht es. Von Rio bis Kairo, von Göteborg bis Athen und von Stuttgart bis Istanbul: Als hätten sie die Parole vom „kommenden Aufstand“, die eine französische Situationistengruppe vor einigen Jahren ausgab, als Aufforderung begriffen, ziehen die Menschen überall auf die Straße. Mal bringen sie ihre Isomatten und Zelte mit und besetzen den öffentlichen Raum, mal zerlegen sie die Innenstädte. Taz, Zeit, Spiegel und Co. behaupten, einen weltweiten Kampf für Demokratisierung und mehr Bürgerbeteiligung zu erkennen; die radikale Restlinke will in den Krawallen, Kämpfen und Platzbesetzungen die Vorboten der Weltrevolution sehen: So setzten sich die schlechter verdienenden Genossen schon bald nach dem Beginn der Proteste in Busse und fuhren als Krawalltouristen nach Griechenland; die besser Betuchten flogen nach Kairo oder Tunis.

Zumindest einige Nachrichten vom weltweiten Aufstand wollen allerdings nicht so recht mit der euphorischen Deutung von einem „neuen 1968“ zusammenpassen, von dem einige Beobachter sprechen. In einigen Ländern haben sich Islamisten an die Spitze der Proteste gestellt; auf dem Peloponnes und den griechischen Inseln mischen Neonazis kräftig mit, während ein Teil der Linken die Juden für die Übel der Welt verantwortlich macht. Auch im Syrischen Bürgerkrieg ist die Unterscheidung zwischen den good und den bad guys nicht mehr möglich. Wer gegen Despoten, Tyrannen und elende Verhältnisse anrennt, tut das nicht immer mit den richtigen Mitteln, Begründungen und Zielen.

Das heißt: Entweder hat die Rede vom „neuen 68“ weniger mit der Situation in Ägypten, Griechenland, Spanien, Syrien usw. zu tun als mit den Wünschen und Sehnsüchten der hiesigen Öffentlichkeit. Oder aber die landläufigen Vorstellungen von 1968 als dem Jahr von Liberalisierung, Demokratisierung und dem Ausbruchsversuch aus den versteinerten Verhältnissen müssen revidiert werden. Auch hierfür spricht einiges. Zumindest mit Blick auf Ägypten und Syrien hat sich dementsprechend schon längst jene Verlaufsform abgezeichnet, die den Internationalismus hierzulande stets prägte: Der blinden Begeisterung folgt blinde Ignoranz; ohne Fehleranalyse und ohne das vorherige Paradies von Revolte und Demokratisierung auch nur noch eines Blickes zu würdigen, werden die revolutionären Sehnsüchte kurzerhand in andere Gegenden des Erdballs verlagert.

Es stellt sich damit sowohl die Frage nach den Hintergründen der hiesigen Reaktionen auf die weltweiten Aufstände als auch nach dem Charakter der Proteste: Was ist von den Riots und Kämpfen in Ägypten, Griechenland, Brasilien, Spanien usw. zu halten? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es? Warum brechen die Proteste gerade jetzt aus? Und: Welche Zukunft haben die weltweiten Aufwallungen vor sich?

Podium 1: Campen und kämpfen (12.15 – 13.45 Uhr)
Referenten: Magnus Klaue & Philipp Lenhard

Wer einen genauen Blick auf die weltweiten Aufwallungen wirft, erkennt zwei Protestformen: Die einen schnappen sich ihre Schlafsäcke und campieren auf öffentlichen Plätzen, die anderen binden sich Taschentücher vors Gesicht und ziehen mehr zerstörend als plündernd durch die Städte. Diese beiden Varianten der Erhebung scheinen für eine jeweils unterschiedliche Klientel zu stehen: In der Besetzung des öffentlichen Raums spiegeln sich die Abstiegsängste der Mittelschichten. Hier ziehen diejenigen auf die Straße, die noch etwas zu verlieren haben. Sie signalisieren durch ihre Protestform, dass sie zu bleiben gedenken. Auf der anderen Seite stehen jene, die nicht mehr absteigen können. Da sie nichts mehr zu verlieren haben, zerstören sie blindwütig alles, was ihnen in den Weg kommt: sowohl das, was sie selbst nicht mehr ertragen, als auch das, was unerreichbar für sie ist.
Magnus Klaue ist freier Autor und schreibt regelmäßig für Bahamas, Jungle World und Konkret. Philipp Lenhard ist freier Autor und Redakteur der Zeitschrift Prodomo.

Podium 2: Projektion und Praxis (14.30 – 16.00 Uhr)
Referenten: Harald Jürgen Funke & Anja Finow

Abgesehen von den Protesten gegen Stuttgart 21 und ähnliche Projekte ist der weltweite Aufstand in zweifacher Weise in Deutschland angekommen. Auf der einen Seite legt die linke und linksliberale Öffentlichkeit eine Begeisterung für die Demonstrationen in Kairo, Istanbul oder Athen an den Tag, als würde dort für die originären Interessen des hiesigen wutbürgerlichen Mittelstands auf die Straße gegangen. Auf der anderen Seite scheinen die Krise und die Aufstände dafür zu sorgen, dass vermehrt Asylbewerber und Arbeitsmigranten den Weg nach Deutschland finden. Gegen diesen Zuzug finden insbesondere im Osten der Republik längst Mini-Aufstände statt, die sich in vielerlei Hinsicht von den Ereignissen der 1990er Jahre unterscheiden und es genau aus diesem Grund ratsam erscheinen lassen, den Zustand der Republik noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Harald Jürgen Funke ist Redakteur der Zeitschrift Bonjour Tristesse. Anja Finow spricht als Vertreterin der AG „No Tears for Krauts“.

Podium 3: Gestern und Morgen (16.30 – 18.00 Uhr)
Referenten: Jan-Georg Gerber & Justus Wertmüller

Die Gegenwart verändert nicht allein die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit: Der Anfang ist immer über das Resultat vermittelt. So geben die derzeitigen Proteste nicht nur einen Vorgeschmack darauf, was hierzulande droht, wenn sich die Krise ausweitet: ein wildes Hauen und Stechen, der Rückwurf auf Clanstrukturen, die sowohl familiär als auch regional oder beruflich sein können, und eine Elendsselbstverwaltung wie sie etwa auf dem Tahrir-Platz beobachtet werden konnte, wo Fußballhooligans über Ordnung, Sauberkeit und die korrekte Entsorgung der Fäkalien wachten. Zugleich legen die stetigen Vergleiche mit der Revolte von 1968 nahe, dass sich auch damals ganz andere historische Triebkräfte Geltung verschafften als von den Parolen der Protestbewegung nahegelegt wurde: Triebkräfte, die möglicherweise denen ähneln, welche die Menschen heute weltweit auf die Straßen und Plätze strömen lassen.

Jan-Georg Gerber schreibt u.a. für Bahamas und Jungle World. Justus Wertmüller ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas.

[http://antifa.uni-halle.de/]

block md.

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samstag | 18. januar | 12.00 uhr | magdeburg | blockmd.wordpress.com

wind&farben. leitkegel. i like ambulance.

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Freitag | 17. Januar 2014 | 21:00 | Reil78 | Halle

Ein Konzert mit:

Wind und Farben (emo.punk.indie – Kiel)
http://windundfarben.bandcamp.com/

Leitkegel (post.punk.hardcore – Essen)
http://leitkegel.bandcamp.com/

I like Ambulance (indie.post.punk – Berlin)
http://ilikeambulance.bandcamp.com/

http://schafaufeisberg.blogsport.eu/
www.reil78.de
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love music – hate racism
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