Kollektive Identitäten als Ein- und Ausschließungsprozesse

Donnerstag | 23. Januar 2014 | 19.00 Uhr | Audimax – Hörsaal XXII | Halle

- Ersatztermin für ausgefallenen Vortrag -

Kollektive Identitäten als Ein- und Ausschließungsprozesse

Sebastian Haunss (Sozialwissenschaften, Bremen)

Kollektive Identitäten sind Wir-Bestimmungen. Es handelt sich dabei um Prozesse sozialer Schließung, die immer auf ein begrenztes Bündel an Markmalen rekurrieren, um damit ein Innen (Wir) und ein Außen (die Anderen) zu konstruieren. Welche sozialen Konsequenzen Prozesse kollektiver Identität haben, hängt einerseits davon ab, wie die Wir-Grenzen konstruiert werden. Sind sie durchlässig oder fix? Sind sie wandelbar oder werden sie als ahistorisch gegeben konzipiert? Andererseits hängen die möglichen Konsequenzen auch von den mit den Prozessen kollektiver Identität verknüpften Hand- lungsorientierung ab.
Ausgehend von diesen abstrakten Überlegungen wird es im Vortrag darum gehen, welche Bedeutungen kollektive Identitäten in sozialen Bewegungen haben und in welchem Maße die mit kollektiver Identität verbundenen Ein- und Ausschließungsprozesse mit der Identitäts-Orientierung der Bewegungen verknüpft ist.

Sebastian Haunss ist Senior Researcher am Sonderforschungsbreich 597 – Staatlichkeit im Wandel. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Wissensgesellschaft, Diskursanalyse, Netzwerkanalyse und sozialer Bewegungen.

Haunss, Sebastian (2004): Identität in Bewegung. Prozesse kollektiver Identität bei den Autonomen und in der Schwulenbewegung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

Haunss, Sebastian (2011): “Kollektive Identität, soziale Bewegungen und Szenen”. Forschungsjournal Soziale Bewegungen 24(4), S. 41–53

Haunss, Sebastian (2013): Conflicts in the Knowledge Society. The Contentious Politics of Intellectual Property. Cambridge: Cambridge University Press