Archiv für Januar 2014

lt. dan. mila stern. lowskii. michael night.

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Samstag | 1. Februar | 23.00 Uhr | Charles Bronson | Berlinerstr. 242 | Halle

Radio Tel Aviv // Lt. Dan / Mila Stern / Lowskii / Michael Night

Mit LT. DAN kommt ein ganz besonderes Israelisches Schmankerl in des Bronsons kleinen Piratensender.

Der Gute aus Tel Aviv ist gerade auf Europatour und macht zwischen Wien, Berlin und Antwerpen mal eben Stop in Halle und gibt uns ein kleines Medienkompetenztraining. Um die Vortragsreihe zum Thema „Umgang mit Sendelöchern und explizite Vermeidung von Stille“ perfekt zu machen, holt sich Dan auch gleich mal seine Halleconnection mit ins Boot. Mit MILA STERN und LOWSKII dürfte die Radiogruppe ‚Rundfunk‘ perfekt sein. Ergänzt wird die ganze Weiterbildung durch unseren Vorzeigepädagogen Michael Night, der im Gasthaus eine kleine Fallstudie, zum Einwirken von elektronisch verbreiteten Rhythmusmustern und zeigleichem Flüssigkeitskonsum auf kurzeitig entstehende interpersonelle Bindungen, präsentiert!

Also stell mal die Welle ein: 242, empfangbar in der Berliner Straße, Samstag ab 23 Uhr.

https://soundcloud.com/drift-ashore/lt-dan-ashorecast-7

lesung aus semiya simseks “schmerzliche heimat. deutschland und der mord an meinem vater“

Samstag | 1. Februar | 16 Uhr | Meuterei (Zollschuppenstraße 1) | Leipzig

Lesung aus Semiya Simseks “Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater“

Am 9. September 2000 brach für Semiya Simsek eine Welt zusammen: ihr Vater, Enver Simsek, wurde erschossen. Zu diesem Zeitpunkt war sie vierzehn Jahre alt. Über eine lange Zeit wurden sie und ihre Familie von den Ermittlungsbehörden verdächtigt, bedrängt und ausspioniert. «Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein», sagt Semiya Simsek. Sie erzählt ihre bewegende Geschichte: die einer jungen Frau und ihrer Familie, deren Leben durch einen Terrorakt zerstört, durch Vorurteile weiter zerrüttet wurde und die dennoch stark blieb. In dem Buch schildert sie die Hintergründe des Verbrechens, der Ermittlungspannen und -irrwege. Eine Darstellung über einen der größten politischen Skandale der letzten Jahrzehnte und das aufwühlende Schicksal einer Familie.
Da Semiya Simsek in der Türkei lebt, werden wir selbst aus dem Buch vorlesen.

gattaca. remek. tall as trees.

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Freitag | 31. Januar | 21:00 | Atari | Kippenberger Str. 20 | Leipzig

GATTACA
melancholic crust
http://gattaca.bandcamp.com/

REMEK
90s-lastiger screamo mit crust’iger emokante
http://remekdiy.bandcamp.com/

TALL AS TREES // very first show!
brandneue combo aus berlin

zaar. the zygoma disposal. abrakadabra.

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Freitag | 31. Januar 2014 | 21.00 Uhr | Reil 78 | Halle/Saale

ZAAR | THE ZYGOMA DISPOSAL | ABRAKADABRA

au ha. das wird L Ä R M, wer diesem Meisterwerk an K R A C H seine Ohren leiht wird nicht enttäuscht – es offenbart sich ein ästhetisch durchgespieltes Wüstikum, das dem überranten Detailverliebten ein Jauchzen hervor lockt.

ZAAR (math/punk/chaos/grind/noise – bln)

::: http://zaar.bandcamp.com/

THE ZYGOMA DISPOSAL (math/grind/experimental/core – ghent/be)

::: http://thezygomadisposal.bandcamp.com/

ABRAKADABRA (math/rock – bln)

::: http://abrakadabra.bandcamp.com/

wir freuen uns auf euch.

hunderte solcher helden. der aufstand jüdischer gefangener im ns-vernichtungslager sobibór.

Freitag | 31. Januar 2014 | 19:00 h | Meuterei | Zollschuppenstr. 1 | Leipzig

Hunderte solcher Helden – Der Aufstand jüdischer Gefangener im NS-Vernichtungslager Sobibór

Buchvorstellung und Diskussion

In Sobibór wurden zwischen 1942 und 1943 etwa 170.000 Menschen ermordet, in der überwältigenden Mehrheit europäische Juden, vorallem aus Polen, Holland, Belarus, Russland, der Ukraine und der Slowakei. Sobibór war ein reines Vernichtungslager, die Menschen wurden nach ihrer Ankunft direkt in die Gaskammer geführt. Lediglich 550-600 Juden wurden für Arbeiten im Lager und rund um den Vernichtungsvorgang selektiert. Die Berliner Historikerin Franziska Bruder geht in ihrem Buch der Frage nach, wer die Akteure des Aufstandes waren und dokumentiert Überlebensberichte von Beteiligten. An diesem Abend wird aus den Berichten zentraler Akteure des Aufstands gelesen und Interviewsequenzen von Claude Lanzmann mit Jehuda Lerner, vom dem ebenfalls ein Bericht im Buch ist, gezeigt. Dabei spielt neben dem Organisieren des Aufstands ihre Geschichte vor und auch nach dem Krieg eine Rolle, beispielsweise ihre Aussagen in Kriegsverbrecherprozessen in der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland.

lucky dragons. outer space.

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Do | 30. Januar | 21:00 Uhr | Baustelle | Schauspiel Leipzig

Lucky Dragons & Outer Space

Lucky Dragons, bestehend aus Sarah Rara und Luke Fishbeck, bewegen sich mit ihren Musikentwürfen abseits gängiger Songstrukturen. Zwischen Galerie, Performance und Konzert gelingt es ihnen, faszinierende Klangkulissen mit ungewöhnlichen Ansätzen in einem Spannungsbogen zwischen Minimal Music und Improvisation zu erschaffen.

Outer Space ist das neue Projekt von Ex-Emeralds John Elliott. Dieser gründete mit Editions Mego-Betreiber Peter Rehberg das neue Label „Spectrum Spools“ mit der Intention, zeitgenössischen wie vergessenen Elektronika-Pionieren eine neue Plattform zu geben. Outer Space verarbeiten Einflüsse von Synthie-Pionieren wie Nic Pascal, Klaus Schulze oder Laurie Spiegel zu Sounds, die weit über gängige Kosmische Musik/Krautelektronik hinausgehen.

::: luckydragons.bandcamp.com

::: soundcloud.com/outerspacesynthesis

ästhetik und utopie. zum verhältnis von kunst und gesellschaft.

Donnerstag | 30. Januar | 20:00 Uhr | VL Ludwigstrasse | Halle

Ästhetik und Utopie – Zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft

Gespräch mit Levin Gonsior (Halle)

Das, was wir heute als Kunst bezeichnen, hat seinen Ursprung in gesellschaftlichem Denken und radikal subjektivem, ästhetischem Handeln. Seitdem der Mensch sich selbst als Teil eines übergeordneten Zusammenhangs, als Teil der Gesellschaft begreift, also seit er denkt, seitdem macht er Kunst.

Ursprünglich war Kunst eine Kulthandlung, die mannigfaltig verschiedene Formen annehmen konnte. Später schränkte sich ihr Begriff immer mehr ein. Aus kultischen Handlungen, wie Tanz, Musik, Rhetorik, Architektur usw. wurde hohes künstlerisches Handwerk bis sich schließlich in der Aufklärung die verschiedenen Künste sowie Kunsthandwerke zu einer einzigen Kunst, zu der „schönen Kunst“, bestehend aus darstellender Kunst, Musik, Literatur und bildender Kunst, formiert haben.

Die philosophische Schule des deutschen Idealismus hat als Zeitgenosse der Aufklärung einen Kunstbegriff unterm Siegel der Romantik, der Inthronierung des Menschen als Herrscher über die Natur, unmittelbar legitimiert und verallgemeinern können. Die Unterscheidung zwischen bestimmter und unbestimmter Erfahrung wurde in Poesie aufgelöst und somit ein Bezug auf bloß persönlichen Geschmack in kunstbegriffliche Kategorien eingeführt. Ein wesentliches Element der Ästhetik, nämlich die Möglichkeit der Erfahrung von Utopie, eine Zugangsweise unreglementierter Erfahrung der Gesellschaft, wurde damit dem bürgerlichen Geist überantwortet und am Kunstwerk selbst unterdrückt.

[domino vorträge]

wer sind ‚wir‘ kritiker_innen des subjekts – und was können ‚wir‘ wollen?

Donnerstag | 30. Januar 2014 | 19 Uhr | Audimax | Hörsaal XXII | Universität Halle

Wer sind ‚wir‘ Kritiker_innen des Subjekts – und was können ‚wir‘ wollen?

Hanna Meißner (ZIFG, Berlin)

Das autonome, vernunftbegabte, selbst-identische Subjekt, das als Garant von Erkenntnis fungiert und selbstbestimmt über sein Handeln verfügt, befindet sich in einer anhaltenden Krise. Nicht zuletzt von feministischer (und) poststrukturalistischer Seite wurde dieser emphatische Subjektbegriff in Frage gestellt und als euro- und ethnozentrisches Phantasma kritisiert.
Was bedeutet aber eine solche Subjektkritik? Zielt sie darauf, dass es ein autonomes Subjekt nie gegeben hat? War es ein Irrtum oder eine ideologische Verblendung? Oder geht es darum, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse derart verändert haben, dass es nun (in der ‚Postmoderne’) kein autonomes Subjekt mehr gibt?
Und welche Konsequenzen hat die fundamentale Infragestellung des autonomen Subjekts für (queere) Politik?
Wie lassen sich Kritik- und Handlungsfähigkeit, wie lässt sich Verantwortung denken, ohne dass ein vorgängiges, intentionales Subjekt vorausgesetzt wird? Wer kritisiert dieses Subjekt eigentlich überhaupt – und von welcher Position aus?
Um diese Fragenkomplexe anzugehen, erscheint es sinnvoll, Judith Butlers Hinweis aufzunehmen, dass etwas (fundamental) in Frage zu stellen nicht heißen muss es als Irrtum oder als unwirklich zu verwerfen: Das (autonome) Subjekt ist zugleich phantasmatische Gestalt und wirkmächtige Realität.
Anhand der Arbeiten von Butler, Foucault und Marx werden zunächst die Bedingungen einer historischen Konstellation skizziert und in der Autonomie (als Verleugnung fundamentaler Abhängigkeiten) eine Bedingung subjektiver Handlungsfähigkeit dargestellt. Anschließend soll darauf eingegangen werden, inwiefern eine Kritik, die an der Gewaltsamkeit dieser Verleugnung ansetzt, eine immanente Kritik ist; eine Kritik, die konstitutiv in die Bedingungen verhaftet ist, gegen die sie sich richtet.
Gayatri Spivak und Donna Haraway aufgreifend ließe sich sagen, dass die Figur des Subjekts etwas ist, was ‚wir’ nicht begehren können – und dennoch kritisieren müssen.

Hanna Meißner ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiter_in am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der TU Berlin. Sie hat an der FU Berlin Soziologie, Politikwissenschaften, Psychologie und Niederlandistik studiert und wurde an der HU Berlin promoviert.

Meißner, Hanna (2012): Jenseits des autonomen Subjekts. Zur gesellschaftlichen Konstitution von Handlungsfähigkeit im Anschluss an Butler, Foucault und Marx. Bielefeld: transcript

Meißner, Hanna (2012): Butler: Grundwissen Philosophie. Stuttgart: Reclam

Bath, Corinna/Meißner, Hanna/Trinkaus, Stephan und Völker, Susanne (2013): Geschlechter Interferenzen: Wissensformen – Subjektivierungsweisen – Materialisierungen. Münster: LIT

[queer einsteigen]

illustration sonore. codes. merci la nuit.

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mittwoch | 29. januar | 22:00 uhr | zxrx | leipzig

I/S – ILLUSTRATION SONORE (Paris, Medical Records)
http://medicalrecords.bandcamp.com/album/undisciplined-strips-of-emotions-mr-027

:CODES (Bruxelles, Falco Invernale Records)
www.soundcloud.com/codes-4

MERCI LA NUIT (Paris, Spielzeug Muzak)
www.mercilanuit.bandcamp.com

Als Trio-Tournee unterwegs suchen uns drei der umtriebigsten Projekte des frankophonen Minimal/Synth/Cold-Wave-Untergrunds heim. D.h. Synthesizer, Drummaschinen, verhallter Gesang noch und nöcher. Die drei acts pendeln dabei zielsicher zwischen analogem Elektronik-Geblubber, Outerspacemelodien, Klick-Klack-Beats und Dancefloortauglichkeit. Hier kommen Fans von 80er Klassikern wie den frühen HUMAN LEAGUE, SNOWY RED & ABSOLUTE BODY CONTROL ebenso auf ihre Kosten, wie jene, die aktuellen Projekten wie LIGHT ASYLUM, TROPIC OF CANCER oder ZOLA JESUS verfallen sind.

No future forever!

kürzungen durch senat verhindern.

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Mittwoch | 29. Januar | 14:00 | Hallischer Saal | „Tulpe“ | Uniring | Halle

Am Mittwoch um 14.00 Uhr tagt der Senat der Universität, auf der Tagesordnung steht ein vom Rektorat entworfener Haushaltsplan, der drastische Kürzungen vorsieht. Es ist unklar, wieso diese Kürzungen vorgenommen werden sollen, der einzige erkennbare Grund ist vorauseilender Gehorsam, um dem Land gegenüber „Sparwillen“ zu beweisen.
Alle Studierenden, die nicht einfach die Verschlechterung der Studien- und Arbeitsbedingungen von Studierenden und Mitarbeitern der Universität in den Instituten und Bibliotheken hinnehmen wollen, sind aufgerufen, zur Diskussion und folgenden Abstimmung zu kommen – es wäre übel, wenn eine positive Verabschiedung des Haushalts zustande kommt.

Aufgrund der professoralen Mehrheit im Senat ist es unser gutes Recht, vor Ort lautstark verbal und anderweitig den Haushaltsplan und die Diskussion zu kommentieren und uns gegen eine positive Verabschiedung des von Studierenden- und Mitarbeitervertretern einstimmig abgelehnten Haushalts zu wehren. Die Sitzung ist offen für die Universitätsöffentlichkeit, also alle Studierenden und Mitarbeiter.
Hier ein paar Infos zum Haushaltsentwurf: http://docdroid.net/8kh5