“mein pop, dein pop.” zur bedeutung der kritik der kulturindustrie für das verständnis von pop und politik.

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Sonnabend | 14. Dezember | 19:00 Uhr | M54 | AJZ Chemnitz | Chemnitztalstraße 54 | Chemnitz

Play with Fire II. Veranstaltungreihe zu Pop und Politik

Im Rahmen der Reihe „Play with Fire II. Reihe zu Pop und Politik“ steht die letzte Veranstaltung an. Mit der Diskussion zur Bedeutung der Kul­tur­in­dus­trie­the­sen und der bisher aufgeworfenen Themen (Ist amerikanischer Black Metal cool? Wie verkauft sich Religion? Sind wir alle Hipster? u.a.) hoffen wir, gegen den üblichen „Um­stand, Kul­tur ohne ihr Ver­hält­nis zur ge­sell­schaft­li­chen, ka­pi­ta­lis­ti­schen Rea­li­tät zu ver­han­deln“, ein paar Punkte zu machen.

“Mein Pop, Dein Pop.” zur Bedeutung der Kritik der Kulturindustrie für das Verständnis von Pop und Politik

Vortrag und Diskussion mit Sebastian Levin und Christian Kohn

Wenn nichts geht, eines geht immer: das Gespräch über Film, Musik, Theater, über bildende Kunst oder Mode als heiterer Austausch gewiss vorhandener Meinungen. Der Kulturkonservative bemängelt dann den Schund moderner Unterhaltungskultur – wer besuche heutzutage schon noch die Oper? Sein Gegenüber jedenfalls nicht, er dünkt sich kritisch und meint, dass der Rundfunk und der Tonträgerhandel von Schlechtigkeiten des »angloamerikanischen Kulturimperialismus« überschwemmt wird, der in Tokio Hotel und Scooter seine deutschen Abziehbilder fände. Und dann gibt es wieder welche, die sich mit kleinen Bands, kleinen Labels und kleinen Läden seit Jahrzehnten die »unkommerzielle«, bessere Gegenwelt zum sogenannten Mainstream basteln. Mit einer alternativen Kultur würde man unmittelbar den Hebel an die abschaffenswerte Gesellschaft legen – eine Position, die sich für Kultur als linker Praxis in den Ring begibt. Den Kulturkonservativen, wie den Poplinken – auch wenn sie sich in Wirklichkeit nicht immer klar scheiden lassen – eint meist der Umstand, Kultur ohne ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen, kapitalistischen Realität zu verhandeln. Demgegenüber wäre an die Aktualität der Kulturindustriethesen von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno zu erinnern, was der Vortrag gerne tun möchte.

Sebastian Levin und Christian Kohn schreiben für das Beatpunk Webzine (www. beatpunk.org)