von der menschwerdung der frau. zur entwicklung des frauenbildes und der frauenbewegung.

Donnerstag | 5. Dezember | 19:00 Uhr | Hörsaalgebäude der Universität Leipzig | Hörsaal 1

Von der Menschwerdung der Frau – Zur Entwicklung des Frauenbildes und der Frauenbewegung

Sabrina Zachanassian

Ein Großteil der Bevölkerung hält den Emanzipationsprozess der Frauen in der westlichen Welt im Großen und Ganzen für abgeschlossen. Gerade die 68er-Bewegung wird hierfür häufig als Stein des Anstoßes verstanden. Es ist jedoch fraglich, ob die 68er-Frauen tatsächlich stärker beispielsweise an den politischen Aktionen teilhatten und ob das Konzept der freien Liebe sich nicht eher am Interesse der männlichen „Revolutionäre“ orientierte. Slogans wie: „Wer zweimal mit der Selben pennt, gehört schon zum Establishment“ stimmen doch da sehr nachdenklich. Neben der Betrachtung dieser feministischen Gehversuche, die zur zweiten Frauenbewegung führten soll untersucht werden, wie sich der weibliche Emanzipationsprozess und das Frauenbild über die Jahrhunderte hinweg gewandelt hat – von vorchristlichen Zeiten bis hin zu der modernen, emanzipierten aber auch vierfach belasteten Frau, die sowohl die weiblich konnotierten wie die männlichen Aufgaben in sich vereint. Diese verschiedenen Identitäten, die besonders die Frauen verinnerlicht haben werden durch den gegenwärtigen Feminismus und der Queer-Bewegung oft als viele, nebeneinanderstehende Differenzen positiviert. Ist diese Bewertung aber nicht lediglich ein Zugeständnis an die Anforderungen der gegenwärtigen gesellschafts-ökonomischen Verhältnisse? Haben sich die Frauen wirklich befreit? Oder folgten sie nur immer wieder gehorsam den gesellschaftlichen Notwendigkeiten? Sind die Frauen am Ende gar die modernen Männer?