bohren & der club of gore. ruins.

So | 06. Oktober | 19:30 | Große Bühne | Centraltheater | Schauspiel | Leipzig

Bohren & der Club of Gore // Ruin

Bohren & Der Club of Gore
Mit einer eleganten Fahrt durch sphärische Kosmen eröffnen Bohren & der Club Of Gore die Konzertreihe der Spielzeit. Bedrohlich und geheimnisvoll: Ein schwarzer Samtvorhang zieht auf für albtraumhaft-düstere Klangwelten. Auch im 25. Jahr ihres Bestehens generiert die Band herausragend relevante Musik. Filmische Zeitlupenszenarien, in denen seelische Abgründe wie auch Sinnlichkeiten musikalisch vertont werden. Faszinierend, wie sich hier unterschiedlichste Assoziationsmuster von diesem Klangentwurf ableiten lassen: morbide Beklemmungen etwa oder ein gespiegelter Komazustand, in dem geneigte RezipientInnen durch einen Weltenstillstand zu wandeln scheinen, oder auch das Gefühl von Treseneinsamkeit, der persönliche Film-Noir-Auftritt bis hin zu meditativ-befreiender Klarheit – die Interpretationsschattierungen sind manigfaltig.
Bohren & der Club Of Gore verhandeln tiefe Stimmungen in kultivierter Langsamkeit. Das Schlagzeug setzt Akzente, keine Rhythmen, oszilierende Orgelflächen schweben, ein Bass, herabgestimmt in die Unkenntlichkeit, aber mit steter Präsenz, wie aus dem Nichts eine unwiderstehliche Saxophonfigur als singulärer Zeuge. Tonal erhabene Sakralität, die durch Klangtupfer in nihilistische Endzeitbilder kippen kann.

Ruin
Durch das Projekt „Ruin“ verklanglicht der Künstler Martin Eder den sinister-süßen Kosmos seiner Bilder und Skulpturen. Mal als Trio, mal mit Streicherensemble oder mit Einstürzende Neubauten Gitarrist Jochen Arbeit auftretend, gelingt es Ruin zwischen musikalischen Extremen wie Industrial, Doom und Black Metal über Soundtrackästhetik, Neue Musik bis hin zu klassischen Elementen einen sehr eigenen Raum zu erschaffen in dem sich Genreschranken auflösen.
Unheilvolle Ambientflächen werden von feinen Klangspuren verziert um sich dann dumpf, rhythmisiert in tosenden Brachialausbrüchen zu verlieren die in vermeintlicher erlösender Stille abebben. Endzeit trifft auf Pathos – „Ruin“ bebildern dies bei Konzerten mit dystopisch anmutenden Kostümen und einer Sci-Fi Lasershow.

[schauspiel leipzig]