Archiv für Oktober 2013

subkulturelle farbenlehre: die grauzone. rechte lebenswelten in punk, oi und deutschrock.

Do | 31. Oktober | 20:00 | Reil78 | Halle

AUS DER REIHE: „ZUM GLÜCK GIBT ES PUNK?! – AMBIVALENZEN EINER SUBKULTUR“

Subkulturelle Farbenlehre: Die Grauzone – Rechte Lebenswelten in Punk, OI und Deutschrock
Michael Weiss (Apabiz Berlin)

Immerhin: „Gegen Nazis“ sind viele, die sich in Subkulturen oder in der Populärkultur bewegen: Frei.wild-Fans auf der Fußball-Fanmeile oder auch OI-AnhängerInnen, die die Politik sowieso ablehnen. Doch jenseits der White-Power-Rockmusik etablieren sich rechte Lebenswelten, für die die Kategorie „Nazis“ genauso wenig zutrifft wie das Label „unpolitisch“. Sie sind irgendwo dazwischen, in der Grauzone. Diese Grauzone reicht weit hinein in „alternative“ Szenen und bedeutet einen zunehmenden Raumverlust für linke, emanzipatorische Ideen.

Die Veranstaltung wird den folgenden Fragen nachgehen: Wo beginnt die Grauzone, wo hört sie auf? Wieso erlebt sie heute Dynamik? Und was sind eigentliche „rechte Lebenswelten“? Entsprechende Strömungen in Punk und OI sind ebenso Thema wie die Popkultur von Böhse Onkelz und Frei.wild.

Zum Einen wird anhand von Beispielen aufgezeigt, wie eng manch „unpolitische“ KünstlerInnen aus der Grauzone mit extrem rechten Milieus verwoben sind. Zum Anderen gibt es unappetitliche Einblicke in reaktionäre Männerwelten, spießbürgerliche Rebellionsfantasien und in Wertebilder, die auf Ballermann-Partys und in Bildungszeitungs-Leserbriefen wahrlich besser aufgehoben wären als in links codierten Szenen.

Der Referent ist alternder Punkrocker und bietet eine differenzierte, aber bestimmt keine objektive Sicht der Dinge.

DIE REIHE „ZUM GLÜCK GIBT ES PUNK?! – AMBIVALENZEN EINER SUBKULTUR“

Eigentlich finden wir Punk ja voll knorke. Eigentlich. Immerhin hat Punk uns mal eine Möglichkeit gegeben unsere gefühlte Entfremdung von der Gesellschaft, unsere Unzufriedenheit und unseren Hass zu artikulieren. Als Jugendliche_r auf dem Dorf umgeben von Spießern oder im Nazikiez – mit Punk wussten wir, wir stehen auf der richtigen Seite. Aber stehen wir da wirklich so gut? Je genauer wir hinschauen, desto deutlicher werden uns Phänomene, die wir zwar scheiße finden, die aber trotzdem unter dem Label „Punk“ laufen. Woher kommt das? Hat das was mit uns zu tun? Und welche Erfahrungen haben andere gemacht? In der Reihe „Zum Glück gibt es Punk?! – Ambivalenzen einer Subkultur“ wird es um Sexismus, Machomentalität, Grau- und Braunzone, elitäres Gehabe und rebellische Attitüde ohne Substanz gehen. Es wird aber auch um Empowerment, Zusammenhalt, Politisierung und dem In-Frage-stellen von „Normalität“ gehen.

Alle Veranstaltungen:

31.10. Subkulturelle Farbenlehre: Die Grauzone – Rechte Lebenswelten in Punk, OI und DeutschrockApabiz Berlin

07.11. Zum Glück gab es PunkUte Wieners

14.11. Punk in der DDRTorsten Hahnel

28.11. Einmal Frauenpunk und zurück. Über ein unerforschtes
Phänomen und was davon übrigblieb
Claudia Oltmanns

16.01.14 Noize, booze and revolution: Geschlechterverhältnisse in der DIY-PunkszeneHans Berner

from halle with love. casila. dejot funkowski. reh & wind. electric weed crew.

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Mittwoch | 30. Oktober | 23:00 | Charles Bronson | Berlinerstr. 242 | Halle

Halle/Saale. Kleingroßstadt mit viel Kultur. Theater hier und Oper dort. Händel und noch mehr Musik. Gute Musik. Mal Laut & mal leise. Vor allem Kunterbunt. Immer!

Frischluft auf der sattgrünen Peißnitz schnappen. Energie beim Spazieren am Wasser tanken & an Meer denken. Freuen. Den Zähnen auch mal Sonne gönnen können und lächeln. Schlendern — auch bei einer Husche. Schöne Ecken entdecken und sich in kleingroße Details verlieben. Sie mit Freunden teilen und nie mehr weg wollen. Musik aus Halle hören. Grinsen.

Weggehen. Allein oder zu zwanzigst. Am Einlass drängeln. Erster! Schnell rein und nix verpassen wollen. Getränk holen — Club Mate oder Wasser. Die Tanzfläche stürmen. Augen zu. Ohren auf — besser sehen können. Gänsehaut am großen Zeh. Mitwippen. Tanzen. Allein oder zu zwanzigst. Egal! Schöne Musik! Die schönste am Abend in der ganzen Stadt. Halle, mein Saalestädtchen. Was Du so alles kannst. Ich mag Dich!

Casila, Dejot Funkowski, Reh & Wind, Electric Weed Crew — am 30. Oktober 2013 ab 23 Uhr im Charles Bronson. Vorfeiertagsause. Zum verlieben. From Halle With Love!

______________♥ Tanzstube ♥______________

Casila (DiskoBabel • Berlin/Halle)
https://soundcloud.com/mila-stern
https://soundcloud.com/casimirvonoettingen

Dejot Funkowski (Chaise • Halle)
https://soundcloud.com/funkowski

Reh&Wind (From Halle With Love • Halle)
https://soundcloud.com/paulrewind

______________♥ Jagdzimmer ♥______________

Electric Weed Crew (EWC • Halle)
https://soundcloud.com/electric-weed-crew

________________♥ Freisitz ♥_________________

Ihr. Wenn das Wetter mitspielt!

reverend shine snake oil co. the golden schmucks.

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Mittwoch | 30. Oktober | 22:00 | Hühnermanhattan | Hordorferstraße 4 | Halle

presented by omni

we fucking cool `bout ourselves to be part in this evening friends. the danish band reverend shine snake oil co. aiming halle for the second time and we asure you, they know their business. a lot of rumbling blooze and rhythm! also great – johann von cargo will give his stand up debut that night, don`t miss it, he might make a crack about you!

jerusalem in my heart.

Mi | 30 | 21 Uhr | UT Connewitz | Leipzig
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JERUSALEM IN MY HEART (can// constellation) // The Great Park (gb// woodland )

Acht Jahre haben Jerusalem In My Heart die Veröffentlichung ihrer Debütplatte hinausgezögert. Das mag an der äußerst wandlungsfähigen Besetzung des Multimedia-Projekts um Radwan Ghazi Moumnehs liegen. Der spielte mal solo, dann wieder in einer Formation aus 35 beteiligten Künstlern.
Wahrscheinlicher aber ist das äußert komplex und vielschichtig angelegte Gesamtkonzept, die Performances, die sich auf Bild- und Tonträger einfach nicht bannen lassen und live ungleich eindringlicher auf den Zuhörer (-seher) wirken als eine Aufnahme. Die aufwendigen Performances arbeiteten dabei an der Schnittstelle von Konzert, theatralischer Darbietung, Lichtinstallationen und Visuals.

Für die aktuelle Tour hat sich der im Libanon geborene und in Quebec lebende Produzent, Sänger und Instrumentalist Moumnehs nun mit dem französischen Musiker Jérémie Reignier zusammengetan. Sie mischen arabische Musik, deren klassischen Gesang und Saiteninstrumente, Buzuk und das celloartige Virginal, mit sphärischen Synthesizerklängen. Die chilenische Regisseurin und Projektionistin Malena Salazar liefert u.a. mit 16mm-Streifen die visuelle Komponente.

» jerusaleminmyheart.com/
» cstrecords.com/jerusalem-in-my-heart/
» www.thegreatpark.co.uk/concertslatest.html

deathrite. six-score. kapytaen. codename:hydra.

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Mittwoch | 21:00 | reil78

Deathrite-micky rouke auf speed :::: deathrite.bandcamp.com
Kapytaen-dark emo-hc. bad kissingen :::: kapytaen.bandcamp.com
Six-Score-grindcore linz :::: six-score-grindcore.bandcamp.com
Codename:Hydra-thrash hc hölle

. 。.☆ simsalabim ☆. 。.

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Mittwoch | 30. Oktober | 21.00 | Plan 3 / La Bim | Töpferplan 3 | Halle

. 。.☆ Unterhaltung mit ☆. 。.

☆ ab 21:30 Uhr
Filmschau Fist of the Crocodile

☆ ab 22 Uhr
Torbias Glufke (Poetry Slam/Halle)

Sascha Reske (Singer Songwriter aus Halle)

Jan Tschatschula w/ Jule&Theresa (Singer-Songwriter mit Cellobegleitung aus Halle)

Die Menopausen Experience Ich-AG (Neo-Schlager aus Berlin/Halle)

. 。.☆ MUSIK VON ☆. 。.

. 。.☆ WOHNSTÜBCHEN☆. 。.

Deep. 。.House. 。.Electro Swing. 。.Minimal. 。.Techno
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SCHEIBE ( Monaberry/Ton liebt Klang Halle)

MATUCZEK w/LIVE SAXOPHON Egon Bosskraft
(Infusion Theatre Potsdam)

ROBERT PETERSEN w/LIVE DRUMS Ed Kinsky
(Infusion Theatre Rostock)

. 。.☆ KABUFF☆. 。.

Reggae. 。.Roots. 。.Dancehall. 。.Dubstep. 。.Drum&Bass
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SPLIT (Electric Weed Crew Halle)

YOU´VE BEEN ASSASENATED (UK)

CURARE (Halle)

foxxes. sending lights. lashdown.

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Mittwoch | 30. Oktober | 20:00 | Kulturcafé Manfreds | Stockartstr. 5 | Leipzig

KIDS IN BEARSUITS SHOWS presents

FOXXES (Hardcore // UK)
www.foxxes.co.uk

SENDING LIGHTS (Melodic Hardcore // DE)
www.sendinglights.bandcamp.com

LASHDOWN (Female Fronted HC // DE)
www.lashdown.bandcamp.com

abfukk. kaput krauts. todeskommando atomsturm. beatpoeten.

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Mittwoch | 30. Oktober | 19:30 | Bermuda3eck | Leipzig | Plagwitz

Presented by: Twisted Chords & „zum goldenen Hirsch Konzerte“

ABFUKK – Punk (Wegberg)

Kaput Krauts – AntiPunk (Berlin)
http://kaputkrauts.bandcamp.com/

Todeskommando Atomsturm – Punk/Hardcore (München)
http://todeskommando.bandcamp.com/

Beatpoeten
– Elektro-Punk/Spoken Word (Hannover/Leipzig)

Lesung:
Beatpoten – „Popper lesen Punk“ (vor dem Konzert)

After-Show-Disco:
Punk // 80’s Wave/Pop // Trash

antisemitismus heute. wie judenfeindlich ist deutschland?

Antisemitismus heute – wie judenfeindlich ist Deutschland?

„Es gibt inzwischen No-Go-Areas für Juden“, sagt der Berliner Rabbiner Daniel Alter über seine Stadt. Das seien zum Beispiel Teile von Wedding und Neukölln mit einem hohen Anteil arabischer und türkischer Migranten. Er selbst ist vor einem Jahr von arabischen Jugendlichen auf offener Straße brutal angegriffen und verletzt worden.

Am 9. November 2013 jährt sich die Reichspogromnacht zum 75. Mal: der unheilvolle Auftakt zum Massenmord an europäischen Juden. Wie sieht es heute aus mit der Judenfeindlichkeit in Deutschland? Um diese Frage zu beantworten, begeben sich drei Autoren auf eine Reise durch Deutschland. Sie beleuchten Hintergründe und Motivationen judenfeindlicher Gesinnungen in ganz unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft.

Ahmad Mansour erforscht die Verbreitung des muslimischen Antisemitismus. Mansour, arabischer Israeli, lebt seit neun Jahren in Deutschland. Mit seiner islamistischen Vergangenheit, die von vehementem Antisemitismus geprägt war, hat er lange abgeschlossen. In Gesprächen mit Jugendlichen heute stellt sich heraus, dass in vielen muslimischen Familien bis heute Judenhass vorgelebt wird – häufig gestützt von arabischen Fernsehsendern, die ihre antisemitischen Kampagnen weltweit verbreiten.

„Traue mich schon lange nicht mehr mit Kippa auf die Straße“

Jo Goll, TV-Journalist und Experte für Rechtsextremismus, nimmt das rechtsnationale Lager in den Fokus. „Die Juden sind einfach an allem schuld“, tönt es aus diesen Kreisen. Goll spricht mit Aussteigern aus der rechten Szene und besucht ein koscheres Lokal in Chemnitz, dessen Besitzer von massiven Übergriffen berichtet.

Das Gleiche gilt auch für die Jüdische Gemeinde in Dessau, deren Vorsitzender Alexander Wassermann ist: „Ich traue mich schon lange nicht mehr mit Kippa auf die Straße. Das ist in Dessau einfach zu gefährlich.“

100.000 Mails, Leserbriefe und Texte ausgewertet

Dokumentarfilmerin Kirsten Esch will wissen, wie viel Antisemitismus in der „Mitte der Gesellschaft“ zu finden ist. Sie spricht mit Experten und mit Menschen auf der Straße und trifft unter anderem eine Linguistin, die über 100.000 E-Mails, Leserbriefe und Texte aus dem Internet mit antisemitischen Inhalten und anti-jüdischen Klischees untersucht hat.

Professor Monika Schwarz-Friesel kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit der Verfasser keinem extremen Lager angehört, sondern in der „Mitte der Gesellschaft“ zu finden ist.

Der Bielefelder Professor Andreas Zick, der sich selbst „Vorurteilsforscher“ nennt, warnt: „Antisemitismus, auch wenn er nur latent ist, bleibt immer Wegbereiter vom Wort zur Tat.“

Ein Film von Kirsten Esch, Jo Goll und Ahmad Mansour

[in der mediathek]

kunst, spektakel und revolution. dun­kel­heit und schwarz in der kul­tur.

Programm 2013/14: »Dun­kel­heit und Schwarz in der Kul­tur«

Von der Grund­far­be Schwarz
Ne­ga­ti­ve Äs­the­tik oder ver­hüll­te Uto­pie in der Kunst­theo­rie Ador­nos
Ni­ko­lai Ber­sa­rin • Do 07.​11.​2013 • 20:00 Uhr • ACC Weimar

Last Exit: De­pres­si­on?
Ein Ver­such über De­pres­si­on und ihre ge­sell­schaft­li­che Funk­ti­on zu spre­chen
Ka­tha­ri­na Zim­mer­hackl • Do 14.​11.​2013 • 20:00 Uhr • ACC Weimar

Die enig­ma­ti­sche Spra­che der Kunst

Be­cketts Roman ›Der Na­men­lo­se‹ mit Ador­no ge­le­sen
Mar­tin Krem­pel • Do 12.​12.​2013 • 20:00 Uhr • ACC Weimar

Schwar­zer Durch­blick
Über Seng­hor und Sou­la­ges
Alex­an­der Ema­nu­e­ly • Ter­min in Pla­nung • 20:00 Uhr • ACC Weimar

To­des­be­ja­hung und Schwarz

in der Äs­the­tik des Fa­schis­mus
Lars Quad­fa­sel • Ter­min in Pla­nung • 20:00 Uhr • ACC Weimar

Dun­kel­heit und Wahn
bei An­to­nin Ar­taud
Lukas Hol­feld • Ter­min in Pla­nung • 20:00 Uhr • ACC Weimar

[http://spektakel.blogsport.de]