wochenendseminar zur ästhetischen theorie adornos.

5. Juli 2013 | 18 Uhr bis 7. Juli 2013 |18 Uhr | Filler | Schillerstr. 44 | Erfurt

„Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen“

Seminar zur Ästhetischen Theorie Adornos.

„Zur Selbstverständlichkeit wurde, daß nichts, was die Kunst betrifft, mehr selbstverständlich ist, weder in ihr noch in ihrem Verhältnis zum Ganzen, nicht einmal ihr Existenzrecht.”
Diese Diagnose stellt Adorno vor dem Hintergrund der leidvollen Erfahrung der Shoa und der zunehmenden technischen Verwaltung der Welt zu Beginn seiner posthum veröffentlichten und bis dato nicht vollendeten Ästhetischen Theorie. Die zunehmend alle Lebensbereiche durchdringende Kulturindustrie löst den Widerspruch zwischen Autonomie und Heteronomie, der in den Kunstwerken seit ihrer Herstellung für einen anonymen Markt angelegt war, nach der Seite der Heteronomie auf. So schreibt Adorno in seinem Résümé über Kulturindustire: „Geistige Gebilde kulturindustriellen Stils sind nicht länger auch Waren, sondern sind es durch und durch.“ Der Anspruch Adornos in der Ästhetischen Theorie an die Kunst ist mitnichten die Ausarbeitung einer Systematik der Philosophie der Kunst. Vielmehr hätte Kunst die Aufgabe einen Beitrag hinsichtlich der Humanisierung der Welt zu leisten, für den die Bewahrung ihrer Autonomie, also ihre Distanz zu der Gesellschaft, unabdingbare Voraussetzung wäre. Demnach soll in der Kunst, die ihre Autonomie gegenüber der Kulturindustrie, sprich: gegen ihr vollkommenes zur Ware werden behauptet, ein Leiden an den gesellschaftlichen Verhältnissen zum Ausdruck gebracht werden. Kunst wäre folglich „mehr als subjektives Erlebnis: sie ist Durchbruch von Objektivität im subjektiven Bewußtsein.“

Im Wochenendseminar wollen wir uns – auf der Grundlage der gemeinsamen Lektüre einiger Passagen aus der Ästhetischen Theorie – den in der Beschreibung angerissenen Problemstellungen nähern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch bitten wir darum, den bereitgestellten Reader mit weiterführender Literatur im Vorfeld zur Kenntnis zu nehmen.

[falken erfurt]