wir werden gelebt. die bedeutung der freud’schen trieblehre für eine materialistische gesellschaftskritik.

Freitag | 14. Juni | 18.30 | HU | Dorotheenstraße 26 | HS 208 | Berlin

Wir werden gelebt – Die Bedeutung der Freud’schen Trieblehre für eine materialistische Gesellschaftskritik.

Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis

Freuds Psychoanalyse zeigt grundlegende Veränderungen im Individuum in der spätkapitalistischen Gesellschaft auf und durchschlägt diese in kritischer Absicht. Andererseits werden diese Prozesse in Freuds Trieblehre dann auch wiederum naturalisiert. Dies soll im Vortrag anhand der Entwicklung der freudschen Trieblehre nachvollzogen werden. Dabei ist zu erörtern wie Freud zur Annahme eines Todestrieb gelangte. Gerade Freuds Triebkonzept wird häufig vorgeworfen, den Menschen auf ein reines Triebwesen zu reduzieren. Dieser Vorwurf wird dem Begriff des Triebes jedoch nicht gerecht. An diesem lässt sich vielmehr aufzeigen, dass Freud darauf zielt, dass Individuum als gleichzeitig natürliches und gesellschaftliches Wesen zu kennzeichnen. Gerade die Bestrebungen, den Begriff des Triebes zu eliminieren, ist vielmehr bestens dazu geeignet, Freuds Lehre ihrer gesellschaftskritische Intention zu berauben.

Eine Veranstaltung der HUmmel Antifa im Rahmen der Maiwoche 2013 „Die Wahrheit der Übertreibungen – Zum Verhältnis von Psychoanalyse und kritischer Gesellschaftstheorie“.