we are ugly but we have the music.

Mittwoch, 07. Nov, 20:00, Kulturny Dom, Bornaische Str.31, Leipzig

Zonic & Buchhandlung Drift präsentieren:

We are ugly but we have the music – Eine ungewöhnliche Spurensuche in Sachen jüdischer Erfahrung und Subkultur

Eine Buchpräsentation mit Jonas Engelmann (Herausgeber/ Ventil Verlag, Mainz) und Alexander Pehlemann (Zonic) als Audio & Video Show voller Fundstücke und randständiger Einordnungsversuche.

Eine nervöse Unruhe ist die Triebfeder der Popkultur, die Suche nach Neuem, Flucht vor der Gesellschaft, die Ausbildung von Sehnsuchtsorten: San Francisco 1965, New York 1976, London 1977, Detroit 1985. Diese nervöse Unruhe, Heebie-Jeebies, trieb auch die jüdischen Protagonisten der Subkulturen um, das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören, immer gleichzeitig draußen und drinnen zu sein: in der Popkultur wurde dieses Gefühl der Bedrohung produktiv gemacht. »We are ugly but we have the music« begibt sich auf die Suche nach diesen nervösen jüdischen Spuren in den Subkulturen des 20. Jahrhunderts und fragt gleichzeitig nach der Jewishness von Popkultur, um nicht zuletzt zur Antwort auf die Frage beizutragen, was jüdische Identität im Zeitalter der Post-Shoah eigentlich ist.

»There’s nothing kosher about me, but I’m a Jew, fuck you!« – The Long Decline

Mehr zum Buch:

Zwischen Leonard Cohen, der Ende der 1960er in seiner Hommage an das legendäre Chelsea Hotel Janis Joplin „We are ugly but we have the music“ in den Mund legte, und der Suche von DJ Shantel nach den Verbindungen des jüdischen Gangstertums und der Musikgeschichte, wie er sie 2011 auf seiner CD „Kosher Nostra“ präsentiert, liegen etwa vierzig Jahre, in denen jüdische Künstler in die Popkultur eingegriffen haben. Manchmal offen und direkt, oftmals verschlüsselt und verborgen. Diese jüdischen Spuren in der Sub- und Popkultur zu benennen und zu würdigen, haben sich die Herausgeber und AutorInnen angenommen.
Dass schon seit langem Juden an der Popkultur auf all ihren Ebenen beteiligt waren, erstaunt nur auf dem ersten Blick. In der Popkultur geht es neben der Produktion von Lust auch immer um die Bedeutungen, die Menschen und Dingen zugebilligt werden. Minderheiten, die stets durch die Mehrheitsgesellschaft eingeschränkt, entmündigt, bedroht und verfolgt werden, besitzen in der Popkultur einen Raum, in dem sie widerständige Bedeutungen entwickeln und verbreiten können.
Im Buch, das den den Auftakt einer Schriftenreihe zu „Jüdischen Rebellen und subkulturellen Strategien“ darstellt, kommen Journalisten, Wissenschaftler, Musiker und Künstler aus aller Welt zu Wort, die sich mit dem Wechselverhältnis von jüdischer Identität und subkulturellen Strategien beschäftigen. Das Themenspektrum reicht dabei von John Zorns Konzept der „Radical Jewish Culture“ über jüdische Subkulturen Osteuropas und Klezmer-Einflüsse auf den kanadischen Postpunk bis hin zur Geschichte von popkulturellen Gegenkulturen in Israel.
Mit Beiträgen von Avi Pitchon, Caspar Battegay, Alexander Pehlemann, Klaus Walter, Frank Apunkt Schneider, Lea Wohl, Martin Büsser, Doris Akrap u.v.a.