Archiv für September 2011

chaise re-opening.

30.9.2011 Chaise Re-Opening.

Im gr. Floor: Feinesahnefischfilet (ska-punk/Rostock) – live, Butza (Funk-Rock-Jazz/Halle) – live, Funkowski und Sebastian Thieme.
Im kl. Floor: Red Hot Rock *all night long*

purling hiss.

Freitag, 30.September, Frueh Auf, Leipzig

das SchubladenKonsortium laedt ein:

tuer: 22.00 uhr – los 21.00 uhr

Purling Hiss (us/Woodsist-Mexican Summer)

Die Rockgruppe Purling Hiss formierte sich um Birds Of Maya-Gitarristen Mike Polizze und wird nun heute ueber uns kommen um ihrer sehr eigenen Version des Prog-und Psychedelic Rock zu froehnen. Exzessiv zellebriert das Trio aus Philadelphia Riffs fuer die Ewigkeit und laesst diese in alle Ruhe ein einer Tunke aus Garage und Stonereinfluessen ziehen um sie am Ende mit der suessen Verdrogtheit von, sagen wir Jesus & The Mary Chain’schen Aussmassen auf den Grill zu legen.

Rebellion auf Arabisch. Wie weiter mit dem arabischen Frühling?

Samstag · 24. September 2011 · 19Uhr · Weimar · Büro “neue linke” (Jakobstr. 22)

Vortrag und Diskussion über die Hintergründe der Aufstände in der arabischen Welt.

Die Selbstverbrennung des tunesischen Obstverkäufers Mohammed Buazizi im Januar 2011 war das Fanal zu einem, in seinen politischen Konsequenzen bisher beispiellosen Aufstand in der arabischen Welt, diverse Machtwechsel inbegriffen.

Der Vortrag soll zunächst über die sozialen bzw. sozialpolitischen Grundlagen der verschiedenen nationalen Revolten und Revolutionen in den betreffenden Ländern informieren. Auch der bereits wieder aus dem medialen Interesse fallende Krieg in Libyen, sowie die andauernde gewaltsame Unterdrückung der Proteste in Syrien, sollen in der Diskussion angesprochen und eingeschätzt werden. Zu diskutieren sind in diesem Zusammenhang auch Fragen, hinsichtlich des berechtigten oder unterstellten emanzipatorischen Charakters der jeweiligen nationalen Aufstände, der Rolle des politischen Islam und der vermutlichen geopolitischen Neuausrichtungen in der Region

Bernard Schmid, geboren 1971, ist Jurist. Seit 1995 lebt er dauerhaft in Paris und arbeitet für eine NGO zur Rassismusbekämpfung. Als freier Journalist berichtet er unter anderem für die Jungle World und labournet über die Aufstände. Er ist zudem Autor mehrer Bücher, darunter »Algerien – Frontstaat im globalen Krieg?«, »Das koloniale Algerien« und »Der Krieg und die Kritiker«.

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antifa demo leipzig 24. 9. 2011.

antifa demo leipzig 24. 9. 2011

24. September 2011: Bundesweite Antifa-Demonstration gegen das Nazi-Zentrum in Leipzig-Lindenau

13 Uhr am Augustusplatz (Innenstadt, nahe Hbf)

Nazi-Strukturen zerschlagen, linke Politik verteidigen:
Keinen Tag länger das “nationale Zentrum”!

Aufruf der Antifa Klein-Paris (AKP) zur antifaschistischen Demonstration am 24. September 2011

Seit mehr als zwei Jahren gibt es im Leipziger Stadtteil Lindenau ein Nazi-Zentrum, das zum einen als NPD-„Bürgerbüro“, zum anderen als Treffpunkt der „Freien Kräfte“ genutzt wird. Eine Mischung aus NPDlern, „autonomen Nationalisten“, Hooligans und anderen Nazis nutzt die Immobilie in der Odermannstraße zur Vorbereitung von Aktionen, als Schulungsraum und Rückzugsort. Wir sagen: Schluss damit!

Mit der Kampagne „Fence off“, die im Februar gestartet ist, wollen wir zum lautstarken Widerstand aufstacheln, der klar macht: Wir gönnen bekennenden Nationalsozialisten keine Räume und lassen ihrer Propaganda keinen Platz. Mit einer Demonstration soll dieser Standpunkt auf die Straße getragen werden – direkt vor das Nazi-Zentrum. Dessen Schließung ist eines unserer Ziele, das wir vor Ort unterstreichen werden.
Antifaschismus in schlechter Gesellschaft

Zugegeben: Es mutet obskur an, dass mehr als ein Jahrzehnt nach dem „Antifa-Sommer“ der damaligen Bundesregierung noch Antifa-Demonstrationen stattfinden, die ihre Opposition zur Verfasstheit der heutigen Gesellschaft betonen. Das Bezeugen einer Anti-Nazi-Gesinnung ist schließlich ein hegemoniales Anliegen geworden, das von einigen Parteien und Verbänden verfochten und durch die ‚Zivilgesellschaft’ institutionalisiert wird. Ein „autonomer“ oder „revolutionärer Antifaschismus“ wird dadurch obsolet: Er findet sich wieder in derselben Sitzblockade mit Parteivorständen bis hin zum Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages – oder er eilt ihnen durch feuerwehrartigen Aktivismus in radikaler Pose voraus.

Eingestanden außerdem: Linker Antifaschismus beansprucht in weiten Teilen dasselbe wie der staatlich gedeckte Antifaschismus – dieselben Förderprogramme, den trittsicheren Boden des Grundgesetzes für die Legitimierung ‚zivilen Ungehorsams’ und den prinzipiellen politischen ‚Gestaltungswillen’ für die nationale Gemeinschaft; also ein Deutschland ohne Nazis. Das war gewiss schon vor dem „Antifa-Sommer“ so, nur dass es heute – angesichts beispielsweise der Mobilisierungserfolge von Dresden – nicht mehr diskussionswürdig scheint, ob eine in dieser Konstellation betriebene Bündnispolitik überhaupt vernünftig sein kann. Genau diese Frage ist aber politisch entscheidend, denn:

Bei aller Euphorie und dem Drang, jede Niederlage der rechten Szene als antifaschistischen Erfolg auszuweisen, darf nicht vergessen werden, wann und warum sich Ordnungspolitik und deren kommunale AkteurInnen gegen Nazis wenden: dann, wenn sie zum Störfall der öffentlichen Disziplin und zum Ärgernis des staatsbürgerlichen Ordnungsdenkens werden; nicht aber, weil Nazis in den Kategorien von Befehl und Gehorsam denken oder sie prinzipiell verächtlich über Menschen urteilen und ebenso handeln. Denn solche Einstellungen werden in der deutschen Gesellschaft an unzähligen Orten reproduziert, sei es durch rassistische Polizeikontrollen, Pressekampagnen oder durch jenes Alltagshandeln, das Menschen nur als produktive Anhängsel ihrer Arbeit anerkennt oder auf ihre Eignung als untergebene StaatsbürgerInnen reduziert.

Das hegemoniale Vorgehen gegen Nazis ist gerade keine Kritik der nationalsozialistischen Ideologie und weit verbreiteten Denkformen wie Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie, sondern ein staatliches Instrument gegen einen als bedrohlich interpretierten „Extremismus“. Nicht ohne Grund wollen sich das bundesdeutsche Familienministerium und das sächsische Innenministerium von Zivilgesellschafts-Initiativen eidesstattlich versichern lassen, dass sie auf dem Boden der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ stehen und der etatistischen Demokratie-Auffassung des Gewaltmonopolisten zustimmen.
Antifaschismus als Anti-Extremismus

Einerseits ist es offenkundiger Irrsinn, ausgerechnet Initiativen, die sich der Stärkung demokratischer Partizipation verschrieben haben, genau hierfür gesondert unterschreiben zu lassen. Andererseits wird durch diesen autoritären Akt klar, wo der geduldete Antifaschismus endet: Dort, wo er sich eine Kritik der Gesellschaft leistet, wo er sich nicht mehr institutionalisieren und auf staatliche Zwecke einschwören lässt, wo er das Platznehmen neben Wolfgang Thierse oder eine Radtour mit Ströbele aus politischen Erwägungen ausschlägt.

Am 19. Februar in Dresden war genau solch ein Schulterschluss beabsichtigt, und er hat genau dort die Grenzen des Mythos vom antifaschistischen Deutschland aufgezeigt: Die „Massenblockaden“ waren an einigen Stellen harmlos genug, um für die Außenwelt das ‚bessere’ Dresden zu porträtieren. An anderer Stelle waren die Antifa-Aktionen wirksam genug, um der Polizei zum Erklären des „Notstands“ zu verhelfen, wie dafür wohl auch ein Angriff von 200 Nazis auf das Kultur- und Wohnprojekt „Praxis“ in Dresden-Löbtau ‚hilfreich’ war, während die Polizei den Verkehr geregelt hat. Nachdem sie die rechten „Extremisten“ anderswo gezügelt hatte, ging sie über zu einer illegalen Razzia gegen linke „Extremisten“, die verdächtigt werden, Proteste koordiniert, sich also nicht durchweg auf die Ordnungspolitik ver- und eingelassen zu haben.

Als am selben Tag in Leipzig einige hundert Menschen spontan gegen die Ankunft von 400 Nazis auf dem Leipziger Hauptbahnhof protestierten, wurden diese Aktion durch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) umgehend als „Ausschreitungen“ tituliert. In einem LVZ-Bericht vom 31. Januar wurden AntifaschistInnen, die gegen das Nazi-Zentrum in Lindenau protestiert haben, abwechselnd als „Linke“, „Autonome“, „Linksextreme“ und schließlich „Jugendliche des schwarzen Blocks“ bezeichnet. – In diesem „Extremismus-Diskurs“, der gerade kein Diskurs, sondern eine offiziöse Sprachregelung zur politischen Feindbildpflege ist, können AntifaschistInnen nichts gewinnen als den inhaltsleeren Vorwurf, „extremistisch“ zu sein – samt allen repressiven Folgen.
Nie wieder Händchenhalten mit Deutschland

Zu einem staatsnahen Antifaschismus, der statt auf Kritik nationalsozialistischer Ideologie auf solche abstrahierenden Zuschreibungen gegen „rechts“ wie „links“ aufbaut, wählen wir daher den größtmöglichen Abstand. Wer sich dagegen mit dem staatlichen Antifaschismus gemein macht, bereitet die Repression gegen jene vor, die sich eine vernünftige Kritik an dieser Gesellschaft und dem Staat vorbehalten. Wenn wir gegen ein Nazi-Zentrum auf die Straße gehen, dann also nicht, um seine Unvereinbarkeit mit der öffentlichen Ordnung, einer toleranten und weltoffenen Stadt oder einem geläuterten Deutschland zu behaupten – sondern umgekehrt: um zu kritisieren, dass ein Nazi-Zentrum genau unter diesen Bedingungen seinen bisher unstrittigen Ort gefunden hat.

Diese Kritik ist Aufgabe einer radikalen Linken und eines Antifaschismus, der schon dadurch emanzipativ wirkt, dass er sich selbstbewusst vom Staat und dessen Gewalten emanzipiert; dass er an die Stelle rechter Strukturen und Ideologien nicht die Integrativleistung gewöhnlicher Gemeinschaften oder alternativen Ordnungsdenkens setzt, sondern unsere Vorstellungen eines selbstbestimmten Lebens, einer fortschrittlichen Jugendkultur und einer von nationaler Vergemeinschaftung wie materieller Konkurrenz befreiten Gesellschaft.

An diesen Zielen festzuhalten, sie gegen Nazis ebenso verbissen durchzusetzen, wie wir sie gegen staatliche Extremistenfresser zu behaupten haben, ist der nicht-versöhnbare Grund für unsere Demonstration und ersetzt an dieser Stelle die üblichen verbalradikalen Abschlussparolen.

(demo.fenceoff.org)

eine stadtkrone für halle saale. walter gropius im wettbewerb.

gropius stadtkrone halle

24.7.2011 | 9.10.2011 | Ausstellung

Mit der Ausstellung „Eine Stadtkrone für Halle Saale – Walter Gropius im Wettbewerb“ wird ein hallescher Architekturwettbewerb aus dem Jahr 1927 wiederentdeckt und nach über 80 Jahren neu ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die Entwürfe stehen für die Bandbreite visionärer Phantasien und deren Einfluss, sowohl auf das „echte Bauen“ als auch auf das Selbstverständnis der Architekten und Künstler während der 1920er Jahre. Der Schwebezustand zwischen Utopie und gebauter Wirklichkeit macht es möglich, die innovativen Konzepte der Architekten nachzuvollziehen und zu zeigen wo und wie sie die überkommenen Traditionen überwunden und neue Wege beschritten haben. Dadurch werden architektonische und städtebauliche Entsprechungen zu den geistigen, kulturellen Strömungen ihrer Zeit plastisch gemacht.
Die Ausstellung in der Stiftung Moritzburg zeigt exemplarisch, wie sich die Ideen der Moderne in den 1920er Jahren auch architektonisch in der Stadt Halle auswirkten, und ermöglicht einen neuen Blick auf die hallesche Kultur- und Architekturpolitik zur Zeit der Weimarer Republik.
Der außergewöhnliche Architekturwettbewerb, den die Stadt 1927 ausschrieb, steht ganz im Zeichen einer entschiedenen Hinwendung zur Moderne, die untrennbar mit der Amtszeit von Richard Robert Rive verbunden ist. Er prägte von 1906 bis 1933 als Oberbürgermeister maßgeblich die Entwicklung der Stadt. Das Bauvorhaben fällt in eine Zeit der Aufbruchsstimmung, in der die Moritzburg beispielsweise durch den Ankauf der Expressionisten-Sammlung Rosi Fischer im Jahr 1924 zu einem der bedeutendsten Zentren der heutigen Klassischen Moderne in Deutschland wurde. Mit dem Auftrag an den Bauhausmeister Lyonel Feininger für den berühmten Zyklus der Halle-Bilder setzte die Stadt ein weiteres Zeichen, bevor die Moderne 1933 mit der Aktion „Entartete Kunst“ ein jähes Ende fand.
Wäre der Wettbewerb für eine Stadtkrone Halles damals realisiert worden, hätte die Saalestadt Ende der 1920er Jahre zu einem Zentrum sozialutopischer Architektur werden können und wäre heute eine Pilgerstätte der Architektur der Klassischen Moderne. Die Sammlungen des Kunstmuseums wären dann nicht mehr in einer mittelalterlichen Burg untergebracht, sondern in einem Schlüsselbau der Moderne.

Die Idee der Stadtkrone formulierte der Architekt und Städteplaner Bruno Taut einige Jahre zuvor im Umfeld des nach der Novemberrevolution 1918 gegründeten Arbeitsrates für Kunst und der Gläsernen Kette, eines Freundeskreises im Namen der Utopie. Nichts weniger als ein neues urbanes Zentrum für freie Menschen in freier Zeit sollte mit ihr geschaffen werden. Taut orientierte sich dabei an den Städten des Mittelalters, deren Krone die Kathedrale war; auch die antike griechische Stadt mit ihrer Akropolis, die sie überragte, inspirierte ihn zu seinen utopischen Gedanken. Ein derartiges neues, signifikantes Kulturzentrum wollte der Hallesche Magistrat 1927 auf dem Lehmanns-Felsen errichten: eine monumentale Stadtkrone mit Stadthalle, Museum und Sportanlagen, eine „Akropolis für Halle“, wie es seinerzeit in der Presse bezeichnenderweise hieß.
Zur Teilnahme an dem hochkarätigen Wettbewerb wurden die bedeutendsten Architekten des „Neuen Bauens“ in Deutschland eingeladen: Walter Gropius, Hans Poelzig, Peter Behrens, Emil Fahrenkamp, Paul Bonatz und Wilhelm Kreis. Auch zahlreiche hallesche Architekten und Künstler reichten Entwürfe ein, darunter Karl Völker und Richard Schmieder.
Die Stadt Halle hatte zwar die besten Architekten dazu aufgefordert, ein neues Wahrzeichen auf einem einzigartigen Bauplatz zu entwerfen, dennoch konnte die Jury sich nicht zu einer eindeutigen Entscheidung durchringen und vergab keinen ersten Preis. Je einen 2. Preis erhielten die Entwürfe von Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer sowie Emil Fahrenkamp. Der 3. Preis ging an Wilhelm Kreis, den Architekten des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Angekauft wurden die Entwürfe von Peter Behrens, den halleschen Architekten Georg Schmidt, Arthur Föhre und der Arbeitsgemeinschaft Georg Schramme mit Karl und Kurt Völker. Zu den Arbeiten, die bereits in den ersten Durchgängen ausschieden, gehörten die Entwürfe von Hans Poelzig und Walter Gropius.

Dabei bildet gerade der Entwurf Hängende Gärten von Walter Gropius die große Ausnahme im Wettbewerb. Seine Synthese aus Architekturvision und moderner Industriearchitektur geht in ihrer Neuartigkeit weiter als die Konkurrenz und zeigt zugleich die systematische Herangehensweise, mit der am Bauhaus gearbeitet wurde.
Realisiert wurde keiner der Entwürfe und der Architekturwettbewerb selbst geriet im Laufe der Zeit völlig in Vergessenheit. Es ist bis heute nicht eindeutig auszumachen, weshalb die Stadtkrone von Halle nie gebaut wurde. Ob es am Zusammenbruch der Stadtbank lag, für deren Verluste die Stadt in Millionenhöhe aufkommen musste, oder an der beginnenden Wirtschaftskrise der 1930er Jahre, muss offen bleiben.
Die eingereichten Originalpläne jedoch blieben in beachtlicher Zahl in den Nachlässen der Architekten erhalten, so unter anderem im Bauhausarchiv/Museum für Gestaltung, Berlin und im Busch Reisinger Museum an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, wo der Nachlass von Walter Gropius verwahrt wird. Die Originalpläne von Hans Poelzig befinden sich in der Architektursammlung der Technischen Universität Berlin und von Peter Behrens wurden im halleschen Stadtmuseum vor wenigen Jahren sechs Blaupausen aufgefunden, die bis dato unbekannt und unveröffentlicht sind. Auch von Paul Bonatz gibt es noch mehrere Entwürfe. Von Emil Fahrenkamp und Wilhelm Kreis dagegen haben sich keine Originale erhalten, ihre Pläne werden aber in Reproduktionen in die Ausstellung einbezogen. Auch von den beteiligten halleschen Architekten konnten bislang keine Originalentwürfe aufgefunden werden. Lediglich von Richard Schmieder und der Arbeitsgemeinschaft Georg Schramme mit Karl und Kurt Völker existieren noch Fotografien und zeitgenössische Veröffentlichungen.
Von den originalen Architekturmodellen, die seinerzeit mit dem Wettbewerb eingereicht wurden, sind noch einige wenige Fotografien erhalten. Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus haben auf der Basis des überlieferten Materials neue Architekturmodelle gebaut, um die Ideen von Gropius, Behrens, Poelzig, Bonatz, Fahrenkamp und Kreis vergleichend und räumlich betrachten zu können. Der Wettbewerbsbeitrag von Walter Gropius wird überdies in einer interaktiven 3D-Echtzeit-Visualisierung vorgestellt. Insgesamt sind in der Ausstellung 30 Originale, 8 Originalfotografien und 17 Fotobelichtungen zu sehen.

Das Ausstellungsprojekt der Stiftung Moritzburg entstand in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der MLU Halle-Wittenberg und dem Bauhausarchiv/ Museum für Gestaltung, Berlin. Die Wüstenrot Stiftung und die Kulturstiftung der Länder unterstützten die Restaurierung der Pläne von Walter Gropius aus dem Bauhaus-Archiv, der Bauverein Halle Leuna die Ausstellungsstation in der Stiftung Moritzburg.

(stiftung moritzburg)

radio-kiosk-konzert. les trucs. oskar ohlson.

radio kiosk konzert

Sonntag · 18. September · 20:00 · Kiosk am Reileck · Halle (Saale)

Viele kleine Radios können das Gesicht einer Kreuzung ändern. Oder besser: deren Akustik. Ihr seid eingeladen, eure Geräte mitzubringen und hinzuhören, was in dem Riesenradio namens Kiosk am Reileck vor sich geht: Les Trucs und Oskar Ohlson musizieren in dem kleinen Räumchen und werden live auf RADIO CORAX übertragen. Mit Hilfe eurer Ghettoblaster, Koffereulen und Handy-Radios wird der elektronische Noise-Punk und der experimentelle Hip-Hop dann auch zu hören sein – je nachdem, wo ihr gerade sitzt, steht oder tanzt.

schoener feiern ohne nazis.

Samstag, 10. September, 21:00, Reilstraße 78

Phibias

Cressida

Fuckin Sissy

Final Effort

zine fest leipzig.

zine attack
zine attack

zinefest leipzig 10.09.2011

ZINEATTACK! #01 – a one day event under the sign of the zine.

was?
fanzines – das sind selbstveröffentlichte hefte, die sich mit den unterschiedlichsten themengebieten befassen. sie sind nicht nur auf punk und hardcore beschränkt, auch wenn in dieser „szene“ sicherlich mit die lebendigste fanzinekultur zuhause ist. die fanzinekultur war schon immer extrem facettenreich und nicht nur auf niedergeschriebene punkplattenreviews und konzertberichte oder obskure politsektenheftchen beschränkt. so gibt es beispielsweise comics in zineform und zines zum thema „comics“. sogenannte personal zines, die tagebuchähnlich über erlebnisse des schreibenden berichten. artzines, die sich dem thema „kunst“ widmen oder eigene werke präsentieren. politzines verbreiten theorie und bieten ein forum für diskurse innerhalb bestimmter politischer subszenen. es gibt zines zu den themen skateboards, rezepte, how-to-play-guitar, streetart/graffiti, pflanzenheilkunde, fußball, feminismus, science fiction. zines gibt es in allen möglichen und unmöglichen größenformaten, auch wenn das geläufigste immernoch das gute alte a5er ist. fanzines werden oftmals über sogenannte distros [= kurzform für distribution = englisch für streuung, verteilung, vertrieb] verbreitet. am wichtigsten aber: es gibt immernoch genügend archaische maniacs da draussen, die die dinger entwerfen und lesen, um den laden lebendig zu halten. und es kann pratisch jede_r ein eigenes zine gestalten, ohne rücksicht auf konventionen.

warum überhaupt?
die idee, ein zinefest zu organisieren, ist aus der beobachtung heraus entstanden, dass die fanzinekultur ein ziemlich untergeordnetes dasein im subkulturbrei fristet, bzw. garnicht mal so wenige überhaupt keinen schimmer haben, was das denn sein soll. gerne wird es auch als tot oder überholt und veraltet erklärt. ZINEATTACK #01 ist deshalb unser versuch, das medium „fanzine“ wieder ein wenig zugänglicher zu machen.

und wie dann konkret?
das ganze soll auf keinen fall zu bloßem schulterklopfen und gegenseitiger, elitärer selbstbeweihräucherung von einigen wenigen zineaktiven verkommen, nöö, du kannst genauso gut deine eigene redaktion sein und so ein heft rausbringen wie alle anderen auch.
also, kurz und bündig: offen für alle.

neben ein paar kurzfilmen zum thema, kleineren lesungen und diverser zine distrostände wollen wir vor allem mit dem einrichten eines DO YOUR OWN ZINE -bereiches versuchen, am tag selber gemeinsam ein eigenes zine zusammenzustellen. quasi ein ZINEFESTZINE, welches dann auch kopiert und veröffentlicht werden soll. material dafür [schreibmaschinen, computer, drucker, stifte, kleber, scheren, spraydosen, etc.] wird von uns gestellt, ihr könnt aber natürlich gerne noch weiteren krams zum gestalten mitbringen. für veganes essen und getränke ist gesorgt und als ausklang spielen abends 3 punk und hardcore bands.

out of vogue? überholt? unzeitgemäß? ausgestorben? komm vorbei und mach dir selbst ein bild.

date: 10.09.2011

location: atari

14:00
brunch

16:00
kurzfilme
kleinere lesungen
vortrag [christian schmidt „geschichte der fanzinekultur in deutschland“]
DO YOUR OWN ZINE [schreiben/zeichnen/layouten --> zinefestzine]

20:00
vegane küche

22:00
DOUBT EVERYTHING [hardcore punk // leipzig]
KENNY KENNY OH OH [angry punk // leipzig]
MORGENTHAU PLAN [wanna-be-powerviolence // leipzig]

(fillmyhead.wordpress.com)

Der letzte linke Student + Tapete + Crying Wölf

Fr, 09.09.2011, 21 Uhr – vl, ludwigstrasse 37

Der letzte linke Student kämpft weiter (Alibri Verlag) – eine szenische Lesung mit Jörg Sundermeier.

Der letzte linke Student kämpft weiter: Gegen Kapital und Imperialismus. Gegen Sexismus und Faschismus. Und noch immer tappt er in Fallen, die ihm sein unbändiger Aktivismus und seine immense Eitelkeit stellen. Mit viel Ironie führt uns Jörg Sundermeier im Denken und Handeln des letzten linken Studenten Kurzschlüsse und Fehlleistungen der Linken vor Augen. Dabei bleibt kein Auge trocken.
Die Kolumne „Der letzte linke Student“ erscheint regelmäßig in der Wochenzeitung Jungle World.

Tapete + Crying WölfTapete (Berlin) rappt und singt in erster Linie auf seine selbstproduzierten qualitativ äußerst hochwertigen Instrumentals, die osteuropäische Folklore-, Elektro- und Jazzelemente vereinen. Live ist er mit Crying Wölf unterwegs, dessen Chaos Country Stimme dem Rap, Chanson, Punk-Style die letzte Würze verleiht. Nach über 300 gemeinsamen Auftritten sind Tapete & Crying Wölf mittlerweile ein eingespieltes, von den Regeln des „Marktes“, unabhängiges Team, die alles geben und locker mal drei Stunden wild auf der Bühne performen, bis auch die letzten, extatisch, in die politische Notwendigkeit eintauchen. Tapete performt auch am Piano und unterbricht das Klavierspiel gerne mal zur Klärung des Sachverhalts für das Publikum. Frei nach dem Motto „No risk – no fun.“ werden hier Klischees gesprengt oder gegebenenfalls auf die nächste Ebene getragen, damit sie um so tiefer fallen.
Crying Wölf (Chaos Country, Berlin) kommt ursprünglich aus dem Rheinland. Da der Wölf nie eine Leitwölfin oder einen Leitwolf akzeptierte und auch selbst nie leiten wollte, ist er soetwas wie ein Barde geworden. Der Wedding ist jetzt sein Revier. Im Laufe der Zeit lernte der Wölf den vielseitigen Rapper, Produzenten und Musiker Tapete kennen. Dieser produzierte Ende Dezember 2008 die erste EP von Crying Wölf. Tapeter und der Wölf vollendeten weiterhin eine gemeinsame EP und konnten mit dem Song „Brustmuskeldance“ einen Hit in den mazedonischen und usbekischen Charts landen. Unterstützt wurden die beiden in dem Song von der Berliner Ausnahmerapperin SOOKEE. Der Wölf mag keinen Faschismus, Rassismus, Sexismus und Krieg (und auch nicht den Mehrwert), deshalb macht er mehr Musik.

starve. throwers. nautika. seas of stone.

9. September, 9pm, Uschis HC-Imbe, Leipzig

sickmangettingsick.records present „the holidays are over, welcome hot spring time concert period“ with:


Starve (Netherlands)

http://starve.bandcamp.com/

Throwers (Leipzig)
http://throwers.bandcamp.com/

Nautika (Dresden)
www.facebook.com/Nautikaaa

Seas of Stone (Dresden)
www.facebook.com/seasofstone

note:
check out before the super tasty Vleischerei