Archiv für Juni 2011

BLANK DOGS & ROLE MODELS @ Ortloff.

Mo 6.Juni, doors: 21.00Uhr – start: 21.30Uhr, Kunstraum Ortloff (Jahnallee 73), Leipzig

Ortloff & das SchubladenKonsortium laden ein:

BLANK DOGS (brklyn/In The Red-Woodsist)

minimal-cold-wave-post-punk trifft auf lofi electronica!!!

Role Models (lndn/Taken By Surprise)

melodische (punk)rock perlen aus london mit Red Dons personalueberschneidungen!

exkursion: kulturlandschaft als zoo-natur.

exkursion saaletal

Tagesexkursion im Rahmen des Werkleitz Festival ZOO

Datum: Sonntag, 5. Juni, von 10 bis 17 Uhr
Start: Begrüßung und Einführung 10 Uhr in der Ökoschule Halle-Franzigmark
Ziel: Dobis bei Wettin

Wilde Tiere – Lamas, Straußen und Frischli-Milchkühe – ursprüngliche Natur – Trockenrasenweiden, Rapswiesen, malerische Robinienhaine und Dorfeichen, dies sind die Bilder einer idyllischen Heimattour entlang der Saale.
Birkenbewachsene Steinbrüche, archetypisch Kolonistendörfer, die Bergmannshügel von Johannashall und Teutschenthal, Windmühlenparks am Horizont und Fichten umstandene Jägerhüttenromantik erweitern den Erlebnisbereich der Route.
Besuchen sie mit uns eine Landschaft, die seit Jahrhunderten handgemacht und mit Leidenschaft gehegt ist, entdecken Sie die sommerlichen Fisch- und Badegründe an hellem Strande.
Die Exkursion startet mit einer kurzen Einführung in der Ökoschule Halle-Franzigmark. Ziel ist Dobis bei Wettin, dort wird ab 15 Uhr an der ehemaligen Schmiede ein Imbiss angeboten.
Für diejenigen, die nicht selbst mit dem Rad zurückfahren wollen, kann auf Anfrage ein Bus mit Fahrradmitnahme nach Halle organisiert werden (Kosten: etwa 6 Euro). In Domnitz (Saalkreis), 7 km von Dobis entfernt, erreichen Sie die Regionalbahn HEX in Richtung Halle (Saale). Abfahrtzeiten, 17:20 und 19:19 Uhr (ohne Gewähr).

Die Fahrrad-Exkursion durch das Untere Saaletal findet im Rahmen des Werkleitz Festivals ZOO statt. Die im Titel behauptete Analogie zwischen Kulturlandschaft und einer Natur, wie wir sie aus dem Zoo kennen, wirft Fragen auf: Wie hat sich die Kulturlandschaft in unserer Umgebung entwickelt, welche Erwartungen knüpfen wir an ihre Erhaltung und welches Bild wollen wir in ihr wiedererkennen?
Für die Exkursion wird eine kartierte Route mit exemplarischen Stationen entlang der Strecke vorbereitet.

Folgt Händel!

Ebenso, wie Bröckling die Konstituierung kapitalistischer Identität mit dem Begriff des „unternehmerischen Selbst“ analysiert, wird die Neuausrichtung kommunaler Politik im Neoliberalismus mit dem Begriff der „unternehmerischen Stadt“ bezeichnet. Analog zur Konkurrenz unter den Individuen erscheint eine Konkurrenz unter den Kommunen als unausweichliche Konsequenz kapitalistischer Vergesellschaftung. Die daraus hervorgehende Standortpolitik äußert sich darin, dass die Steigerung der lokalen Wettbewerbsfähigkeit zum primären Ziel lokaler Politik wird . Kennzeichnend für eine derartige Politik sind ein an Kapitalinteressen orientiertes Entwicklungsmodell, eine Reduzierung öffentlicher Dienste und sozialer Infrastruktur, eine Polarisierung der Arbeits− und Wohnverhältnisse und eine immer schärfer werdende Konkurrenz um Jobs, Investitionen und Kapitalien . Damit einher geht oft eine Ideologie der lokalen Gemeinschaft, welche die Ideologie der nationalen Gemeinschaft auf lokaler Ebene reproduziert. Dabei wird eine schicksalhafte Verbundenheit im Kampf um globale Wettbewerbsfähigkeit artikuliert, wobei die Partikularinteressen lokaler Unternehmen als Universalinteressen dargestellt werden.
Die aktuellste Form unternehmerischer Stadtpolitik wird als Kreativpolitik bezeichnet und geht auf den von Bröckling erwähnten Richard Florida und sein Buch „The Rise of the Creative Class“ zurück. Dieser entwickelte sein Modell an prosperierenden Hightech-Metropolen des sunbelt in den USA, wie Los Angeles, San Francisco und Dallas. Das Konzept erklärt attraktive Bedingungen für die Angehörigen der sogenannten kreativen Klasse zur entscheidende Bedingung für die Entwicklung von Städten. Die Jobs würden sodann aus den Aktivitäten dieser Gruppe hervorgehen. Dieses Modell wird als vermeintliche Rettung aus der Falle der internationalen Standortkonkurrenz von Städten weltweit übernommen. Die Realisierung geschieht durch Investitionen in weiche Standortfaktoren, der Herstellung eines urbanen Images durch städtisches Marketing und Strategien der Aufwertung städtischer Quartiere, wodurch lebendige Urbanität und Authentizität erzeugt werden soll. Dazu sollen die jeweilige städtische Kunst und Kultur in Stellung gebracht werden und als produktive Mittel eines kreativen Kapitalismus dienen. Kreativität wird damit auch für Städte zur Antwort auf die Innovationszwänge des Kapitalismus.
Wie sich leicht erahnen lässt, zeigen sich dabei einige nicht unerhebliche Probleme. So liegen nicht alle Städte dieser Welt in sunbelts, sondern befinden sich oft eher in rustbelts, also Regionen die durch weitgehende Deindustrialisierung gekennzeichnet sind, oder sonstigen peripheren oder abgehängten Gebieten. In diese Kategorie muss auch Halle, als eine Vertreterin der shrinking cities, eingeordnet werden. Ebenso aussichtslos, wie die Anwendung des Konzepts der creative city auf ehemalige Metropolen des rustbelts in den USA, wie Detroit, Cleveland oder Pittsburgh, erscheint dies für ehemalige Industriestädte eines nun auch in der BRD auszumachenden Rostgürtels, der sich vom Ruhrgebiet bis in den ehemals industrialisierten Osten erstreckt. Wird das Konzept in Detroit mit dem Verweis auf die White Stripes und Eminem, in Milwaukee mit Liberace und Violent Femmes und in Baltimore mit Referenzen an Billie Holiday und Frank Zappa verkauft, könnte nun angenommen werden, dass Halle, mangels erfolgreicher moderner musikalischer Acts, sich auf den Barock-Komponisten Händel als identitätsstiftendes Merkmal verlegt hat. Viel eher aber scheint die Annahme gerechtfertigt, dass damit unfreiwillig darauf hingewiesen wird, wie viel aussichtsreicher es wäre, mit 18 Jahren diese Stadt für immer zu verlassen, wie es schon Händel tat.

Adrian Lauchengrund

(Corax-Programmzeitung Juni 2011)

digger barnes.

digger barnes

03 // Sa // 21 Uhr // ut connewitz

UT & Schubladenkonsortium laden ein:

DIGGER BARNES & PENCIL QUINCY + Marina Frenk & KAPELSKY

Kapelsky (d)

Infiziert vom Ostvirus jagen drei Kulturvagabunden dem Mythos der überschwenglichen Melancholie nach. Mit Klezmer und Polka versuchen sie, die slawische Seele bis in den Orient zu ergründen. Eine gute Ladung Swing steht den Saitenvirtuosen dabei Pate, irgendwo dahinten, wo der Pfeffer wächst…
instrumentale, osteuropäische, jiddische Folktraditionen versetzt mit Mannoush und dem Czupe’ eines Django Reinhadt bringt die Band in Stimmungslagen zwischen Melancholie und Manie

Digger Barnes & Pencil Quincy (d/Sabotage)

Die Diamond Road Show ist aus der langjährigen Zusammenarbeit des Musikers Digger Barnes mit dem Videokünstler Pencil Quincy entstanden. Die Diamond Road Show ist Roadmovie und Konzert zugleich. Barnes und Quincy nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise quer durch eine düstere Comic-Welt, die von Pencil Quincy mit seiner Magic Machine auf die Bühne projiziert wird. Die Magic Machine ist eine moderne Interpretation der Laterna Magica, eines Projektionsgerätes, welches bereits im 19. Jahrhundert auf Jahrmärkten und in Varietétheatern genutzt wurde, um das Publikum mit optischen Tricks zu verblüffen.
Vor der Leinwand agiert Digger Barnes als One-Man-Band mit Gitarre, Banjo und Schlagzeug. Tief verwurzelt in der Tradition des Storytellers aus Folk, Blues und Country vertont er in seinen Songs die Abenteuer einer rastlosen Fahrt entlang des Highways.
Ein düster hinreißender Cocktail aus Trailerparkverzweiflung,
Countryblues, Americana und Folk mit den adäquaten Bildern!

Marina Frenk (d)

Die Schauspielerin, an Centraltheater und Skala in Stuecken wie Schlafes Bruder, Die Räuber oder Das Abhandenkommen der Staaten zu sehen, gibt, begleitet von Gregor Hengesbach, brasiliansch, portugiesisch und russische Zigeunerlieder.

captain capa.

captain capa

4. Juni, 21:30, VL / Ludwigstrasse 37, Halle

Candelilla (Theaterdisko/ Stolpern/ Experimental, München) sind Theaterdisko und kunstvolles Gewitter, das seine Musik zwischen Sonic Youth und Cpt. Kirk fallen und sie dort zappeln und bewegen lässt.

Petula (Loop Folk/ Elektro, Berlin) ist Loopgestückel mit sieben Beinen in der Konfusion, einem Bein im Hit und weiteren Gliedmaßen an den Looppedalen.

Zusammen sind sie zu fünft und, na klar, durch und durch umwerfend.

Abrunden werden den Abend Captain Capa (Electro/ Indie/ Techno, Thüringen) – „Eighties-Pop, Technobeats, Videospiele und Emo-Quatsch. Man erahnt die Vorbilder von Captain Capa und man kann sich denken, womit die Jungs aufgewachsen sind. Hier werden große Melodien angepackt, auf hämmernde Elektrobeats gekleistert und mit einer gehörigen Portion Teenage-Angst besungen. Die Bässe knarzen, das Klangspiel flennt und irgendwo brettert ein 90er Jahre Synthie um die Ecke, um sich von Chiptune-Klängen und Space-Effekten kaputtschlagen zu lassen. Hin und wieder zieht dann ein fieser Gitarrenschauer über das Spektakel. Über all dem geistert stets ein Gesang, der an frühen amerikanischen Emo oder Poppiges von der Insel erinnert.“ Tight.

jeniferever.

jeniferever

Samstag, 4. Juni 2011, nato, leipzig

jeniferever

Die vier Jungs aus Uppsala, einer kleinen Studentenstadt im Herzen Schwedens, haben sich rasend schnell über das Internet ausgebreitet und dabei schon unzählige Herzen in ganz Europa erreicht.

Diese Musik ist einfach zu fürsorglich, zu umarmend um sich ihr zu erwehren. Nennt es Postrock oder Shoegaze. Jeniferever vertonen kleine Dramen mit dem ganz großen Besteck. Hymnisch, ohne dabei die Tür zum Kitsch einzutreten, hangeln sie sich langsam in Höhen vor, die für die meisten Bands ihres Genres unerreichbar bleiben werden.

Gerade haben sie ihr drittes Album »Silesia« veröffentlicht, welches sich auf entspannte Weise dem Pop öffnet ohne dabei nur einen Takt breit anbiedernd zu klingen.

linke buchtage.

linke buchtage

03.06.–05.06.2011 · 18-22/12-22/12-14 Uhr · Mehringhof Kreuzberg

9. Linke Buchtage

Lesungsprogramm 2011:

Veranstaltet von Mehringhof e.V. mit dem Buchladen Schwarze Risse, dem Clash, der Schule für Erwachsenenbildung (SFE) und dem Mehringhoftheater

03.06.2011 · 18-22 Uhr ·

FREITAG

03.06.2011 · 18:00 Uhr · SFE 1
AfricAvenir International (Hrsg.):
50 Jahre afrikanische Un-Abhängigkeiten
Eine (selbst)kritische Bilanz

03.06.2011 · 18:00 Uhr · SFE 2
Jan Lohl:
Gefühlserbschaft und Rechtsextremismus
Eine sozialpsychologische Studie zur Generationengeschichte des Nationalsozialismus

03.06.2011 · 18:00 Uhr · Blauer Salon
Martin Kempe:
Ermutigungen
für den aufrechten Gang im Betrieb

03.06.2011 · 18:00 Uhr · Buchladen Schwarze Risse
Initiative unzensiert.lesen:
Buchläden im Visier des Staatsschutzes
Staatliche Repression gegen linke Buchläden und Zeitungen und zu den jüngsten Verfahren

03.06.2011 · 20:00 Uhr · SFE 1
Gisela Elsner:
Flüche einer Verfluchten. Schriften zum Kommunismus
Kritische Schriften Bd.1. Vorgestellt von Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag)

03.06.2011 · 20:00 Uhr · SFE 2
Andreas Pretzel, Volker Weiß:
Ohnmacht und Aufbegehren
Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik vorgestellt von Detlef Grumbach (Männerschwarm Verlag)

03.05.2011 · 20:00 Uhr · Blauer Salon
Louis Althusser:
Ideologie und ideologische Staatsapparate
vorgestellt durch Frieder Otto Wolf, Übersetzer und Herausgeber

03.06.2011 · 20:00 Uhr · Clash
Gerd Dembowski:
Der Ball ist bunt
Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland

04.06.2011 · 12-22 Uhr ·

SAMSTAG

04.06.2011 · 12:00 Uhr · SFE 1
Andreas Kemper:
(R)echte Kerle
Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung

04.06.2011 · 12:00 Uhr · SFE 2
Guy Debord:
Ausgewählte Briefe 1957-1994
Vorgestellt von Birgit Lulay und Christoph Plutte, ÜbersetzerInnen

04.06.2011 · 12:00 Uhr · Blauer Salon
Bündnis für die Einstellung der §129(a)-Verfahren (Hg.):
Das zarte Pflänzchen der Solidarität gegossen
Zu den Verfahren und dem Prozess wegen Mitgliedschaft in der militanten gruppe (mg)

04.06.2011 · 12:00 Uhr · Buchladen Schwarze Risse
Pun Ngai, Ching Kwan Lee:
Aufbruch der zweiten Generation
Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China vorgestellt von Ralf Ruckus

04.06.2011 · 12:00 Uhr · Clash
Philippe Kellermann:
Begegnungen feindlicher Brüder
Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung

04.06.2011 · 14:00 Uhr · Blauer Salon
Jan Gerber:
Nie wieder Deutschland?
Die Linke im Zusammenbruch des „realen Sozialismus“

04.06.2011 · 16:00 Uhr · SFE 1
Gisela Notz:
Theorien alternativen Wirtschaftens
Fenster in eine andere Welt

04.06.2011 · 16:00 Uhr · SFE 2
Torsten Bewernitz:
Konstruktionen für den Krieg
Die Darstellung von „Nation“ und »Geschlecht« während des Kosovo-Konflikts in den deutschen Printmedien

04.06.2011 · 16:00 Uhr · Blauer Salon
Alex Gruber, Philipp Lenhard:
Gegenaufklärung
Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft

04.06.2011 · 16:00 Uhr · Buchladen Schwarze Risse
Detlef Hartmann, John Malamatinas:
Krisenlabor Griechenland
Finanzmärkte, Kämpfe und die Neuordnung Europas

04.06.2011 · 16:00 Uhr · CLASH
Atlanta Athens, Juliane Juergensohn:
Riot Grrrl revisited
Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung Herausgegeben von Katja Peglow und Jonas Engelmann

04.06.2011 · 18:00 Uhr · SFE 1
Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller:
Was ein rechter Mann ist
Männlichkeiten im Rechtsextremismus

04.06.2011 · 18:00 Uhr · SFE 2
Iris Dankemeyer und Oliver Schott diskutieren:
Wie links ist Polyamorie?
Streitgespräch zwischen Iris Dankemeyer und Oliver Schott

04.06.2011 · 18:00 Uhr · Blauer Salon
Roswitha Scholz:
Das Geschlecht des Kapitalismus
Feministische Theorien und die postmoderne Metamorphose des Patriarchats

04.06.2011 · 18:00 Uhr · Buchladen Schwarze Risse
Klaus Ahlheim und Horst Mathes (Hg.):
Utopie denken – Realität verändern
Bildungsarbeit in den Gewerkschaften

04.06.2011 · 18:00 Uhr · Clash
Klaus Bittermann:
The Crazy never die
Amerikanische Rebellen in der populären Kultur. Über Lenny Bruce, Robert Mitchum, Hunter S. Thomspon, Abbie Hoffman, Lester Bangs & Kinky Friedman

04.06.2011 · 20:00 Uhr · SFE 2
Werner Seppmann:
Risikokapitalismus
Krise, Widerspruchserfahrungen und Widerstandsperspektiven

04.06.2011 · 20:00 Uhr · Blauer Salon
Christof Mackinger, Birgit Pack (Hg.):
§278a –Gemeint sind wir alle!
Der Prozess gegen die Tierbefreiungs-Bewegung und seine Hintergründe

04.06.2011 · 20:00 Uhr · Clash
Wochenzeitung Jungle World:
Gottes Rottweiler kommt!
Der Papst besucht Berlin

05.06.2011 · 12-16 Uhr ·

SONNTAG

05.06.2011 · 12:00 Uhr · SFE 1
David Harvey:
Das Rätsel des Kapitalismus entschlüsseln
Den Kapitalismus und seine Krisen überwinden. Vorgestellt von Christian Frings (Übersetzer)

05.06.2011 · 12:00 Uhr · SFE 2
Henning Fischer:
»Erinnerungen« an und für Deutschland
Dresden und der 13. Februar 1945 im Gedächtnis der Berliner Republik

05.06.2011 · 12:00 Uhr · Blauer Salon
Brigitte Pick:
Kaktusküsse
Wer PISA nicht versteht, muss mit RÜTLI rechnen

05.06.2011 · 14:00 Uhr · SFE 2
Lann A. Hornscheidt:
Schimpfwörter – Beschimpfungen – Pejorisierungen
Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden

05.06.2011 · 14:00 Uhr · Blauer Salon
Erwin In het Panhuis:
Aufklärung und Aufregung
50 Jahre Schwule und Lesben in der BRAVO

05.06.2011 · 14:00 Uhr · Buchladen Schwarze Risse
Juliane Beer:
Arbeit kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen
Roman

4. Juni 2011, 14 Uhr, Mehringhoftheater
»Erich Mühsam – kein Lampenputzer«
Lesung und Konzert

Erich Mühsam: Begnadeter Schüttelreimer, Münchner Räterevolutionär, Bohemien, langjähriger Festungshäftling, Kabarettist, Anarchist, Caféhausliterat, von den Nazis im KZ ermordeteter Jude. Wohlmeinende Ratschläge, er solle sich doch besser festlegen, ob er Künstler oder politischer Aktivist sei, ergingen häufiger an ihn. Von Frank Wedekind zum Beispiel: „Sie reiten stehend auf zwei Gäulen, die nach verschiedenen Richtungen streben; sie werden Ihnen die Beine auseinanderreißen.“ Mühsam verwarf solchen Rat. Der Vorwurf, er sei zu außenseiterisch, unrealistisch und habe Illusionen, prallte ohnehin an ihm ab: »Immer, wenn man mich einen Don Quichote nannte, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.«

Mühsams Texte werden gelesen von Harry Rowohlt und Thomas Ebermann, DJ Patex, Manuel Schwiers und Frank Spilker (»Die Sterne«) besingen sie.
Harry Rowohlt, 1945 in Hamburg geboren, arbeitet als Autor, Übersetzer, Schauspieler und Vortragskünstler. Seine Kolumne „Pooh’s Corner“ in der ZEIT erreichte Kultstatus, für die Hörbuch-CD »Pu der Bär« erhielt er 2000 die Goldene Schallplatte.
Thomas Ebermann, 1951 in Hamburg geboren, war in den siebziger Jahren im Kommunistischen Bund aktiv, in den achtziger Jahren grüner Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft und im Bundestag. Seit seinem Parteiaustritt arbeitet er als Publizist und Buchautor.
Knarf Rellöm, Manuel Schwiers und Frank Spilker, Frontmann der Hamburger Band „Die Sterne“, vertonen seit Jahren Gedichte von Mühsam und tragen sie so in die Gegenwart. Da Knarf Rellöm diesmal nicht mit auftreten kann, wird die Hamburger Musikerin DJ Patex ihn vertreten.

zann vs. rebarker.

zann vs. rebarker

Fr. 03.06.2011, 20 Uhr, Hot/Alte Bude, Magdeburg

ZANN vs. REBARKER

Längst kein Geheimtip mehr, sondern Pflichtprogramm:

ZANN ist eine Chaotic Hardcore Punk Truppe mit Leuten aus Leipzig, Berlin und Jena, die seit 2003 auf den Bühnen wüted. ZANN ging aus der ostdeutschen 90er Hardcore-Szene hervor und haben auf ihrer Mission Städte und Kaffs in West- und Osteurope gerockt. Der Style ist von Bands wie Dead Hand, Unbroken, Born Against, Gehenna, Swing Kids oder Rites of Spring beeinflusst.

Hörprobe: myspace.com/zann

Die Jungs von REBARKER kommen aus Magdeburg und zocken Hardcore mit deutschen und englischen Vocals. Jüngst haben sie eine Split-EP mit UNRESTRAINED aus Ami-Land bei Superfluous Records veröffentlicht. Und als die Nachricht über den ZANN-Gig eintraf haben sie sofort und am lautesten „WIR!“ geklefft … deshalb kleffen sie auch an diesem Abend!

Hörprobe: myspace.com/rebarkerhardcore

von adorno zu mao.

von adorno zu mao

03.06.2011 – 19:00 Uhr – GWZ 2.0.10, Beethovenstraße 15, Leipzig

„Von Adorno zu Mao. Über die schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung“

Lesung & Diskussion mit Jens Benicke

Durch die antiautoritäre Studentenbewegung kommt die Kritische Theorie in Deutschland zum ersten Mal praktisch zur Geltung. An Adorno, Horkheimer und Marcuse orientierte studentische Theoretiker wie Hans-Jürgen Krahl, Frank Böckelmann u.a. gewinnen Mitte der sechziger Jahre im »Sozialistischen Deutschen Studentenbund« (SDS) kurzzeitig die Oberhand und drängen die traditionslinke Strömung zurück. Doch dieser erfreuliche Zustand ist nur von kurzer Dauer, denn schon auf dem Höhepunkt der Protestbewegung entstehen aus der antiautoritären Bewegung neo-leninistische Strömungen, die die Kritische Theorie als »kleinbürgerlich« zurückweisen. Damit einher geht auch die Abwehr und Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Dabei waren es doch gerade Mitglieder des SDS, die in den fünfziger und frühen sechziger Jahren immer wieder das Schweigen der postfaschistischen Gesellschaft gebrochen hatten. Die darauf folgende schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung und die Konstitution der mao-stalinistischen K-Gruppen bedeutet dann die endgültige Abkehr eines großen Teils der Protestbewegung von der Kritischen Theorie.

tied and tickled trio.

tied tickled trio

Mi, 01.06., 21.00 Uhr, Centraltheater Leipzig

Tied & Tickled Trio

Wenn Musiker aus der Indie-Ecke ihre Liebe zum Jazz entdecken, geraten die Akteure regelmäßig an die Grenzen ihrer Fähigkeiten. Das Ergebnis sind oft gut gemeinte, aber letztlich an der Oberfläche verharrende Reminiszenzen an längst verbrauchte Stilregister. Zu den wenigen Ausnahmen zählt das TIED & TICKLED TRIO, das langlebigste und ambitionierteste Seitenprojekt, das die Gebrüder Micha und Markus Acher nun schon seit 1994 neben ihrer Stammband THE NOTWIST betreiben. Für ihre achte Albumveröffentlichung hat sich die auf mittlerweile dreizehn Mitglieder angewachsene Formation mit Billy Hart zusammengetan. Der aus Washington D.C. stammende Schlagzeuger hat auf mehr als 600 Alben mitgewirkt, darunter Einspielungen mit Koryphäen wie Otis Redding, Sam And Dave, Wes Montgomery, McCoy Tyner, Wayne Shorter, Herbie Hancock, Pharoah Sanders, Stan Getz, Miles Davis und viele mehr. Am 1. Juni hebt das TIED & TICKLED TRIO im Centraltheater die Grenzen zwischen Postrock, Indietronics, Freier Improvisierter Musik und Third Stream Jazz auf und tritt den Beweis an, dass all diese Idiome friedlich miteinander koexistieren können, wenn nur genügend Menschen mit offener Geisteshaltung, technischem Können, musikalischem Tiefgang und vor allem mit der nötigen Spielfreude auf der Bühne stehen.

Christoph Gurk

(centraltheater leipzig)