Archiv für Juni 2011

footloose fest.

footloose fest

FOOTLOOSE FEST 1. & 2. Juli 2011, ://about blank, markgrafendamm 24C, BERLIN

Freitag, 1. Juli, ab 20Uhr

PUNCH (fastcore, US)

“Punch is a thrashcore band based in San Francisco, California, recognizable by fast, heavy sound with pulverizing breakdowns, intelligent song structures and absolutely plastering vocals.”

ALPINIST (düster hc)

“sind eine vierköpfige Hardcore/Crust Band aus Münster. “

MAKE OUT! (catchy post-punk)

“make out friends and sleepover pals are playing trashy party tunes and have lots of fun. drawing influences from pajouh and various no new wave post punk ndw bands. most of our songs have a feminist antisexist content. we would love to see you dance your ass off to them. we’d really like to play at your place, show, party… hang around with you and raid the cheap thrift stores of your city! “

Samstag, 2.Juli ab 16Uhr im Garten:

Vegane Leckereien, Distros, Infostände und Livemusik von:

TONAL NOMAD (impronoise)

Members von Me, Ship und Tyran Tyran zeigen erstmals auf der Bühne, was sie zu Hause sonst so machen. Impronoise. Nerdin’ it up!

WE SHOULD BE HIPPIES (nerdfolk)

<3 <3 <3

DIRTY DIAMOND (country)

Mit Gitarre und Mundharmonika wird da auch schon mal Black Flag gecovert. Klingt aber auch sonst supertoll. Lasst euch überraschen!

HENRI PARKER (songwriterkrams)

Singer/Songwriter aus Hamburg

Ab 20Uhr Drinnen:

PLANKS (doom)

“SOUNDS LIKE: Old Man Gloom, Breach, Damnation A.D., early Isis, Mastodon, Cursed, Perth Express with a hint of black metal.
HISTORY: PLANKS is a three-piece band founded in early 2007 after the old band of frank (bass) and ralph (guitar/vocals) ‘’hellstroem’’ broke up. in benny they found an incredible drummer who also plays drums for a crust band calles ‘’gunmob“.”

THE BLUE SCREEN OF DEATH (electropunk)

“The Blue Screen of Death is a german digital Punk band from Göttingen, using pieces of a drum, a Bass, Gameboysounds, some effects. Everything is overlapped by a female shouting voice.
The blue screen of death machen elektronisch-8bit-mäßigen Punk. Weil sie besser Computer spielen als Gitarre. Die Band wurde 2007 in Göttingen gegründet, wo ihre Mitglieder seitdem auf der Strasse angefeindet und gelegentlich auch verhauen werden, von richtigen Punkern, in deren enges Weltbild sie nicht passen. Dabei bringen sie alles mit was eine richtige Punkband ausmacht.”

ROBOTRON (electropunk)

“Robotron deflect their musical skills through a prism of old skool Zerstörungswut, and a self-made Theremin. Their slogan we are not weird was ultimately proven wrong, when they created a lottery for a cheese sandwich, prepared by themselves on stage during the show. Inside that sandwich was a crowd of tiny gibbons, covered in electro-punk chili-sauce, having a food fight. With an übelsten German accent, never before has the line fuck on the grass been delivered as casual!”

WAREHOUSE (post-hc)

“Warehouse gibts zwar scheinbar auch in Indonesien, aber die hier sind neu und fancy und heiß und bla… ‘Eightiespunkpostwhatever’ including tackleberry, ex-creetins, frau potz and late bloomers fame. Hailing from Kiel, Northern Germany. Hauke, Michel, Matthias, Aiko Awesome!”

LARA KORONA (postrock/hc)

“Lara Korona is a hardcore/ postrock fivepeace from Dippoldiswalde/ Dresden/ Berlin/ Germoney . Their early songs sounded more punk- and screamo- driven. now back on track with heavier tunes.”

Danach FOOTLOOSE FEST meets CLASH OF THE TITANS!
Gartenfloor: Disco, Pop und 80s(-Punk) hosted by FOOTLOOSE DJ SQUAD.

Mainfloor:

FFF (Murder channel, Planet mu)

ZFE (hirntrust grindmedia)

AMBOSS (sub/version)

H-KON (clash of the titans)

HETZA (clash of the titans)

PASTEE (clash of the titans)

POINGI (clash of the titans)

<3 <3 <3

Endlich wieder ein FOOTLOOSE FEST! Nach dem wir drei Jahre im sonst so sonnigen Freiburg unser Festival bei strömendem Regen abhalten mussten, haben wir nach zweijähriger Pause einfach den Ort und das Wetter gewechselt! Deshalb ist das Festival jetzt in Berlin, und zwar im heißen Juli. Das heißt nicht nur planschen und Strandfeeling im riesigen ://about blank-Garten, sondern auch tolle Bands und lustige After-Show-Parties, wie jedes Jahr! Und hey, wer braucht da schon die Fusion?

Wir hoffen, dass wir trotz der großstädtischen Übersättigung mit guten Shows ein paar Gemüter mit dem Festival erfreuen können, und dass sich auch ein paar eingefleischteFans aus dem Süden auf den Weg machen werden. Und damit das ganze eben nicht nur ein “normales” Berliner Konzert mit vielen tollen Bands ist, versuchen wir euch ein nettes, (politisches) Rahmenprogramm zu bieten.

Infostände, Distros, Veganer Kuchen und Programm auf der Gartenbühne!

Wir haben keinen Bock auf Rumgemacker, sexistische, homophobe o.Ä. Sprüche oder beschissenes “Tanz-“verhalten. Wer uns oder andere nervt muss gehen.

NO TOUGH-GUYS OR OTHER SEXIST BEHAVIOR, NO HOMOPHOBIA, NO RACISM, NO ANTISEMITISM. NO BULLSHIT.

footloosefest.tumblr.com

fyoelk. sewn leather. marcel du swamp.

fyoelk marcel du swamp sewn leather

donnerstag 30. juni, karlhelga, wagenplatz klingenstraße 16, leipzig plagwitz

SEWN LEATHER (us)

MARCEL DU SWAMP (us)

FYOELK (nl)

clawsofsaurtopia.tumblr.com

no means no.

29.Juni UT Connewitz, Doors: 20.00 – Start: 21.00

UT & das SchubladenKonsortium laden ein:

No Means No (can/Wrong)

TOO OLD TO DIE YOUNG! DIY Punk Veteranen mit sympathischem Eishockey-Fetisch und HITSHITS HITS: Eine der wichtigsten Punk/Post-Punk Institutionen des nordamerikanischen Undergrounds! NMN, aus Vancouver, von den Wright Brüdern 1979 gegründet. Die Mitglieder der Band treten gerne unter Pseudonym auf, so sind die Brüder Wright auch als „Mr. Right“ und „Mr. Wrong“ bekannt. Auf die Spitze getrieben wurde dies von dem Gitarristen Andy Kerr, der auf keinem Album unter seinem richtigen Namen auftrat, sondern sich Namen wie „…Uuuuh…“, „Buttercup“ oder „None of your fucking business“ gab… Ihr Stil hebt sich durch ihre starke, durch Funk inspirierte Rhythmik vom Standard Punk/Hardcore ab. Er wird besonders geprägt durch das dominierende und treibende Bassspiel von Rob Wright und den Breakbeats seines Bruders John. In den Texten beschäftigen sich No Means No mit politischen Themen, Familiendramen, psychologischen und zwischenmenschlichen Themen und kanadischem Lokalpatriotismus. Oft sind in den Texten apokalyptisch anmutende Bilder anzutreffen, dies steht im Kontrast zu der meist ausgelassenen Stimmung auf ihren Konzerten. Das Ganze mit grandios, bissig, tiefschwarzem Humor geräuchert. Eines sollte klar sein: Es handelt sich bei NMN nicht um eine „Wir wollen´s noch mal wissen oder wenigstens Kohle machen“-Bands die sich zuletzt viel zu oft reformierten und enttäuschten – Es geht hier um eine Band die seit mehr als 30 Jahren relevanten und interessanten Punk abliefert. Fuck Yeah!

Noem (d/Static Age)

Vielversprechender Noiserock Nachwuchs der knackig druckvoll Jesus Lizard Freunde in Entzueckung versetzen duerfte. Versprochen!

Arabischer Nationalismus, Islam und die Auslandspropaganda der Nationalsozialisten.

Mittwoch, 29.06.2011 – 18.30 – Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle

Vortrag von Vera Henßler (Berlin) mit einer Einführung von Hannes Bode (Halle)

Vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges herrschte bei den für die Auslandspropaganda zuständigen NS-Ämtern bezüglich einer Propaganda in die „arabische Welt“ starke Zurückhaltung. Grund dafür war die nationalsozialistische Außen- bzw. Bündnispolitik, so stand z.B. die enge Verbindung mit der Kolonialmacht Italien einer Einbindung nationalistischer und gegen die Kolonialmächte gerichteter Bewegungen im Nahen Ostens entgegen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden neue Voraussetzungen geschaffen, die deutsche Propagandastrategie änderte sich, und der Nahe Osten wurde zunehmend Ziel einer vor allem antisemitischen, nationalistischen Propaganda. Im Mittelpunkt stand die Propagierung einer „jüdischen Weltverschwörung“, die sich sowohl gegen Deutsche als auch gegen (arabische) Muslime richte. Die zeitgenössischen nationalistischen Diskurse wurden dabei geschickt und mit Hilfe orientalistischer und islamwissenschaftlicher Expertise mit religiösen Traditionen verknüpft, arabische Nationalisten wie Amin el-Husseini, der “Mufti von Jerusalem”, wurden in die Propagandaarbeit mit eingebunden.

In der Einführung wird die Genese des arabischen Nationalismus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch im Nahen Osten zur mächtigen Ideologie geworden war, und der deutsche Einfluss während des Ersten Weltkrieges beleuchtet werden. Im Vortrag der Historikerin Vera Henßler geht es dann um die Entwicklung der deutschen Propaganda in den arabischen Raum im Zusammenhang mit Kriegsstrategie und Außenpolitik der Nationalsozialisten sowie die Funktion des Antisemitismus und dessen Verknüpfung mit anderen Ideologemen in diesem Kontext.

Infos: http://www.aktualitaet.tk

(via critique aujourd‘hui)

rosetta. city of ships. radare.

rosetta city of ships radare

Samstag, 25. 6., 21:00, Zoro, Leipzig

ROSETTA (usa):

instrumental post-rock. kombinieren super verspielte ambient soundscapes mit düster-schweren post-metal passagen … das ganze lässt dann oft an explosions in the sky, russian circles & co denken, rosetta selbst nennen das „metal for astronauts“

http://www.facebook.com/pages/Rosetta/278132256137?sk=info
http://rosettaband.com/
http://www.myspace.com/rosetta

CITY OF SHIPS (usa):

rocktrio aus florida – fusion aus post-hardcore und post-rock die dann doch irgendwie ganz schön an 90iger grunge/alternative erinnert. intensiv & atmosphärisch-melodisch & heavy zugleich

http://www.myspace.com/cityofships
http://www.facebook.com/pages/City-of-Ships/6616304498
http://www.cityofships.com/

RADARE (d):

die actress-nachfolger aus spießbaden mit verspielt/verträumten postrocksongs in überlänge, die bei den gelegentlichen verzweiflungsausbrüchen auch mal ordentlich knallen …

http://www.facebook.com/radare
http://www.myspace.com/radareradare

cry me a river fest.

cry me a river fest

24. und 25. juni 2011, peckeloh/versmold

CRY ME A RIVER FEST 2011:

BLACK EVEREST / THOU / CITIZENS / HAMMERS / ADORNO / DRAINLAND / BEAU NAVIRE / ALPINIST / ZANN / LICH / VELOZ / PLANKS / JUNE PAIK / MOLOCH / SUCKINIM BAENAIM / LENTIC WATERS / RAEIN

„Hegemonie, gepanzert mit Zwang“.

Mi, 22.06.11 ** 18.30 ** Melanchthonianum, Uniplatz

Einführung in die staatstheoretischen Überlegungen von Gramsci, Althusser und Poulantzas

Vortrag von Moritz Zeiler (Bremen)

Im Kontrast zum Sowjetmarxismus – quasi dem ‚östlichen Marxismus‘ – verstanden Theoretiker des Westlichen Marxismus wie Antonio Gramsci, Louis Althusser und Nicos Poulantzas den Staat nicht nur als Repressionsinstrument zur kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung der arbeitenden Klasse. Mit Begriffen wie Hegemonie, Konsens und Zivilgesellschaft versuchte Gramsci in den 1920ern zu analysieren, wie sich staatliche Herrschaftslegitimation gestaltete und reproduzierte. Jahrzehnte später griffen Althusser mit seinen Begriffen repressive und ideologische Staatsapparate und Poulantzas mit seiner Interpretation des Staates als „materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen“ diese hegemonietheoretischen Überlegungen wieder auf und entwickelten sie weiter. Die Veranstaltung möchte in die zentralen Thesen und Begriffe von Gramsci, Althusser und Poulantzas einführen. Dabei soll diskutiert werden, was die Potentiale aber auch Defizite einer hegemonietheoretischen Interpretation des Staates sind. Denn Gramscis Überlegungen um Hegemonie und Gegenhegemonie wurden und werden nicht nur in linken Kreisen diskutiert, welche materialistische Staatskritik als einen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Emanzipation von Zwangsverhältnissen verstehen. Sondern sie faszinieren ebenso die Neue Rechte, deren Streben nach kultureller Hegemonie und national befreiten Zonen unter anderem auch Resultat einer reaktionären Gramscilektüre ist.

Nächster Vortrag in der Reihe mit Alex Gruber (Wien) am 05.07.2011:
Die Differenz als Souverän. Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Staatskritik.

Eine Veranstaltung des AK Kritische Intervention im Alternativen Vorlesungsverzeichnis des Stura der Universität Halle.

traeume versenken.

traeume versenken

Sonntag 19. Juni 15 Uhr // U-S Bahn Landungsbrücken, Hamburg

„Ein Schiff wird kommen und meinen Traum erfüllen und meine Sehnsucht stillen die Sehnsucht mancher Nacht“: Eine Landkarte ohne Israel

Demo anlässlich der zweiten Free-Gaza-Flottilla

Am Ende dieses Monats soll zum zweiten Mal ein Schiffskonvoi gegen Israel und in Richtung Gaza-Streifen ablegen. Auch die „Mavi Marmara“, die im Mai des vergangenen Jahres von israelischen Einheiten erstürmt wurde, wird von Istanbul aus starten und die zweite Gaza- Flottille anführen. Dabei wird von den Organisator_innen in diesem Jahr jedoch auf eine stärkere internationale Beteiligung gesetzt. Statt der sechs Schiffe im letzten Jahr sollen jetzt bis zu 15 Schiffe ablegen besetzt mit etwa 1.500 Teilnehmern aus mehr als 100 Ländern. Diese Flotte soll überwiegend von Europa aus starten, darunter auch ein deutsches Schiff, das voraussichtlich am 19. Juni in Hamburg ablegen wird.

Bereits im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass es den Organisator_innen nicht um die vorgebliche Lieferung von Hilfsgütern ging. Obwohl die israelische Regierung angeboten hatte, die Güter im Hafen von Ashdod entgegenzunehmen und auf dem Landweg nach Gaza weiterzuleiten, bestand die Flottille darauf, die Blockade brechen zu wollen. Inzwischen ist der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wieder geöffnet, über den Güter auch ohne Kontrolle Israels in den Gazastreifen gebracht werden können. Die Flottille ist ihrem offiziellen Anliegen nach vollkommen überflüssig und offenbart sich dieses Jahr mehr als das Propagandamanöver im Sinne der Hamas, das sie letztes Jahr schon war: Einer deren „Führer“, wie es immer heißt, Ismail Haniya hatte sich bereits im Vorfeld gefreut: „Wenn die Schiffe Gaza erreichen, ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das ebenfalls ein Sieg.“

Nachdem die „Mavi Marmara“ der Aufforderung der israelischen Marine das Schiff abzudrehen – welche mit „Shut up, go back to Auschwitz“ beantwortet wurde – nicht nachkam, stoppte die Marine das Schiff am 31. Mai 2010. Obwohl die israelische Regierung bereits angekündigt hatte, den Konvoi daran zu hindern die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, beharrten die Aktivist_innen auf ihrem Plan. Dabei wurden neun Flottillen-Aktivisten getötet und über vierzig Aktivisten sowie sieben israelische Soldaten verletzt. Die internationale Öffentlichkeit verurteilte nun weder die Organisator_innen der Flottille, noch die Aktivist_innen, die bewusst in eine militärische Abwehr fuhren und ihr Leben aufs Spiel setzten, um Israel in eine gewaltsame Auseinandersetzung zu drängen. Das Ziel einer internationalen Verurteilung Israels, das wie jeder Staat seine Souveränität gegen die Aggression verteidigte, wurde erreicht: Die Europäische Union und die Vereinten Nationen forderten eine internationale Untersuchung des Vorfalls während in Deutschland die Delegitimierung Israels ihren vorläufigen Höhepunkt in der einstimmigen Annahme des Antrags „Ereignisse um die Gaza-Flottille aufklären – Lage der Menschen in Gaza verbessern – Nahost-Friedensprozess unterstützen“ im Deutschen Bundestag fand.

Im Duktus des ausgewogenen „ehrlichen Maklers“ – Deutschlands Lieblingsrolle seit Bismarcks Zeiten – wurde dabei festgestellt: „Die Blockade Gazas ist kontraproduktiv und dient den politischen und Sicherheitsinteressen Israels letztlich nicht.“ Was Israel „dient“, entscheiden Deutsche, heißt dies im Klartext. Norman Paech, der als einer von drei Abgeordneten mit den Kolleginnen Höger und Groth von der Partei „Die Linke“ auf der Schiffen mitgefahren war, träumte den Traum von der Unterwerfung Israels durch Deutschland offener weiter: Das nächste Gaza-Schiff könnte doch, so schlug er auf einer öffentlichen Veranstaltung in Hamburg vor, gleich von der deutschen Marine begleitet
werden.

Nach der Gaza-Flottille 2010 wurde relativ bald bekannt, dass die IHH, die Foundation for Human Rights and Humanitarian Relief (Insan Hak ve Hürriyetleri Insani Yardım Vakfı), eine der wichtigsten Initiatorinnen der Flottille, nicht nur als Hilfsorganisation agiert, sondern ebenso eine mit Milli Görüş verbandelte türkische Finanzierungsorganisation des internationalen Islamismus ist. Hinzu kamen Informationen über Abschiedsbriefe einiger Mitglieder der IHH, in denen sie erklärten, als Märtyrer sterben zu wollen. Dies führte dazu, dass sich die Linkspartei inzwischen auch wegen ihrer Beteiligung an der Gaza-Flottille mit der Kritik am Antisemitismus ihrer Mitglieder auseinandersetzen musste. Nach aktuellen Berichten in verschiedenen Tageszeitungen über eine Studie von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt zum Antisemitismus in der Linkspartei, wurde am Dienstag der vergangenen Woche noch eilig ein Beschluss gefasst, der unter anderem den Fraktionsmitgliedern eine Beteiligung an der neuen Gaza-Flottille untersagt.

Doch wie das Konzept einer Internationalisierung des sogenannten Nahostkonflikts zur Einschränkung Israels staatlicher Souveränität im Zusammenhang mit der neuen Gaza-Flottille funktionieren könnte, zeigt die Fraktion der Europäischen Vereinigten Linken im EU Parlament: Sie stellte am 23. Mai die Anfrage, welche Maßnahmen der Europäische Rat zu ergreifen beabsichtige, um „eine Wiederholung der tragischen Ereignisse vom 31. Mai 2010 zu vermeiden und den Schutz der Menschenrechtsaktivisten sicherzustellen“ und dafür Sorge zu tragen, dass die „internationalen Menschenrechtsstandards eingehalten werden“ – dies zielt auf mindestens eine politische, wenn nicht militärische Intervention ab.

Fünf Tage zuvor war bereits aus derselben Fraktion drohend gefragt worden: „Beabsichtigt die EU, angesichts der Teilnahme von Delegationen der EU-Mitgliedstaaten sowie der Anwesenheit von Mitgliedern des Europäischen Parlaments alle Maßnahmen einzuleiten, um die Unversehrtheit ihrer Bürger sicherzustellen?“ Der von Norman Paech erträumte „Geleitschutz“ durch die deutsche Marine wächst hier zum europäischen Einsatz für die “internationalen Menschenrechtsstandards“, der getrost die bewaffneten Islamisten auf der „Mavi Marmara“ ignorieren kann.

Die Menschenrechtsrhetorik der Organisator_innen und Unterstützer_innen der Flottille dient dem agitatorischen Zweck, Israel an den Doppelstandards zu blamieren, denen seine staatliche Souveränität unterstellt wird. Der Unwille der in den palästinensischen Gebieten regierenden Parteien, die eigene Außengrenze und damit auch Israels Grenze zu garantieren, wird Israel projektiv zum Vorwurf gemacht. Denn solange die palästinensischen Parteien nicht gewillt sind, etwa Raketenbeschuss und Waffenschmuggel zu verhindern bzw. über kein Gewaltmonopol verfügen, dies durchzusetzen, wird Israel gezwungen sein, auch die Kontrolle der Israel abgewandten Seite der Grenze der Autonomiegebiete als eigene Aufgabe zu begreifen. Für diesen außerlegalen Zustand kann es keine Norm des internationalen Rechts geben, Verfahrensweisen können höchstens in Vereinbarungen festgelegt werden, wie es das Gaza-Jericho Abkommen eines war. Dies aber auch nur dann, wenn sich beide Seiten als quasi-staatliche Gewalt anerkennen mit der Absicht, diese Gewalt in Zukunft nicht mehr gegeneinander zu wenden. Die Friedens- und Menschenrechtsrethorik strebt dies nicht einmal an, wenn mit ihr Aktionen unterstützt werden, die Israel in eine solche Lage bringen. Sie nutzt vielmehr den objektiv außerlegalen Zustand, um die Legalität der israelischen Souveränität zu negieren. Auf Basis dieser, dem Schema antisemitischer Projektion folgenden Verkehrung, kann dann selbst noch ein Bundeswehreinsatz als friedenschaffende Maßnahme erscheinen, obwohl er der Sache nach eine Kriegserklärung wäre. Sie reiht sich ein in Aktionen wie zuletzt den Aufmärschen, mit denen versucht wurde, die israelische Grenze im Golan zu überwinden, wobei das syrische Regime und die PFLP-GC viele Tote in Kauf nahmen. Trauernde Angehörige setzten daraufhin das Hauptquartier der PFLP-GC in Damaskus in Brand – und zeigten damit mehr Vernunft als Teilnehmer_innen der Flottille 2010, die wie Norman Paech, auch nach Konfrontation mit Videoaufnahmen, bis auf zwei Stöcke in den eigenen Reihen keinerlei Waffen gesehen haben wollten.

Diese Versuche, Israels Territorium und Souveränität zu verletzten, die Einigung von Fatah und Hamas auf die einseitige Ausrufung eines palästinensischen Staates und nicht zuletzt die Neuauflage der Gaza-Flottille sollen Israel in der Weltöffentlichkeit in die Defensive zwingen: Indem es zu Reaktionen auf „friedliche“ Provokationen gezwungen wird, soll mit Bezug auf das „Völkerrecht“ Israels Verteidigung seiner staatlichen Souveränität delegitimiert werden. Basierend auf dieser Strategie konkurrieren inzwischen auch die Türkei mit dem Iran oder Syrien, während die EU sich bislang noch als mahnender „Freund und Partner“ geriert.

Das aus dem Hamburger Hafen auslaufende Schiff ist Teil der internationalen Kampagne gegen den jüdischen Staat. Gegen alle Angriffe auf die Souveränität Israels und seiner Selbstverteidigung rufen wir für den 19. Juni zu einer überregionalen Demonstration nach Hamburg auf.

Solidarität mit Israel!

(traeume versenken)

thou. victims.

thou victims

sa 18.06, 22 h, zoro

victims (swe) … wir bangen die ganze nacht … d-beat-atzenparty! auf stadionrock gebügelter hardcore für die zehnte generation – sauber, fett, konsens – pop?

thou (usa) kompromisslos in text und musik, verbindet diese band aus baton rouge, louisiana eindrucksvoll die einsamkeit & kälte von black metal, die wut von doom und die ambition von postrock. wasser wird zu öl – luft zu rauch!

moloch (uk) nottingham’s finest deliver you a pure punch in your face: southern sludge / swamp doom without any compromises

muck (isl) noisig-vertrackter hardcore, hecktisch-intensiv nach vorne mit einer angenehmen pdosis 90er new school

wooden wand.

18.Juni, 22.00, Kunstraum Harkort (Harkortstrasse 3/gegenueber Bundesverwaltungsgicht), Leipzig

Gut Wie Gold & das SchubladenKonsortium laden ein: Finisage zur Ausstellung „Desinging Design“

Wooden Wand (James Jackson Toth/us/Young God Rec.)

Es ist soweit, nach Jahren des Wartens kommt Wooden Wand (James Jackson Toth) nach Leipzig. Kaum ein anderes Genre ist derart durchsetzt mit überladener Drittklassigkeit wie jenes der Singer/Songwriter. Scheinbar wie Sand am Meer zu haben, sind die Echten wirklich rar…

Michael Gira, Chef der Swans und des Young God Labels (James Blackshaw, Mi & L’au) hat die Qualitäten des Neo-Hippies erkannt und den Singer-Songwriter in James entdeckt. Nach Veröffentlichungen auf Ecstatic Peace!, dem Label von Thurston Moore (Sonic Youth), Arbeiten mit Nels Cline & Carla Bozulich und einem kurzen Ausflug in die Gefilde der Major Companies ist James Jackson Toth mit „Death Seat“ weiter auf seinem Weg in die Tiefe. James ist Melancholie, ist gesegnet mit Stimme und Liedern und lebt Leid und Qual, für die ein Mann seines Genres steht.

Es ist erstaunlich, dass dieser herausragende Singer/Songwriter, hierzulande so unbekannt ist – allein beim Lesen der Liste befreundeter Musiker die ihm bei der Entstehung der neuen Platte halfen duerfte geneigten RezipientInnen der Mund waessrig werden – Lambchop, Silver Jews oder Mercury Rev seien als Beispiele genannt.

DJs: Karote an der Schnur (Pittelbox RFX/The Hoff/Paime Rodimus)