Archiv für April 2011

Mobilisierungsveranstaltung zum Naziaufmarsch am 1. Mai in Halle

Mittwoch, 27.04.2011, Einlass: 19:00 Uhr, Conne Island, Leipzig

Mobilisierungsveranstaltung zum Naziaufmarsch am 1. Mai in Halle

Info- und Mobilisierungsveranstaltung der Leipziger Antifa (LeA) und Vertreterinnen der Antifaschistischen Gruppen aus Halle zum 1. Mai in Halle

siehe auch: nonazisinhalle.tk

Der Staat – ein vernünftiges Ungeheuer? Zur Kritik der neuzeitlichen Legitimationsversuche des Gewaltmonopols

Dienstag, 26.04.11 – 18.30 – Melanchthonianum, Uniplatz, Halle

Vortrag und Diskussion mit Ingo Elbe (Bochum)

Mit der Entstehung des modernen Kapitalismus zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wandelt sich mit dem Menschenbild auch das Nachdenken über die Legitimität und Funktion von Herrschaft. Der Staat wird nicht mehr im Rahmen einer göttlichen Weltordnung fundiert, sondern soll sich als künstliches, aber vernünftiges Produkt menschlichen Handelns ausweisen.
Der Vortrag soll ausgehend vom Gründungsdokument bürgerlicher politischer Philosophie, Thomas Hobbes’ ‚Leviathan’ (1651), einen Überblick über die Begriffe und Mythen der neuzeitlichen politischen Philosophie geben. Es soll zugleich gezeigt werden, wie die frühbürgerlichen Denker mit dem Anspruch einer Rechtfertigung des modernen Staates wichtige Einsichten über dessen Wesen offen bis zynisch aussprechen: Der Leviathan, den Hobbes als Bild für das Gewaltmonopol wählt, ist immerhin ein Ungeheuer…

(via critique aujourd‘hui)

Out of the Sky into the Dirt Fest

Samstag, 23. April 2011 – Sonntag, 24. April 2011, Superkronik / Vleischerei/ Uschis Hardcore Imbe,Karl- Heine Strasse, Leipzig

two days of progresssive HC/Ambient/ doom/ sludge music

Line up:

23.04.2011

Lento (Italia)
Blckwvs (germany)
Terminal Soundsystem (australia)
Wasted Struggle (hungary)
Moa (germany)
Sailing On (germany)

24.04.2011

Nothing (germany)
Mother (czech rebuplic, ex-thema eleven)
Arktika (cologne, germany)
Grinding Halt (netherlands)
Mnmnts (germany)
Arroyo (germany)

- with vegan brunch
- cinema etc.

check them out go there

ten volt shock. electric electric. ono fuck one. plök.

ten volt shock

22-04-11, reil78

Ten Volt Shock

haben einen unglaublich energetischen sound der nach vorn geht zu fett um es postrock zu nennen, zu gediegen um hardcore zu sein, durch den sänger und gitarristen von „kurt“ sind durchaus parallelen zu ziehen zu diesem legendären dreiergespann

Electric Electric
aus straßburg mischen lifeelektronik mit instrumentalen bass, gitarrengewitter, schweifen aus zu experimentalsounds und kehren zurück zu richtig tanzbaren electrobeats, sehr feine sache

onefuckone

aus italien betreiben einen slowbeatelectro, düster, pittoresque, fast wave mit heruntergebasstem gesang

Plök
aus dänemark, flotter noise mit loops und soundmaschine, auch hier mehr elektronik als üblich bei noisebands, kurze rythmuswechsel, heller gesang

djs:

johann v. cargo
garagepunk and bluesswamp

barney gumbel
exotic trash

nazis wegbassen soliparty

nazis wegbassen

GRÜNDONNERSTAG 21.04.2011, REILSTRAßE 78, 22:00

NAZIS WEGBASSEN SOLIPARTY

line up:

BASSFLOOR:

-CAPTAIN ILLY NOIZE
-CASIMIR VON OETINGEN
-CLYDE YOUNG
-PAUL REH.WIND
-ALAN D.

BALKANTRASHELEKTRODUBSTEPDISKO:

AROUND THE TABLE
VS.
ALL NIGHT LONG

birds in row.

birds in row

Donnerstag, 21. April · 21:00 · Uschis Hardcore-Imbe · Zschochersche Str. 23

Birds in Row (France) + Rorcal (Switzerland)

pianos become the teeth. suis la lune.

pianos become the teeth

20.4., zoro

PIANO BECOMES THE TEETH + SUIS LA LUNE + TERRAFORMER

Mi, 20.04.2011, neues Hühnermanhattan

OMNIpresents:

Red Tape (Kopenhagen) Labelnight (www.redtape.dk) mit:

Melting Walkmen www.myspace.com/meltingwalkmen
Papir www.myspace.com/papirband
Governor of Alaska www.myspace.com/governorofalaska
My Polaris Artillery www.myspace.com/mypolarisartillery

der diskurs zum tode

Mittwoch, 20. April 2011, 19 Uhr, Melanchthonianum

Der Diskurs zum Tode.

Poststrukturalismus als deutsche Ideologie.

Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis.

Dass Geschlecht, Rasse und Nation Konstrukte sind, die durch nationalistische, sexistische, rassistische oder antisemitische Diskurse erzeugt werden und denen durch die Methode der Dekonstruktion entgegengearbeitet werden könne und müsse, ist in der heutigen radikalen Linken ideeller Gemeinplatz. Poststrukturalistische Autoren wie Judith Butler und Michel Foucault, aber auch Gilles Deleuze und Jacque Derrida sind en vogue.Vielfach werden sie mit Marx und Ansätzen der kritischen Theorie Horkheimers und Adornos gemixt, hätten sie alle doch angeblich ein gemeinsames Bestreben, nämlich dem Besonderen und Unterdrückten eine Stimme zu verleihen und es zu befreien. Der Vortrag will Herkunft und Wirkung des postmodernen und poststrukturalistischen Denkens darlegen und es der Kritik unterziehen. Anhand ausgewählter linksradikaler Publikationen werden die teilweise verheerenden Folgen dieser Art von Theorie für linksradikales Denken und ihre gegensätzliche Stellung zu einer materialistischen Gesellschaftskritik aufgezeigt.

Martin Dornis ist freier Autor/Referent und wohnt in Leipzig. Er versteht sich als materialistischer Gesellschaftskritiker.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Antifaschistischen Hochschultage 2011 der ag antifa.

caspian.

Dienstag 19.04., 21.00, nato

Caspian (USA)

Eine der fesselndsten Instrumentalrockbands, die aus Boston stammenden Caspian, steigern sich von Album zu Album. Ihr drittes glänzt in teils dunklen, teils gedeckten Farben auf 9 fesselnden Songs für Menschen mit Imaginationsvermögen, mit einem ausgewogenen Spiel aus Laut und Leise und Leise und Laut (wobei die Übergänge manchmal fließen, manchmal abrupt kommen). Ambient, Postrock auf der einen Seite, eine mächtige Heaviness und ein druckvoller Monolith auf der anderen Seite. Seelenverwandtschaften auf Augenhöhe zu Mogwai und Explosions in the Sky sind nicht von der Hand zu weisen, gerade was das Zusammenspiel von Dynamik und Melodiosität anbelangt.

Audiocæneat!

Gerade für Post-Rock-Bands ist es wichtig, live präsent zu sein und in der Interaktion mit dem Publikum die eigenen Qualitäten zu verfeinern und an und in den eigenen Songs zu wachsen. Audiocæneat! beherzigen diese Weisheit und blicken längst auf Support-Gigs für Blueneck, Long Distance Calling, Heirs und Three Steps To The Ocean zurück. All diese Gruppen arbeiten in ihrem musikalischen Schaffen reflektiert, bedächtig und mit starken Kontrasten und Gegensatzpaaren. Folglich ist die beständige Dynamik ein wesentliches Charakteristikum der »Red Sessions«; muss es auch sein. Das Quartett, dessen Mitglieder in Dresden und Berlin leben, gibt sich in den Arrangements seines Debüts rhythmisch vertrackt, bisweilen kopflastig verfrickelt und in anderen Passagen zwanglos rockig oder auch schwelgend zurückgenommen. Wüste Eruptionen mit introvertierter Defensive zu verbinden ist gerade im Post-Rock eines der Mittel, mit dem man Hörer fesselt. Solange sich die Strukturen am Ende schlüssig auflösen und sie sich entlang des Weges flüssig entwickeln. In den Stücken von Audiocæneat! ist das der Fall, so dass man sich ganz auf die Intensitäts- und Schweregrade und die wachsende Atmosphäre konzentrieren kann.

extra life. sons of noel and adrian. laish.

extra life

Dienstag, 19.04.2011, 20:00 Uhr, Conne Island

postland & altin village present:

Extra Life (loaf/US)
Sons of Noel and Adrian (pias/UK)
Laish (UK)

„I‘m still a kid but soon I will be dead“

2011 ist fast alles schon mal da gewesen, selten zieht dem Publikum noch irgendwas die Schuhe aus. Seit geraumer Zeit summieren sich die Bands, die der geneigten Zuhörerschaft kaum ein Wippen oder Nicken gönnen wollen. Das ganze Konzept von Unterhaltung wird durch Verstörung, Belastung und Dissonanzen torpediert. So spielen die New Yorker XIU XIU seit vielen Jahren mit dieser Verzerrung und dem Schmerz, zum Ende des letzten Jahres punkteten Bands wie Parenthetical Girls, Former Ghosts und Liturgy mit spitzen Releases dieser entrückten Art.

EXTRA LIFE sind auf jeden Fall auch so eine Band, die es dem Publikum nicht unbedingt einfach macht. Musikalisch ist das schwer zu fassen oder auf einen Begriff zu bringen. Avantgarde auf jeden Fall, aber was heißt das schon.
Das Trio aus NYC bewegt sich zwischen so genannter Renaissance-Musik und Noise, Akkustikgitarren, Geigen, Harfen, scheppernde Bässen und Doublebass-Einsätzen.
Das Ganze wirkt wie eine Matheklausur, mindestens so wie ein größerer Test. Um den theatralisch repetativen Gesang von Charlie Looker strickt sich ein beklemmendes Kleid aus Tempowechseln, Metallkanten, besänftigenden Melodien und Texten über Zerfall und Tod. Das alles ist irgendwie wahnsinnig, schräg und tatsächlich neu, zumindest fehlen tatsächliche Referenzen. Hippsterherzen lässt das weltweit höher schlagen, aber es genügt nicht, hier den neuesten heißen Scheiß zu vermuten. Extra Life machen neue Musik, mehr aber noch Kunst und verändern damit auch die gewohnte Linearität von Band und Publikum. Ihre Stücke verstören auf gute Art, sind der BLACK SWAN der Konzertbühnen und fordern dem Publikum einiges ab. Die neue EP „Ripped Heart“ erscheint im April, hat sogar einen Refrain und kommt bekömmlicher daher als die Vorgänger „Secular Works“ und „Made Flesh“, es bleibt zu hoffen, dass da nicht etwa jemand ein paar Tassen zurück in den Schrank gestellt hat. Das neue Videos zur Single „Head Shrinker“ lässt dann allerdings wieder keine Zweifel aufkommen, mittelalterliche Kostüme und ein äußerst amüsanter Looker sorgen für die nötige Mischung aus Gaga und Großartig…

Bevor aber alle Gäste wie eben aus der Narkose erwachte Patientinnen und Patienten über den Island Hof stolpern, hüllen SONS OF NOEL AND ADRIAN und LAISH ein Security-Blanket um die verstörten Seelen und streicheln die strapazierten Nerven mit mütterlicher Fürsorge. Aber nur weil deren Folkmusik einfacher zu konsumieren ist als Extra Life, ist hier trotzdem nicht alles rosarot. Auch hier geht es viel um Zerfall, um die Toten und das Leben, zu zwölft (!) wird das einfach dynamischer auf die Bühne gebracht. Banjos, Geigen und der wirklich todtraurige Gesang sorgen für warme Gefühle in der Magengegend.
SONS OF NOEL AND ADRIAN und deren Willkommen Collective aus Brighton sind bereits zum dritten Mal im Island zu Gast. LAISH ist das Projekt von Drummer Daniel Green und geht deutlich beschwingter durchs Leben. Folk mit Herz und viel Seele.
Ein rundes Paket also! Zur Not werden auch alkoholische Getränke an der Bar gereicht…

janette

[aus dem CEE IEH #186]