Archiv für März 2011

syn*error //// mononoke

syn*error mononoke

25. märz 2011, 21.00 uhr, reil78

syn*error (berlin, adagio 830, unterm durchschnitt, kids in misery, emuzah)

berlins feinste oldschool-post-hardcore-band. mid 90er inspirierter emocore im stil von 400 years, sleeptime trio, van pelt, reiziger etc, mit einer guten portion end 90er post-hardcore und einem washington-dc-feeling a la fugazi.

mononoke (mühlheim/ruhr)

mononoke ist eine hardcore/emo/sreamo-band aus dem umfeld von bands wie kontrapunkt, the apoplexy twist orchestra und alarmstufe gerd die 2009 gegründet wurde. sehr schleppend und gleichzeitig voller energie und vor allem melodie. auf jeden fall hörenswert.

anschließend aftershow-disko.

Vortrag: „Arabische Revolution“? Aufstände im Nahen Osten zwischen sozialer Frage, Demokratiebewegung und Islamismus

25.03.2011, 19:45 Uhr, Reilstraße 78

„Arabische Revolution“? Aufstände im Nahen Osten zwischen sozialer Frage, Demokratiebewegung und Islamismus

Vortrag und Diskussion mit Hannes Bode

Spätestens seit den Demonstrationen in Ägypten, die zum Sturz des Mubarak-Regimes führten, ist die sogenannte Arabische Revolution in aller Munde. Medien und Politik überstürzen sich in Einschätzungen, Erklärungen oder Handlungen, und während vorher keiner auch nur mit Demonstrationen gerechnet hatte, sprach man schnell vom Dominoeffekt, der arabische Regime zum Wanken bringe. Doch die Ausgangslage ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich, und die Unzufriedenheit, die zu den Unruhen führte und führt, speist sich aus verschiedenen Faktoren. Warum begehren viele, vor allem junge Menschen im Nahen Osten momentan auf? Wogegen? Und welche Rolle spielen der Islam und die Islamisten? Tunesien, Ägypten, Libyen, Iran und Palästina – auf diese Beispiele soll in unterschiedlicher Länge kurz eingegangen, das dortige Geschehen kurz zusammengefasst und analysiert werden. Im Anschluss an einen Vortrag gibt es Zeit für Fragen und Diskussion.

Zuletzt von Hannes Bode: Jungle-World: Intifada is coming home?

Arrington De Dionyso (US) + So Low Suicide (AUS)

arrington

Do, 24.03.11, 21.30 h, Hühnermanhattan

OMNIpresents:

the eclectic OLD TIME RELIJUN frontman Arrington De Dionyso (Olympia/US, K Records) makes trans-utopian world music for a world that exists in fever dreams and hallucinations. Using performance and visual art, he traverses the nameless territories held between surrealist automatism, shamanic seance, and the folk imagery of rock and roll. Ecstasy vs. Madness.

But first: So low Suicide from back then Sidney, now living in Berlin operate on the minds of the masses. BE WARNED!, the delivery involves bloodshed, suicide and occasional offensive lyrics. Megaphones will wake you out of your morphine slumber. Calling all Robot members of society. Wake Up! Time To Die!

glasses. rebarker. deathrite.

glasses

22.03., leipzig, zoro, 22.00

Glässes

dark and heavy rock‘n'rolling hardcore-punk. Hier sind Leute von x, y und z am werk, is aber auch egal, fett.

Rebarker

angepisst – verzweifelter 90ies hardcore richtung chokehold, loxiran & co aus dem schönen magdeburg.

Deathrite

punk-metal & hardcore aus dem tal der ahnungslosen … blastbeats und moshparts wie im westfernsehen.

nazis versenken

nazis versenken

STELLT EUCH VOR ES IST WAHL

…und alle gehen hin.

Liebe Freundinnen & Freunde

ihr kennt uns als Künstler/innen- und Veranstaltungs-Kollektiv. Meiste halten wir uns mit politischen Statements zurück. Vieles gehört für uns einfach zu einer Selbstverständlichkeit im Mit- und Füreinander. Und das soll auch so bleiben. Wir dulden keine Diskriminierungen und lieben und schätzen künstlerische Freiheit. Trotz allem wollen wir an dieser Stelle mal was klar ziehen.

Die Landtagswahl steht vor der Tür. Laut den letzten Ergebnissen ist es nicht unwahrscheinlich, das eine Partei wie die NPD in den Landtag in Sachsen-Anhalt einziehen kann. Die Wahl zwischen den großen Parteien mag oft so wirken, als ob sich doch nie was ändert. Ohne das im Detail zu diskutieren – ihr wisst, wir haben einen klar ökologischen und nachhaltigen Ansatz – so ändert sich doch alles, wenn Nazis an den Entscheidungen des Landes auf einmal effektiv mitwirken können. Eine schreckliche Vorstellung. Vielleicht seht ihr, wie einige von uns, oft auch keinen Grund sich zur Wahlurne zu schleppen. Aber Nazis daran zu hindern, ganz offiziell im Landtag zu agieren, das ist für uns schon ein verdammt guter Grund diese zwei Kreuze zu machen. Nicht ungültig. Nein zwei klare Kreuze, mit denen wir klar machen, das wir zur Demokratie und den Menschen stehen die wirklich dafür eintreten.
Wir hoffen ihr seht das genau so.

Eure Urbanpiraten

P.S. Der Brief darf natürlich weitergegeben werden. Wer mit unterschreiben will, soll das tun!
Wir haben und hatten nie Bock auf Nazis!

(urbanpiraten)

immanu el //// cara beth satalino

immanu el

Samstag, 19. März 2011, SWEAT Club, Peterssteinweg 17, Leipzig

IMMANU EL

IMMANU EL is one of Sweden’s most active independent export acts right now. With more than 120 concerts in 22 countries for the last two years, the band has gained a growing reputation from both audience and media to be one of the most promising bands from Scandinavia today. The music of IMMANU EL is a wide spectrum of harmonic expressions and sounds in high quality that moves between presence and ambience in varying dynamics. Originally the band was inspired by early post rock and experimental music. The ambition has since the start in their mid teens been to create something captivating, beautiful and moving, but the way to perform this is always evolving. As the band members have grown older and turned into young men, the music as well has grown stronger, more mature and more unique. ‘MOEN’ is without doubt one of the most interesting albums from the Swedish independent scene this year.

Samstag, 19. März 2011, Atari, Ecke Kippenbergstraße / Täubchenweg, Leipzig

Cara Beth Satalino

hat so etwas versteckt, bezauberndes in ihrer Stimme. Sie ist grosser Fan von Greg Sage und den Wipers und diese melancholische Stimmung die bei den Wipers auch ja immer etwas mitschwingt ist hier deutlich zu hören. Mrs Chan Marshall (Cat Power) trägt hier ein Kleid zu Hofe und nicht unweit von der Party wartet Mr. Dan Sartain, als Rowdy gebrandmarkt auf eine kleine Rangelei. Rilo Kiley and Jenny Lewis sind geladen für ein Akustik Set. Neil Young wäre nicht Neil Young wenn er der Einladung nicht höflich abgesagt hätte um dann doch kurz einzukehren und PJ Harvey mit dabei zu haben. Breeders hängen wo rum mit Thurston Moore, und J Mascis ist sich noch nicht sicher ob er das kommende Album eigentlich produzieren soll oder lieber in Urlaub fährt, während Ken Chambers (Moving Targets) später noch Mission of Burma und Replacements Coverversionen spielt. Fehlt noch? Jones Very. Ja Jones Very, eine der total untergegangenen Höhepunkte des Post Punk Rocks. Wo stecken die denn dieser Tage? Also aus Athens / Georgia haben wir hier diese neue Band. Witches und Cara Beth Satalino singt bei Witches, hat aber auch ihr eigenes solo Projekt um das es hier geht. Entrückt grossartige Stimme, coole verlorene und sehnsüchtge Songs für Rotwein- und Vollmondnächte.

at daggers dawn /// caleya /// akela

at daggers dawn caleya akela

18.03.2011, Liwi / Stöckartstr. 11, Leipzig

Shark Men Records & Sick Man Getting Sick Records präsentieren:

AKELA // Lüdenscheid

CALEYA // Hamburg

AT DAGGERS DRAWN // Berlin

Deviante Körper

17.03.2011, 19 Uhr, Radio Corax, Unterberg 11, Halle/Saale

Ira Schumann / Klemens Ketelhut

In einem ersten Schritt soll es um die Frage gehen, warum manche Körper als deviant, als nicht normal eingestuft werden und wie solche Einstufen mit dem Erhalt sozialer Ordnung zusammenhängen könnten. Nach diesem allgemeinen Teil wird spezieller der „behinderte“ Körper und seine stabilisierende Funktion für die Idee von Nichtbehinderung, von Unversehrtheit in den Blick genommen.

Ira Schumann studierte Rehabilitationspädagogik und Hispanistik in Halle und arbeitet inzwischen in Ulm in der wissenschaftlichen Begleitung eines pädagogischen Modellprojekts. Zudem promoviert sie zu einem Thema aus dem Bereich Disability Studies.

Klemens Ketelhut, M.A., ist staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, studierte Ökonomie, Soziologie und Rehabilitationspädagogik und arbeitet seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg am Institut für Pädagogik. Forschungsschwerpunkte: Historische Bildungsforschung sowie aktuelle Fragen der Gender- und Queerstudies.

Zum Weiterlesen:

Schmincke, Imke (2009): Gefährliche Körper an gefährlichen Orten. Eine Studie zum Verhältnis von Körper, Raum und Marginalisierung. Bielefeld: transcript

Terry, Jennifer & Urla, Jacqueline (Hrsg.) (1995): Deviant bodies. Critical perspectives on difference in science and popular culture. Bloomington und Indianapolis: Indiana University Press

(queer einsteigen)

Freiheit auf Arabisch

freiheit auf arabisch

Donnerstag, 17.03.2011, 19:30 Uhr, Conne Island

Die Wochenzeitung Jungle World präsentiert:

Freiheit auf Arabisch

Der Aufstand ist gekommen: Sind die Revolten in Ägypten und Tunesien der Anfang einer neuen Weltordnung?

Es diskutieren: Stefan Frank (Autor für Konkret und Jungle World), Hannah Wettig (Arabistin, Sozialwissenschaftlerin), Thomas von der Osten-Sacken und Bernd Beier. Moderation: Ivo Bozic

Erleben wir im arabischen Raum eine Zeitenwende? 1989 endete die alte Weltordnung aus den beiden Blöcken Ost und West, nach 9/11 entwickelte sich die Konfrontation zwischen dem Westen und dem Islamismus. Ist nun der arabische Aufstand 2011 der Beginn einer neuen Epoche mit neuen politischen Kräften und Koordinaten? Und wo positionieren sich dabei die Linken?

Klar ist, die arabischen Autokratien sind kaum mehr reformfähig. Wirtschaftlich und kulturell sind sie in der Sackgasse, sie können die Bedürfnisse der jungen, durch das Internet mit der Welt verbundenen Generation nicht mehr befriedigen, bieten ihr keine Perspektiven. Doch wie geht es weiter? Führen die Revolten wirklich zu einer umfassenden Demokratisierung? Stürzen noch weitere Despoten? Können die Aufstände auch Vorbild sein für den Iran? Und was bedeutet die neue Lage für die Sicherheit Israels und den Frieden im Nahen Osten?

Die Iranerin Fathiyeh Naghibzadeh lebt seit 1985 in Berlin. Sie ist aktiv in der exiliranischen Opposition und hat das »Mideast Freedom Forum« mitgegründet. Sie ist Co-Regisseurin des Films »Kopftuch als System – machen Haare verrückt«.
Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer der »Hilfsorganisation Wadi – Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit«. Die NGO ist derzeit vor allem im Nordirak aktiv. Als Journalist beschäftigt sich Thomas von der Osten-Sacken seit vielen Jahren mit dem Nahen Osten. Gemeinsam mit Bernd Beier war er während des Aufstands in Tunesien. Bernd Beier ist Mitbegründer der Wochenzeitung »Jungle World« und dort als Chef vom Dienst tätig. Er hat unter anderem auf dem »Jungle-World«-Blog »Jasmin und Tränengas« aus Tunesien berichtet.
Eldad Beck ist Korrespondent der größten israelischen Tageszeitung »Yedioth Ahronoth« und war Anfang Februar während der Proteste in Ägypten und zuvor in Tunesien.

Eine Veranstaltung der Wochenzeitung »Jungle World« und des Conne Island. Unterstützt von Disko e.V.

Jens Hoffmann: „Aber wenn ich werd‘ schreien, wird besser sein?“ – Das Leben von Ruth Fridlendere

ruth fridlendere

Dienstag, 15.03.2011, 19:30 Uhr, Conne Island

Lesung und Buchvorstellung

Jens Hoffmann: „Aber wenn ich werd‘ schreien, wird besser sein?“ – Das Leben von Ruth Fridlendere (Konkret Verlag, 2010)

- In Kooperation mit der Buchhandlung el libro und mit Unterstützung des StudentInnenrat der Universität Leipzig -

Ruth Fridlendere war ein achtjähriges jüdisches Mädchen, als Deutsche im Sommer 1941 Lettland eroberten und zusammen mit örtlichen Helfern begannen, ihren Plan eines ‚arischen` Reiches im Osten Europas zu realisieren. Im Unterschied zu den meisten ihrer Angehörigen überlebte sie die Herrschaft der Deutschen und die sorgfältig vorbereiteten Massenmorde an mindestens 90.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern in Lettland. Fast vier Jahre, bis zu ihrer Befreiung am 9. Mai 1945, lebte Ruth Fridlendere zusammen mit ihrer jüdischen Mutter und unterstützt von ihrem nicht-jüdischen Vater im Versteck – die meiste Zeit in einem Erdbunker im Garten eines nicht-jüdischen Paares am Stadtrand von Ventspils.
In ihrer Biographie wird beschrieben, wie das Leben von Ruth Fridlendere vor und nach der Zeit der Verfolgung verlief und welche Spuren die Kriegsjahre in ihrem Leben hinterlassen haben. Dabei wird den Erinnerungen der Überlebenden der Shoah derselbe Raum gegeben wie den Wahrnehmungen der Zeitzeugin der Lebensverhältnisse im sowjetischen Lettland der Nachkriegszeit sowie der drastischen politischen und ökonomischen Veränderungen nach der Unabhängigkeit Lettlands im August 1991. Entstanden ist auf diese Weise das Porträt einer Frau, die vieles war – musikbegeistertes Kind, Lehrerin, Ehefrau, Mutter, Pianistin, Liebende, hilfsbedürftige Rentnerin, leidenschaftliche Reisende – und noch im Alter den Mut und die Lust hatte, ihre Geschichte in einer der Sprachen ihrer Kindheit zu erzählen, die zugleich die Sprache der Mörder ihrer Angehörigen ist. Das auf biographischen Gesprächen mit Ruth Fridlendere basierende Buch beschreibt eine Überlebende, die sich wehmütig, lachend und ohne Bitterkeit daran erinnert, dass sie auch ein ganz anderes Leben hätte leben können.

Aus seinem Buch liest Jens Hoffmann. Der Autor lebt in Berlin. 2008 wurde seine Studie „Das kann man nicht erzählen. ‚Aktion 1005` – Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten“, zu der er derzeit einen Ergänzungsband vorbereitet, im Konkret Verlag veröffentlicht.

(ceeieh)
(jungle world)