Heizer, mehr Kohlen! Volle Kraft voraus!

Ökologischer Raubbau und alternative Energie

08.12.2010, 19:00 Uhr, Leipzig, B12, Braustr. 20

Ende 2009 hat die Staatengemeinschaft sich bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen dazu aufgerafft, eine Erklärung „zur Kenntnis zu nehmen“, in der das Ziel ausgegeben wird, die Erwärmung des Klimas auf 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Diese Erklärung ist nicht bindend. Sie wird also, soviel ist sicher, das Papier nicht wert sein, auf dem sie gedruckt ist. Grundsätzlich bietet sich natürlich auch noch eine andere Möglichkeit: eine Strategie zu entwickeln, mit den sich verändernden Klimabedingungen zurecht zu kommen. Die Industrie- und Schwellenländer jedenfalls tragen ihre wirtschaftliche Entwicklung auf dem Rücken der weniger entwickelten Länder aus, indem sie ungerührt fossile Energieträger verheizen und mit dem CO2-Ausstoß den Klimawandel weiter befördern. Eine Wende scheint nicht in Sicht. Oder doch? Wie sieht es mit dem Ausbau erneuerbarer Energien aus, den ja gerade Kanzlerin Merkel immer propagiert und als wichtigen Eckpunkt der Energiepolitik festgelegt hat? Dank des noch unter rot-grün beschlossenen Enrneuerbare-Energien-Gesetzes lässt sich inzwischen mit regenerativen Energien prächtig Geld verdienen. Kann deren Ausbau also schnell genug voran kommen, um die Erwärmung des Weltklimas zu begrenzen? Unterstützt die Politik noch zu stark die konservative Energiegewinnung? Im Bereich der Kernkraft erleben wir ja gerade einen Rollback zurück zu konservativer Energiegewinnung. Aber ist der in diesem Bereich nicht vielleicht sogar notwendig, um den Schritt vom „Kohlenstoffverbrennungszeitalter“ hin zu einer ökologischeren Form zu schaffen? Als „Brückentechnologie“, wie Angela Merkel es nennt? Ist der Protest gegen den Castor-Transport somit vielleicht nur Ausdruck einer zynischen Haltung, die die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, die unmittelbar Opfer des Klimawandels werden, gegen die eigene gemütliche Nachtruhe einzutauschen bereit ist? Wie wirkt sich der Ausbau regenerativer Energien sozialpolitisch aus? Sind die vier großen Energiekonzerne wirklich nur Verhinderer oder vielleicht auch Förderer einer energiepolitischen Wende? Diese und andere Fragen werden im Vortrag mit anschließender Diskussion behandelt.