Archiv für Dezember 2010

bonjour tristesse nr. 11

Bonjour Tristesse Nr. 11 ist online.

Aus dem Inhalt:

Editorial
Spiel des Lebens. Harald-Jürgen Finke und Manfred Beier erklären, warum die hallische »Kinderstadt« ihren Adressaten noch das letzte Stück Kindheit auszutreiben versucht.
Der Schinder von Glaucha. Knut Germar über den fanatischen Tugendwächter August Herrmann Francke.
Zu Gast bei Freunden. Lea T. Rosgald zu Gericht: Über die »angebliche« Beleidigung »Judenschwein« und andere Provinzpossen.
Fest der Völker. Mario Möller erklärt, was es mit der Begeisterung für das »Tanz- und Folkfest Rudolstadt« auf sich hat.
»Conne Island« goes »Zoro«? Das Plenum des Leipziger »Conne Island« als linke Bürgerwehr. Ag »no tears for krauts« Halle
Die Reihen fest geschlossen. Knut Germar geht der Frage nach, was die ostdeutschen Freunde und Feinde Thilo Sarrazins gemeinsam haben.
»Sit down and shut up!« Tracy Schäfer mit dem erfolglosen Versuch, im Keller eines linken Zentrums ihre innere Mitte zu finden.

Kurzmitteilungen: The same procedure… …as every day. Wahnsinn, Kuriositäten und Erfreuliches aus der Provinz:

Kritische Affirmation. Über die Suche nach dem aufgeklärten Islam.
Heimkehr einer Veteranin. Die Leipziger Antifa im kritischen Dialog.
Zur Privatsphäre öffentlicher Gebäude. David gegen Goliath: Die Saalestadt im Kampf gegen das Imperium.
Die traurige Geschichte der Ute L. Über menschliche Niedertracht und selbstloses Anpacken.
Die rote Laterne. Der Sachsen-Anhalter und die „nationale Gesundheitsstrategie“.
Brüllen, zertrümmern und weg. Ostbullen auf Westbesuch.
Im Herzen Sachsen-Anhalts. Staßfurter in Feierlaune.
Ein einsamer Held. Peter Sodann und der Bücher-Holocaust.
Wald, See & Zigeuner jagen. Imagepflege auf ostdeutsch.
Patriotischer Stoff. Irre auf Welttournee.
Halle, Allah und die Angst. Friedliche Verhältnisse und religiöse Gefühle.
Und täglich grüßt das Murmeltier. Antinationaler Budenzauber im Thüringer Forst.

heaven in her arms + aussitot mort

heaven in her arms + aussitot mort

Dienstag, 28. Dezember 2010 um 20.00 Uhr, Klubraum Plagwitz (nähe G16), Leipzig

sickmangettingsick präsentiert sehr kurzfristig:

scream over into the next year:

Heaven in Her Arms (Japan, Denovali Rec.)

und

Aussitôt Mort (Frankreich, Level Plane Records / Purepainsugar / Oto Records)

Sie fahren einen Mix zwischen schweren heavy Parts und geschrienen typischen Screamo Parts auf. Beide sind schon rechtlange im D.I.Y- Zirkel unterwegs. Live ein echtes Erlebnis.

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Dienstag, den 21. Dezember 2010 um 19 Uhr
Geisteswissenschaftliches Zentrum Leipzig, Hörsaal 2010, Beethovenstr. 15

Vortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller

Die Debatten über Einwanderung in Deutschland der letzten Jahre sind von einer kaum mehr zu überbietenden Verlogenheit. Während der keineswegs nur ostzonale Ausländer-Raus-Block in jüngster Zeit sich islamkritisch aufplustert, um über political incorrect oder als Sarrazin-Fan-Gemeinde seine Hassbotschaften ins Land zu schicken, spielt das political korrekte Deutschland jeden Einwand gegen weniger schöne Entwicklungen in den Parallelgesellschaften routiniert herunter und denunziert die Kritiker als Rassisten. Die einen unterstellen der größten Zuwanderergruppe im Land, den Türken, sie produzierten massenhaft Kopftuchmädchen und lehnten die Mehrheitsgesellschaft pauschal ab, die anderen lassen es zu, dass die Gesandten Ankaras im türkischen Verbandswesen als berufene Sprecher der türkischen Minderheit ihren nationalchauvinistischen und/oder islamistischen Denkmüll als ernst zu nehmende Debattenbeiträge beisteuern. Das ganze vollzieht sich als Integrationsdebatte, die ihre eigenen Voraussetzungen nicht zu benennen weiß.

Wo hinein sollen sich die Zuwanderer eigentlich integrieren? Ist die Zugehörigkeit zur sogenannten Mehrheitsgesellschaft eigentlich auch anders als durch eine Art Arierausweis auszumachen? Gibt es die neuerdings beschworene christlich-jüdische Tradition wirklich und was soll das eigentlich bedeuten? Oder soll die Mehrheitsgesellschaft der Zukunft ein Patchwork der Minderheiten sein, die jeweils ihre völkische, kulturelle und religiöse Identität als absolut schützenswertes Gut hochhalten? Dass man in Deutschland traditionelle ein Problem mit der individuellen Freiheit hat, dürfte bekannt sein. Man lebt zwar so frei wie nie zuvor in diesem Land, auch als Frau, Schwuler oder Linksradikaler, zugleich gehört es zum guten Ton, alle Voraussetzungen dieser persönlichen Freiheiten pauschal zu verunglimpfen und öffentlich gegen ihre Verteidigung zu agitieren. Das, was man an der islamischen Formierung zu kritisieren hätte, die autoritäre kollektive Zurichtung ihrer Angehörigen in einem Zwangsverband, der keinen Notausgang mehr haben soll, will man in Wirklichkeit selber. So beginnen die Ideologen der offenen Zuwanderergesellschaft an den Migranten zu schätzen, was die schwächsten unter ihnen am meisten fürchten: Die Ethnisierung, die Verbannung in die Parallelgesellschaft, der große Terror der autochthonern Kultur und Religion. So werden aus Leuten mit türkischem Familienhintergrund Muslim und Muslima, eine Konstruktion, die mit der Lebensrealität und den privaten Wünsche und Sehnsüchten der meisten in Deutschland lebenden „Türken“ nichts zu tun hat, sondern nur die Begehrlichkeiten ihrer selbsternannten Verwalter widerspiegelt. Das alles geschieht, weil man sich mit Tayiip Erdogan darin einig ist, dass Assimilation ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei, also ein Ethnozid, wie man das auf multikulturell auszudrücken pflegt.

Justus Wertmüller ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas.

Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig.

Corax Preisverleihung und Jahresabschlussfeierei

17.12. um 20:00, Radio Corax, Unterberg 11

wir möchten Euch ganz herzlich zur CORAX-Jahresabschlussfeier am Freitag, den 17. Dezember einladen. Mit einem kleinen Kulturprogramm und der CORAX-Preisverleihung möchte das Team von Radio CORAX ein ereignisreiches Jahr ausklingen lassen und sich bei dieser Gelegenheit bei den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern des Senders bedanken.

Gegen 20:00 Uhr, wird der CORAX-Preis für die beste Kinder- bzw. Jugendsendung des Jahres 2010 verliehen. Danach freuen wir uns auf eine Performance von Lyrix Delirium (progressive Lyrik, musikalisch umrahmt von den Untönen unserer Zeit [zwischen 40 und 250 bpm]), gegen 22:00 Uhr wird der Preis für die beste Musikpräsentation und die beste Wort & Magazin-Sendung verliehen, anschließend sorgt Lea Legrand (Trash-Electro-Pop-Punk) an den Reglern für das Tanzvergnügen. Dazu gibt’s ein Buffet und Getränke.

Smoke That Cigarette.

Ein verrauchter Abend gegen die Gesundheitsreligion.

Freitag, 17. Dezember 2010, 20 Uhr, VL, Ludwigstraße 37

Eine Veranstaltung der ag antifa mit Leo Elser und Klaus Bittermann

Jean-Paul Sartre hielt ein Leben ohne Zigarette für „ein bisschen weniger lebenswert“, Somerset Maugham bezeichnete das Rauchen als „einzige Erfüllung seines Lebens, in die sich nie die Bitternis der Enttäuschung gemengt habe“ und Mark Twain meinte: „Wenn man es im Himmel nicht tun darf, gehe ich nicht hin.“ Und die göttliche Jeanne Moreau sagte: „Männer, die sich das Rauchen abgewöhnt haben, sind mir unheimlich“, während Marguerite Duras noch einen Schritt weiter ging und fragte: „Wozu Sex haben, wenn man auch so rauchen kann.“ Davon will heute allerdings kaum noch jemand etwas wissen. Im Fernsehen darf nicht mehr geraucht werden, in Kneipen ist das Rauchen ins Hinterzimmer verbannt worden und im Büro werden die wenigen Raucher schief angeschaut, wenn sie ihrem Genuss frönen. Vor diesem Hintergrund setzt sich Leo Elser, Redakteur der Zeitschrift Pólemos, mit dem grassierenden Gesundheitswahn auseinander. Klaus Bittermann, Mitherausgeber des Buches „Smoke Smoke Smoke That
Cigarette“ wird eine Hommage an das Rauchen halten, die mit Musik, Filmschnipseln und viel blauen Qualm untermalt wird.

Im Anschluss sorgt ein DJ für musikalische Unterhaltung.

MAHJONGG & LOWER DENS @ Skala

Do, 16.12., 20.00 Uhr, Skala, Leipzig

Skala und das SchubladenKonsortium laden ein:

Mahjongg / Lower Dens feat. Jana Hunter

Nachdem sich Jana Hunter im „Kollektiv“ bereits mit Indian Jewelry, den Castanets oder neben Sierra Casady von CocoRosie bei Metallic Falcons umtriebig zeigte, konzentrierte sich die gebürtige Texanerin über die letzten Jahre auf ihr Schaffen als Solo-Künstlerin. Erst das Umsiedeln in die vitale Musikszene von Baltimore führte sie zurück in klassisches Bandgefüge – Lower Dens. Und es steht Mrs. Hunter ausgezeichnet – der kargen, stoischen Verlorenheit ihrer Stimme verleiht die breite Instrumentierung eine dichte, warme und dynamische Gelassenheit. Lower Dens bescheren hypnotisierende, verhallte Songperlen im Spannungsfeld zwischen Weird Folk und Shoegaze gebrochen mit der Hunter eigenen Verspultheit.

Mahjongg aus Chicago vereinen experimentell ineinandergesetzte Dance-, Funk-, Noise- und Polyrhythmus-Fetzen mit der Geste und dem Bühnenaufbau von Krautrock-Pionieren wie Can oder Neu!. Angereichert durch drei weitere Jahrzehnte Popmusik, gleicht das Quartett einem hyperaktiven, eingängigen wie verstörenden Party-Soundsystem, aus dem pausenlos krude wie zutiefst tanzbare Hits schießen. Art/Post Punk trifft auf C64-Sounds? Drone auf Afro-Beat? Baile Funk versetzt Minimal? Dubstep verstrickt sich in Sick Grooves? – Herzlich willkommen in der verschrobenen Welt von Mahjongg!

Bücherverbrennungen, Averroës und der moderne Islamismus

16.12.2010 (Do), 18.00, Melanchthonianum, Uniplatz, Halle ::

Warum Chahines preisgekrönter Film „Schicksal“ im mittelalterlichen Andalusien spielt, jedoch das moderne Ägypten beschreibt und kritisiert

Youssef Chahines „Schicksal“ ist ein fabelartiger Historienfilm, dessen Handlung in Córdoba im mittelalterlichen Andalusien angesiedelt ist, während der angeblich goldenen Ära des Islams. Die zentrale Figur des Films ist der berühmte Philosoph und Gelehrte Ibn Rushd (Averroës), eine Schlüsselfigur in der europäischen Aristoteles-Rezeption, dessen Name auch in der aktuellen Islamdebatte zwischen allerlei hohlen Phrasen immer wieder auftaucht, auf Seiten von Apologeten und Kritikern.

Im Film treffen er und seine lebensfroh und individuell gezeichneten Freunde bald auf ein Kollektiv machthungriger Fundamentalisten, Wissen stößt auf Glauben, (Selbst-)Kritik auf Überzeugung, Musik auf religiös-ekstatische Gesänge – eine weitere Schlüsselrolle im Film spielt der säkulare ägyptische Popstar Mohammed Mounir. Und schnell bemerkt man, dass man es mit einer Fabel zu tun hat, und erkennt gesellschaftliche und politische Akteure der arabo-islamischen Gegenwart und aktuelle Konflikte um das Verständnis von Religion, die Verfasstheit des Staates und die Freiheit des Individuums.

Alle der mehr als 30 Filme Chahines verweisen auf politische und soziokulturelle Entwicklungen in Ägypten, auf religiöse bzw. kulturelle Normen und gesellschaftliche Debatten, sowie auf seine persönliche, widersprüchliche Verortung in der komplexen ägyptischen Gegenwart. Chahines Film ist eine hochpolitische Stellungnahme vor dem Hintergrund der gewaltsamen Auseinandersetzung mit dem Menschen verachtenden Islamismus, inmitten derer sich die arabische Welt und Ägypten schon in den 90er Jahren befanden – lange vor dem 11. September. Vor dem Film wird ein Vortrag in sein Thema und historisch-politische Hintergründe einführen.

Spielfilm “Al Massir“ [Youssef Chahine: Schicksal, Ä/F 1997, 130 min, OmeU] mit Einführungsvortrag

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Tradition oder Moderne – Die Aktualität der Aufklärung im Nahen Osten“

Punktsieg für den Antirassismus oder Reproduktion rassistischer Ausgrenzung?

Die Sarrazin-Debatte als Spiegelbild deutscher Zustände zwischen Liberalisierung und Ressentiment.

16.12.2010, 20:00 Uhr, Leipzig, Conne Island

Diskussionsveranstaltung von INEX mit Andrea (alias, Dresden) und Lothar Galow-Bergemann / Markus Mersault (Emanzipation und Frieden, Stuttgart)

Die Sarrazin-Debatte ist abgeflaut, der Ex-Bundesbankvorstand entlassen. Von der Regierungsspitze über die SPD bis hin zu antirassistischen Initiativen reichte das Spektrum, in dem zumindest Sarrazins These über biologische Auslese und die natürliche Minderwertigkeit muslimischer MigrantInnen zurückgewiesen wurde. Plötzlich gelten Kanada und die USA als nachahmenswerte Modelle für Einwanderungsgesellschaften – selbstkritische Töne über die Bringschuld der Aufnahmegesellschaft inklusive. Der Ministerpräsident des traditionell schwarzen Bundeslands Sachsen stellt sich mit seinem Plädoyer für mehr Zuwanderung gegen die 65 Prozent seines rassistischen WählerInnenpotentials. Kurzum: Deutschland scheint gewandelt. Im Vergleich zur pogromschwangeren Hetze von Volksparteien und Mob gegen das Asylrecht Anfang der 90er Jahre erscheint die Sarrazin-Debatte ausgewogen, pluralistisch, ja liberal.

Was für eine unvollständige und oberflächliche Darstellung. Sicherlich mag der Stammtisch-Rassismus im Elitendiskurs momentan nur eine Minderheitenposition sein, allerdings macht jede Umfrage über antimuslimische Ressentiments und die angebliche Überfremdung Deutschlands deutlich, wie groß das Potential für Radaurassismus immer noch ist. Zudem trägt die nur von Bildungs- und Wirtschaftseliten getragene Liberalisierung nicht weit, so lange sie strukturelle Ungleichbehandlung, wie das immer noch auf Abstammung beruhende Staatbürgerschaftsrecht, Aufenthaltsbeschränkungen für Flüchtlinge, schlechtere Bildungs- und Berufschancen etc., weitgehend unangetastet lässt. Und so plural war die veröffentlichte Meinung dann doch nicht, in der die meisten Sarrazin-KommentatorInnen vor allem eins diskutieren wollten: »Integrationsprobleme«. Selten war mit diesem Begriff die Diskussion über Werte und Normen einer Einwanderungsgesellschaft beabsichtigt, viel öfter meinten sie die politisch konservative, kultur-essenzialistische Forderung nach Anpassung an das so genannte christlich-jüdische Fundament Deutschlands. Am Ende der Debatte stand nicht nur der ohnehin ambivalente Ruf nach mehr »qualifizierter« Einwanderung, sondern auch die Hysterie über angebliche »Deutschenfeindlichkeit« und der Bannfluch der Kanzlerin über Multikulturalismus, den es gleichwohl in Deutschland noch nie gegeben hat.

Für eine radikale Linke taugt die Sarrazin-Kontroverse an keiner Stelle zur Parteinahme. Die Veranstaltung will zunächst klären, welche Positionen der landauf, landab die Säle füllende Sarrazin in diesem angeblich »meistgekauften Sachbuch seit dem NS« überhaupt vertritt. Und mit der Debatte um seine Thesen sollen erneut die Fragen nach dem gesellschaftlichen Ist-Zustand gestellt werden: Wie stark ist der Rassismus heutzutage in Deutschland? Ist der Einwanderungsdiskurs der Wirtschaftseliten und ihrer politischen LautsprecherInnen überhaupt antirassistisch, und welchen Stellenwert haben darin die Werte der Aufklärung und bürgerliche Freiheiten? Die Relevanz dieser Fragen ist nicht nur eine analytische. Vielmehr ergeben sich aus den Antworten die Ansatzpunkte einer den Verhältnissen angemessenen linken Kritik.

Anti-Atom Demonstration

am Mittwoch, 15.12.2010 um 17 Uhr in Halle

Die Anti-Atom-Initiativen Halle und Leipzig und ein breites Bündnis rufen auf:

Am 15.12.2010, um 17 Uhr wird es in Halle eine Demo in Bezug auf den Castortransport aus dem französischen Cadarache voraussichtlich über Halle nach Lubmin (Greifswald) geben. Die Demo startet am Markt (Marktschlösschen) und geht dann über die Große Steinstraße, Hansering und Oberen Boulevard zum Hauptbahnhof.

Die Atomgesetze sind verabschiedet, der Bundespräsident hat unterzeichnet. Die Konzerne freuen sich über längere Laufzeiten und größere Gewinne. Auch wenn es Klagen am Bundesverfassungsgericht geben wird und wir hoffen, dass die Gesetze revidiert werden, werden wir nicht ruhen. Schon nächste Woche soll wieder ein Castor Transport durch Deutschland rollen.

Zwar ist der sächsische Transport aus Ahaus in die strahlendste Region der Welt im russischen Majak bis auf weiteres abgesagt, doch der Transport von Cadarache nach Lubmin soll unverdrossen weitergehen. Dabei wird nach wie vor nicht zur Kenntnis genommen, dass es kein sicheres Zwischen- oder Endlager, weder in Deutschland, noch weltweit gibt.

Das Atommonopoly geht dennoch weiter, zu Lasten der Menschen, zum Nutzen der Konzerne. Ausgerechnet die Bundesländer, die in Deutschland am stärksten von der Verlängerung der Endlaufzeiten profitieren, Baden-Württemberg und Bayern, blockieren die Suche nach einem geeigneten Lager auch weiterhin. Die Politik der Bundesregierung ist unehrlich und energiepolitisch abenteuerlich.

Wir haben die Argumente zigfach vorgetragen, Gutachten vorgelegt, Anhörungen durchgeführt und demonstriert. Was uns bleibt ist unsere Wut, Wut die wir in Protest lenken.

Wenn Schwarz-Gelb damit gerechnet haben sollte, dass sich das Thema irgendwann abnutzt, dann haben sie sich getäuscht.

Wir werden so lange unseren Unmut Ausdruck verleihen und uns gegen den atompolitischen Wahnsinn stellen, bis das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet ist.

In der Nacht vom 15.12. auf den 16.12. soll der Transport von atomarem Restmüll auf den Weg nach Lubmin durch Sachsen-Anhalt geführt werden, wahrscheinlich sogar direkt durch die Stadt Halle/S.

Mit uns wird es keinen Transport in stiller Nacht werden. Mit uns wird es kein weiter-so geben. Wir rufen dazu auf am 15.12.2010 mit Laternen, Trillerpfeifen und Trommeln nach Halle zu fahren und sich dort den Protesten anzuschließen. Zeigen wir der Bundesregierung, dass wir an jedem Ort, zu jeder Zeit, an jeder Stelle bereit sind, ihrer Politik entschieden entgegen zu treten.

White Magic & The Pleasants feat. Amanda Rogers @ Conne Island Cafe

Postland & das SchubladenKonsortium laden ein:

So 12.12., 21Uhr, Conne Island Cafe´

The Pleasants feat. Amanda Rogers (us/Make My Day)

Amanda Rogers, die seit ihrem 15. Lebensjahr Musik veröffentlicht und der Frischling im Musikzirkus, Mike Matta, sind mit The Pleasants erst seit Kurzem als Duo aktiv. Schwelgerische aber klare Folksongs im Americana-Stil – treibende Kraft ist stets Rogers, die der Platte mit ihrer Kristall-Stimme eine gefühlvolle Sanftheit verleiht. Daneben gesellt sich äußerst harmonisch Mike Mattas Gesang und sein leichthändiges Gitarrenspiel. Ein verhaltenes Schlagzeug, Klavier, Tamburin, Glockenspiel und Geigen warten dezent dahinter.

&

White Magic (us/Drag City)

White Magic gerieren ihren experimentell, psychedelischen Folk – von einem Piano angetrieben und mit verspielten Effekten und Loops versehen – als seien sie die unaufgeregte, schlichte Schwester von Animal Collective deren Schönheit erst beim zweiten Blick klar wird. Über allem steht Mira Bilotte´s charismatischer Gesang der leicht ätherisch und verspielt regelmäßig zwischen Nina Simone und Nico eingeordnet wird. Wundervoll, schräge Düster-Balladen des Weltendes, in Country/Blues Tönen was gleichzeitig beängstigend, paranoid, wunderschön und einsichtig ist. Drag City!