geoff farina vs. dosh

27.10.2010, 21:00, Cafe Paris Syndrom

GEOFF FARINA (US) & CHRIS BROKAW (US/ ex Codeine)

Bei den beiden Herren muss man sich tief verbeugen. Geschichte löst dann manchmal doch Demut aus oder zumindest Wehmut wie im Fall von Chris Brokaw. Ende der 80er Jahre gründete er die Slowcore Pioniere „Codeine“, die es leider seit geraumer Zeit nicht mehr gibt. Sein Begleiter hat keinen minderen Heldenstatus. Zwischen Virtuosität und Emotionalität dürfen nicht viele wie Geoff Farina unbeschämt Platz nehmen. Für Musiker und Nicht-Musiker zugleich hat er es gerade mit der Band Karate geschafft sich für eine kleine Ewigkeit einzuprägen. Vor kurzem haben beide zusammen eine Platte aufgenommen und kommen jetzt auf Tour. Das wird wie Weihnachten und Weihnachten zusammen!

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das SchubladenKonsortium lädt ein:

mi 27.10. UT Connewitz, tür: 20Uhr – los: 21Uhr

Dosh (us/Anticon)

Das Soloprojekt des Fog-Drummers Martin Dosh, der ähnlich wie Four Tet wunderbare Soundscapes bastelt, die mal mehr, mal weniger experimentell sind, und von Kraut über Boards Of Canada alle möglichen Einflüsse verarbeiten. Neben Why? der wohl kreativste Kopf der Anticon Posse, der sich eher in der Tradition von Bands wie Tortoise oder Pan American sieht denn als Beatmaster. Auf seiner neuen Platte „Tommy“ entwirrt sich ein dichtes, dickicht-artiges Terrain aus Electronic und Postrock, fuzzigen Rhodes, Pianolines und Bläsersätzen, schräg getakteten Drums und allerlei anderem Schlagwerk bis hin zum Xylophon, das geradezu sprüht vor Kreativität. Ein schimmerndes Kleinod ist diese Platte geworden, mal Kammerelectronik, mal episch, mal wirkt es improvisiert und driftet gegen Schluss sogar in noisige Feedbacklandschaften ab. Dosh eilt der Ruf voraus, live eine unerreichte One-Man-Show auf die Bühne zu stellen…beschwingte Schönheit und ernste Beats…

Guido Möbius (brln/Dekoder-Karaoke Kalk-Staubgold)

Die versponnenen Musikwelten des Berliner lo-fi-Elektronikbastlers schlittern augenzwinkernd zwischen konkreten Beats, Funkkoketterie und dröhnenden Dub-Subbassfrequenzen und sind, nicht lang drum herum geschnackt, Teufelszeug das einen noch Tage nach Einnahme in den Hirnwindungen umherspukt…
grossartige, minimale Geniestreiche, dies!

decks: samtbody (Goldmund) & kick`n`rush (SchubladenKonsortium)