Archiv für Juli 2010

Vortrag: Der griechische Staatsbankrott

24.07.10 19.30 h

Radio CORAX, Unterberg 11, Halle

Freerk Huisken: »Die Finanzkrise geht in die nächste Runde und ruiniert Instanzen, die bisher als mächtige Retter der Banken und der Konjunktur aufgetreten sind: Souveräne Staaten und Währungen verlieren ihren Kredit. Nicht nur Griechenland ist betroffen. Schon wieder erschüttert ein Akt der Spekulation die Welt und liefert einiges zur Aufklärung über die kapitalistische Welt ab: über das moderne Geld, über die Grundlagen der Finanzmacht der Staaten, über den inneren Imperialismus in der Europäischen Union und über die waghalsige Konstruktion einer europäischen Weltwährung für elf konkurrierende Nationen. Und was bekommt das deutsche Publikum zu den dramatischen Vorgängen von Regierung und Medien mitgeteilt? Nichts als Unsinn und nationalistische Frechheiten!«

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22.07.10 Comadre + Punch + Iron Lung + Schnaak @ Zoro / Leipzig

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Fritz Bauer – Death by Instalments

Film und Diskussionsveranstaltung

Donnerstag, 22.07.2010, 20:00 Uhr, Conne Island Leipzig

2cl Sommerkino und CEE IEH live

Fritz Bauer – Tod auf Raten
Ilona Ziok, BRD 2010, Dok, 110 min

20:00 Uhr: Einführungsreferat und Diskussion mit Jens Hoffmann (Konkret-Autor und Autor des Buches »Das kann man nicht erzählen«)

21:30 Uhr: Filmvorführung im Rahmen des Sommerkinos

In Kooperation mit der Cinematheque Leipzig – Einmaliges Preview-Screening mit freundlicher Unterstützung von CV Films und Aktion Mensch. Gefördert vom Bundesprogramm »Vielfalt tut gut«

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess begann im Dezember 1963 und endete nach 183 Verhandlungstagen im August 1965. 357 Zeugen wurden gehört, 211 waren KZ-Häftlinge gewesen. Mehr als 20 SS-Leute und Beteiligte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wurden zu teilweise lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Dass der Prozess überhaupt zu Stande kam, ist vor allem der Hartnäckigkeit von NS-Verfolgten wie Fritz Bauer zu verdanken. Der damalige hessische Generalstaatsanwalt hatte den Prozess vorbereitet und vorangetrieben. Nach den Prozessen kommentierte er die Zäsur juristischer Aufarbeitung des Nationalsozialismus mit den Worten: »Wir Juristen in Frankfurt haben erschreckt gerufen nach dem Dichter, der das ausspricht, was der Prozess auszusprechen nicht imstande ist.«
Fritz Bauer, zurückgekehrter jüdischer Emigrant, war einer der wenigen prominenten Juristen des postnationalsozialistischen Deutschlands, die sich von Anfang an vehement für die Verfolgung von NS-Verbrechen eingesetzt haben. Neben seiner Mitinitiatorenfunktion bei den Frankfurter Auschwitzprozessen spielte Bauer auch eine wichtige Rolle bei der Ergreifung Adolf Eichmanns, indem er dessen Aufenthaltsort an den israelischen Geheimdienst Mossad verriet, damit dieser in Jerusalem vor Gericht gestellt werden konnte.
Im restaurativ-regressiven Klima der Adenauer-Ära galt Fritz Bauer mit seinen Aufsätzen und Reden mit Titeln wie »Mörder unter uns« und »Am Ende waren die Gaskammern« als eine »Provokation für den Zeitgeist«. Antisemitische und politische Anfeindungen begleiteten das Leben des jüdischen Schwaben. Bis zu seinem Tod 1968 in Frankfurt blieb ihm weitestgehend die Anerkennung für sein Engagement gegen das »Vergessen« und »Verdrängen« verwehrt.
Der im Februar 2010 zur Berlinale uraufgeführte Dokumentationsfilm von Ilona Ziok erzählt nicht nur das Leben Fritz Bauers. Vielmehr beschreibt er – durch Originalaufnahmen Bauers und vor allem durch die Interviews mit Freunden und Kollegen – die unglaubliche Verharmlosung, Verdrängung und aktive Vertuschung nationalsozialistischer Beteiligung von Juristen, Staatsanwälten und Richtern bis weit in die 1990er Jahre hinein. Fritz Bauer war einer derjenigen, die den Kampf um Verfolgung von NS-Juristen und die Aufarbeitung ihrer Verbrechen geführt haben. Heute gilt Bauer auch als Aufbauhelfer einer demokratischen Rechtspflege in der jungen Bundesrepublik. Querulant, Außenseiter und immer auf der Suche nach unpopulären Lösungen gegen herrschenden Mehrheiten und Autoritäten beschreibt das Leben und Wirken Fritz Bauers allerdings besser…

victims

victims

18.07.2010 // – Leipzig – Plaque – Victims (SE) + Curse Of Failure (LE)

Meuterei auf der Marie Hedwig: Radio Corax wird 10

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am 10. Juli, ab 15:00 Uhr am Riveufer, Höhe Gastroschiff „Marie Hedwig“ in Halle/Saale

Ab 16:00 Uhr beginnt das Geburtstagsfest mit der Ankunft der „MS Zukunft“.

Es wird Livemusik gespielt, u.a. treten 17:00 Uhr die Leipziger Ska- und Surfband Die Tornados auf. Bis 22:30 Uhr folgen die Dead County Cool Boys, die Groovegemeinde aus Leipzig und als Hauptact The Moo.

Bis tief in die Nacht legen ab 23:00 Uhr die DJs Mila Stern, Mark Bailey und Sven Pasternack sowie die DJ-Teams „Higher Beats“ und „Ping Pong Galaktique“ feine Tanzmusik auf.

Nicht fehlen werden Reminiszenzen auf das CORAX-Programm der zurückliegenden 10 Jahre und Radiokunstaktionen von der Künstlergruppe „Guricht“.

Am Nachmittag wird es auch ein Programm für die kleinen BesucherInnen geben: Radioworkshop für Kids und Origami-Workshop.

Der Eintritt zum Fest ist frei.

CORAX sendet bereits ab dem 9. Juli, 18 Uhr live von einem Schiff auf der Saale. Das CORAX-Sendeschiff ankert ebenfalls am Riveufer, Höhe „Marie Hedwig“. Das Sendeschiff und die „MS Zukunft“ werden von der Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft“ zur Verfügung gestellt.

10.07 – Gera: Rock für Deutschland verhindern

Am 10. Juli 2010 wollen zum nunmehr 8. Mal Neonazis aus dem gesamten europäischen Raum wieder ihr „Rock für Deutschland“ unter dem Motto „Deutsches Geld für deutsche Ausgaben – Raus aus dem Euro !!!“ in Gera (Thüringen) zelebrieren. Nachdem im letzten Jahr mit der Marke von 4000 (NPD intern ist die Rede von 5000) von Naziseite her ein neuer Besucher_innenrekord aufgestellt wurde und ein kompletter Stadtteil im braunen Sumpf versank, wird es in diesem Jahr breiten antifaschistischen Widerstand dagegen geben.
Dafür mobilisiert der Vorbereitungskreis, der sich aus zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Gruppen aus Thüringen und Sachsen wie der Antifaschistischen Aktion Gera, dem Aktionsbündnis Gera gegen Rechts, dem Aktionsnetzwerk Jena, Weimar gegen Rechts, Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ und vielen mehr zusammensetzt.

Infos: http://www.nazifeste-abschalten.tk l http://www.nazifeste-verhindern.de

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Freitag, 9. Juli 2010

Zoro, Bornaische Straße 54 HH, Leipzig

live:
Vitamin X
Titan
Brat Pack

Einlaß: 20.00 Uhr
Beginn: 22.00 Uhr
Eintritt: 4,- Euro vor 22.00 Uhr/ danach 6,- Euro

Ernst Bloch zum 125. Geburtstag

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Am 8. Juli 2010 wäre Ernst Bloch, einer der wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts, 125 Jahre alt geworden. 1885 wurde Bloch in Ludwigshafen in einem jüdischen Elternhaus geboren. Nach seinem Abitur studierte er in Würzburg und München Philosophie. Während seiner Promotion verkehrte er viel in dem Kreis um Max Weber. 1918 erschien sein Frühwerk Geist der Utopie. In den folgenden Jahren lebte er in Berlin als freier Autor und hatte regen Kontakt zu Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Bertolt Brecht, Siegfried Kracauer und anderen. 1933 wurde Bloch ins Exil gezwungen und lebte fortan in den USA, wo zahlreiche Manuskripte zu späteren Büchern entstanden. Nach dem Krieg kehrte Ernst Bloch zurück nach Deutschland und lehrte zunächst an der Leipziger Universität und ab 1961 an der Tübinger Universität. In Tübingen starb Bloch 1977 im Alter von 91 Jahren.

»Das Leben aller Menschen ist von Tagträumen durchzogen, darin ist ein Teil lediglich schale, auch entnervende Flucht, auch Beute für Betrüger, aber ein anderer Teil reizt auf, lässt mit dem schlecht Vorhandenen sich nicht abfinden, lässt eben nicht entsagen. Dieser andere Teil hat das Hoffen im Kern (…).« Mit diesem Zitat aus „Das Prinzip Hoffnung“, dem Hauptwerk von Ernst Bloch, lenken wir den Blick auf eben diesen. Bloch wäre am (heutigen) Donnerstag 125 Jahre alt geworden: einige Gedanken über den Marxisten im Folgenden.

„Gemalter Fisch macht nicht satt“ – Gedanken zum 125. Geburtstag von Ernst Bloch – ein Beitrag von Radio Corax:

Die Dialektik der Aufklärung im Iran: Vernunft gegen Mythos?

EDIT: DER VORTRAG MUSS LEIDER AUSFALLEN UND WIRD VORAUSSICHTLICH IM WINTERSEMESTER STATTFINDEN.

xx.xx.2010 – 18.30 – Melanchthonianum, Uniplatz, Halle/Saale

In seinem Schlussvortrag richtet Dr. Esfandiar Tabari den Blick auf den Iran: „Durch Verstaatlichung der Religion sind dort die religiösen Traditionen und sogar die von der Religion unterstützten moralischen Normen im Iran in den Definitionsbereich des Staates und des Gesetzes gewandert. Damit haben diese ihren moralischen Wert in der bürgerlichen Religion verloren. Doch das Projekt „religiöse Person“ der islamischen Regierung im Iran, als Ersatz der ethischen und bürgerlichen Person, ist gescheitert – im Inneren der Gesellschaft entfaltet sich eine praktische Vernunft auf den Grundsätzen der universalistischen Moral. Kann diese praktische Vernunft instrumentalisiert und mythologisiert werden, wie in der „Dialektik der Aufklärung“ beschrieben? Nein, wenn sie zur Säkularisierung führt und die politisch-gesellschaftliche Identität einer aufgeklärten Gesellschaft widerspiegelt. Ja, wenn sie zu individuellem Selbstschutz, Selbsterhaltung und Selbstbehauptung eines aufgeklärten Intellektualismus dient. Beide Tendenzen sind in der aktuellen iranischen Bewegung (grüne Bewegung) vorhanden und werden im Vortrag thematisiert. Es wird festgestellt, dass die Frage nach der Aufklärung im Iran nicht mit der Frage nach einem aufgeklärten Islam gleichgesetzt werden kann und darf. Vielmehr muss die religiöse Aufklärung als Folge einer gesellschaftlichen Aufklärung im Kontext der Herausbildung einer moralischen Autonomie verstanden werden.“

Eine Veranstaltung im Rahmen von: Tradition oder Moderne? Die Aktualität der Aufklärung im ‚Nahen Osten‘
Veranstaltungsreihe an der Universität Halle. Koordiniert vom AK Kritische Intervention im Rahmen des Alternativen Vorlesungsverzeichnisses an der Universität Halle.