Archiv für Juni 2010

Dienstag: Nouri Bouzids “Making of – Kamikaze”

Di, 29.06.2010 – 21.00 – Kino Zazie (Kleine Ulrichstr.)

Autoreflexiver Spielfilm über Jugend, Individualität und den (selbst-)mörderischen Islamismus im Maghreb (35 mm, OmU)

Filme, die dem Zuschauer in 90 Minuten eine Lösung dafür anbieten wollten, warum junge Menschen zu Selbstmordattentätern werden, hatten in den letzten Jahren Konjunktur. Der streitbare tunesische Regisseur Nouri Bouzid überführt sie mit seinem Meisterwerk „Making Off – Kamikaze“ der Lüge. Seine Geschichte über einen jugendlichen Tänzer und die zerstörerische Kraft des Islamismus ist nicht Spielfilm, sondern Fabel; Schauspieler, Filmfiguren und Regisseur verweigern sich den Konventionen. Die Folie für die Handlung ist die komplexe gesellschaftliche Realität in Nordafrika, die schlechte wirtschaftliche Situation, Stagnation, Mangel an Freiräumen, Polizeigewalt, und der bei vielen immer präsente und doch nahezu unerfüllbare Wunsch eines Eindringens in die nahe ‚Festung Europa’.

Ich will meine Vision des Islam zeigen, meine Kritik des Islam zeigen, als säkularer Muslim. […] Die Rationalität der Leute wird vom Sakralen unterdrückt.

Nouri Bouzid

Kartago Filmfestival 2007 (Tunesien):Bester Film, bester Schauspieler, beste Schauspielerin

Tribeca Filmfestival 2007 (New York):Bestes Drehbuch, bester Schauspieler

FESPACO 2007 (Burkina Faso):Preis der COE und bester Schauspieler

Eine Veranstaltung im Rahmen von: Tradition oder Moderne? Die Aktualität der Aufklärung im ‚Nahen Osten‘
Veranstaltungsreihe an der Universität Halle. Koordiniert vom AK Kritische Intervention im Rahmen des Alternativen Vorlesungsverzeichnisses an der Universität Halle.

bonjour tristesse nr. 10

Bonjour Tristesse Nr.10 [2/2010]:

  • Editorial
  • Die Glaucha-Deutschen. Melanie Hübner über Weltverbesserer mit Lokalkolorit.
  • „Pazifisten sind Mörder!“ Die AG Antifa über die Wiederentdeckung des Pazifismus hallischer Linker
  • „Eine Perle Sachsen-Anhalts.“ Bernd Schmied im Interview mit Köthens B-Prominenz.
  • Kann denn Arbeit böse sein? Martin Dornis resümiert über hallische Arbeitswelten.
  • Heimatschutzkommando Ost. Die Linkspartei als Katalysator (ost-)deutscher Sehnsüchte.
  • Kurzmitteilungen: The same procedure… …as every day. Wahnsinn, Kuriositäten und Erfreuliches aus der Provinz: Es war einmal ein Kiez, Hauptsache Dreck, Bauer sucht Frau, Barbaren unter sich, Satire macht dumm, Wer solche Feinde hat…, Halles beliebtestes Schimpfwort, Sachsen-Anhalt – Dein Land!, Charlotte Roche auf noch dümmer, Respekt!, Liebe Oberbürgermeisterin von Halle…, Böse Früchte

queer-party @ reil78

pssst party

26.06.10 21.00 h reil 78 – halle

sookee (queer-feministische rapperin und slam-poetin)

forumtheater

trouble x

after show dj‘ing + infostand

If I can‘t dance, it’s not my Aufklärung.

benefiz aufklärung

‚Persischer‘ Hiphop trifft Elektro – Benefizkonzert und Party für Aufklärung über Aufklärung im Nahen Osten. Ein Benefiz zu Gunsten einer Film- und Vortragsreihe gegen eurozentrische Geschichtsschreibung und Kulturrelativismus und über progressive Bewegungen und Jugendkulturen im Nahen Osten
[ www.aktualitaet.wordpress.com ] [ benefizparty.tk ]

25.06.2010 – Einlass 21:30 – Konzert: 22.00 – danach Party
Location: VL, Ludwigstr. 37 (Nähe Rannischer Platz), Halle

LIVE: KAVEH (Daad, Berlin) – Hiphop, Ragga, Soul
Chateau aka Clyde Young (bunter.salon, Halle) – Minimal/Electro/Techno
Mila Stern (Halle) – Minimal/Electro/Techno
VJ Surprise Team (Halle/Leipzig)

Der im Iran geborene Berliner Rapper KAVEH rappt schon seit 1995. Seine Texte handeln von seinen ganz persönlichen Erlebnissen, vom Alltag in Deutschland, vom Iran. Neben „politischen“ Liedern legt er aber auch Wert auf „Partysongs“, wie er betont… Er ist der Rapper und Sänger von DAAD, der bekannten „persischen“ HipHopCombo aus Berlin, die mit ihrem Mix aus Rap, Soul und Ragga und Ihren Texten auf Persisch, Deutsch, Englisch und Französisch eine Einordnung in eine musikalische Schublade unmöglich macht. Zu Texten mit hohem politischem Anspruch, in denen sie z.B. Rassismus gegenüber MigrantInnen in Europa ebenso thematisieren wie die Unterdrückung durch und den Widerstand gegen das Regime der Islamischen Republik Iran, gibt es wirklich und wahrhaftig fette Beats. DAAD, bestehend aus Mehty und Kaveh, sind nicht nur ein Hörgenuss, sondern auch definitiv tanzbar. Kaveh wird in Halle ein Soloprogramm auf die Bühne bringen, aber auch die besten Lieder von DAAD geremixed auf die Bühne bringen. Ein bisher einmaliges Programm – jedenfalls in ostdeutschen Gefilden…
Vor und nach dem Konzert sorgen die nicht nur in Halle wohlbekannten DJs MILA STERN und CHATEAU aka C. YOUNG (bunter.salon) mit Minimal/Electro/Techno für beste Musik und ebenso gute Stimmung.

Beethoven, Strauss, Schönberg: Dialektik der Aufklärung in der Musik

Freitag, 25. Juni 2010, 19:00 Händel-Haus

Referent: Clemens Nachtmann, Graz

Im Rahmen des Vortrages wird versucht, durch weit vorangetriebene immanent-musikalische Analyse begrifflich den gesellschaftlichen Gehalt einer Kunst zu dechiffrieren, deren Existenzform gerade das Ungegenständlich-Unbegriffliche ist: der Musik. Dabei wird immanente Analyse ideologiekritisch gegen die kurrenten Methoden der Betrachtung von Musik pointiert: gegen an Gesellschaftlichem desinteressierte musiktheoretische Handwerkelei, soziologische Zuordnungen von Gesellschaft und Musik sowie biographische Kurzschlüsse von Werk und Person. Anhand von Beethovens „Eroica“, Richard Strauss’ „Heldenleben“ und Schönbergs „Ode an Napoleon“ soll eine Geschichte bürgerlicher
Subjektivität entworfen werden, und zwar anhand der in der Figur Napoleon Bonapartes verkörperten Idee des „Heldischen“. Dem Gegenstand entsprechend geht es dabei ums Zuhören – nicht nur der Worte, sondern gerade der besprochenen Musik. Thema des Vortrags, der demonstrieren möchte, daß die Dialektik der Aufklärung sich nicht nur begrifflich erschließen, sondern hörend erkunden lässt, wird also die Frage sein, welche Rückschlüsse das Schicksal ästhetischer Subjektivität auf die Geschichte der realen zulässt.

Der Vortrag, der auf das gesprochene Wort ebenso vertraut wie auf Hörbeispiele am Flügel und vom Band, wird etwa vier Stunden dauern.

Clemens Nachtmann ist Lehrbeauftragter für Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz (Österreich). Er war Mitglied der Meisterklassen von Friedrich Goldmann und Beat Furrer. Kompositionsauftrag des Berliner Senats für das Ensemblestück „battery park/NY“ und der Ensembleakademie „Impuls“ (Graz) für ein Ensemblewerk mit dem Klangforum Wien. Zahlreiche Preise (u.a. 3. Preis beim Hanns-Eisler-Wettbewerb für Komposition und Interpretation 2001, 2. Preis bei den „Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik“ 2004, Boris-Blacher-Preis für Komposition der Neuen Musik 2004, 2. Preis beim Gustav-Mahler-Kompositionspreis 2008). Clemens Nachtmann ist Redakteur der Zeitschrift „Bahamas“.

Eine Veranstaltung der ag antifa im stura der Uni Halle und des Initiativkreises „Materialien zur Aufklärung und Kritik“.

(Tickets: 2 € an der Abendkasse)

Gibt es eine arabo-islamische Öffentlichkeit?

Dan Diners Thesen zur fatalen Bedeutung des um mehrere Jahrhunderte verspäteten arabischen Buch- und Zeitungsdrucks mögen viele ebenso im Kopf haben wie die Beobachtung, dass im ‚Nahen Osten‘ von einer tatsächlich ‚freien Presse‘ und schließlich von einer bürgerlichen ‚Öffentlichkeit‘ keine Rede sein kann. Aufklärung als Epoche ihrer Ideen, als grundlegender ‚Wahrnehmungswandel’, kann nicht ohne Verweis auf Herausbildung frühkapitalistischer Strukturen und eines modernen Verwaltungsstaats oder die Auflösung der einheitlichen Kirche analysiert werden. Eine „grundlegende Voraussetzung des Weltbildwandels breiterer Schichten“ bestand zudem „in einer neuen Formierung der Öffentlichkeit“.[1] Der Vortrag von Hannes Bode wird unter Berücksichtigung der Aneignung moderner Kommunikationsmittel und der Schwäche der Regime die Frage beantworten, ob es eine ‚Öffentlichkeit‘ im ‚Nahen Osten‘ gibt, und ihre Bedeutung für aufklärerische Prozesse von Kritik und Individualisierung betrachten.

[1] Meyer, Annette: Die Epoche der Aufklärung, Berlin 2010, S. 12.

Do, 24.06.2010 – 18.30 – Mel, HS XVIII

Bürger und Öffentlichkeit. Warum Habermas und Marx mehr mit der arabo-islamischen Neuzeit zu tun haben, als die eurozentrische Geschichtsschreibung verrät

Vortrag von Hannes Bode

Habermas’ Thesen zum “Strukturwandel der Öffentlichkeit” in der Frühen Neuzeit sind längst Allgemeingut, der Bürger, die Öffentlichkeit, das räsonnierende Publikum sind Schlüsselbegriffe der Geschichtswissenschaft. Doch handelt es sich hier um spezifisch europäische Strukturmerkmale der Moderne? Oder kann man vielmehr das dominante Muster von dynamischem Norden und statischem Süden, von Fortschritt hier und Niedergang dort grundsätzlich in Frage stellen, wenn man einen Blick auf die Entwicklungen in Kairo oder Damaskus wirft, der die Quellen nicht dekontextualisiert, sondern vielmehr in ihren historischen und sozialen Kontexten wahrnimmt? Ein materialistischer, die sozialen Hintergründe fokussierender Zugang erlaubt die Frage, ob nicht Marx sehr viel mehr zum Verständnis der arabo-islamischen Neuzeit beitragen kann, als Gelehrtenbiographien und die Sammlung der Sahih-Hadithe des Propheten. Man kann, so soll vorerst behauptet werden, mit Blick auf Kairo oder Damaskus von einer Vorwegnahme der ‘bürgerlichen Gesellschaft’ sprechen, die in Marx’ Worten “seit dem 16. Jahrhundert sich vorbereitete und im 18. Riesenschritte zu ihrer Reife machte” und in der “der einzelne losgelöst von den Naturbanden usw., die ihn in frühren Geschichtsepochen zum Zubehör eines bestimmten, begrenzten menschlichen Konglomerats machen”, erscheint. Habermas’ Salons und Kaffeehäuser haben – ebenso wie die Arkanwelten der Freimaurer – mehr mit der Frühen Neuzeit im Nahen Osten zu tun, als man glauben mag. Ein Plädoyer für das Hinterfragen liebgewonnener historischer Narrative versucht Hannes Bode in seinem Vortrag.

Eine Veranstaltung im Rahmen von: Tradition oder Moderne? Die Aktualität der Aufklärung im ‚Nahen Osten‘
Veranstaltungsreihe an der Universität Halle. Koordiniert vom AK Kritische Intervention im Rahmen des Alternativen Vorlesungsverzeichnisses an der Universität Halle.

Was ist ‚natürlich‘ an Geschlecht? Warum es biologisch „Mann“ und „Frau“ nicht gibt.

Mo 21. 6. 2010 19.30 Uhr Frauenzentrum Weiberwirtschaft

Vortrag von Heinz Jürgen Voss

„ Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ ist nach der Geburt die erste Frage, die immer wieder gestellt wird. Können die Eltern darauf keine Antwort geben, so herrscht betretenes Schweigen – wird das Thema gewechselt. Das Kind beginnt erst so richtig in unserer Gesellschaft zu existieren, wenn es mit einem von zwei Geschlechtern aufwarten kann – ein Zustand nachdem Justiz, Medizin und „gesellschaftliche Moral“ einem jeden Menschen trachten.
Aber: Was ist „ natürlich“ an Geschlecht? Gibt es biologisch zwei Geschlechter – oder haben wir das nur in der Schule so gelernt? In diesem ‚‚Input und Diskussion‘ wird der Ausarbeitung von „biologischem Geschlecht“ in den sich herausbildenden „modernen biologisch-medizinischen Wissenschaften“ seit dem 17. / 18. Jahrhundert bis heute nachgegangen. Bei den aktuellen biologischen Geschlechtertheorien wird offensichtlich, dass sich die Interpretation, dass es viele Geschlechter geben muss, geradezu aufdrängt.

Sunday BBQ Matinee´mit The Chi Chi BBC & Brilliant Colors im Zoro-Plattenladen

zum ausklang der saison am sonntag noch eine kleines feines sommerfest zwischen plattenregalen, feurtreppe und hof des zoro

The Needle And The Damage Done Recordstore & das SchubladenKonsortium laden ein:

SchubladenSommerFest-Matinee´

So 20.6. 14Uhr Zoro/1st Floor – Bornaische Strasse 54hh

kaffee & kuchen bbq & gegrillt, gebacken und zubereitet von der fabulösen Similden-koch crew(ein solibuffet für die Similde!) und entspannte konservenmusik aufgelegt von qualifizierten händen…

live (pünktlich um 4!):

The Chi Chi BBC (lpzig/Hello Rec.)

zerbrechlicher,lo-fi zwischen pop und folk flanierend, mit Songperlen um sich werfend und melancholisch gemüter bewegend…

Briliant Colors (sn frncsco/Slumberland)

spielen herrlich verwaschene, verhallte post-punk/wave indieperlen im fahrwasser von Aislers Set, Vivian Girls oder Pains Of Being Pure At Heart… ach ja auf dem legendären
Slumberland-label beheimatet!!!

…der sonntagnachmittag unter freunden… auch bei dem als mies prognostizierten wetter…

9 jahre reil 78

9 jahre reil 78

9 Jahre Reil78

two days in festival

freitag 18.6.2010

19 Uhr – premierevorstellung der aktionstheatergruppe halle
(forumtheater)

soed singt sad songs (wien)
queeriges liedermaking

frisur in dur (chemnitz)
erste sahne coverpunk

cancer clan (potsdam)
death metal / grindcore

brink of despair (leipzigpotsdameisenberg)
verkrustete metalmelone

panzerquartett (halle)
trashiger synthierock

KRIMSE KRAMSE – nerdy retro gaming (kc85,c64,amiga,atari)
special guest:“irrlichtprojekt“

costa lässt oldschooljungle vom feinsten aus der konserve

CHAISE
j.k.king & stompin‘ wolfman
grap (monday edition)
tokyo

samstag 19.6.2010

14 uhr farbig-lautes kinder-ramba-zamba
(dadatheater,akrobatisches,verzauberndes…)

15 uhr – theater der aggression ( wien)

don lon (halle)
erlebnispop

herzkasper (berlin)
songwriter duo

hugo ludra (cz)
progressives alternativegerassel

p:hon (dresden)
epische vollkostmucke

nach einbruch der dunkelheit pyroakrobatik

berlinska droha (berlin)
punkiger lausitzfolk

suicidal birds (nl)
punkgarageblues

open (miniplayback)
stage
verkettung kleiner feiner aufführungen. wer mag, darf zeigen was mensch drauf hat !
doch wer playback machen will, muss nen ton/datenträger mitbringen.

der „limboking und das pfefferminz“ werfen heisse rumba-, funk-, caribic-
und discoscheiben auf den plattenteller

CHAISE
chaise allstars vs. querbass

cocktails,
lekka futter,
grüner garten,
chilloutkämmerchen
und
noch
so
einiges
mehr

Free Gaza from Hamas! Gegen die Auslandseinsätze der Linkspartei

free gaza from hamas

Kundgebung am 17. Juni von 17 bis 21 Uhr auf dem Leipziger Augustusplatz

»Israel ist schuld!« krakeelt es aus allen Ecken. Denn Israel, heißt es, agiere »verbrecherisch«, »ermorde« wahllos »Zivilisten« und betreibe »Staatsterrorismus«. Israel, Israel, immer wieder Israel! Die Verteidigung der israelischen Seeblockade am 31. Mai wird aus dem Kontext gerissen und die üblichen anti-israelischen Ressentiments abgespult.

Denn nicht nur in Deutschland stand a priori fest, wer für die Toten im Mittelmeer verantwortlich war. Dass jedes Jahr tausende Menschen auf der Flucht vor Armut, Verfolgung und Krieg vor den Küsten Europas jämmerlich ertrinken, juckt niemanden. Wenn aber selbsternannte »Friedensaktivisten« auf angeblich »humanitärer Mission« sterben, ist der Aufschrei groß und Israel wird als »Piratenstaat« dämonisiert. In dubio contra reum – Im Zweifel gegen den Angeklagten. Und an vorderster Front die FriedensfreundInnen der Linkspartei.

Israelhass in Leipzig

Auch in Leipzig sollte sich der geballte Israelhass entladen. Am 2. Juni fand in der Leipziger Innenstadt eine Demonstration unter dem Motto »Free-Gaza-Blockade durchbrechen« statt. Neben der Gesellschaft für Völkerverständigung nahmen verschiedene linke Gruppen, wie die SAV und die Studierendenorganisation Linke.SDS, an der Demonstration teil. Auch der sächsische Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Leipziger Stadtverbandes der Linkspartei Volker Külow beteiligte sich an den Protesten.

Während der Demo kam es zu gewalttätigen Übergriffen. Dabei wurden Menschen, die sich am Rand der Demo-Route befanden, von mehreren Demonstrationsteilnehmern tätlich angegriffen und verletzt. Ziel des Angriffs waren Menschen, die sich durch das Zeigen der israelischen Fahne mit Israel solidarisch erklärten. Die Linke samt Volker Külow ließen eine klare Distanzierung von den Gewalttaten vermissen.

Anstatt die israelsolidarische Gruppe vor den Angreifern zu schützen, ging die anwesende Polizei mit körperlicher Gewalt und Pfefferspray gegen diejenigen vor, die zuvor Opfer des Angriffs geworden waren. Von wem die Gewalt ausging, schien die Staatsdiener nicht zu interessieren. Dass vor ihren Augen eine Israelfahne gewaltsam entwendet, zerrissen und zertrampelt wurde, ist nicht zu entschuldigen. Die gewaltsame Eskalation blieb für den Großteil der Angreifer folgenlos. Dies ist ebenso scharf zu verurteilen, wie die Tatsache, dass es die Mehrheit der Demo-TeilnehmerInnen, die sich ja offiziell zu Frieden und Menschenrechten bekennen, offensichtlich nicht zu stören schien, dass antisemitische Schläger in ihren Reihen mitmarschierten.

Die Freiheit, die sie meinen

Dass es den Leipziger FriedensfreundInnen und den TeilnehmerInnen der Gaza-Flotte tatsächlich um Menschlichkeit, Frieden und Freiheit ging, und letztere den notleidenden PalästinenserInnen in Gaza wirklich helfen wollten, ist ein ekelerregender Mythos.

Israel hatte mehrfach und noch bevor der Pseudo-Hilfskonvoi in See stach, angeboten, die Güter nach gründlicher Prüfung auf dem Landweg in den Gazastreifen zu transportieren. Israel hat ein berechtigtes Interesse daran, durch Kontrolle der Schiffsladungen eine militärische Aufrüstung der antisemitischen Hamas – welche nicht müde wird, Israel zu verteufeln und mit Raketen zu beschießen – zu verhindern und ist dazu auch völkerrechtlich verpflichtet. Dies wurde und wird bewusst ignoriert. Statt also Israels Angebot anzunehmen, setzten die FlottenteilnehmerInnen auf Konfrontation und nahmen damit eine gewaltsame Eskalation und die Gefährdung von Menschenleben bewusst in Kauf.

Den »Free-Gaza«-AktivistInnen, unter denen sich auch Bundestagsabgeordnete der Linken befanden, ging es nicht um »humanitäre Hilfe«, sondern darum, durch ihre »politische Aktion« eine militärische Reaktion Israels zu provozieren und damit den Gewalthabern in Gaza propagandistische Schützenhilfe zu leisten.

Auch Freiheit und Menschenrechte sind den Israelhassern herzlich egal. Denn, wie kann man ernsthaft vorgeben, sich für Menschenrechte einzusetzen und gleichzeitig ein repressives, islamistisches Regime unterstützen, das den Gazastreifen besetzt hält, nicht nur israelische Zivilisten, sondern auch seine eigene Bevölkerung terrorisiert und ZivilistInnen als menschliche Schutzschilde missbraucht? Ein freies Gaza kann es unter der Terrorherrschaft der Hamas nicht geben.

Gegen die Auslandseinsätze der Linkspartei!

Auch von friedlichen, unbewaffneten MenschenrechtsaktivistInnen, die Opfer israelischer Aggression wurden, kann keine Rede sein. Sicherlich, nicht alle Passagiere, des von der islamistischen Organisation IHH gecharterten Schiffes »Mavi Marmara«, waren auf Gewalt aus. Es stellte für sie aber offensichtlich kein Problem dar, mit AntisemitInnen, opferbereiten IslamistInnen und IsraelhasserInnen in einem Boot zu sitzen. Besonders die Teilnahme linker Bundestagsabgeordneter und deren fadenscheinige Rechtfertigungsversuche sind in diesem Zusammenhang in aller Deutlichkeit zu verurteilen. Verschiedene Videoaufnahmen zeigen, wie ein mit Messern und Eisenstangen bewaffneter Lynchmob an Bord versuchte, die israelischen Soldaten zu töten. Ex-Abgeordneter Norman Paech aber, der einst die Raketen der Hamas mit »Feuerwerkskörpern« verglich, rationalisiert diesen Gewaltexzess als legitime Verteidigung. Die Abgeordneten Inge Höger und Annette Groth hatten kein Problem damit, sich der Geschlechtertrennung an Bord entsprechend auf einem gesonderten »Frauendeck« einsperren zu lassen. Und letztere schwärmt auch noch im Nachhinein von der »unglaublich guten Atmosphäre« an Bord, die auch die antisemitischen Gesänge (»Oh ihr Juden, (…) die Armee des Propheten Mohammed wird zurückkommen (…) Intifada bis zum Sieg«) beim Auslaufen des türkischen Friedensdampfers nicht trüben konnten. Und auch die Bemerkungen der Parteivorsitzenden der Linkspartei Gesine Lötzsch, dass sie und ihre Fraktion »stolz&öaquo; sind auf den »mutigen« Auslandseinsatz ihrer ParteikollegInnen sind, verdeutlichen einmal mehr, dass sich Menschenrechtsrhetorik und Israelfeindschaft prima vertragen.

Es ist absurd, dass aufklärungsresistente Israelhasser und Verharmloser des djihadistischen Antisemitismus nun eine unabhängige Aufklärung der Vorfälle fordern, obwohl ihr vernichtendes anti-israelisches Urteil unverrückbar feststeht.

Free Gaza from Hamas! – Solidarität mit Israel!

Dass Israelhass, antizionistische und antisemitische Positionen in einem Leipziger Bündnis toleriert werden, dass sich den Kampf für Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat; dass die Leipziger Polizei gewaltsame Übergriffe gegen friedliche israelsolidarische DemokritikerInnen nicht unterbindet und die Fahne des israelischen Staates für »Gutmenschen« eine Provokation darstellt, welche offenbar gewaltsames Vorgehen rechtfertigt, ist nicht hinnehmbar. Das Verhalten Volker Külows, dass eine klare Verurteilung der antisemitischen Vorfälle vermissen lässt, ist dabei, wie das Verhalten der Linkspartei auf Bundesebene, unter aller Kritik.

Wer für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse in Gaza und eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts eintreten will, sollte sich für die Befreiung des Gazastreifens von der Herrschaft der Hamas einsetzen. Denn solange Islamisten die Bevölkerung Gazas und Israels terrorisieren, wird es keinen Frieden in der Region geben. Die Forderung muss also »Free Gaza from Hamas!« lauten.

Wir rufen alle, die dem friedensbewegten Antizionismus und antisemitischer Gewalt entgegentreten wollen, dazu auf, sich mit Israel zu solidarisieren und sich an der Kundgebung am Donnerstag, den 17. Juni um 17 Uhr auf dem Leipziger Augustusplatz zu beteiligen.

(via bündnis gegen antisemitismus)