LA FAMILIA Y AMIGOS – FESTIVAL 2010

la familia y amigos

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Altin Village & Mine Festival III
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präsentiert von Jungle World, Beatpunk, Persona Non Grata, Testcard, Ox Fanzine & Rote Raupe
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Freitag 21.05.2010 @ Conne Island / Leipzig

XIU XIU (USA, New York)
TED LEO & THE PHARMACISTS (USA, New Jersey)
MI AMI (USA, San Francisco)
THE FALCON FIVE (GER, Würzburg)
GRAVE SHOVEL LET‘S GO (GER, München, Dresden)
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Samstag 22.05.2010 @ Conne Island / Leipzig

DIE GOLDENEN ZITRONEN (GER, Hamburg)
THE ROBOCOP KRAUS (GER, Nürnberg)
PTTRNS (GER, Köln)
SHOKEI (GER, Würzburg)
CUT CITY (SE, Göteborg) CANCELED (sad but true)
MY DISCO (AU, Melbourne)

Aftershowparty:
QUESTION.MARC alias TOWER / Solina Hi-Fi (UK, London)
STEFFEN BENNEMANN / Nachtdigital (GER, Leipzig)
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Ay, Ay, Ay…

Wer hat an der Uhr gedreht? Ein Jahr ist fast vorbei, aber wo isses hin? Einiges ist passiert… 50 % von uns hat es nach Leipzig verschlagen, Platten sind immer noch ein Medium, Touren mussten gefahren werden und jetzt ist gleich wieder Mai!

Entgegen hießiger Trends arbeiten wir weiterhin ordentlich an Nachwuchs und weil der Winter einfach zu lange geht, haben wir uns dafür auch mal im Ausland umgesehen. Wenn Madonna und Brangelina das bringen, können wir das schon lange! Bald werden es 40 Zöglinge! Heidewitzka!

Für soviele Leute brauchen wir eine lange Tafel: Das Ding wird auch im Jahr 2010 von den Cousins und Cousinen vom Leipziger Conne Island gestellt. Da hat eure Oma vielleicht schon im Tee getanzt und deshalb kann das nicht schlecht sein! Dort dürft ihr euch die Finger an weißen Tischdecken abwischen, schwitzig werden die Pfötchen von allein, wenn wir daran denken, wer uns alles beehren wird!

Auf der Bühne stehen die hibbeligen Kids von PTTRNS, die Sugardaddys von SHOKEI, unsere hyperaktiven Ornithologen von THE FALCON FIVE, die Schwiegersöhne GRAVE SHOVEL LET‘S GO und die Tanzkönige von THE ROBOCOP KRAUS aus Nürnberg. Aus dem Flugzeug steigen die Cousins mütterlicherseits: XIU XIU und MI AMI, die Schwippschwager von MY DISCO und die Kinder unserer Tanten aus erster Ehe: CUT CITY.
Besuch bekommt die Sippenfeier in diesem Jahr auch von eingeheirateten Brüdern, die uns nachwuchstechnisch einiges voraus haben: 15 Releases in 26 Jahren, da können die Onkels von DIE GOLDENEN ZITRONEN wohl einiges dazu erzählen. Wir kriegen die Tür nicht mehr zu und hoffen, es wird bald Frühling!

Wenn ihr dann alle vor der Bühne steht und mit uns eine Polonaise durch den Island Saal macht, wird die Sache perfekt!
Ihr seht, es wird ernst – wir sehen, es lohnt sich seit Jahren auf Konzerten zu tanzen, Bands durch die Walachei zu fahren, Platten zu machen und jede Menge toller Menschen kennen zu lernen. Nein, wir werden nicht sentimental, wir sind nur dankbar für den ganzen Fisch! Eine Fete ist Pflicht und (keine Fehde)!

Falls euch jetzt die Hände schwitzen, könnt ihr auch mal kurz pausieren, denn das ist noch nicht alles:
Eine Überraschung muss sein und wird deshalb auch nicht verraten!
Aftershow ist vor der Show und deshalb bringt QUESTION.MARC aus London eure Hufe zum Wackeln. Ansonsten wird das Wetter spitze, das ist schriftlich so besiegelt… Wir hängen im schönen Eiskeller Hof ab und genießen das Zusammensein. Um der Sache etwas Stil zu geben, sorgen wir für Kaffee, wenn ihr den Kuchen mitbringt. Backmischungen sind erlaubt!

Vielleicht kleidet ihr euch in hellen Sachen, um euch in der Stadt zu erkennen, denn das hier (http://www.wave-gotik-treffen.de/info.php) steigt quasi gleichzeitig. Wer jetzt unschlüssig wird, hat sich schon entschieden.

Wir sehen uns! 21.-22. Mai. Conne Island. Leipzig.
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DIE GOLDENEN ZITRONEN (GER, Hamburg)
Wir wissen nicht, was der Diskurs empfiehlt, aber taub stellen kannst du dich woanders. Klingt wie improvisiert und tatsächlich spielt sonst niemand so virtuos alles zwischen New Wave und Free Jazz. Das Beste seit Erfindung des Tonfilms. Unfreiwillig ernst in Szene gesetzt von Schorsch Kamerun. Von ihm lernen heißt singen lernen. Geile Texte vom Ende des Sozialstaats. Als Kenner der Konsumgesellschaft lassen sie ihren Reflexen freien Lauf und halten uns verdammt noch mal immer noch den Spiegel vor die Nase und frönen ihrer unangepassten Beharrlichkeit. Aufgetürmt durch manches Instrument und maschinelle Druckmittel schaffen sie sich ihre eigenen Verhältnisse zwischen Krautrock, Techno und weiß der Geier!

XIU XIU (USA, New York)
Allroundkünstler Jamie Stewart aus New York, der wie kaum ein anderer die Brücke schlug zwischen Lo-Fi-Noise und Post-Punk-Sadrock, danach alle Brücken wieder zerschlug und auf beeindruckende Weise wieder aufbaute, bereichert 2010 das Altin Village & Mine Festival. Introvertierter melancholischer und dabei aber ungeahnt aggressiver und unkonventioneller Post-Alles, eine nervöse Kakophonie, die bei allem Chaos wohl strukturiert und harmonisch klingt, minimalistische Melodien und viel Subtilität. Statt post-pubertärer Bright Eyes-Weinerlichkeit ein reiferer aber unkonventionellerer musikalischer Seelenstriptease.

TED LEO & THE PHARMACISTS (USA, New Jersey)
Ted Leo heißt mit bürgerlichem Namen Theodore Francis Leo und stammt aus einer begabten Familie. Seine beiden Brüder sind ebenfalls Songwriter, er selbst hat einen Abschluss in Anglistik an der Universität Notre Dame gemacht. Der 1970 in Indiana geborene Ted beschließt, den Weg des Punk zu beschreiten und bringt mit der Band Animal Cracker 1991 einen ersten Output zu Stande. Es folgen andere Bands und mehrere Platten: In den Neunzigern spielt er bei Citizens Arrest oder Chisel. Nach zwei Jahren der Funkstille melden sich Ted Leo mit ihrem vierten Album und ihrem Debüt für Matador zurück. „The Brutalist Bricks“ ist überaus selbstsicher und weitreichend. Ted Leo erforscht hier neue Territorien und zeigt seine Singer/Songwriter Seite, wobei er seinen Punkrock Wurzeln jedoch noch immer emotional und energetisch treu bleibt.

THE ROBOCOP KRAUS (GER, Nürnberg)
Die wildesten Kerle kommen immer vom Land. Das war früher in der Schule schon so, als die rauen Bauersöhne die härtesten Fäuste hatten, und daran hat sich auch heute nichts geändert. The Robocop Kraus sind wild und Freaks, wohnen aber immer noch im beschaulich fränkischen Nürnberg. Ein Ort der wilden Kerle und der größten Entertainer, wie die Live-Sets der furiosen Fünf beweisen. In ihrem frühen Dress-Code zum Durchdrehen (Second Hand Anzug, Hemd und Krawatte) rocken sie schon bald halb Europa, die Staaten und Japan. Denn wie wild muss man eigentlich sein, um seinen Bandnamen aus dem Lieblingsfilm und dem Lieblingsentertainer, dem deutschen Elvis, Peter Kraus, zu kombinieren? Genau. Ziemlich wild. Deshalb spielen die vier Ur-Mitglieder Thomas Lang, Matthias Wend, Johannes Uschalt und Roman Maul 1998 auch noch in den wild-rockigen Bands Cyan und Maggat und gründen die Robos quasi nur als Ausgleichsband. Allerdings mit der Voraussetzung, dass jeder ein anderes Instrument spielt als in der Haupt-Band. Immer wieder gern und deshalb das zweite Mal beim Altin Village & Mine Festival dabei.

MI AMI (USA, San Francisco)
Jacob, Daniel & Damon veranstaltet einen ganz schönen Rabatz. Der Bass und das Schlagwerk hieven dich auf einen unendlichen Trip, der hypnotisch und repetitiv durch einen spacy Krautrock-Dschungel in die Früh-80er-Disco leitet. Dazu eine hyper-nervöse, kreischend bis sägende Gitarre passend zum expressiven Gesang. Diese beiden Stimmen bilden den verrückten Gegenpart zu dem einlullenden, meditativen Rhythmus. !!! oder besser Out Hud oder noch besser Tussle treffen Jesus Lizard oder Xiu Xiu. It’s about time, endlich in Leipzig!

PTTRNS (GER, Köln)
“Dass es so was noch gibt, glaub ich nicht“, hört man die einen schon lautstark rufen, während die anderen versuchen zu beschwichtigen: „Gar nicht so ungewöhnlich.“ Das Thema: Die Existenz aktuell beeindruckender Bands aus dem Inland. Sind diese vielleicht doch gar nicht so rar gesät wie häufig angenommen? Was diese drei jungen Männer schon damals einte, war ihre gemeinsame Zukunftsvision: Band gründen, Liveshows ausarten lassen, ab und zu ein paar Platten veröffentlichen und vor allem jede Menge Spaß haben. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Dem Postpunk sichtlich angetan und vom klassischen Hardcore beeinflusst, zappeln ihre Songs frenetisch drauf los. Der Blick für die Tanzfläche bleibt stets gewahrt. Dabei hat die Band in immer größerem Maße ihren eigenen Stil gefunden.

MY DISCO (AU, Melbourne)
Der kleine Bruder von Shellac, welcher bereits zweimal unter Regie von Mr. Albini in Chicago Platten produzierte. Nach Touren mit Sonic Youth und Xiu Xiu nun die zweite Europa Tour, welche die drei Australier auch nach Leipzig führt. Elemente, die früher an Shellac erinnerten, wurden minimiert und durch eine Prise Krautrock bereichert. Eine Soundwand sondersgleichen!

CUT CITY (SE, Göteborg) CANCELED (sad but true)
Den Schweden, denen schon Joy Division- und Franz Ferdinand-Verwandtschaft angedichtet wurde, aber sie sind weitaus weniger mainstreamig und anbiedernd als zumindest letztere. Eine gesunde Portion Ironie gemischt mit 80er-Post-Punk, was im Endeffekt schwer an Interpol erinnert, trotzdem ausreichend selbstständig ist, um nicht als bloße Kopie durchzugehen. Exklusiv zur Festival Show geladen, das wird ein Fest!

SHOKEI (GER, Würzburg)
Mit ihrem fränkischen DC-Sound sind viele von uns durch etliche Releases und Deutschlandtourneen wahrscheinlich schon bestens vertraut. Unglaublich rhythmisch und direkt wirkt das Quartett. Und die Verspieltheit sowie ein sehr danciger Shellac-Sound ziehen sich durch ihre sehr vielseitigen Songs. Komplexität trifft Genialität und Gespür für catchy Arrangements, sperrige und doch unheimlich druckvolle und mitreißende kleine Perle mit Vocals. Live gut anzuhören und tanzbar auf Grund der netten Melodien in ihren Arrangements. Allesamt sind sie fitte Musiker und haben einen Sinn für das, was derzeit nicht angesagt ist. Ob von dem kleinen Kurort [Bad Bocklet bei Würzburg] an der Rhön tatsächlich bald wieder eine Bedrohung ausgehen wird, bleibt hier unkommentiert, aber tolle Musik reicht uns auch schon.

THE FALCON FIVE (GER, Würzburg)
The Falcon Five sind das wohl selbstironischste und gleichzeitig musikalisch umwerfendste, was in letzter Zeit aus der Höhle gekrochen kam. Wunderbar grooviger, versierter, überraschender Post-/Art-Punk mit Schellenkranz-Charme und Hang zur großen Geste. Les Savy Fav standen sicher Pate, aber das würden die Jungs nie zugeben, ihre Helden heißen Shakira und AC/DC, oder zumindest irgendwas dazwischen.

GRAVE SHOVEL LET‘S GO (GER, München, Dresden)
Hach, allein schon die Umstände des Kennenlernens. Ein Sonntagabend. Ein Keller. Ich, verschlafen und aufgeregt. Und vollends fasziniert am Ende. Komplett. Ich meine: Hey, den Bandnamen einem Ten Grand-Song zu entleihen. Grandios! Dazu eines der tollsten 7“-Artworks aller Zeiten. Bester Beweis dafür, dass es nicht die Großstadt sein muss, um was Gutes auf die Beine zu schubsen. Sowas schaffste vor allem auch dann, wenn du noch Geschichten erzählen kannst vom vergeblichen nächtlichen Absuchen aller Videotheken eines Orts namens Mühldorf nach einem ganz bestimmten Film. Und heißt auch: Unglaublich freundliche Radaukids mit Sinn für Humor und die absolut richtigen Coverversionen, immer wieder geradezu absurd in der Gegend verstreut, und im richtigen Moment am richtigen Ort zusammen. Bühnenaktionismus, filigran bis lärmig, mit freudigem Rumspringen, Brett und Rufen aus vollem Hals, in einem Referenzkosmos, der sich irgendwo zwischen North Of America und Superchunk, Dischord und Polyvinyl mühelos basteln lässt. Beste Typen für Busfahrten und nächtliche Unterhaltungen, über mindestens Fahrradfahren, Neunziger, Filme und Bier. Alles richtig gemacht!