Archiv für November 2009

fucked up //// ss20

fucked_up

Sonntag, 29.11.2009, Conne Island, Leipzig

Fucked Up
SS20

- experimental Hardcore from Toronto/Canada -

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vuk //// the gentle lurch @ reil78

ein abend mit außergewöhnlich filigraner musik und einem umfangreichen instrumentarium

28.11.2009 | 21.30 Uhr | reil78 | halle

vuk (new york, helsinki)

vuk pendelt seit vielen jahren zwischen helsinki und new york und hat an beiden orten zahlreiche musikalische einflüsse in sich aufgesogen. sie instrumentiert ihre songs eigenhändig mit harmonium, kantele, schlagzeug, perkussion, akkordeon oder blockflöte. solo singt und spielt vuk akkordeon. am 28. november wird sie von der musikerin loupine am piano und perkussion, sowie janne lastumäki am schlagzeug unterstützt. große spannungskinomusik.

the gentle church (dresden)

die slide-gitarre säuselt, die orgel hallt, die mundharmonika quietscht. die stücke eiern ganz gehörig, schlingern und torkeln. das klavier klimpert berunken, nicht mal der kontrabass steht hier wirklich aufrecht. es ist schon irgendwie country, wenn auch ziemlich schmuddelig und schrullig. country aus dem die spielfreude klingt und weniger die existenzielle inbrunst, die den kollegen aus dem westen so eigen ist.

monkey safari

monkey_safari

28. Nov. 2009 23:00 charles bronson

MONKEY SAFARI RECORD RELEASE // MIKE OKAY / TRICKLZ / KINO KID CASH

Die WhatWhat! Records feiern den Record Release von mike Okay, TricklZ und KinoKidCash.
Dreimal Electronic für die, die ihre Musik und/ oder eine Party ohne stromunterfütterte Beats nicht überstehen würden. Genau das Richtige um den Samstagabend zu beginnen.

hot water music //// strike anywhere

hot_water_music

Samstag, 28.11.2009, Conne Island, Leipzig

Hot Water Music
Strike Anywhere
A Wilhelm Scream
Tiny Ghosts

Burg-Flowmarkt

Foyer im Volkspark, Burgstr. 27, 06114 Halle

ab 14 Uhr: „Burg-Flowmarkt“ – ein Projekt von Studierenden der Hochschule für Kunst und Design Burg-Giebichenstein.

Im Rahmen des „5. Langen Abend der Galerien in Halle“ beteiligen sich Kreativschaffende aller Studienrichtungen an einem Flohmarkt der besonderen Art. Präsentiert werden Einzellstücke, Kleinstserien, Mode-, Textil-, Produktdesigne, Illustrationen, Grafiken, Malereien, Plastiken, Keramik und 1A Klim Bim. Ein Querschnitt durch die ganze Vielfalt der Arbeiten, die an einer Kunst- und Designhochschule und in deren Umfeld entsteht.

Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch linke!

b-movie

Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als „kleinere Rangeleien“ ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa „der Zionismus“ als „rassistisches Projekt“ bezeichnet, mittels dessen „künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden“ solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

* dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
* dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
* dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als „Provokation“ versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie

(Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten, 18.11.09)

siehe auch dazu:

Antisemitismus unter ‚roter Fahne’ unmöglich machen! bei cosmoproletarian-solidarity

Shlomo Wolkowicz – Zeitzeuge aus Ostgalizien

Letzten Donnerstag bekam Radio CORAX Besuch eines israelischen Gastes, der als Zeuge über eine Zeit berichtete, die er als Opfer der Nazis und Überlebender eines Massenmordes und als Widerstandskämpfer erlebt hat.

Hier ist die sehr hörenswerte Aufzeichnung des Berichtes von Shlomo Wolkowicz:

Berliner Polizei stürmt Hausprojekt

brunnenräumung

Eines der letzten Hausprojekte in Berlin-Mitte wurde Dienstag Nachmittag von der Berliner Polizei geräumt.

Im Mittelpunkt der Polizeiaktion standen fünf Wohnungen in der Brunnenstraße 183 in Berlin, deren Übergabe die BewohnerInnen zuletzt sogar freiwillig angeboten hatten.

Mehrere Hundertschaften Polizei besetzten Teile von Mitte und Prenzlauer Berg, um Proteste gegen die Räumung zu verhindern. Über den beiden Stadtteilen kreisten stundenlang Hubschrauber. Der Räumung ging ein monatelanger Streit mit dem aktuellen Besitzer des Hauses voraus, der die BewohnerInnen hinauswerfen und das Haus mittels Sanierung in eine profitable Immobilie verwandeln möchte.

Für Dienstag Abend und die folgenden Tage sind Proteste angekündigt.

Solidarität mit den BewohnerInnen der Brunnenstraße 183 und dem Umsonstladen!

Schluss mit der Repression – für selbstbestimmte Freiräume!

(via fels)

Am Mittwoch Abend um 20 Uhr findet anläßlich der Räumung der Brunnenstr. 183 eine Demonstration statt. Sie startet am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg.

(via liebig 14)

Mi: Efterklang, Jersey und Early Day Miners @ ut

UT , Electric Eclectic & Schubladenkonsortium laden ein

Mi 25.11.2009 20:00 – UT Connewitz Leipzig

Efterklang (4AD, DK), Jersey (Lok Musik, D) und Early Day Miners (Secretly Canadian, US)

Zum Dritten! Nach zwei famosen Konzerten im UT Connewitz und Conne Island im letzten Jahr kommen Efterklang im November endlich wieder nach Leipzig. Die Band aus Kopenhagen hat gerade »Performing Parades« veröffentlicht. Dazu wurde ihr Erfolgsalbum »Parades« gemeinsam mit dem „Danish National Chamber Orchestra“ in ihrer Heimatstadt Kopenhagen neu eingespielt. Ob nun mit Orchester oder ohne, dass dänische Kollektiv ist ein wahnwitziges Live-Erlebnis. So passiert auf der Bühne so unheimlich viel, dass man die Band immer wieder sehen will. Man darf übrigens sehr gespannt sein, welchen kreativen Spuren die Zusammenarbeit mit Orchester hinterlassen hat.
Außerdem dürfte auch das ein oder neue Stück zu hören sein, denn 2010 erscheint das nächste reguläre Album beim Kultlabel 4AD. Dabei werden sie ganz sicher neue Wege einschlagen. Das Konzert ist somit auch die letzte Chance, Efterklang in der pompösen »Parades«- Variante zu erleben.

Jerseys längst überfälliges Leipzig-Debüt. Während die Dänen die ZuschauerInnen mit ihren Ideen fast erschlagen werden zeigen Jersey, dass großer Pop auch ohne Effekte auskommt. Alles ist dabei stets raffiniert und auf den Punkt arrangiert, wobei sich Leichtigkeit wie Melancholie, als auch Pop und Elektronik stets umarmen. Jersey besteht aus Mitgliedern der Bands The Notwist, Contriva und Saroos – und dabei ist nur ein Bruchteil der Bands genannt.

Ebenso wie Efterklang ist es Early Day Miners bereits beim Konzert im UT gelungen Menschen mit ihrer Musik in den Bann zu ziehen, haben sie es vollbracht der geneigten Hörerschaft auf s positivste durch Töne Emotionen zu vermitteln. Die Allstarband um Daniel Burton spielt orchestral-hymnische Indierock-Großartigkeiten in Moll mit Verweisen zu Cockteau Twins und My Bloody Valentine und reihen sich so, was Intensität und Klasse angeht, nahtlos in die Riege ihrer Secretly Canadian-Labelmates wie Songs:Ohia, Anthony & the Johnsons oder I Love You But I´ve Chosen Darkness. Mit neuem Album „The Treatment“ unterwegs – what a sweet treat to have you back!

Friska Viljor, Lena Malmborg & William The Contractor

friska_vijor

Mittwoch, 25.11.2009, 20:00 Uhr, conne island, leipzig

Friska Viljor, Lena Malmborg & William The Contractor

Diese Band ist Klischee, ohne etwas anderes vorzugaukeln: Friska Viljor sind klassisch-fröhlicher Indierock mit Folkeinflüssen aus Schweden, gespielt von zwei langhaarigen schlaksigen unrasierten Rockern, die gern im Feinripp-Unterhemd posieren und über Frauen, Alkohol und alles andere, was wohl sonst noch so wichtig im Leben sein soll, singen. Soweit, so wenig überraschend.
Was das Duo trotzdem aus der Masse der Indierock-Bands heraushebt, ist ihr selbstironischer Umgang mit diesen Bildern, ihr Humor und Unbekümmertheit in einer Szene, die sich selbst sehr ernst nimmt und in der der äußere Schein und das perfekte Image genauso wichtig genommen werden wie die Musik.

Über Friska Viljor wird oft in Anekdoten berichtet – diese sind so vorhersehbar wie passend und veranschaulichen das Selbstbild der Band besser als jeder Satz, den ich mir an einem Sonntagabend verkatert ausdenken könnte ;)

„Wir schreiben Januar 2005. Zwei unrasierte Freunde treffen sich an einem Stockholmer Tresen und ertränken ihre gerade zerschellten Beziehungen in Hektolitern viel zu teuren Alkohols. Gottseidank sind Daniel Johansson und Joakim Sveningsson ziemlich musikalisch und kanalisieren ihre promillebefeuerte Kreativität in einem erschreckend zugemüllten Proberaum. Weil ihr entgleistes Dasein ja irgendwie weitergehen soll, fassen sie einen Entschluss von großer Tragweite: Sie werden all die Energie, die sie an die Liebe zu ihren undankbaren Verflossenen verschwendet hatten, ab sofort woanders investieren. Nicht vordergründig in Musik, nein, eher in die neu gewonnene Freiheit, zu tun, was immer sie wollen. Und genau diese Lebensfreude schallt aus jeder Rille, jeder Note, jedem life gespielten Ton. Es geht – natürlich – um Frauen, Alkohol und Rock‘n'Roll.“

Nach ersten Erfolgen ihres Debüts in Schweden und ausgiebigen Clubtouren geht es über den schwedischen Tellerrand hinaus. Diese Anekdote lässt mein Herz als enthusiastischen Hamburg-Fan besonders hoch schlagen:

„Ihre erste Anlaufstelle ist Hamburg. Nachdem sie die ersten Nächte der Vernichtung von Alkohol widmen, betreten sie am vierten Tag Back Records in der Wohlwillstrasse. Steve, der Besitzer des Plattenladens, kauft den beiden ein paar der mitgebrachten Platten ab und erkundigt sich nach Liveterminen. Da die Musiker keine Auftritte vorweisen können, ermöglicht Steve kurzerhand am gleichen Abend ein Konzert vor 15 bis 20 Leuten im eigenen Geschäft. Die Rückmeldung der Anwesenden fällt dermaßen begeistert aus, dass Friska Viljor den Plan, nach Berlin weiter zu ziehen, verwerfen und in den folgenden Tagen noch weitere Auftritte (u.a. in der Barbara Bar/Hamburger Berg) begehen.“

By the way: Ein Track auf dem neuen, dritten Album heißt „Wohlwillstraße“…

Die Band überzeugt live, auf Konzerten und einschlägigen Festivals (Haldern, Obstwiesen- oder Immergut-Festival), mit Energie und eingängigen Melodien, charmant und technisch versiert. Das zweite Album mit der Single „Old man“ sorgt für weitere Verbreitung des guten Rufes, nun folgt das dritte Album der „Kindermusik mit erwachsenen Texten“ (Joakim) mit dem vielversprechenden Titel „For new beginnings“.

Und ein letztes Zitat zur Band:

„Der Chor- oder schmachtende Falsettgesang wird im Bandgefüge mit kaputten Gitarren, Bläsern, Glockenspiel und gehämmertem Klavier komplettiert. Mal fröhliche, mal schwermütige Shanties, gesungen mit rußgeschwärzten Kehlen, unschuldige Harmonikaweisen, Banjoklimpern, Trommelgerassel und dann wieder uptempo gejagte schachtende Hymnen mit schwergewichtigen twangy Guitars, pointierte Hooklines – alles mit enormem Mitsingpotenzial“

Eine Band allein macht noch keinen Konzertabend:

Ergänzt wird das Line Up durch die Schwedin Lena Malmborg mit Musik variierend von schmachtendem Soulchorgesang bis zu Rockabillysoli, Saloonklavier und Glasorgel. Manche Lieder verfrachten einen zurück in die Fünfziger, andere bieten dunklere, eher suggestive Töne. All dies wird durch Lenas einzigartige Stimme zusammengebunden – manchmal sanft wie Samt, manchmal rau wie die Whiskeystimme eines alten Mannes, fast so wie eine weibliche Ausgabe von Tom Waits. Komplettiert wird dieser Abend von William The Contractor mit schwermütigen Indie-Pop.

Und damit es keinesfalls langweilig wird und um das Bier nach dem Konzert musikalisch abzuschmecken, legen Claire und Dee Cee noch Indie-(tronics) auf.

Claire