Archiv für September 2009

its getting colder at autumn equinox

kraehenbaeume

playlist:

Kosjer D – Safety (Album: Kosjer D Year: 1995)
The Van Pelt – The Good, the Bad & the Blind (Album: Sultans of Sentiment Year: 1997)
Kosjer D – My Dear (Album: Kosjer D Year: 1995)
The Van Pelt – Do The Lovers Still Meet at the Chiang Kai-Shek Memorial? (Album: Sultans Of Sentiment Year: 1997)
The Lapse – Hide Your Daughters (Album: Betrayal! Year: 1998)
Reiziger – Grab and Nailed (Single: Grab and Nailed Year: 1999)
The Lapse – This Is Not The Pure Aesthetic (Album: Betrayal! Year: 1998)
Reiziger – Navigator (Single: Grab and Nailed Year: 1999)

Totale Herrschaft oder neuer Behemoth? Zur Auseinandersetzung um den Totalitarismus-Begriff

Vortrag und Diskussion mit Gerhard Scheit (Autor von »Jargon der Demokratie. Über den neuen Behemoth«)
Mittwoch 30/09 19.30 Uhr
Ort: Galerie für Zeitgenössische Kunst, Karl Tauchnitz Str. 9-11
Eine Veranstaltung der Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX)

Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks erlebt der Totalitarismusansatz eine Renaissance. Gerade im Jubeljahr 2009 ist wieder überall die Rede vom »totalitären DDR-Regime« und »den zwei deutschen Diktaturen«. Doch mit den ursprünglichen Versuchen, Faschismus, Nationalsozialismus und Stalinismus zu analysieren und zu begreifen, oft genug auch von eigener Verfolgungserfahrung ausgehend, hat die heutige Verwendung nur wenig gemein. Der Totalitarismusansatz folgt heute derselben Logik wie die Extremismusformel. Es geht um die Relativierung des Nationalsozialismus und die Exkulpierung dessen, was als gesellschaftliche Mitte verstanden wird.
Die Veranstaltung fragt, warum bzw. vor welchem historischen und gesellschaftsanalytischen Hintergrund sich GesellschaftskritikerInnen wie Hannah Arendt und Franz Neumann, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno auf eine »manichäische Trennung von Demokratie und Totalitarismus« (Gerhard Scheit) eingelassen haben und warum die Totalitarismustheorie trotzdem kein adäquates Erklärungsmodell darstellt.
Gerhard Scheit geht in seinem Vortrag dem Zusammenhang von totalitärer Herrschaft und kapitalistischer Krise nach und legt dar, warum sich gesellschaftliche und staatliche Mobilisierung und Konstitution im Nationalsozialismus und Stalinismus deutlich unterscheiden.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „still not lovin‘ Germany“.

15. zoro festival II

celeste_misanthropes

Samstag, 26. September 2009

Zoro, Bornaische Str. 54 HH, Leipzig

„15.Zoro-Festival“ – Celeste + Cyness + The Suicidal Birds + Doomsday Hour

celeste_I
celeste_II

15. zoro festival I

asshole_parade

Freitag, 25. September 2009, 22.00 Uhr

Zoro, Bornaische Str. 54 HH, Leipzig

„15.Zoro-Festival“ – Asshole Parade + Cloak/Dagger + Masshysteri + Scul Hazzards

Antisemitismus (in) der DDR – Der Antisemitismus als Staatsdoktrin der DDR

Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis (Freier Autor)
Mittwoch 23/09 19.30 Uhr
Ort: B12, Braustraße 20
Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig

In der DDR »gab« es nicht nur Antisemitismus. Die DDR kann aufgrund des von ihr propagierten Israelhasses sogar als wichtige Speerspitze des internationalen Antisemitismus betrachtet werden. Daraus ergeben sich viele Fragen: Wie konnte es in der DDR und anderen sozialistischen Staaten zur Bildung und Verbreitung antisemitischen Denkens kommen, wo doch der Antisemitismus als Basisideologie kapitalistischer Vergesellschaftung gilt? In welchem Zusammenhang stand die marxistischleninistische Ideologie mit dem Antisemitismus? Wieso wurden Staaten, die sich als sozialistisch betrachteten, antisemitisch, und was sagt das über das Wesen dieser Staaten? Was war überhaupt die DDR, was der real existierende Sozialismus vor dem Hintergrund des dort vertretenen und propagierten Antisemitismus? Überdauert nun also der Antisemitismus die kapitalistische Produktionsweise? War in den realsozialistischen Ländern die kapitalistische Warenproduktion nur zum Schein überwunden?
Oder sind all diese Fragen falsch gestellt und besteht die wirkliche Kritik nicht einer Kritik der Antworten sondern in einer Kritik der Fragen?

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „still not lovin‘ Germany“.

Was war die DDR? Zur Kritik an der realsozialistischen Gesellschaft

ddr

Vorträge und Podiumsdiskussion mit Renate Hürtgen (Historikerin,Berlin), angefragt: Regina Bittner (Stiftung Bauhaus Dessau)
Dienstag 22/09 19.30 Uhr
Ort: Conne Island, Koburger Straße 3
Eine Veranstaltung der Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX)

Das Verhältnis der Nachwende-Linken zur DDR, zum Realsozialismus und Stalinismus ist meist instrumenteller Art. Als Systemalternative zum bürgerlich-kapitalistischen Staat wird die DDR verteidigt, ansonsten herrscht weitgehend Sprachlosigkeit. Auseinandersetzungen beschränken sich oft darauf, die totalitarismustheoretische Gleichmacherei von DDR und Nationalsozialismus zurück zuweisen. Viele radikale Linke wollen mit dem Erbe der DDR nichts zu tun haben und schieben das OstalgikerInnen und Nazis zu.
Tatsächlich war die DDR mehr als eine Diktatur. Besonders die Anfänge waren verbunden mit Hoffnungen auf Kommunismus, Antifaschismus und Befreiung des Menschen. Für Viele waren Entnazifizierung,Bodenreform und antifaschistische Erziehung nicht nur leere Phrasen, sondern Schritte in eine bessere, sozialistische Gesellschaft.
Dennoch war die DDR ein autoritäres und repressives System. Soziale Gerechtigkeit war an Anpassung und Zwangskollektivierung gekoppelt; Wer nicht arbeiten wollte, landete im Jugendwerkhof und von sozialer Gleichheit und materiellem Wohlstand mochte angesichts der Privilegien von ParteifunktionäreInnen und der Bedeutung von Westkontakten niemand sprechen. Frauengleichstellung und Internationalismus wurden zwar propagiert, dennoch prägten heteronormative, rassistische und nationalistische Realitäten den Alltag.
Wie kann eine linke Kritik an der DDR aussehen, die deren konstituierende Ideale ebenso ernst nimmt, wie deren antiemanzipatorische Komponenten und Kontinuitäten?
Die Veranstaltung soll helfen, die DDR als Teil der globalen linken Geschichte aber auch der Geschichte Deutschlands zu begreifen. Und sie soll erklären, warum vom Kommunismus schweigen muss, wer von DDR und Stalinismus nicht reden will.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „still not lovin‘ Germany“.

Ein Gespräch von radio corax mit Renate Hürtgen. Zentrale Frage; wie muss emanzipatorische Kritik an der DDR aussehen?

Heute: Sunset Rubdown / Air Cushion Finish @ UT Connewitz

UT & Das SchubladenKonsortium laden ein:

Mo 21.September UT Connewitz 20Uhr

Sunset Rubdown (Can/Jagjaguwar)

Montréal und kein Ende… Wolf Parade Sänger und Gitarrist Spencer Krug, rief sein Solo Projekt Sunset Rubdown anno 2005 ins Leben und verarbeitete seine Ideen zunächst minimal als Bedroom-Projekt. Mit dem neuen Album „Dragonslayer“ schart der umtriebige Mann(Swan Lake, Frog Eyes, etc.) eine inzwischen vierköpfige Band um sich. Es passiert und ändert sich an jeder Ecke und Kante etwas. Der Clou dabei aber ist, dass dieses interessante und abwechslungsreiche Spiel zu keinem Zeitpunkt überstrapaziert wird, sondern subtil unter der Oberfläche der Eingängigkeiten schlummert. Sunset Rubdown sind raues Folk-Mysterium und melodiöser Rock-Pathos mit psychedelischem Einschlag, begleitet von Streichern, Keyboards und Krugs ebenso aufgewühltem wie aufwühlendem Gesang. Die Band weiß mit allem umzugehen, was sie sich aufbaut: mit Chaos, Noise und jeglichen musikalischen Freiheiten, wie auch mit Ruhe, Melodie und Strukturen, die permanent einen Hauch von Pop erahnen lassen. Sunset Rubdown stehen für Indierock der vielseitigen und sehr eigenen Sorte, der Musikfreunden von Bands wie Arcade Fire, Handsome Furs und Wolf Parade ans Herz gelegt sei.

Air Cushion Finish (D/Biesenthales)

Jayrope und Lippstueck haben offenbar einen behüteten, holzbeheizten Platz gefunden, an welchem Zungen und Instrumente endlich auf eine Art ineinander malen, dass Texte ohne Worte, Geräusche, haarige Hörner, verspukte Gitarren und große glühende Gesten langsam versteinern, Gebirge formen, die gläsern werden, durch die ein Zug pfeift, aus dem Kinder steigen, einen Chor gründen und die Trompeten für gewaltige Hymnen wetzen. Jayrope, ständiger Sohn von Kirchenorganisten, stand zuvor auf den Bühnen mit Arto Lindsay, Atari Teenage Riot, Mikis Thedorakis, Raz Ohara & Bluebird. Lippstueck formt die Singhimmel für Stereo De Luxe, They Came From The Stars und Girls United – seit acht Jahren steht er in Berlin für den Goldmund und sein gleichnamiges Festival.

noise action am sonntag: action beat in der reilstrasse 78

action_beat

statt des vom ordnungsamt untersagten konzertes am 12. 9. im la bim nun in der reilstrasse 78:

so-20-09-09 reilstrasse 78 halle action beat (uk)

ACTION BEAT stammen aus Bletchley, einem Retortenvorort Londons und sind seit 2004 bereits dabei, die Noise geprägte Musiklandschaft mit ihrem Geräuschteppich zu überziehen. ACTION BEAT spielen in der Regel mit mindestens vier Gitarren (darunter eine Baritongitarre) einem Bass, zwischen einem und vier Schlagzeugen und manchmal kommt auch noch ein Violinist dazu. Damit machen sie ihrem Namen wohl mehr als alle Ehre und wenn sie erstmal loslegen, sind sie nicht mehr zu bremsen, rollen unter beträchtlicher Geräuschentwicklung und mit einem fast infantilen Spass alles über den Haufen, was meint, sich ihnen ohne Ohrenstöpsel in den Weg stellen zu müssen. Dies haben mittlerweile auch Southern Records mitbekommen und namen die Jungs 2008 unter ihre Fittche.

Die Jungen Wilden aus Bletchley werden erneut um die Noise-Rock-Krone in Europa antreten. Und sie sind wieder zahlenmässig überlegen, denn die Lüge vom ‚weniger ist mehr‘ werden die Hedonisten nicht unterschreiben. 3 Schlagzeuger, 3 Gitarristen und zwei Bassisten können schon ein Noise-Rockorchester genannt werden. Noise ist wirklich im schönsten vorstellbaren Sinne zu verstehen – Noise ist hier keine Industrial Soundcollage, sondern rauhe, verzerrte Gitarren, krachige Schlagzeuge und ein insgesamt wunderbar spontaner Sound der fast schon wieder Disco ist! Die Zeitung für elektronische Lebensaspekte ‚de : bug‘ befindet: „Action Beat ist ein improvisierendes Noise-No-Wave-Punk-Ensemble aus England mit bis zu vierzehn Musikern. Sie stehen stark in der Tradition von Bands wie The Ex, den frühen Sonic Youth und Glenn Brancas Gitarrenorchestern, ihre Musik ist mal wild, kraftvoll und explosiv, mal fett und schwer. Ihr volles Potential schöpfen „Action Beat“ sicher erst live aus…“

Action Beat- der derzeit wohl heissteste Scheiss von hier bis Santa Fe. Die englische Band – in ihrer Stammbesetzung mit 4 Gitarren, einem Bass und drei Schlagzeugen, beliebig erweiterbar auf bis jetzt max. 14 Personen – ist in aller Munde, tourt sich den Popo ab und macht obendrein noch wirklich gute Musik. Nach dem Konzert bleibt nur zu sagen, dass die Stimmen, die meinen, die Band erinnere sie an die frühen Sonic Youth, vollkommen recht haben.

(last one via kpicblog.at)

Heute: Jeremy Jay & The Sight Below @ UT Connewitz

Das SchubladenKonsortium lädt ein:

Fr 18.September UT Connewitz 20Uhr

Jeremy Jay (us/K-Records)

Ob Nouvelle Vague, Französischer Chanson im Sinne von Jacque Brel oder Francoise Hardy, 50er Rock N Roll, Bowie-esker Glam oder verträumte Melancholien im Sinne eines Nick Drake – wie ein Retroprinz jongliert Jeremy Jay sicher durch seine Phantasiewelten auf einem schmalen Grad zwischen Authentizität und Kitsch. Jay bereist dabei Landschaften aus Wäldern und funkelnde Sternströmen bis hin zu urbanen Szenarien, ehe er sich dann direkt auf romantischen Tanzböden und in nächtlichen Eskapaden verliert. Es ist eine beharrliche und mysteriöse Macht spürbar, die von einem unbändigen Willen unterstützt und von vornehmen Gitarren und glitzernden Keyboardklängen begleitet wird. Inmitten alledem JAY, irgendwo zwischen kleinem Jungen und L.A.-Dandy, der beschützend und offenherzig den Zuhörer mit einem Flüstern zum Tanz auffordert. Eine Romanze aus Traum und Wirklichkeit, leuchtenden Farben, Schlittschuhen und Diskolichtern getränkt in perfekt arrangierten Popzitaten und produziert von K-Rec./Beat Happening Mastermind Calvin Johnson!

&

The Sight Below (us/Ghostly International)

Der in Seatle beheimatete Labelkumpan von u.a. Matthew Dear oder Solvent beschert uns lupenreinen Shoegaze-Minimal. Sinister, mitunter von monotonen Kickdrums getrieben, bauen sich die Klangwälle auf. Ergänzt wird das Ambientspektrum durch die mit Bedacht eingewobenen Drone-Gitarrensounds. 4AD, Creation standen hier ebenso Pate wie Kranky oder Kompakt. Im Moment arbeitet The Sight Below mit Slowdive’s Simon Scott an neuem Material. The Sight Below arbeitet live Visuals!

morgen dann in der chaiselongue in halle:

19.9.2009 disko

The Sight Below LIVE (Ghostly International, Seattle)
Kali Avaaz (Leipzig)
D.Costruction (Halle)
Chaiseall*s

außerdem:

älectro

La Bim (Töpferplan 3, Halle)

ARSY’N’LOWSKII AKA ‘DER POLNISCHE ABGANG’
sister mantos
Krach der Roboter

und:

charlesbronsonklub

Der Charles Bronson Klub (Berliner Str. 242, Halle) eröffnet am Samstag, dem 19.09. mit: Grap, Mellow, Lowski

Aufruf zur Freiraum Demo in Wittenberg

freiraum_wittenberg

am 19.09.2009 /15:00 Uhr Hauptbahnhof

Am 25.08.2009 wurde die Besetzung der Wallstraße 1 in Wittenberg aufgegeben.
Gründe dafür waren der massive Repressionsdruck auf einzelne Aktivist_Innen.
Und die Angst die durch die Besetzung ins rollen gekommenen Verhandlungen zwischen dem Verein „Kultur mit Sahne“ und der Stadt Wittenberg zu gefährden. Nachdem die Besetzung Dienstag Abend gegen 22:00 Uhr beendet wurde, stürmten gegen um 2 Uhr nachts mehrere Einsatzhundertschaften aus Magdeburg das bereits verlassene Squat. Es sind an diesem Abend viele Tränen geflossen. Und die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen.
Die Stadt meint uns jetzt ein Alternativobjekt schaffen zu wollen, wie dieses aussieht wissen wir momentan nicht. Die Angst wieder hingehalten und verarscht zu werden ist zu groß, in einer Stadt in der systematisch Obdachlose aus der Touristenzone (Innenstadt) vertrieben werden. In einer Stadt in der Nazisecurity, Konsumtempel beschützen.
In einer Stadt in der jugendliche unerwünscht sind und alles dafür getan wird das sie aus dem Innenstadtbereich vertrieben werden.
Wir glauben weder ihren leeren Worten und schon gar nicht ihren Versprechungen. Wir haben mit der „Räumung „nicht nur ein Anlaufpunkt verloren sondern auch einen Erkämpften Freiraum in dem so viele Menschen platz fanden, an dem soviel verwirklicht wurde an dem wir soviel Solidarität erfahren haben. Wo sich Menschen Teilweise 6 Stunden in den Zug gesetzt haben nur um uns zu unterstützen. Auch von Bürgis und Anwohner, die teilweise Hundefutter und Essen mitgebracht haben als sie bei uns waren, wo es so viel Anregung, soviel Kritik, soviel Verständnis gab.
Für die Stadt ist es bloß ein Haus was jetzt wieder leer steht.
Wo wir uns fragen wo bleiben die versprechen der Stadt?
Wo bleiben wir ?
Wo bleiben all die Menschen die bei uns Tagtäglich zu Besuch waren?
Wo bleiben die Menschen dieser Stadt die nicht in das Konstrukt passen was diese Gesellschaft normal nennt.
Wo Bleiben die Jugendlichen?
Wir werden weiter machen, so lange bis wir ein neues Haus haben. Wir bitten euch hiermit uns bei der Demo am 19.09.2009 Zahlreich zu unterstützen.
Wir wollen am 19.09.2009 mit einer kraftvollen, entschlossenen und lautstarken Demo zeigen das wir verdammt sauer sind und uns nicht länger hinhalten lassen werden.

squatwittenberg.blogsport.de //// solisquatwb.blogsport.de