Archiv für Juli 2009

fluff fest 2009

fluff09

mo: graf orlock + ghostlimb @ zoro

graf orlock_ghostlimb

Montag, 13. Juli 2009 um 23.00 Uhr

Zoro, Bornaische Str. 54 HH, Leipzig

Graf Orlock + Ghostlimb + Guida + Campus Stermini

eine i talk you listen show.

Yol (Der Weg)

Filmvorführung mit Einleitungsvortrag und Diskussion mit Justus Wertmüller

Montag, 13. Juli 2009, 20.30 Uhr
Kino Zazie, Kleine Ulrichstraße 22

Nach dem Militärputsch in der Türkei im Herbst 1980 schaffte es ein Film, das Interesse ganz Europas auf die Zustände in diesem Land zu lenken. Es war der 1982 fertig gestellte und im gleichen Jahr mit der goldenen Palme von Cannes ausgezeichnete Film „Yol“ von Yilmaz Güney (1937 – 1984), ein Film der erstmals 1994 legal in der Türkei gezeigt werden durfte. Güney – aus politischen Gründen mehrfach in Haft und 1981 unter abenteuerlichen Bedingungen aus der Türkei geflüchtet – konzipierte den Film im Gefängnis und hat ihn später im französischen Exil aus Material zusammengestellt, das Freunde nach seinen Anweisungen teilweise klandestin in der Türkei gedreht hatten.
Yol wurde von der Linken sehr freundlich aufgenommen, jedoch mit dem Lob auch seiner Brisanz beraubt. Er wurde von der türkischen, kurdischen und europäischen linken und liberalen Öffentlichkeit in erster Linie als ein Film der Anklage gegen die Militärherrschaft gefeiert, obwohl er genau das nur zum Teil war. Die fünf Protagonisten, denen ein Hafturlaub gewährt wird und die sich in ihre im mehrheitlich kurdischen Südosten des Landes gelegenen Heimatorte aufmachen, um dort persönliche Angelegenheiten zu regeln, sind keine politischen sondern kriminelle Gefangene. Auch ihre Erlebnisse außerhalb der Gefängnismauern haben mit politischem Widerstand gegen die Militärjunta nichts zu tun, umso mehr mit jener anderen Unterdrückung, über die Freunde des Volkes gerne hinwegsehen oder als Begleiterscheinung der Armut rechtfertigen: dem ganz normalen islamischen Alltag.
Es geht um Ehebruch, Ehrenmord, Zwangsverheiratung und Frauenunterdrückung. Die Protagonisten stehen scheinbar unüberwindbaren Zwängen letztlich machtlos gegenüber und zerbrechen daran. Nicht das Gefängnis, dem sie kurzfristig entkommen sind und das sie bei einer der in der Türkei häufigen Amnestien in absehbarer Zeit als freie Männern würden verlassen können, ist ihr größtes Problem. Als das wahre Gefängnis stellt sich ihnen eine Gesellschaft dar, in der Clanstrukturen und religiös geprägte Moral jeden Versuch vereiteln, ein individuelles, in Grenzen gar sinnlich erfüllteres Leben zu entfalten.
Yilmaz Güney hat „Yol“ wie seine anderen Filme als Künstler und Revolutionär noch ganz selbstverständlich aus dem Blickwinkel des Westens gedreht. Seine Liebe zu den Menschen und der (kurdischen) Landschaft ist keine primitive Komplizenschaft mit dem Volk auf angestammtem Boden. Die Landschaft wie die Menschen erscheinen fremd und feindselig solange ein übermächtiger, durch den Islam und die Verwandtschaftsherrschaft vermittelter Naturzwang, nicht nur jede freundliche Regung erstickt, sondern die dortigen Verhältnisse als immer auswegloser erscheinen läßt.
„Yol“ ist ein kurdischer Film, der viel eindrucksvoller die notwendige und vernichtende Kritik an kurdischem Nationalismus vollzieht, als jede noch so kluge Streitschrift gegen die PKK. Yol ist die Denunziation jeden Kulturrelativismus im Namen unterdrückter Völker. Yol ist ein revolutionärer Film, weil er eine dezidiert „westliche“, sprich: universale Sehnsucht nach ein bißchen Freiheit und Glück auch für ein Land einfordert, das heute von einer islamistischen Regierung in einen noch trostloseren Zustand zurückversetzt werden soll, als Güney im Entstehungsjahr des Filmes ahnen konnte und ist schon dadurch unbedingt aktuell und sehenswert.

Justus Wertmüller (Berlin) ist Redakteur der Quartalszeitschrift „Bahamas“.

Eine Veranstaltung der ag antifa im stura

nazifest abschalten

nazifestabschalten

Am 11.07.09 jährt sich das rechtsradikale Musikfestival „Rock fuer Deutschland“ zum sechsten mal. Unter dem diesjährigen Motto „Hier bleiben – Anpacken“ versuchen Nazis und Rassisten unterschiedlicher Strukturen ihrem lebensfeindlichen Weltbild eine Plattform zu geben und gleichzeitig den Wahlkampf der NPD finanziell zu unterstützen. Dieses Jahr sind u.a. als Redner Udo Voigt und als Hauptact „Die Lunikoff Verschwörung“ geplant. Bis zu 1000 Neonazis nutzen in den letzten Jahren die Gelegenheiten auf dem zweitgrößten Nazi-Fest, nach dem Fest der Völker, um Hass und Xenophobie zu huldigen. Gleichzeitig versuchen sie insbesondere seit den letzten Wochen mit einer sich immer weiter zuspitzenden Gewaltspirale Angst und Schrecken zu verbreiten und sich somit die passende Kulisse für ihre Selbstinszenierung zu verleihen. Ignoranz oder gar falsches Verständnis sind hier völlig fehl am Platz. Nazis können kein Dialogpartner sein. Kommt am 11.07.09 nach Gera und beteiligt euch an den Protestaktionen!

http://kabelbruch.blogsport.de

frittenbude im objekt

frittenbude

Objekt 5000 mit Frittenbude (d) & Spread Your Love Crew (ha)

Fr.10.07. 22:00 Uhr

feeling of a fancy cakebattle

whatwhat

ufo galerie presents:

„feeling of a fancy cakebattle“ a what! what! exhibition

vernissage: 10th july 2009 08.00 pm

finissage: 09th august 2009 06.00 pm

ufo galerie und kunstraum
adam-kuckhoff-straße 30
06108 halle city

one year of what?

Das könnte die zentrale Fragen sein, welche sich die Labelinhaber um What! What! nach fast einem Jahr Engagement stellen. Wären sie 20 Jahre im Geschäft würden sie jetzt resümierend zurückschauen, Pfefferminz Likör trinken und über die Digitalisierung der Musiklandschaft schimpfen. Aber davon ist What! What! weit entfernt.

Kurzum, die junge Vergangenheit des Labels steckt noch mittendrin in der Gegenwart. Es wäre also vielmehr, als verfrüht und vermessen, bei dem jüngsten Projekt des Labels, einer Ausstellung in der UFO Galerie, von einer Retrospektive zu sprechen. Nennen wir es also einfach What! What! Exhibition, der alles und nichts sagende Blick zurück nach vorn.

Da tauchen Fragen auf, wie die, nach den Distributionswegen in einer globalisierten Marktstruktur. What! What! setzt da bewusst auf neue Wege und versucht Artwork, Musik, Live-Gig, Web und Print in einem größeren Kontext zu sehen. Bei ihnen steht das Gesamtbild im Vordergrund ihrer Arbeit. Es zählt das große Ganze, das Label an sich und die weltweite Verbreitung dieses Gefühls. Diesen Blick hinter die Kulissen wird es innerhalb der Ausstellung im ufo-Galerie- und Kunstraum geben. Zu sehen sind dann Fotografien, Filme, Zeichnungen, räumliche Inszenierungen von Objekt- bzw. Wandgestaltungsarrangements in Verbindung mit natürlich akkustischen Elementen. Diese Sammlung soll zu einer audio-visuellen Welt verschmelzen und in ihrer Gesamtheit das Image des Musiklabels illustrieren. Desweiteren entsteht innerhalb dieser Ausstellung eine What! What! Radioshow, ein Songcontest und noch viel, viel mehr.

(via dock 31)

www.whatwhat.de
www.ufogalerie.com

queer matters vol 4

Freitag, 10. JULI 2009, 20 Uhr
Paris Syndrom – Café Neubau.
Karl-Tauchnitz-Str. 9, 04107…Leipzig

“Fiber – Werkstoff für Popfeminismus und Popkultur“ ist eine unabhängige Zeitschrift aus Wien, die halbjährlich seit 2002 mit einem jeweiligen Themenschwerpunkt erscheint. Anders als bisher beim Missy-Magazin sind hier vor allem queere Themen ins Licht gerückt.
Am Freitag sind die Macher_innen des Magazins in Leipzig – extra aus Wien angereist – und stehen für Euch Rede und Antwort im Paris Syndrom um 20.00 Uhr innerhalb der Veranstaltungsreihe Queermatters No.4.
Das Magazin „fiber. werkstoff für feminismus und popkultur“ soll einen Gegenpol zu den herkömmlichen Zeitschriften über Popkultur bieten. Ein Kollektiv junger Frauen aus Wien reflektiert in ihren Texten über Mainstream und Populärkultur aus feministischer Perspektive. Geschlechterverhältnisse in der Popkultur sollen untersucht und kritisch hinterfragt werden. Dabei geht es dem Projekt darum, Frauen als Akteurinnen wahrzunehmen und ihnen als solche auch Präsenz zu verleihen. „fiber“ erscheint seit 2002 als Fortführung der Zeitschrift „nylon. KunstStoff zu Feminismus und Popkultur“. Mittlerweile wird das Magazin zweimal jährlich in Eigenregie herausgebracht. Jede einzelne Ausgabe ist einem bestimmten Schwerpunkt gewidmet. Sie werden uns ihren feministischen Ansatz, grade im Hinblick auf popkulturelle Zusammenhänge vorstellen, und uns die Möglichkeit geben, mit ihnen über die verschiedenen feministischen Diskurse zu diskutieren
Die druckfrische Ausgabe beschäftigt sich mit dem spannenden Thema „MANNschaften“, fibergetreu aus vielen Blickwinkeln bearbeitet. Folgende Themen sind u.a. Inhalt: + (De-)Queering nationale Identität? oder + Männerbündelei in der Antifa. Außerdem könnt Ihr erfahren, ob Popkultur ausschließlich mit Musik zu tun hat oder nicht.
Es geht pünktlich los, kostet keinen Eintritt und über Diskussionsbeiträge freuen sich einfach mal alle.

http://doitherself.supergiro.de

Feministische Identitätspolitik in Zeiten der Globalisierung

Diskussions-Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gender-Kritik

09.07.2009, 19:00 Uhr

Leipzig, GWZ, HS 2010, Beethovenstraße 15

ReferentInnen:
Prof. Dr. Rebecca Pates (Politikwissenschaften, Leipzig)
Dr. Daniel Schmidt (Politikwissenschaften, Leipzig)

Moderation:
Prof. Dr. Helena Flam (Soziologie, Leipzig)

Brauchen wir noch Geschlechterpolitik oder reproduzieren wir damit nicht eigentlich die Identitäten, die es abzuschaffen gilt? Dieser Frage – nach Politik und Geschlecht – soll hier nachgegangen werden anhand des immer schon heiklen Themas der Prostitution. Ist Prostitution die Ursache des Patriarchats? Oder ist sie eine unter anderen Möglichkeiten, Geld zu verdienen? Anhand der Diskussion um Prostitution zeigen wir die Produktion von Geschlecht in Theorie und Praxis auf.

Zu den ReferentInnen:

Rebecca Pates ist Politikwissenschaftlerin an der Universität Leipzig. Sie forscht und lehrt zu Fragen der politischen Anthropologie, der Staatstheorie und der Organisation von Gender. Studiert hat sie an der Universität Oxford, der University of Hong Kong und der McGill Universität in Montréal. Zuletzt veröffentlichte sie als Mitherausgeberin den Sammelband „Nie wieder Sex. Geschlechterforschung am Ende vom Geschlecht“ (2009).

Daniel Schmidt ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte. Er forscht und gibt Lehrveranstaltungen zu Fragen der politischen Anthropologie, der modernen Staatlichkeit und der Herausbildung von Macht-Wissen-Beziehungen in den letzten zweihundert Jahren. Seit 2003 ist Daniel Schmidt gewählter Gleichstellungsbeauftragter der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie und seit 2006 Stellvertreter der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Leipzig.

tar feathers @ atari

tar_feathers

05.07.2009 atari leipzig

TAR…FEATHERS, ÄTTESTUPA + BATRIDER

eine i talk you listen show.

TransForma Auftaktparty – heute @ drushba

4. Juli 2009

20.00 Uhr / Vernissage der TransForma-Ausstellung mit anschließenden Künstlergesprächen / Jugendhotel des Thalia Theaters, Kardinal-Albrecht-Straße 5

22.00 Uhr / Auftaktparty / Klub Drushba / Kardinal-Albrecht-Staße 6 / Eintritt frei

„TransForma“
Unmittelbar neben dem Thalia Theater Halle entsteht in der Kardinal-Albrecht-Straße Nr. 5 ein Jugendhotel. Das Projekt TransForma, im Rahmen dessen eine internationale Kunstausstellung und Theaterperformance entsteht, wird im Juli 2009 das Haus als internationale und interaktive Austauschplattform nutzen – für Begegnungen mit Künstlern aus Belarus, Kosovo, Mazedonien, Polen, der Slowakei, Ungarn, Tschechien und Studierenden des Seminars Raumbeziehungen von Prof. Francis Zeischegg der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle.

TransForma beschäftigt sich mit dem thematischen Feld Raum. Der Begriff Raum taucht im Projekt sowohl in der direkten, als auch in übertragenen Bedeutungen auf: Der physische Raum eines Hauses wird mit Assoziationen und Reflexionen von Künstlern zu diesem Thema gefüllt. Dabei soll sich mit dem öffentlichen und privaten Raum, dem sozialen und dem kulturellen Raum, dem Stadtraum und dem Freiraum sowie dem gegenseitigen Einfluss von Mensch und Raum aufeinander künstlerisch auseinandergesetzt werden.